Diese Frage wartet auf Beantwortung

Warnung: Bei Ausstieg Bewegung des Zuges

Ich möchte alle Fahrgäste der Regionalzüge dringend warnen:
Eben erlebt: ich will aussteigen, der Zug steht, die Türen sind auf. Ganz plötzlich bewegt sich der Zug mit offenen Türen etwa einen Meter vorwärts. Wenn man dann ungläubig erstarrt, weil man dies einfach nicht glauben kann, kommt der Schaffner und meckert dich noch an, weil du endlich aussteigen sollst. Der Zug sei ja schon zu spät. (ist offensichtlich deine Schuld... Lul) wenn man dann das gesehene anspricht sagt er dir, dass du verrückt bist und wiederholt, dass du endlich aussteigen sollst.
Auf Nachfrage bei anderen Gästen am Bahnsteig bestätigen diese dir Bewegung des Zuges. Zwischen einem und 2,5 Meter alles dabei.
Zug bleibt auch weiterhin im Einsatz...
Was macht die Bahn, wenn ein rollstuhlfahrer in so einem Fall verletzt wird? Oder jemand steigt aus, verliert durch die plötzliche Bewegung das Gleichgewicht, das Bein gerät zwischen Zug und Bahnsteig... Hallo???
Fehler des Fahrers? Defekter Zug? Absicht? Auf jeden Fall mal wieder freches und unangebrachtes Verhalten der Mitarbeiter. Ich bin nicht verrückt! Und ca. 15 Zeugen am Bahnsteig auch nicht.

Antworten

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Das ist aber kein technischer Fehler des Zuges, sondern normale Fahrphysik - wie beim Auto.
Sie fahren und wollen an einer Kreuzung mit Ampel anhalten. Was machen Sie? Sie gehen vom Gas und treten dann aufs Bremspedal, bis das Auto stehen bleibt. Wenn das Auto steht, lassen Sie das Bremspedal wieder los, denn Sie wollen ja sofort weiterfahren, wenn die Ampel grün wird. Jetzt stellen Sie sich vor, die Kreuzung mit Ampel liegt in einer leichten Steigung. Was passiert? In dem Moment, wo Sie das Bremspedal loslassen fängt das Auto langsam an zu rollen, ohne dass Sie Gas geben, nämlich ganz einfach bergab - und zwar so lange, bis Sie wieder das Bremspedal betätigen oder die Handbremse nutzen.
Das ist bei einem Zug nicht wesentlich anders.

Sind Sie ein Troll? Können Sie lesen? Der Zug stand bereits, die Türen wurden freigegeben und geöffnet, da ich nicht der erste an der Tür war, sondern einer der letzten, stand der Zug daher mindestens für 10 Sekunden. Die Strecke an dieser Stelle ist so eben, dass da noch nicht mal ein Ball Rollen würde.
Und wenn sie an der Ampel am Berg nach dem Stillstand von der Bremse gehen und ihr Auto Rollen lassen, dann ist dies zwar Physik, aber auch von der Polizei verfolgbar. Insbesondere dann, wenn sie dem Hintermann reinrollen.

Wenn der Fahrer die Türen freigibt, sollte er vorher sichergestellt haben, dass der Zug nicht einfach mal so losrollen kann.

Bahnfrosch
Bahnfrosch

Bahnfrosch

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Mal abgesehen, wer nun recht hat: Dieses hier in eine Community, wo Bahnkunden Fragen von anderen Bahnkunden beantworten. Sollte es so gewesen sein (solche Meldungen gab es schon öfters, auch mit Personenschäden), müssten sie sich schon an den Betreiber des Regionalzuges direkt wenden.
Wir Bahnkunden können nix dafür, wenn ein Zug weiterrollt und die DB moderiert hier nur.

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

"Sind Sie ein Troll? Können Sie lesen?"
-> 1. Nein. 2. Ja.

"Der Zug stand bereits, die Türen wurden freigegeben und geöffnet, da ich nicht der erste an der Tür war, sondern einer der letzten, stand der Zug daher mindestens für 10 Sekunden."
-> Gegenteiliges habe ich auch nicht behauptet. Der Fahrer löst die Bremse nach Stillstand und Türfreigabe, weil der Zug schon steht und der Fahrer zügig weiter fahren möchte, sobald der Fahrgastwechsel beendet ist. Wenn das Lösen der Bremse parallel zum Fahrgastwechsel verläuft, ist der Zug schneller wieder abfahrbereit. Besser ist es natürlich, wenn die Bremsen erst gelöst werden, nachdem der Fahrgastwechsel beendet ist.

"Die Strecke an dieser Stelle ist so eben, dass da noch nicht mal ein Ball Rollen würde."
-> Das haben Sie jetzt genau wie nachgemessen? Züge können schon bei einem Gefälle von alleine rollen, das mit bloßem Auge nicht erkennbar ist. Die Reibung Stahl auf Stahl (Bahnrad auf Gleis) ist viel geringer als Gummi auf Teer.

"Wenn der Fahrer die Türen freigibt, sollte er vorher sichergestellt haben, dass der Zug nicht einfach mal so losrollen kann."
-> Da haben Sie uneingeschränkt recht.

Aber Sie hatten oben gefragt "Defekter Zug? Absicht?"
Und da ist die Antwort 2x Nein.

Ich gebe auch keinem Bahnkunden die Schuld. Ich möchte aber alle Bahnkunden vor solchen Dingen warnen.

Es war die Endstation, der Zug muss trotz der Verspätung noch 5 Minuten dort stehen, um die Fahrt in die alte Richtung wieder fortzusetzen. Es ergibt also keinen Sinn, die Bremse zu lösen, um schneller abfahrbereit zu sein, wenn der Fahrer erstmal auf die andere Seite des Zuges laufen muss.

kirroyal
kirroyal

kirroyal

Ebene
3
2627 / 5000
Punkte

@kabo:
"Der Fahrer löst die Bremse nach Stillstand und Türfreigabe, weil der Zug schon steht und der Fahrer zügig weiter fahren möchte, sobald der Fahrgastwechsel beendet ist."

Hier möchte ich ergänzen, dass sich diese Aussage nur auf die "Haupt"-Bremsen des Zuges bezieht. Einen Zug komplett ungebremst am Bahnsteig stehenzulassen wäre grob fahrlässig, weil schon eine minimale Neigung ausreicht, um einen tonnenschweren Zug langsam aber sicher in Bewegung zu setzen.

Richtig ist, dass die besagten Bremsen nach Stillstand gelöst werden (eben um schneller wieder anfahren zu können), aber gleichzeitig der Zug mit einer Zusatz-/Haltebremse fixiert wird. Diese wirkt nur auf ein Drehgestell bzw. die Lok, reicht aber, um den Zug an Ort und Stelle zu halten.

Bei einem Wagenzug kann es daher sein, dass sich durch die in den Puffern gespeicherte Energie der Zug trotzdem noch minimal bewegt, bei einem einzelnen Triebwagen sollte dies aber nicht vorkommen.