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Taxi bei planmäßiger Ankunft zwischen 0-5 Uhr

Mein Zug sollte planmäßig um 0:09 Uhr ankommen. Da ich meinen Anschluss verpasst habe, würde ich jetzt um 1:09 Uhr ankommen. Da ich beim letzten Umstieg einen Aufenthalt von 45 Minuten habe, würde ich lieber direkt ein Taxi nehmen. Am Servicepoint sagte man mir, ich hätte keinen Anspruch, da die Bahn mir als Alternative einen Zug anbietet. Ich verstehe die Fahrgastrechte anders. Darf ich ein Taxi auf Kosten der Bahn nehmen? Wie sieht es mit der Erstattung aus, da der Servicepoint noch geöffnet hat?

Philipp4212
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Generell hätten Sie einen Anspruch darauf (Bedingung planmäßige Ankunftszeit zwischen 0 und 5 Uhr und zu erwartende Verspätung von mindestens 60 Minuten am Zielbahnhof ist erfüllt). Allerdings gilt dies nur, wenn das Eisenbahnunternehmen kein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung stellt und der Kunde mit dem Eisenbahnunternehmen aus von diesem zu vertretenden Gründen nicht in Kontakt treten kann (Kontaktaufnahme vor Ort mit der Fahrkartenverkaufs- oder Informationsstelle des Eisenbahnunternehmens oder Personal des genutzten Zuges).

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Generell hätten Sie einen Anspruch darauf (Bedingung planmäßige Ankunftszeit zwischen 0 und 5 Uhr und zu erwartende Verspätung von mindestens 60 Minuten am Zielbahnhof ist erfüllt). Allerdings gilt dies nur, wenn das Eisenbahnunternehmen kein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung stellt und der Kunde mit dem Eisenbahnunternehmen aus von diesem zu vertretenden Gründen nicht in Kontakt treten kann (Kontaktaufnahme vor Ort mit der Fahrkartenverkaufs- oder Informationsstelle des Eisenbahnunternehmens oder Personal des genutzten Zuges).

Philipp4212
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Danke für Ihre Antwort. Ist denn der nachfolgende Zug ein “anderes Verkehrsmittel“? Ich glaube nicht, denn dann könnte man die Regelung auch ersatzlos streichen, denn alle anderen Fälle sind letzte Verbindungen des Tages...

Es muss der letzte Zug am Tage sein. Also der nächste Zug fährt erst früh morgens. Wenn die Verbindung auch nachts stündlich bedient wird, greift die Regelung mit dem Taxi leider nicht.

Hallo Philipp4212,

die Antwort von Signal ist vollkommen korrekt.

Sie als Kunde konnten mit uns als Eisenbahnunternehmen durch die Informationsstelle Kontakt aufnehmen. Zudem ist der Anschlusszug nicht die letzte fahrplanmäßige Verbindung des Tages.

Somit haben auch die Kollegen von der DB Info recht. Dennoch können Sie ein Taxi nehmen und die Erstattung vom Servicecenter Fahrgastrechte prüfen lassen. Jedoch können wir keine Garantie auf Erstattung geben und der Schritt wäre dann auf eigenes Risiko. /ju

kabo
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Diese 0-5-Taxi-Regelung ist dafür gedacht, dass Reisende, die Nachts in der Pampa stranden (und weder ein Servicepoint noch andere Hilfe durch die DB greifbar ist) nach Hause bzw. ans Ziel kommen.
Hier war aber Hilfe greifbar - nämlich am Servicepoint - und der Servicepoint hat auch eine Weiterreise organisiert. Dass die Organisation der Weiterreise "nur" darin bestand, auf den nächsten Zug hinzuweisen, ist in diesem Fall egal.
Von daher besteht in diesem Fall tatsächlich kein Taxi-Anspruch. Das Kriterium "kein DB-Mitarbeiter greifbar" ist schon nicht erfüllt - auf das Kriterium "anderes Verkehrsmittel" kommt es schon nicht mehr an.

Philipp4212
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Eine für mich nicht nachzuvollziehende Auslegung. So könnte die DB sagen: Hier ist die nächste Verbindung mit Abfahrt in 60, 120 Minuten oder am nächsten Morgen. Dann hätte man nur noch bei Einstellung der Strecke einen Anspruch auf ein Taxi...

kabo
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" Dann hätte man nur noch bei Einstellung der Strecke einen Anspruch auf ein Taxi..."
-> So sieht es die EU-Fahrgastrechtverordnung tatsächlich vor. Primär ist die Weiterbeförderung mit bahn-eigenen Mitteln. Die Bahn kann tatsächlich immer auf den nächsten Zug verweisen, müsste aber die Übernachtung bezahlen, wenn der nächste Zug erst am nächsten Tag fährt.
Eine Taxibeförderung kommt erst ins Spiel, wenn die Bahn nicht mehr auf den nächsten Zug verweisen kann: Entweder wenn die Strecke dauerhaft eingestellt wird (eher theoretische Möglichkeit) oder wenn die Bahn (bzw. ein Bahnmitarbeiter) gar nicht erreichbar ist, um dem Kunden den nächsten Zug mitteilen zu können. Letzteres ist eben der "Kunde strandet hilflos in der Pampa"-Fall.

Die Fälle, wo ein Kunde tatsächlich einen Anspruch auf ein Taxi hat, sind viel seltener als man gemeinhin denkt. Allerdings ist es auch kein Geheimnis, dass die DB bzw. das Servicecenter Fahrgastrechte ziemlich oft ein Taxi bezahlt, obwohl bei genauem Hinsehen gar kein Anspruch besteht.

In die Richtung geht ja auch der Satz von DB/ju "Dennoch können Sie ein Taxi nehmen und die Erstattung vom Servicecenter Fahrgastrechte prüfen lassen. Jedoch können wir keine Garantie auf Erstattung geben und der Schritt wäre dann auf eigenes Risiko."

kabo
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Nachtrag:
Die Tatsache, dass die Bahn zwar auf den nächsten Zug verweisen darf, aber die Übernachtungskosten (Hotel) tragen muss, falls der nächste Zug erst am nächsten Tag fährt, führt natürlich dazu, dass die DB gerne ein Taxi bezahlt, wenn die Taxikosten geringer sind als die Hotelkosten, die anfallen würden, wenn man den Kunden bis zum nächsten Tag warten lassen würde.
Im Umkehrschluss zahlt die DB natürlich keine Taxikosten, wenn die Wartezeit auf den nächsten Zug so kurz ist, dass keine Hotelkosten anfallen würden.

Philipp4212
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Ich hab mich jetzt mal selbst direkt in den Regelungen gelesen. In der EU Verordnung VO 1371/2007 EG ist eine Ersatzbeförderung zwischen 0-5 Uhr nicht erwähnt. Dort ist nur von einem alternativen Beförderungsdienst die Rede, der so rasch wie möglich organisiert werden muss, wenn die Bahn nicht mehr fährt (Artikel 18 Absatz 3).
In der Eisenbahn-Verkehrsordnung (EVO) ist die Ersatzbeförderung zwischen 0-5 Uhr in § 17 für den Schienenpersonennahverkehr definiert. Da ich mit einem Fernverkehrsticket unterwegs war, galt die Regelung für mich wohl nicht.
Die Einschränkung auf den Schienenpersonennahverkehr wird auf der DB Seite leider nicht getroffen, vielleicht könnte man das mal ergänzen...
Danke für Ihre Antworten! Ich habe letztendlich kein Taxi genommen, das war wohl die richtige Entscheidung.