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Wann gilt 80 EUR Höchstgrenze für Erstattung bei Nutzung von alternativem Transportmittel nicht?

Hallo, ich bin BC100 Kunde und wollte am 08.08.2018 um 13:48 Uhr mit dem ICE von Köln nach Berlin fahren. In Hamm wurde wegen Unwetter die Weitefahrt unterbrochen. Es war bis zum Vormittag des Folgetages unmöglich, mit der Deutschen Bahn von Köln nach Berlin zu reisen. Am 09.08.2018 versuchte ich nochmal, mit dem ICE nach Berlin zu reisen, doch der Zug fiel aus. Da ich um 15:00 in Berlin sein musste, buchte ich kurzfristig einen Flug für 360 EUR, der mich rechtzeitig an mein Ziel brauchte. Die Bahn erstattet mir aber nur 80 EUR. Dabei gilt, laut Fahrgastrechte und Artikel 18 Abs. 2 c) und Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007, die Höchstgrenze von 80 EUR nicht, wenn die Strecke blockiert, die Weiterfahrt unmöglich ist, und die Bahn kein alternatives Transportmittel zur Verfügung stellt. Auf Post / Anrufe reagiert die Bahn nur mit Standardschreiben und beruft sich darauf, dass 80 EUR schon erstattet worden sind. Ich hätte gerne den vollen Flugticketpreis erstattet - genau wie es bei den gängigen Airlines Gang und Gebe ist! Wie komme ich an die restlichen 270 EUR? Danke und Gruß, Aline

Aline1123344
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kabo
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Artikel 18 Abs. 2 c) betrifft den Fall, dass ein Zug auf freier Strecke stecken bleibt und der Zug deshalb evakuiert werden muss. Die Hilfeleistung umfasst dabei den Transport vom Ort der Evakuierung zum nächsten Bahnhof mit Zugverkehr - da gilt die Höchstgrenze von 80€ nicht. (Wobei Fälle, dass Kunden bei einer Evakuierung des Zuges für den Transport vom Evakuierungsort zum nächsten Bahnhof in Vorleistung treten müssen, praxisfremd sein dürfte.)

Artikel 18 Abs. 3) betrifft den Fall, dass ein Verkehrsdienst gar nicht fortgesetzt werden kann. Bei Ihnen wurde der Verkehrsdienst aber fortgesetzt - zwar erst am nächsten Tag, aber immerhin. (Wenn Abs. 3 den Fall meinen würde, dass ein Verkehrsdienst nicht am gleichen Tag fortgesetzt werden kann, dann bräuchte es die Regelungen zur Übernachtungserstattung ja nicht.).
Artikel 18 Abs. 3) deckt also z.B. Fälle ab, wo einer Fahrkarte verkauft wurde, die Bahnstrecke stillgelegt wurde und der Kunde mit gültiger Fahrkarte an der stillgelegten Strecke steht. Da gilt die 80€ Grenze auch nicht. (Kommt in Deutschalnd nicht vor, aber die EU ist groß und die EU-Richtlinie soll ja für alle EU-Länder passen.)

Ich fürchte, es besteht kein Anspruch auf Erstattung von mehr als 80€.

"genau wie es bei den gängigen Airlines Gang und Gebe ist!"
-> Meines Wissens besteht aber auch bei Flugausfall kein gesetzlicher Anspruch auf die Erstattung von Mehrkosten eines Fluges mit einer anderen Airline, wenn die ursprünglich gebuchte Airline eine Weiterbeförderung am nächsten Tag plus Erstattung der Übernachtungskosten anbietet.

Bahnfrosch
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Wird schwierig werden. Haben sie sich vor Ort an eine DB-Infostelle gewandt um mit ihr eine alternative Fahrmöglichkeit zu erörtern? Meist werden dann Sammeltaxis geordert, wo z.B. 7 Fahrgäste zusammen fahren. Das wäre bei 80 Euro mal 7 Personen 560 Euro für den Taxifahrer, damit kommt man schon sehr weit. Werden sicher genug Reisegäste dort gewesen sein, die Richtung Hannover oder Berlin wollten. Eigenmächtig einfach einen Flug buchen ist sehr riskant.
Sie können ja versuchen über die Schlichtungsstelle was zu erreichen: https://soep-online.de/
Das macht aber nur Sinn, wenn die DB explizit gesagt hat, wir stellen keine Alternative zur Verfügung und zahlen den vollen Flugpreis.

Hallo Aline1123344,

Ihnen wurden von der Community bereits die richtigen Antworten gegeben. Sind Sie mit der gezahlten Entschädigungssumme nicht einverstanden, haben Sie die Möglichkeit einen Widerspruch in schriftlicher Form oder per Telefon: 0180 6 202178 (20 ct./Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct./Anruf) beim Servicecenter Fahrgastrechte einzureichen. /ka