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Wie sicher fährt man als "Fahrgast" der Deutschen Bahn?

Als leidgeprüfter Nutzer des Regionalexpresses zwischen Langen/Hessen und Frankfurt/Main muss ich mir diese Frage stellen. Diese Verbindung nutze ich fast täglich. Technische Störungen sind hier an der Tagesordnung: Oberleitung, Lok, Zug, Gleis, Signale, alles schon erlebt. Negativbeispiel war, dass bei einem Zug, welcher aus fünf Doppelstockwagen besteht, drei komplett geschlossen waren, morgens im Berufsverkehr im Rhein Main Gebiet! Letzten Montag kamen wir aus Oberstdorf zurück; außerplanmäßiger Halt in einem Provinzbahnhof wegen technischer Störung. Die Fahrt nach Eisenach letzten Freitag war verspätet wegen technischer Störung. Die Rückfahrt von Eisenach gestern war verspätet wegen technischer Störung am Zug. Meine Lebensgefährtin ist momentan auf der Rückfahrt von Kassel in Wabern gestrandet, da ein Zug die Oberleitung beschädigt hat und der Verkehr eingestellt wurde. Für etwa 200 Gäste hat man zwei Reisebusse als SEV organisiert, welche aber bis dato noch nicht eingetroffen sind. In einem ICE fängt es an zu brennen, eine der wichtigsten Verbindungen ist ewig lange gesperrt. Und dann war da auch noch der Fahrdienstleiter, welcher seinen Aufgaben auch nicht nachkam.
Wenn ich mich in einen Zug der Deutschen Bahn setzte, erwarte und verlange ich, dass alles getan wird, um die Passagiere auch sicher ans Ziel zu bringen. Ans Ziel will ich pünktlich kommen, ohne Verzögerungen.

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Bertosch
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Jeder Fahrgast will pünktlich und sicher am Zielbahnhof ankommen. Aufgrund der Komplexität des Bahnsystems ist dies aber leider nicht immer möglich. Da können Sie sich auch bei Herrn Mehdorn bedanken, der die Deutsche Bahn an die Börse bringen wollte. Deshalb wurden sehr viele Gleiswechsel und Bahnhofsgleise abgebaut, da sie nicht "rentabel" waren. Es gibt einfach zu wenig Gleise und Umleitungsmöglichkeiten um einen stabilen und zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten. Und wenn Wagen gesperrt sind, hat dies auch immer einen Grund. Die Werkstätten tun ihr Bestes um den hohen Schadbestand zu reduzieren. Und den Ärger der Fahrgäste bekommt dann immer das Zugpersonal zu spüren, obwohl dieses am wenigsten für die Probleme kann. Die Zugbegleiter und Triebfahrzeugführer können nur mit dem arbeiten, was ihnen zur Verfügung gestellt wird. Und bei kurzfristigem Busnotverkehr ist die DB auf die Kooperation und Kapazitäten der regionalen Busunternehmen angewiesen. Um zur Sicherheit zu kommen: Nahezu alle Fahrdienstleiter machen ihren Job sehr gut und verantwortungsvoll. "Schwarze Schafe" kann es aber leider immer geben. Die Ursache des ICE-Brandes wird nach einer detaillierten Untersuchung zweifelsfrei festgestellt werden. Wenn Sie sich näher über Eisenbahn-Unfälle und deren vielfältige Ursachen informieren wollen, können Sie die Untersuchungsberichte online einsehen: https://www.eisenbahn-unfalluntersuchung.de/SiteGlobals/F.... Die Eisenbahn ist und bleibt eines der sichersten Verkehrsmittel, was auch durch Statistiken belegt ist. Ich wünsche Ihnen allzeit gute Fahrt!

Tino Groß
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Danke Signal,

Du sprichst mir aus der Seele. Kompliment für die Schilderung. Eins sei noch zu sagen. Klar hört man immer wieder „technische Störung“. Es ist nunmal ein Oberbegriff für alle Varianten. Aber man muss auch fairerweise sagen dass das System Eisenbahn so sicher ist dass bei einer kleinsten Störung erstmal gehalten wird. Also immer zur Sicherheit. Ein Flieger würde auch nicht abheben bis nicht zweifelsfrei geklärt ist woran die Störung liegt. So unschön die Erfahrungen der letzten Wochen und Monate ist sollte Ihnen immer eins klar sein. Sicherheit steht für alle Eisenbahner an oberster Stelle.

kabo
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Und das Lustige: Wenn man Gäste aus dem Ausland hat, bestätigen die, dass es in Deutschland trotz aller Probleme immer noch besser ist, als in anderen Ländern.

Die Akte Mehdorn ist ja nicht der einzige Grund für die Missstände, für die die MitarbeiterInnen nicht verantwortlich gemacht werden können.

Wenn man sich einmal den Nahverkehr ansieht, hakt es hier doch an allen Ecken und Kanten.

Warum fallen denn ständig Züge aus oder sind. defekt? Davon sind alle EVU betroffen, nicht nur die DB.

In einem Forum lese ich öfter den Spruch: Wer billig kauft, bekommt auch billig.

Wie lange wird es denn noch dauern, bis man realisiert, dass qualitativ guter Verkehr auch etwas kostet.

Signal
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Da sollte man sich eher bei den Aufgabenträgern beschweren. Der Preis wird bei den Ausschreibungen fast immer am stärksten gewichtet.

Signal
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In Baden-Württemberg wird es den Fahrgästen bald bewusst sein, wenn fast alle Züge im "bwegt"-Design lackiert sind.

Leo
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"Und das Lustige: Wenn man Gäste aus dem Ausland hat, bestätigen die, dass es in Deutschland trotz aller Probleme immer noch besser ist, als in anderen Ländern." Aus welchen Ländern denn? Aus der Schweiz oder Japan bestimmt nicht!

Und welcher Erfahrungen aus der jüngeren Zeit haben die Gäste? Hintergrund: Ich saß 2016 neben einem Neuseeländer im Flieger von Tokyo nach Auckland, der steif und fest behauptete, in Neuseeland gäbe es gar keinen Eisenbahnfernverkehr mehr! (OK, das verbliebene Netz ist sehr dünn, so dass ich mit dem Railpass jede Strecke mehrmals fuhr und mit dem Mietwagen an etlichen nur noch Güterstrecken entlang.)