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Erhöhtes Beförderungsentgelt bei ungültiger BahnCard

Am 01.06. wurde bei der Kontrolle im ICE nach Berlin festgestellt, dass meine Bahncard ungültig ist (ein Sparpreisticket hatte ich dabei). Der Kontrolleur nahm meine Daten auf und meinte, dass der Sachverhalt überprüft werden müsse. Im Nachgang habe ich von Ihnen ein Schreiben erhalten, in dem Sie mich zur Zahlung von 182€ auffordern, dass wohl - wie ich zwischenzeitlich festgestellt habe - das erhöhte Beförderungsentgelt für die Strecke ist. Wie ich zwischenzeitlich auch festgestellt habe, war meine Bahncard zum Kontrollzeitpunkt noch nicht bezahlt. Dies habe ich aber unmittelbar nachgeholt.

Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum Sie davon ausgehen, dass meine BahnCard ungültig gewesen ist. Meine mittlerweile bezahlte BahnCard ist ausweislich des Aufdrucks für den Zeitraum vom 03.04.2018 bis zum 02.04.2019 gültig. Auch in Ihren Beförderungsbedingungen steht hierzu bei der Bezahlung der BahnCard nichts (2.5 der Bedingungen für den Erwerb und die Nutzung von BahnCards). Laut 2.6 ist die BahnCard nur ungültig, wenn "(i) sie durch den in ihr ausgewiesenen Inhaber nicht unauslöschlich mit vollständigem Vor- und Zunamen unterschrieben ist oder (ii) sie erheblich beschädigt oder in ihrem Inhalt unkenntlich gemacht oder sie unbefugt abgeändert wurde“. Beides war bei mir aber nicht der Fall.

Ich verstehe ferner nicht, wie sich die 182€ zusammensetzen. Nach 2.3 ist doch in Fällen, in denen keine gültige BahnCard vorgelegt werden kann, zu dem "bereits bezahlten Fahrpreis mit BahnCard-Rabatt für die betreffende Fahrt einen Betrag in Höhe von 25 % (BahnCard 25, My BahnCard 25) bzw. 50 % (BahnCard 50, My BahnCard 50) des Bordpreises ohne BahnCard-Rabatt nachzuzahlen“. Angesichts des Umstands, dass ich ein Sparpreisticket hatte, für das die BahnCard einen Rabatt von 25% gewährt, müsste sich der von mir zu zahlende Betrag doch hieran orientieren. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, haben Sie bei mir aber den doppelten Fahrpreis angesetzt. Damit würden Sie aber von mir den gleichen Betrag fordern, den Sie auch von jemandem fordern würden, der sich ohne ein Ticket gelöst zu haben in der Hoffnung in den Zug gesetzt hat, nicht kontrolliert zu werden und dass, obwohl ich ein Ticket erworben habe und eine BahnCard mit dem entsprechenden Gültigkeitszeitraum besitze.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir erklären könnten, woraus sich der von Ihnen geforderte Betrag ergibt.

KarlR
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Hallo KarlR,

ich versuche gerne Licht ins Dunkel zu bringen.

Sie wurden am 01.06. in einem Zug ohne gültigen Fahrschein angetroffen. Sie schreiben zwar dass Sie einen gültigen Fahrschein (Sparpreis) besitzen aber dieser war mit einem BahnCard Rabatt versehen. In diesem Fall müssen beide „Fahrscheine“ vorgelegt werden. Sowohl der Sparpreis wie auch die gültige BahnCard. Fehlt eines der beiden Sachen so ist der Fahrschein nicht komplett und zunächst als ungültig abzusehen.

Sofern Sie die BahnCard später nachreichen können, wird Ihnen lediglich die Differenz zwischen Flexpreis mit und ohne BahnCard zzgl. dem Bordpreis in Höhe von 12,50 € berechnet. Reichen Sie die BahnCard innerhalb von 14 Tagen nach, wird der Betrag auf 7,- € reduziert.

Können Sie den Differenzbetrag jedoch nicht vor Ort bezahlen, so händigt Ihnen das Zugbegleitpersonal eine Fahrpreisnacherhebung aus. Diese setzt sich wie folgt zusammen: für den ersten Abschnitt vom Einstieg bis zum Kontrollhalt zahlen Sie grundsätzlich den doppelten Fahrpreis mindestens jedoch 60,- €. Vom Kontrollhalt bis zum Zielbahnhof kommt dann noch der reguläre Fahrpreis hinzu.

Sofern auch hier die BahnCard innerhalb von 14 Tagen nachgereicht werden kann, so reduziert sich der geforderte Betrag auf 7,- €.

In ihrem Fall wurde demnach alles korrekt erstellt, da Sie zum Zeitpunkt der Fahrt keine gültige (in Ihrem Fall bezahlte) BahnCard vorweisen konnten.

Für weitere Fragen stehe ich gerne weiterhin zu Verfügung.

Gruß, Tino!

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Hallo KarlR,

ich versuche gerne Licht ins Dunkel zu bringen.

Sie wurden am 01.06. in einem Zug ohne gültigen Fahrschein angetroffen. Sie schreiben zwar dass Sie einen gültigen Fahrschein (Sparpreis) besitzen aber dieser war mit einem BahnCard Rabatt versehen. In diesem Fall müssen beide „Fahrscheine“ vorgelegt werden. Sowohl der Sparpreis wie auch die gültige BahnCard. Fehlt eines der beiden Sachen so ist der Fahrschein nicht komplett und zunächst als ungültig abzusehen.

Sofern Sie die BahnCard später nachreichen können, wird Ihnen lediglich die Differenz zwischen Flexpreis mit und ohne BahnCard zzgl. dem Bordpreis in Höhe von 12,50 € berechnet. Reichen Sie die BahnCard innerhalb von 14 Tagen nach, wird der Betrag auf 7,- € reduziert.

Können Sie den Differenzbetrag jedoch nicht vor Ort bezahlen, so händigt Ihnen das Zugbegleitpersonal eine Fahrpreisnacherhebung aus. Diese setzt sich wie folgt zusammen: für den ersten Abschnitt vom Einstieg bis zum Kontrollhalt zahlen Sie grundsätzlich den doppelten Fahrpreis mindestens jedoch 60,- €. Vom Kontrollhalt bis zum Zielbahnhof kommt dann noch der reguläre Fahrpreis hinzu.

Sofern auch hier die BahnCard innerhalb von 14 Tagen nachgereicht werden kann, so reduziert sich der geforderte Betrag auf 7,- €.

In ihrem Fall wurde demnach alles korrekt erstellt, da Sie zum Zeitpunkt der Fahrt keine gültige (in Ihrem Fall bezahlte) BahnCard vorweisen konnten.

Für weitere Fragen stehe ich gerne weiterhin zu Verfügung.

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kabo
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Sie sollten Punkt 2.5.2 der aktuellen(!) Bahncardbedingungen durchlesen:
https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/gesamt_2018... (Seite 51)
Da ist erklärt, dass unbezahlte Bahncards gesperrt werden können und dadurch Ihre Funktion (= Rabatt) verlieren. Und in Punkt 2.6 ist erklärt, dass eine gesperrte Bahncard ungültig ist.
Dass die Bahncard ungültig war, daran besteht also kein Zweifel.

Die Frage ist nur, ob ein erhöhtes Beförderungsentgelt verlangt werden kan oder "nur" die Nachzahlung von 25% des Flexpreises (plus Bordzuschlag).
Die Diskussion hatten wir hier schon mehrmals.
Grundsätzlich besteht eine Nachzahlungsmöglichkeit. Diese setzt aber voraus, dass man die Nachzahlung entweder vor der Fahrt leistet oder zumindest unaufgefordert beim Schaffner.
Davon kann hier ja keine Rede sein. (Siehe z.B. hier: https://community.bahn.de/questions/1735097-erhohtes-befo...)

Hallo kabo,

ich müsste mich erkundigen aber ich glaube der Fernverkehr hat angeordnet bei gesperrten BahnCards keine Nachzahlung zu akzeptieren sondern eine Fahrpreisnacherhebung zu erstellen.

kabo
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kabo

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Es wird sicher darauf ankommen, ob der Kunde von sich aus (= vor der Kontrolle) mitteilt, keine gültige Bahncard zu haben.
Ein Kunde, der eine gesperrte Bahncard hat, wird sicher nicht schlechter gestellt als ein Kunde, der gar kein Bahncard hat.
Das Problem ist hier aber, dass der Kunde seine gesperrte Bahncard vorgezeigt hat - und es damit so aussah, als wolle er sich durchmogeln (vielleicht fällt die Sperrung der Bahncard ja nicht auf). Und da ist es für eine Nachzahlung zu spät und das erhöhte Beförderungsentgelt fällig.

KarlR
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KarlR

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Ah ok. Alles klar. Vielen Dank für die vielen und umfassenden Antworten. Dann werde ich wohl um eine Zahlung nicht herumkommen. Gibt es denn dann irgendeine Möglichkeit an das Geld zu kommen, dass man für das "ungültige" Ticket bezahlt hat?

Hallo KarlR,

Sie haben doch nur vergessen die BahnCard zu bezahlen. Ist diese denn jetzt gültig und liegt der 1. Geltungstag vor dem 01.06.? Dann sollte eigentlich eine nachträgliche Vorlage möglich sein und der erhöhte Fahrpreis sollte sich auf 7,- € reduzieren lassen.

kabo
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kabo

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Es lag aber doch zum Reisezeitpunkt eine ungültige BC vor. Wenn man die nachträglich bezahlt, wird die Sperrung ab dem Zahlungszeitpunkt aufgehoben. Aber dass sie dann auch rückwirkend für Zeiten vor der Zahlung gültig wird, dass vermag ich den Bahncardbedingungen nicht zu entnehmen.
Von daher dürfte das nachträgliche Vorzeigen der Bahncard nicht möglich sein.

Abgesehen davon ist die "Nachzeigefrist" vorbei. Die Reise ist ja schon ein Vierteljahr her.

KarlR
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Ich glaube leider auch nicht, dass man die BahnCard noch nachzeigen könnte (selbst wenn die Frist noch nicht abgelaufen wäre).

Das mit dem Lehrgeld stimmt natürlich, wobei ich es halt einfach einfach ärgerlich finde, dass ich im Ergebnis genauso behandelt werde, wie jemand, der sich ohne Ticket in den Zug gesetzt hat und darauf spekuliert hat, nicht kontrolliert zu werden, zumal der Bahn durch mein Verhalten finanziell gar kein "Schaden" entstanden ist, da ich durch das Bahncardabo ja ohnehin zur Zahlung der BahnCard verpflichtet war und auch ein gültiges Ticket hatte.

Trotzdem Ihnen vielen Dank für die äußerst hilfreichen Antworten!