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ICE 1671 "ersetzt" IC 2373 - was bedeutet das für mich?

Seit vielen Jahren fahre ich fast werktäglich mit o. g. IC von Frankfurt nach Bensheim, mit RMV-Jobticket + IC-Zuschlag.
Bin ich künftig gezwungen, sofern ich um eine vergleichbare Zeit wie bisher mit der Bahn nach Hause fahren will, ca. 15 Min. früher Feierabend zu machen, mit der RB um 17:06 zu fahren und dabei dennoch ca. 10 Min. später zu Hause anzukommen, oder gibt es andere Möglichkeiten, z. B. ICE-Zuschlag?

Wenn nicht, verdoppelt sich die Fahrtdauer nahezu; mein Mehraufwand summiert sich auf (planmäßig) mehr als 2 Std. Woche für Woche! Und mein Arbeitsweg ist schon jetzt nicht kurz.

Wozu dann die "Umwandlung" in einen ICE? Will man die A5 besser auslasten? Diese Maßnahme wäre somit ein Schlag ins Gesicht der Stammkunden der DB - !

Dieser ICE fährt m. E. dieselbe Strecke quer durch Deutschland wie bisher der IC, in derselben Zeit. Insofern stellt dies eine drastische Preiserhöhung dar - - - und eine, wie ich fürchte, bewusste Verdrängung von Pendlern aus dem Zug.

Ich habe den IC/EC-Zuschlag stets als günstig empfunden; ich glaube, schon der Interregio-Zuschlag vor 15 Jahren für dieselbe Strecke war teurer (das war quasi der Vorgänger der IC-Verbindung).
Warum erhöht die DB den Preis dafür nicht, will man z. B. diesen IC von einem Teil der Pendler entlasten und dabei noch Mehreinnahmen generieren?

Abgesehen davon, dass der IC ab Frankfurt zwar gut ausgelastet ist ... doch sofern nicht Waggons fehlen, finde ich praktisch jeden Tag einen Sitzplatz - ganz ohne Reservierung.

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kabo
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"Bin ich künftig gezwungen, sofern ich um eine vergleichbare Zeit wie bisher mit der Bahn nach Hause fahren will, ca. 15 Min. früher Feierabend zu machen, mit der RB um 17:06 zu fahren und dabei dennoch ca. 10 Min. später zu Hause anzukommen"
-> so wird es wohl sein

"oder gibt es andere Möglichkeiten, z. B. ICE-Zuschlag"
-> Ein ICE-Zuschlag zu einem RMV-Ticket ist nicht möglich

"Diese Maßnahme wäre somit ein Schlag ins Gesicht der Stammkunden der DB"
-> Das Problem ist, dass Sie in erster Linie Stammkunde des RMV sind und nicht der DB.

"Ich habe den IC/EC-Zuschlag stets als günstig empfunden"
-> Und da wundern Sie sich, dass die DB jetzt die Einnahmen steigern möchte?

"Warum erhöht die DB den Preis dafür nicht, will man z. B. diesen IC von einem Teil der Pendler entlasten und dabei noch Mehreinnahmen generieren?"
-> Es werden ICE der Bauart ICE-T kommen - und die haben eher weniger Sitzplätze als ein IC.

Vielen Dank für die schnelle Antwort ... Irrtum: Mich wundert und wunderte insbesondere, dass der Zuschlag nicht teurer war und ist - !

All das "riecht" geradezu danach, dass die DB die Kooperation mit dem RMV einschränken möchte!
Kunden wird die DB (!) so eher verlieren als gewinnen, Mehreinnahmen sind schwer vorstellbar.
Es lässt übrigens recht tief blicken, wenn hier wortwörtlich als Problem bezeichnet wird, dass man RMV-Kunde ist.

Natürlich sind Einzeltickets teurer für den Kunden, insofern lukrativer für die DB. Doch offenbar wird nicht bedacht, welche Leute es sind, die für "volle Züge" sorgen ... !

Man merkt, dass der DB ein oder besser mehrere nennenswerte Konkurrenten fehlen ...

kabo
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"Es lässt übrigens recht tief blicken, wenn hier wortwörtlich als Problem bezeichnet wird, dass man RMV-Kunde ist."
-> Naja, von dem Geld, dass Sie für das Jobticket an den RMV bezahlen, bekommt DB-Fernverkehr halt nichts ab. Nur der IC-Zuschlag geht an DB-Fernverkehr - und das ist (wie Sie selbst sagen) ja nicht so viel.

"Man merkt, dass der DB ein oder besser mehrere nennenswerte Konkurrenten fehlen"
-> Mir wäre jetzt nicht bekannt, dass Flixtrain RMV-Abos akzeptiert und "nur" einen Zuschlag verlangt.

Flixtrain ist kein "nennenswerter Konkurrent" angesichts des Angebots dieser Firma.

Vor rund 15 Jahren schaffte die DB den IC ab bzw. "verschmolz" ihn mit dem IR. Seither fahren IC mit z. T. alten IR-Waggons (umlackiert) und halten an den ehemaligen IR-Halten, weitestehend.
Während dieser Zeit aber war es wenigstens weiterhin möglich, Zuschläge zu lösen zu RMV-Zeitfahrkarten.

Aktuell dagegen schickt sie sich an, auf dem Papier zwar IC durch ICE zu ersetzen, de facto ist es aber umgekehrt ... bis auf die Konditionen! - Und genau darin besteht das Problem: ICE sollen verkehren analog den bisherigen IC, aber zu ICE-Preisen - - - und insbesondere ohne die Möglichkeit, sich Zuschläge zu kaufen.
Wäre letzteres der Fall, würde ich noch immer nicht verstehen, warum die DB so vorgeht (ein ICE, bei dem z. B. Heidelberg erst der vierte Halt ab Frankfurt ist ... das ist kein ICE, sorry ...): Doch dann wäre es mir letztlich egal; ich wäre auch bereit, z. B. das Doppelte des bisherigen Preises für den IC-Zuschlag zu bezahlen, den ich wie gesagt immer als günstig empfunden habe.

Doch was die Bahn stattdessen vorhat - - - ich fühle mich seither ein Stück weit unerwünscht - !
Denn es geht etwas entscheidendes verloren: Nämlich ein recht enger (im wesentlichen stündlicher) Takt von schnellen und für mich realistischerweise nutzbarer Verbindungen zwischen Bensheim und Frankfurt.

kabo
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Die Trennung zwischen subventioniertem Regionalverkehr und gewinnorientiertem Fernverkehr war und ist letztendlich politisch gewollt.
Dem ist damals der Interregio zum Opfer gefallen. (Die Bundesländer wollten keine Subventionen für den IR zahlen, obwohl der IR hauptsächlich Regionalverkehtsrelationen bediente. Und die DB wollte lieber subventionierte Regionalexpresse fahren lassen als nicht-subventionierte IR-Züge.)

"Denn es geht etwas entscheidendes verloren: Nämlich ein recht enger (im wesentlichen stündlicher) Takt von schnellen und für mich realistischerweise nutzbarer Verbindungen
-> Das Problem würde wahrscheinlich nicht bestehen, wenn es die Trennung zwischen subventioniertem Regionalverkehr und gewinnorientiertem Fernverkehr nicht gäbe.

Guten Morgen Kabo, ... nein: Der IR fiel zwar weg, wurde aber durch die "Herabstufung" des IC i. V. m. Zuschlägen auf RMV-Tickets kompensiert.
Da gab es zunächst zwar auch einen Aufschrei unter den Pendlern, hat sich aber schnell wieder beruhigt. Und der Nachteil lag eher beim Fernverkehr, für den Verbundverkehr war es egal, ob IR oder IR.
Sieht nicht so aus, als würde es diesmal ein ähnlich gutes Ende nehmen!

Und wg. "würde nicht bestehen, wenn": Das mag sein, doch davon habe ich nichts. Manch einer wird 2019 dazu sagen, er "wäre nicht aus Auto umgestiegen, wenn" ...

... und, was ich eben noch mal zu betonen vergaß: Der hierdurch "entstehende" ICE ist ein Pseudo-ICE! Kein ICE, wie ihn der tatsächliche Fernverkehrs-Kunde erwarten wird! Nur die Fahrpreise werden passen.

Da wird es wohl nur Verlierer geben, Pendler ebenso wie Fernreisende - und auch die DB selbst.
Ganz zu schweigen von ohnehin schon überlasteten Autobahnen und der Umwelt.

Im übrigen warte ich gespannt auf die Antwort(en) der DB selbst auf meine letzten Einwürfe ...

kabo
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"nein: Der IR fiel zwar weg, wurde aber durch die "Herabstufung" des IC i. V. m. Zuschlägen auf RMV-Tickets kompensiert."
-> Auf Ihrer Strecke ja.
Bundesweit gesehen wurde der IR in den meisten Fällen aber durch (subventionierte) Regionalzüge oder IC-Züge ohne Nutzungsmöglichkeit mit Verbund-Tickets ersetzt. Pendler im RMV-Gebiet stehen bislang also bislang etwas besser da, als Pendler in vielen anderen Gebieten, wo es schon keine IC-Aufpreise zu Verbundtickets gibt (vom ICE ganz zu schweigen). Auch wenn es hart klingt: Das was Sie jetzt erleben, ist für viele Kunden in anderen Gegenden seit Jahren der Normalzustand.

Von den 3 Optionen
a) der nicht subventionierte IC wird durch einen subventionierten RE ersetzt, wodurch Einnahmen aus Subventionen generiert werden
b) der nicht subventionierte IC wird durch einen ebenfalls nicht subventionierten ICE ersetzt, der aber mehr Einnahmen für den Fernverkehr bringt
c) es bleibt wie es ist
ist c) halt die am wenigsten lukrative.

Ich finde das nicht gut. Das möchte ich ausdrücklich klarstellen.

Es geht mir "nur" darum, dass evtl. verständlicher wird, warum die DB lieber ICE-Züge fahren lässt, und dass die Lösung für das Problem wahrscheinlich auf politischer Ebene gesucht werden muss.

"Ganz zu schweigen von ohnehin schon überlasteten Autobahnen und der Umwelt."
-> Leider sind Entlastung der Straßen und Mehrwert für die Umwelt keine Ziele einer Aktiengesellschaft wie der DB. Die Politik erwartet stattdessen von der DB möglicht viele Einnahmen und möglichst wenig Ausgaben. Man könnte das ändern - aber dafür gibt es momentan keine politische Mehrheit. Wenn ein hochrangiger Verkehrspolitiker öffentlich die DB dafür kritisiert, dass sie zu viele günstige Angebote habe - dann ist doch eigentlich alles gesagt.

Das mag alles sein - und ich werde mich definitiv auch auf die politische Ebene begeben. Auch wenn ich fürchte, das bringt so viel als würde man einem Ochsen uns Horn petzen ...

Doch (a) führe wenigstens ein RE zeitlich in der Nähe von z. B. 17:20 (... aber auch 13:20 und 15:20 ...), so wäre alles halb so wild. Aber die "Alternativen" bestehen jeweils in Regionalbahnen!
[und wenn mich nicht alles täuscht, wird seit einigen Jahren darauf hin gearbeitet, dass diese durch S-Bahnen "ersetzt" werden - - - es ist ein einziges Desaster: für die Kunden, und somit letztlich auch für die DB selbst, denn es wird weder ihrem Image noch ihrem Geschätserfolg zuträglich sein!
Welche "phantastischen" Vorstellungen muss man denn haben, um solche Entscheidungen zu treffen - !?]

Und (b) warum um alles in der Welt lässt man sich eine - bis auf die üblichen Probleme mit der Zuverlässigkeit ... - hochwertige Verbesserung der Anbindung ggü. Nahverkehr nicht entsprechend teu(r)er bezahlen?
In Form eines Zuschlags von, sagen wir, monatlich 50 EUR, oder auch noch etwas mehr?

Das wäre Win-Win; denn dafür hätten viele Pendler Verständnis, wenn man sie über die Gründe "aufklärt".
Die wenigen übrigen würden, wie auch immer, die vollen IC (und nicht ICE!) entlasten, die verbleibenden (endlich?) "angemessen" zum Gewinn der DB beitragen.
Und, last but not least: ein ICE wäre weiterhin ein ICE, kein verkappter IC zu ICE-Konditionen - - - wer ICE bestellt, als Fernreisender, der bekäme also auch weiterhin ICE, und würde als zufriedener Kunde womöglich schon bald die nächste Bahnreise antreten!
Seht die DB denn nicht einmal das Risiko, die lukrativen "echten" Fernreisenden durch Pseudo-ICE zu vergraulen!??

Für die bevorstehenden Änderungen also kann ich, auch bei hoher Gewichtung betriebswirtschaftlicher Aspekte, kein Verständnis aufbringen.
_______

Wann und was antwortet eigentlich die DB selbst auf all das - ??

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"Wann und was antwortet eigentlich die DB selbst auf all das - ??"
-> Wahrscheinlich gar nicht. Denn Sinn und Zweck dieser Community ist Beratung und Hilfe für Kunden, nicht die Diskussion über betriebwirtschaftliche Entscheidungen der DB.

Die Information dass es eventuell Übergangsregelungen geben könnte, genaues aber nicht bekannt ist, finden Sie in dieser Diskussion:
https://community.bahn.de/questions/1789720-ab-dezember-2...
Das ist was die DB derzeit an Beratung und Hilfe zu diesem Thema anbieten kann. Mehr werden Sie an Antwort von der DB nicht bekommen - zumindest nicht in dieser Community.