Frage beantwortet

Benötigen wir für eine Gruppe von 9Personen 10gültige Tickets benötigen? Oder warum müssten wir gerade Nachzahlen?

Gruppenticket für 9 Personen heute zum Preis von 10!

Wir sitzen mit einer Gruppe von 9 Personen in der Bahn von Amsterdam nach Frankfurt:

Da wir den Personenkreis um eine Person kurzfristig erweiterten, hatten wir 2 separate Tickets, einmal mit 8 Personen und ein Einzelticket für eine Person. Beide Tickets wurden von unserem Reiseleiter gebucht und dieser ist auch namentlich erwähnt. Hinfahrt nach Amsterdam ohne Probleme verlaufen.

Nun mussten wir allerdings auf der Rückfahrt ein Ticket nachzahlen, warum?

Weil unser Reiseleiter auf beiden Tickets mit seinem Namen steht, muss per Ausschlussverfahren einer der weiteren Mitreisenden kein Ticket haben.

Daher hat er zwei Tickets, einer der Gruppe keins...

Bedeutet dies, dass wir für eine Gruppe von 9 Personen nun 10 gültige Tickets benötigen?

Ergebnis einer langwierigen Diskussion war nun dass unser Reiseleiter ein weiteres Ticket kaufen musste und nun über 3 gültige Tickets verfügt. Wie hat sich unsere Situation nun geändert, außer dass wir 112€ mehr bezahlen mussten und 45 Minuten Diskussion unsere Reise bereichert haben?

Kann eine solche Situation und eine völlig starre und nicht kommunikative Herangehensweise des Mitarbeiters wirklich der Anspruch des Kundenservice der Deutschen Bahn sein?

Und an wen sollen wir uns nun mit unserem Anliegen wenden?

Mit freundlichen Grüßen
Lais Weber

Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt
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Leider muss man bei der online-Buchung von Tickets darauf achten für wen die Tickets ausgestellt werden. Denn anders als Tickets von Automaten oder Schalter (fälschungssicheres Spezialpapier), sind diese beliebig kopierbar. Damit also niemand 1 Online-Ticket kauft, x mal kopiert und x Freude damit fahren lässt, werden diese Tickets personalisiert. D.h. Der Inhaber des Tickets steht namentlich drauf, nur dieser darf mit dem Ticket fahren, was ggfs. mit Ausweis, BahnCard usw. kontrolliert wird. D.h. der „Kopierschutz“ ist bei online-Tickets der Reisende selbst. Nur so kann verhindert werden, dass Kopien von Tickets missbraucht werden.

Ihr Reiseleiter hätte daher nicht alle Tickets auf sich selbst buchen dürfen, denn so gelten beide Tickets ausschließlich für ihn als Inhaber. Beim Gruppenticket darf er noch 7 weitere Personen mitnehmen, da er als namentlich genannten Inhaber auf alle Fälle einen der 8 Plätze einnimmt. Das Einzelticket gehört natürlich einzig und allein ihm, da er ja dort auch namentlich genannt ist.

Richtig wäre gewesen, bei der Buchung des zusätzlichen Einzeltickets, dies auf den Namen des später hinzugekommenen Reisenden zu buchen. Dieser hätte dann sein eigenes Ticket gehabt. Alle anderen wären durch das Gruppenticket abgedeckt gewesen.

Bei der Buchung kann man angeben, ob man für einen anderen buchen will und so auch Tickets kaufen, die nicht auf einen selbst personalisiert sind. Leider beschriftet die Bahn diese Option nicht unbedingt so eindeutig, wie man sich das wünscht. Die Option „für eine andere Person buchen“ steht unter der Überschrift „Sie reisen selbst nicht mit?“, was im Falle von Gruppen, bei denen einer die Tickets für alle organisiert, regelmäßig nicht stimmt. Daher führt das auch regelmäßig zu Verwirrung und Fehlbuchungen. Kritik daran gibt es hier im Forum regelmäßig, geändert hat sich nichts. Es würde ja schon helfen, die Überschrift „Sie fahren selbst nicht mit?“ zu streichen...

Fazit: rein formal ist die Nacherhebung tatsächlich korrekt, da der Reiseleiter leider das Einzelticket fälschlicherweise auf sich selbst gebucht hatte. „Moralisch“ ist die DB allerdings durchaus auch nicht ganz aus der Verantwortung, zum einen, weil in der Situation jedem Kontrolleur klar sein sollte, dass die Gruppe sich nur versehentlich ein Ticket mit falschem Namen gekauft hatte, aber tatsächlich durchaus genau den korrekten Fahrpreis bezahlt hat, sich also explizit keine Fahrt „erschleichen“ wollte. Zum anderen sind die Angaben bei der Online-Buchung eben nicht eindeutig und korrekt, bzw. passend.
D.h. hier hätte und sollte für DB durchaus Kulanz zeigen können.

Auch wenn ich jetzt nicht unbedingt Hoffnung machen kann, könnte man ggfs dennoch mal an den Kundenservice schreiben und den Fall höflich schildern. Eventuell gibt es ja doch noch Kulanz.

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"Beide Tickets wurden von unserem Reiseleiter gebucht und dieser ist auch namentlich erwähnt."

Den Fehler hat Ihr Reiseleiter gemacht. Er hätte das zusätzliche Ticket auf den Namen der neu hinzugekommenen Person buchen müssen.
Wenn das auf der Hinfahrt nicht beanstandet wurde, hatten Sie einfach Glück.

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Leider muss man bei der online-Buchung von Tickets darauf achten für wen die Tickets ausgestellt werden. Denn anders als Tickets von Automaten oder Schalter (fälschungssicheres Spezialpapier), sind diese beliebig kopierbar. Damit also niemand 1 Online-Ticket kauft, x mal kopiert und x Freude damit fahren lässt, werden diese Tickets personalisiert. D.h. Der Inhaber des Tickets steht namentlich drauf, nur dieser darf mit dem Ticket fahren, was ggfs. mit Ausweis, BahnCard usw. kontrolliert wird. D.h. der „Kopierschutz“ ist bei online-Tickets der Reisende selbst. Nur so kann verhindert werden, dass Kopien von Tickets missbraucht werden.

Ihr Reiseleiter hätte daher nicht alle Tickets auf sich selbst buchen dürfen, denn so gelten beide Tickets ausschließlich für ihn als Inhaber. Beim Gruppenticket darf er noch 7 weitere Personen mitnehmen, da er als namentlich genannten Inhaber auf alle Fälle einen der 8 Plätze einnimmt. Das Einzelticket gehört natürlich einzig und allein ihm, da er ja dort auch namentlich genannt ist.

Richtig wäre gewesen, bei der Buchung des zusätzlichen Einzeltickets, dies auf den Namen des später hinzugekommenen Reisenden zu buchen. Dieser hätte dann sein eigenes Ticket gehabt. Alle anderen wären durch das Gruppenticket abgedeckt gewesen.

Bei der Buchung kann man angeben, ob man für einen anderen buchen will und so auch Tickets kaufen, die nicht auf einen selbst personalisiert sind. Leider beschriftet die Bahn diese Option nicht unbedingt so eindeutig, wie man sich das wünscht. Die Option „für eine andere Person buchen“ steht unter der Überschrift „Sie reisen selbst nicht mit?“, was im Falle von Gruppen, bei denen einer die Tickets für alle organisiert, regelmäßig nicht stimmt. Daher führt das auch regelmäßig zu Verwirrung und Fehlbuchungen. Kritik daran gibt es hier im Forum regelmäßig, geändert hat sich nichts. Es würde ja schon helfen, die Überschrift „Sie fahren selbst nicht mit?“ zu streichen...

Fazit: rein formal ist die Nacherhebung tatsächlich korrekt, da der Reiseleiter leider das Einzelticket fälschlicherweise auf sich selbst gebucht hatte. „Moralisch“ ist die DB allerdings durchaus auch nicht ganz aus der Verantwortung, zum einen, weil in der Situation jedem Kontrolleur klar sein sollte, dass die Gruppe sich nur versehentlich ein Ticket mit falschem Namen gekauft hatte, aber tatsächlich durchaus genau den korrekten Fahrpreis bezahlt hat, sich also explizit keine Fahrt „erschleichen“ wollte. Zum anderen sind die Angaben bei der Online-Buchung eben nicht eindeutig und korrekt, bzw. passend.
D.h. hier hätte und sollte für DB durchaus Kulanz zeigen können.

Auch wenn ich jetzt nicht unbedingt Hoffnung machen kann, könnte man ggfs dennoch mal an den Kundenservice schreiben und den Fall höflich schildern. Eventuell gibt es ja doch noch Kulanz.

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"Die Option „für eine andere Person buchen“ steht unter der Überschrift „Sie reisen selbst nicht mit?“, was im Falle von Gruppen, bei denen einer die Tickets für alle organisiert, regelmäßig nicht stimmt. Daher führt das auch regelmäßig zu Verwirrung und Fehlbuchungen. Kritik daran gibt es hier im Forum regelmäßig, geändert hat sich nichts. Es würde ja schon helfen, die Überschrift „Sie fahren selbst nicht mit?“ zu streichen..."

Damit benennt Elementarteilchen zutreffend eine der Fehlerquellen, die sich seitens der DB ohne Aufwand beheben ließe. Die Beratungsresistenz in diesem Punkt ist nicht nachvollziehbar.
Tatsächlich kann ein Kunde, der (z.B.) bereits ein Ticket für sich selbst gekauft hat und nun noch für einen Mitreisenden im gleichen Zug bucht - z.B. ein 'Nicht-Familienkind', das ja nicht auf dem Erwachsenenticket mitgebucht werden kann - eigentlich überhaupt nicht nicht gegen eine DB-Handlungsanweisung verstoßen. Entweder er richtet sich nach "Sie fahren selbst nicht mit" - oder danach, dass ein Einzel-Ticket für Dritte auf den Namen des Dritten ausgestellt sein muss.