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Erstattung bei Fahrpreis unter 16 €?

Ich sammle im Jahr bei mehr als 40 Fahrten jeweils eine Verspätung von einer Stunde, bekomme aber keine Entschädigung, da Fahrpreis bei jeweils 14,90 € liegt.
Gibt es dafür einen Gutschein?
Kann ich mehrere Verspätungen bündeln?
Wird bei einem Hin- und Rückfahrticket nur der Preis für die einfache Fahrt zur Berechnung der Verspätung herangezogen oder der Preis für Hin-und Rückfahrt?

Freiburgpendler
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Antworten

kabo
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"Gibt es dafür einen Gutschein?"
-> Nein

"Kann ich mehrere Verspätungen bündeln?"
-> Nein. Die Bündelungsmöglichkeit besteht nur, wenn die Verspätungen alle zu einem Ticket gehören, z.B. einer Monatskarte, einer Jahreskarte oder einer BC100. Bei Einzeltickets gibt es keine Bündelung.

"Wird bei einem Hin- und Rückfahrticket nur der Preis für die einfache Fahrt zur Berechnung der Verspätung herangezogen oder der Preis für Hin-und Rückfahrt?"
-> Bei einem Hin- und Rückfahrticket wird nur der Preis für die einfache Fahrt zugrunde gelegt, wenn die Verspätung nur auf der Hinfahrt oder nur auf der Rückfahrt vorlag. Sollte auf der Hinfahrt UND der Rückfahrt >60min Verspätung vorliegen gibt es natürlich 25% vom Gesamtpreis des Tickets.

Hallo Freiburgpendler,

ich möchte zur richtigen Antwort von kabo noch anmerken, dass laut den allgemeinen Fahrgastrechten Entschädigungsbeträge von weniger als 4 Euro nicht ausgezahlt werden und kein Gutschein erstellt wird. /ka

Freiburgpendler
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Dankgefühl die Informationen.
Dann mache ich der Bahn jährlich eine Geschenk von mindestens 40 Stunden.
Ich hoffe, die Bahnfreut sich darüber :-)

kabo
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Profibahnfahrer auf verspätungsanfälligen Strecken achten darauf, Tickets für 16,90-17,90 statt für 14,90 zu kaufen. (Klappt oft dadurch, dass man Sparpreis statt Supersparpreis bucht.)
Denn wenn die 60min-Verspätung quasi sicher ist, bekommt man 25% Erstattung und fährt damit günstiger als mit dem 14,90-Ticket, für dass es bei Verspätung unter 120min keine Erstattung gibt.

OliaufReisen
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Lieber kabo, darauf angesprochen meinte eine DB-Mitarbeiterin im Reisecenter, man könne es mit dieser Sparfuchs-Mentalität auch übertreiben.Das sagte sie zu mir als Bahn.Comfort-Kunde. Wahrscheinlich solle man als BC-Kunde einfach den BC-Rabatt weglassen, um eine mögliche Auszahlung zu erhalten. Im Umschlag heisst es: "Entschädigungspreise unter 4 Euro werden nicht ausgezahlt"
Nun, eine Auszahlung möchte ich ja auch nicht unbedingt, aber ein Gutschein wäre schon fair. Denn es heisst ja nun, dass jeder einen Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von 25%/50% des Fahrpreises hat. Wieso unterscheidet die Bahn hier aber, was der jeweilige Kunde für sein Ticket gezahlt hat. Und mit welchem Recht ist es vereinbar, das Kunden mit einem 14,90-Ticket komplett leer ausgehen, wenn sie 1 Stunde Verspätung haben? Vielleicht sollte das dann auch bei den Konditionen bei der Ticketauswahl mit hingeschrieben werden: Super-Sparpreis: Zugbindung, kein Storno, kein City-Ticket, kein Anspruch auf Entschädigung von 25% bei Verspätung von 1h bis 1h59min. Das wäre fair und lässt auch einen guten Vergleich zu.
Ob die EU das damals so entschieden hat, dass es unter 4 Euro nix gibt, oder die Bahn wegen des Aufwands davon abgelassen hat, muss an dieser Stelle auch noch aufgeklärt werden.

kabo
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"Und mit welchem Recht ist es vereinbar, das Kunden mit einem 14,90-Ticket komplett leer ausgehen, wenn sie 1 Stunde Verspätung haben?"
-> Mit Artikel 17, Absatz 3 der EU-Verordnung Nr. 1371/2007

"Ob die EU das damals so entschieden hat, dass es unter 4 Euro nix gibt, oder die Bahn wegen des Aufwands davon abgelassen hat, muss an dieser Stelle auch noch aufgeklärt werden."
-> Das kann man durch einfaches Lesen der EU-Verordnung Nr. 1371/2007 schnell klären. Zitat: "Die Eisenbahnunternehmen dürfen Mindestbeträge festlegen, unterhalb deren keine Entschädigungszahlungen vorgenommen werden. Dieser Mindestbetrag darf höchstens 4 EUR betragen."