Diese Frage wartet auf Beantwortung

Gültigkeit des EC-Flexpreises innerhalb des VVO

Guten Tag,

aus aktuellem Anlass habe ich eine Frage zur Gültigkeit des Flexpreises im VVO.
So wurde ich in den letzten Wochen mehrfach in der S-Bahn zwischen Bad Schandau und Meißen vom Zugbegleiter*in ermahnt, mit Verbundfahrkarten zu reisen, da „IC/EC“-Fahrkarten (hier mit BC 50) angeblich bei Fahrten innerhalb des Verbundraumes keine Gültigkeit besitzen. Ich hatte jeweils einen EC/IC-Flexpreisfahrschein Bad Schandau - Dresden gekauft.

Ein Blick in die aktuellen Tarif-/Beförderungsbedingungen hat hier zu Tage gefördert, dass die Allgemeinen der DB in diesem Fall, da nicht verbundüberschreitend - nicht gültig sind. Es wird an die jeweiligen des Verbundes (hier VVO) verwiesen. In deren Bestimmungen wird allerdings nicht auf von DB Fernverkehr ausgegebene Fahrscheine eingegangen. Diese sind daher also - wie auch von den jeweiligen Zugbegleitern*innen bereits geäußert - tatsächlich in der S-Bahn Dresden nicht gültig.

Wie kann es aber dann sein, dass zum einen auf der DB-Website, als auch auf den Fahrscheinen vermerkt ist, dass alle Züge - auch explizit S-Bahnen - mit einem Flexpreisticket genutzt werden können, dieses jedoch nach Abgleich mit den Beförderungsbedingungen gar nicht möglich ist?

Besonders interessant wird es, wenn man bspw. eine EC-Flexpreis Fahrkarte Dresden - Schöna mit EC-Anteil Dresden - Bad Schandau erwirbt. Mit diesem Fahrschein ist es nämlich aufgrund des zwingend erforderlichen S-Bahn-Anteils folglich überhaupt nicht möglich sein Ziel zu erreichen ohne auf dem S-Bahn-Anteil „Schwarzzufahren“.

Da es solche Konstellationen auch in anderen Verkehrsverbünden gibt, bitte ich daher um Klärung dieses Sachverhaltes.

JT4742
JT4742

JT4742

Ebene
0
0 / 100
Punkte

Antworten

Signal
Signal

Signal

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Da gab es schonmal eine sehr interessante Diskussion in einem Eisenbahnforum (Drehscheibe online): https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?003,8637118. Vielleicht können ja die Moderatoren/der Fachbereich zur Klärung beitragen.

Hallo JT4742,

ich habe mir die Beförderungsbedingungen des VVO gerade mal angeschaut. Unter § 6 Beförderungsentgelte, Fahrausweise steht Folgendes:

(1) Für die Beförderung sind die festgesetzten Beförderungsentgelte zu entrichten; hierfür werden Fahrausweise, die als geldwerte Belege gelten, ausgegeben. Die Fahrausweise werden im Namen und für Rechnung der in Teil D Anlage 1 genannten Verkehrsunternehmen verkauft. Die Fahrausweise gelten in allen öffentlichen Linienverkehrsmitteln der in den Verbundtarif einbezogenen Linien; Ausnahmen bzw. Sonderregelungen enthalten die Tarifbestimmungen.

Unter Teil D Anlage 1 ist die DB Fernverkehr AG nicht aufgeführt. Somit kann man zumindest ableiten, dass reine Fernverkehrsfahrscheine keine Gültigkeit haben. Kaufen Sie einen Fahrschein von Dresden nach Schöna, schließen Sie 2 Beförderungsverträge ab. Einen mit der DB Fernverkehr AG und einen mit DB Regio. Bei dieser Konstellation und Nutzung des Fernverkehrszuges greifen die BB Personenverkehr. 

Die Anwendungen im VVO lassen sich nicht automatisch auf jeden anderen Verbund übertragen. /ti

Signal
Signal

Signal

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Dann sollte man aber die Beschreibung/den Aufdruck der FV-Flexpreise ändern, wenn diese, wenn die gesamte Strecke innerhalb eines Verbundes liegt, nicht "abwärtskompatibel" sind.

Neptun
Neptun

Neptun

Ebene
3
2263 / 5000
Punkte

In den „Beförderungsbedingungen Deutsche Bahn AG“ finde ich:
1.2.1 Die BB Personenverkehr gelten nicht für Fahrkarten der Produktklasse C nach Nr. 1.4 (ii), deren Start- und Zielort ausschließlich innerhalb eines einzelnen Verkehrsverbundes, einer Tarifgemeinschaft oder eines S-Bahn-Tarifbereichs liegen; für diese ist der für solche Verbindungen jeweils geltende Tarif maßgebend.

2.7.2 Soweit keine Zugbindung besteht, berechtigt eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse.

Danach macht die DB alles richtig, denn sie schreibt in 1.2.1 „Fahrkarten“ und nicht „Fahrten“, verkauft dann eine Fahrkarte der Produktklasse B und nach 2.7.2 ist alles paletti in der S-Bahn.

Der VVO reklamiert nun aber die Zuständigkeit für Fahrten im Nahverkehr mit Start und Ziel innerhalb des Verbundgebiets für sich…

Muss mich das als Käufer einer „explizit flexiblen“ DB-Fahrkarte interessieren?

Neptun
Neptun

Neptun

Ebene
3
2263 / 5000
Punkte

DB /ti, danke für die Hinweise.

„Unter Teil D Anlage 1 ist die DB Fernverkehr AG nicht aufgeführt. Somit kann man zumindest ableiten, dass reine Fernverkehrsfahrscheine keine Gültigkeit haben.“

Ergänzen möchte ich: Meint jedenfalls der VVO, aber sicher auch nur für den Fall, dass die Strecke komplett mit dem Nahverkehr gefahren wird.

„Kaufen Sie einen Fahrschein von Dresden nach Schöna, schließen Sie 2 Beförderungsverträge ab. Einen mit der DB Fernverkehr AG und einen mit DB Regio. Bei dieser Konstellation und Nutzung des Fernverkehrszuges greifen die BB Personenverkehr.“

Nichts anderes gilt für eine Fahrkarte „Bad Schandau – Dresden“, wenn bis Dresden Hbf die S-Bahn und von dort bis Dresden-Neustadt ein EC genutzt wird. Der Verbund hat zumindest bei dieser tatsächlichen Nutzung überhaupt nichts zu melden. (Bei der nächsten Nachfrage am besten dem Zugpersonal die entsprechende Reiseverbindung vorzeigen, vorausgesetzt man möchte spätestens am Hbf aus der S-Bahn aussteigen.)