Frage beantwortet

kein Sitzplatz in der 1. Klasse

Ich habe mit meinem Ticket für die erste Klasse keinen Sitzplatz bekommen, da alle Plätze belegt waren. In der 2. Klasse habe ich einen Platz bekommen. Ich habe mir alles vom Zugbegleiter bestätigen lassen. Ich hätte nun gerne die Erstattung zwischen 1. und 2. Klasse, da es hier um einen nicht unerheblichen Betrag geht (Fahrpreis 1 Klasse: 192 Euro).
6 Anrufe beim Kundenservice und 2 schriftliche Anfragen blieben erfolglos. Teilweise wurden die Mitarbeiter frech.
Die Antwort vom Kundenservice lautete immer ähnlich: "Pech gehabt und selber Schuld".
Auf meine Frage, warum werden hier Leistungen verkauft, die gar nicht erfüllt werden können antwortete man: „Weil wir es können“. Danach verabschiedete sich der Mitarbeiter und wünschte mir einen schönen Abend.

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kabo
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Die Qualität der Hotline ist stark schwankend und hängt sehr von der Qualifikation des Mitarbeiters ab, den man gerade erwischt.

Für Geschäftskunden gibt es aber eine separate Telefonnummer. Die sollte man dann auch nutzen.

Die Erstattung der Preisdifferenz zwischen 1.Klasse und 2.Klasse ist in den Beförderungsbedingungen unter 9.2.2 und 9.2.3 geregelt (https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/gesamt_2018... Seite 27).

Man kann also eine Erstattung auch bei Sparpreis/Supersparpreis bekommen, nicht nur bei Flexpreistickets. (Von daher irrte Tino Groß.) Allerdings ist Voraussetzung für die Erstattung, dass "Züge der Produktklassen ICE oder IC/EC, die planmäßig die 1. Wagenklasse führen, nur mit Wagen der 2. Wagenklasse bereitgestellt [werden]". D.h. wenn gar kein 1.Klasse-Wagen da ist, bekommt man die Erstattung. Ist jedoch die planmäßige Anzahl an 1.Klasse-Wagen vorhanden und sind diese "nur" besetzt, besteht kein Erstattungsanspruch, sondern nur die Hoffnung auf Kulanz. Ein 1.Klasse-Ticket enthält keine Sitzplatzgarantie. (https://community.bahn.de/questions/1712610-ersten-klasse...)

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum Sie so erfolglos mit dem Wunsch nach Kulanz waren. Erfahrungsgemäß ist die DB in solchen Fällen eher großzügig.

Ich bin mit den Feinheiten des Geschäftskundenprogramms nicht so vertraut (bin selbst nur Privatkunde), vermute aber, dass Reklamationen zu Firmenbuchungen über die Firma (und die Geschäftskunden-Hotline) laufen müssen und nicht der Reisende selbst Ansprüche (über die Privatkunden-Hotline) stellen kann.

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Weitere Antworten

Mit einem Ticket erwerben Sie die Beförderung von A nach B, einen Anspruch auf einen Sitzplatz haben Sie damit aber nicht. Bei einem Ticket für die 1.Klasse ist die Reservierung sogar bei der Buchung kostenlos.
Sie haben also keinen Anspruch auf irgendeine Erstattung.

Tino Groß
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Hallo chris273,

die Antworten - so sie denn wirklich gegeben wurden - sind natürlich inakzeptabel. Jedoch haben wir in Deutschland ein offenes System bei dem jeder mit einem Flexpreis jeden Zug nutzen kann. Daher kann man nicht so viele Tickets verkaufen wie auch Sitzplätze vorhanden sind. Eine Differenz zwischen 1. und 2. Wagenklasse erhalten Sie daher ausschließlich beim Flexpreis erstattet. Bei einem (Super) Sparpreis gehen Sie leider leer aus.

Gruß, Tino!

kabo
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Wenn Sie schon 6x nach Kulanz gefragt haben, diese nicht bekommen haben, dann gibt es keine weitere Möglichkeit.

Im Übrigen: Dies hier ist eine "Kunden-helfen-anderen-Kunden"-Community. Hier antworten also andere Kunden. Deshalb kann Ihnen hier auch niemand eine Erstattung zusprechen.

Im Allgemeinen ist es mittlerweile tatsächlich so, dass alle Plätze zur Reservierung freigegeben werden. D.h. man kann sich nicht darauf verlassen, dass es keine unreservierten Plätze gibt. (Früher war es mal so, dass ein Teil der Plätze unreservierbar waren und für Spontanreisende zur Verfügung standen.)

Ein durchsetzbaren Anspruch haben Sie nicht. Ein Erstattungsanspruch besteht, wenn die 1.Klasse fehlt und man die 1.Kl gar nicht nutzen konnte. Das war nicht der Fall. Sie hätten die 1.Kl nutzen können (mit einem Stehplatz), haben sich aber für einen Sitzplatz in der 2.Kl entschieden. Dass es in der 1.Kl keine freien Sitzplätze mehr geben würde, war bereits bei Buchung klar. Sie können also nur auf Kulanz setzen. Das haben Sie getan, waren aber dabei erfolglos - warum auch immer. Ich wüsste nicht, was jetzt noch möglich wäre.

kabo
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Nachtrag:
Haben Sie sich an den Kundenservice für Firmenkunden gewandt oder an den "normalen" Kundenservice?

Mit der Antwort von Tino habe ich in der Tat auch gerechnet. Ich dachte auch, dass einer hier im Forum so einen Fall schon einmal hatte.

Es war der normale Kundenservice, wenn man ihn so bezeichnen darf. Es wirkte jedoch eher wie eine Hotline, die von Aushilfen betreut wird. Man wollte mich regelrecht gar nicht verstehen.

kabo
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Die Qualität der Hotline ist stark schwankend und hängt sehr von der Qualifikation des Mitarbeiters ab, den man gerade erwischt.

Für Geschäftskunden gibt es aber eine separate Telefonnummer. Die sollte man dann auch nutzen.

Die Erstattung der Preisdifferenz zwischen 1.Klasse und 2.Klasse ist in den Beförderungsbedingungen unter 9.2.2 und 9.2.3 geregelt (https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/gesamt_2018... Seite 27).

Man kann also eine Erstattung auch bei Sparpreis/Supersparpreis bekommen, nicht nur bei Flexpreistickets. (Von daher irrte Tino Groß.) Allerdings ist Voraussetzung für die Erstattung, dass "Züge der Produktklassen ICE oder IC/EC, die planmäßig die 1. Wagenklasse führen, nur mit Wagen der 2. Wagenklasse bereitgestellt [werden]". D.h. wenn gar kein 1.Klasse-Wagen da ist, bekommt man die Erstattung. Ist jedoch die planmäßige Anzahl an 1.Klasse-Wagen vorhanden und sind diese "nur" besetzt, besteht kein Erstattungsanspruch, sondern nur die Hoffnung auf Kulanz. Ein 1.Klasse-Ticket enthält keine Sitzplatzgarantie. (https://community.bahn.de/questions/1712610-ersten-klasse...)

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum Sie so erfolglos mit dem Wunsch nach Kulanz waren. Erfahrungsgemäß ist die DB in solchen Fällen eher großzügig.

Ich bin mit den Feinheiten des Geschäftskundenprogramms nicht so vertraut (bin selbst nur Privatkunde), vermute aber, dass Reklamationen zu Firmenbuchungen über die Firma (und die Geschäftskunden-Hotline) laufen müssen und nicht der Reisende selbst Ansprüche (über die Privatkunden-Hotline) stellen kann.

Tino Groß
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Schade dass die Antwort von kabo freigegeben wurde. Denn eine Differenz von 2. auf 1. Klasse bei Sparpreisen wird nicht ausbezahlt. Denn wie ist das in der Praxis möglich wenn die Preise tagesaktuell schwanken. Welcher Preis für die 1. Klasse und welche für die 2. Klasse wird dann zur Berechnung herangezogen? Da bin ich jetzt mal auf eine Antwort gespannt.

Ganz einfach, Tino. Die Erstattung findet pauschal statt und ist in den Beförderungsbedingungen festgeschrieben.

9.2.2 Werden Züge der Produktklassen ICE oder IC/EC, die planmäßig die 1. Wagenklasse führen, nur mit Wagen der 2. Wagenklasse bereitgestellt, darf die 2. Wagenklasse in diesen Zügen auch mit Fahrkarten „Sparpreis“ nach Nr. 3.3 bzw. „Super Sparpreis“ nach Nr. 3.4 für die 1. Wagenklasse genutzt werden. Inhaber einer Fahrkarte „Sparpreis“, bzw. einer Fahrkarte „Super Sparpreis“ für die 1. Wagenklasse erhalten gegen Nachweis (z. B. Bescheinigung des Zugpersonals) einmalig einen Betrag in Höhe von jeweils 20 €, für alle in der Fahrkarte eingetragenen Personen. Die in der Fahrkarte eingetragenen eigenen Kinder/Enkelkinder nach Nr. 3.7.2 sind von dieser Regelung ausgenommen. Nr. 5.3 bleibt hiervon unberührt. Maximal wird jedoch der Wert der Fahrkarte „Sparpreis“ bzw. „Super Sparpreis“ für die 1. Wagenklasse erstattet.

Viele Grüße /ti

kabo
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Flexpreis: Auszahlung Preisifferenz 1.Kl/2.Kl -> BB PV 9.2.3
Sparpreis/Supersparpreis: Auszahlung pauschal 20€ pro zahlendem Reisenden -> BB PV 9.2.3

kabo
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Bei Sparpreis/Supersparpreis muss es natürlich "BB PV 9.2.2" heißen.

Aber DB/ti war sowieso schneller ...

Tino Groß
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Sorry aber ich dachte es geht hier um eine FEHLENDE 1. Klasse. Wir sind aber nach wie vor beim Thema kein Sitzplatz in einer VORHANDENEN 1. Klasse. Der Fahrgast hatte die Möglichkeit zu reservieren und soll jetzt dafür entschädigt werden?

kabo
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Dass kein Entschädigungsanspruch besteht, wenn die 1.Klasse vorhanden ist, sondern nur wenn die 1. Klasse fehlt - das ist klar. Gegenteiliges hat hier auch niemand behauptet.

In den letzten Beispielen wurden die tariflichen Regeln diskutiert, womit wir uns von der Ausgangsfrage entfernt haben.
Die Behauptung, dass es bei Flexpreisen eine Erstattungsmöglichkeit gibt, während es bei (Super)Sparpreisen keine gäbe, haben Sie aufgestellt. Das sollte richtig gestellt werden, nämlich dahingehend, dass es auch (Super)Sparpreisen prinzipiell eine Erstattungsmöglichkeit gibt.
Dass die Voraussetzungen für eine Erstattung gar nicht vorliegen - weder bei Flexpreis noch bei (Super)Sparpreis - das war doch schon vorher klar, oder?

Achso noch eine Ergänzung Tino. Mein ursprünglich reservierter Zug ist ausgefallen. Daher habe ich einen anderen genommen. Ich hätte aber dennoch mit einer Erstattung gerechnet, auch wenn der reservierte nicht ausgefallen wäre. Das Ticket kann ja sogar kurzfristig kostenlos umgetauscht werden.

Es ist wohl wirklich ein kompliziertes Thema.

Punkt 9.2.3 sollte auch mal überarbeitet werden. Für den Kunden kommt es doch auf das Gleiche raus. Egal ob überfüllt, weniger Wagen oder nicht vorhanden.

Dann passt die Antwort vom Kundenservice ja. Es werden Leistungen verkauft, die nicht erfüllt werden können.

Und warum? Weil die DB es kann!

Tino Groß
Tino Groß

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Nein nicht weil Sie es kann sondern weil es vom Gast in der großen Mehrzahl gewünscht wird.

kabo
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" Es werden Leistungen verkauft, die nicht erfüllt werden können."
-> In wie fern?
Die Leistung "Beförderung in einem Zug mit 1. Klasse" wurde verkauft und erfüllt.
Die Leistung "reservierter Sitzplatz" haben Sie nicht gekauft. Die DB wusste, dass Sie diese Leistung nicht erfüllen kann und hat Ihnen deshalb die Leistung "reservierter Sitzplatz" auch nicht angeboten.

Die Alternative wäre ein System wie in Frankreich: Da darf man im TGV ohne Platzreservierung überhaupt nicht mitfahren. Jeder, der eine Reservierung hat, bekommt einen garantierten Sitzplatz, wer keine Reservierung hat, muss auf dem Bahnsteig auf den nächsten Zug warten (in der Hoffnung, dort noch kurzfristig reservieren zu können).

"Mein ursprünglich reservierter Zug ist ausgefallen. Daher habe ich einen anderen genommen. "
-> Wenn Sie auf diese Weise 60 min später am Ziel angekommen sind, stehen Ihnen natürlich wegen der verspäteten Ankunft 25% des Ticketpreises zu, zuzüglich den Reservierungskosten für den ausgefallenen Zug.