Frage beantwortet

Erhöhtes Beförderungsentgelt bei Fahrt ohne gültige BahnCard in der NWB?

Ich hatte bei der DB eine Fahrt mit BahnCard von Dortmund nach Wilhelmshaven gebucht und leider nicht gesehen, dass diese schon abgelaufen war. Auf der Fahrt von Oldenburg nach Varel wurde ich in der NWB kontrolliert. Ich dachte erst, ich hätte meine weiterlaufende BahnCard per Post an die alte Adresse geschickt bekommen, deshalb sagte ich dem Schaffner, ich könne die BahnCard vielleicht nachreichen, dann wären es ja nur 7€ gewesen. Nachher fiel mir ein, dass ich die BahnCard letztes Mal am Schalter gekauft hatte, weshalb sie sich nicht automatisch verlängerte. Nun bekam ich Post von der NWB, dass sie ein erhöhtes Beförderungsentgelt verlangen.
Ich schrieb: Meine Fahrkarte habe ich bei der Deutschen Bahn gekauft, nicht bei der NordWestBahn, womit auch die Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn für mich in Ihrem Zug gegolten haben. Nach den Beförderungsbedingungen für den Personenverkehr der DB war die Fahrkarte nicht ungültig. Ich muss nur die Differenz zwischen dem Flexpreis mit und ohne BahnCard 25 bezahlen. Ein Flexpreisticket von Dortmund Hbf bis Wilhelmshaven Hbf kostet ohne BahnCard 60€, mit BahnCard 25 50,25€. Diese 9,75€ erstatte ich Ihnen, gar keine Frage. Ich war im Besitz eines Fahrscheins, nur die Rabattierung konnte ich nicht nachweisen, also muss ich lediglich für diese Differenz aufkommen, nicht für einen komplett fehlenden gültigen Fahrschein.
Habe ich Recht oder Unrecht mit dem, was ich geschrieben habe?
Die NWB beharrt weiter auf den 68,90€.

marenkw
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kabo
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@DB /ju und @Joe

Da muss ich vehement widersprechen.
Die NWB-Beförderungsbedingungen besagen:

"Die nachfolgenden Allgemeinen Beförderungsbedingungen (ABN) gelten für die Beförderung von Reisenden und Reisegepäck durch die NordWestBahn GmbH (NWB) auf allen von ihr im Schienenverkehr und im von ihr bestellten Busnot- bzw. Schienenersatzverkehr befahrenen Strecken soweit keine der unter Punkt 2 c und d genannten Bestimmungen vorrangig zur Anwendung kommen"

Und unter Punkt 2d finden sich - welch Wunder - die „Beförderungsbedingungen für Personen durch die Unternehmen der Deutschen Bahn AG (BB Personenverkehr)“.
(https://www.nordwestbahn.de/uploads/nwb/media_document/72...)

D.h. die NWB befördert Kunden mit einem DB-Ticket nach den BB Personenverkehr zu den Konditionen der BB Personenverkehr. Alles andere wäre ja auch Quatsch.
Die Fragestellerin hat mit "Meine Fahrkarte habe ich bei der Deutschen Bahn gekauft, nicht bei der NordWestBahn, womit auch die Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn für mich in Ihrem Zug gegolten haben" also völlig recht - das sieht die NWB in den eigenen Beförderungsbedingungen ja auch so. Nur dumm, dass die Zugbegleiterin der NWB die eigenen Beförderungsbedingungen nicht kannte.

"Nach den Beförderungsbedingungen für den Personenverkehr der DB war die Fahrkarte nicht ungültig. Ich muss nur die Differenz zwischen dem Flexpreis mit und ohne BahnCard 25 bezahlen."
-> So ist es. Das Problem ist, dass die NWB da beratungsresistent sein wird. Sie müssen das aber trotzdem mit der NWB ausdiskutieren, die DB kann und wird Ihnen da nicht helfen.

"Diese 9,75€ erstatte ich Ihnen, gar keine Frage."
-> Dass Sie sich da verrechnet haben, hat Joe ja schon erklärt.

Ähnlicher Fall übrigens hier:
https://community.bahn.de/questions/1323426-bahncard-abge...

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Die BahnCard ist ein Abo-Produkt. Sie verlängert sich unabhängig davon, wo Sie sie gekauft haben.

Hatten Sie ein Sparpreis- oder ein Flexpreisticket?

Hallo marenkw,

in den Beförderungsbedingungen bei "A.1 Grundsätze" unter "1.3 Abschluss von Beförderungsverträgen" steht geschrieben:

1.3.3 Nimmt der Reisende aufeinanderfolgend Beförderungsleistungen verschiedener EVU in Anspruch, so kommt mit jedem EVU ein eigenständiger Beförderungsvertrag zustande.

Somit greifen in der NordWestBahn nicht die Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG, sondern die Beförderungsbedingungen der NordWestBahn GmbH. /ju

Hallo marenkw,

zugegeben finde ich auch 60 EUR ganz schön heftig, aber in den sauren Apfel werden Sie wohl beißen müssen.

Erstens ist es schon sehr mutig, der NWB erklären zu wollen, daß in deren Zügen für Sie deren Beförderungsbedingungen nicht gelten. Natürlich gelten die da. Nach den BB der NWB ist es ein üngültiges Ticket, wenn eine Rabattkarte nicht vorgezeigt werden kann.

Desweiteren ist auch Ihre Rechnung falsch. Ein Flexpreisticket für 60 EUR kostet mit BC Rabatt 45 EUR. Selbst bei der DB wären 15 EUR plus Bordzuschlag zu zahlen.

Sie haben unrecht mit dem, was Sie geschrieben haben. Leider.

Beste Grüße
Joe

kabo
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@DB /ju und @Joe

Da muss ich vehement widersprechen.
Die NWB-Beförderungsbedingungen besagen:

"Die nachfolgenden Allgemeinen Beförderungsbedingungen (ABN) gelten für die Beförderung von Reisenden und Reisegepäck durch die NordWestBahn GmbH (NWB) auf allen von ihr im Schienenverkehr und im von ihr bestellten Busnot- bzw. Schienenersatzverkehr befahrenen Strecken soweit keine der unter Punkt 2 c und d genannten Bestimmungen vorrangig zur Anwendung kommen"

Und unter Punkt 2d finden sich - welch Wunder - die „Beförderungsbedingungen für Personen durch die Unternehmen der Deutschen Bahn AG (BB Personenverkehr)“.
(https://www.nordwestbahn.de/uploads/nwb/media_document/72...)

D.h. die NWB befördert Kunden mit einem DB-Ticket nach den BB Personenverkehr zu den Konditionen der BB Personenverkehr. Alles andere wäre ja auch Quatsch.
Die Fragestellerin hat mit "Meine Fahrkarte habe ich bei der Deutschen Bahn gekauft, nicht bei der NordWestBahn, womit auch die Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn für mich in Ihrem Zug gegolten haben" also völlig recht - das sieht die NWB in den eigenen Beförderungsbedingungen ja auch so. Nur dumm, dass die Zugbegleiterin der NWB die eigenen Beförderungsbedingungen nicht kannte.

"Nach den Beförderungsbedingungen für den Personenverkehr der DB war die Fahrkarte nicht ungültig. Ich muss nur die Differenz zwischen dem Flexpreis mit und ohne BahnCard 25 bezahlen."
-> So ist es. Das Problem ist, dass die NWB da beratungsresistent sein wird. Sie müssen das aber trotzdem mit der NWB ausdiskutieren, die DB kann und wird Ihnen da nicht helfen.

"Diese 9,75€ erstatte ich Ihnen, gar keine Frage."
-> Dass Sie sich da verrechnet haben, hat Joe ja schon erklärt.

Ähnlicher Fall übrigens hier:
https://community.bahn.de/questions/1323426-bahncard-abge...

@kabo

Vielen Dank für die Ergänzung!

@marenkw

Dennoch hat kabo damit recht, dass Sie sich mit einem Widerspruch direkt an die NordWestBahn wenden müssen. /ju

marenkw
marenkw

marenkw

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Danke für die Antwort, kabo, das wollte ich wissen.
Ich hatte der NWB im letzten Satz bereits mitgeteilt, dass ich meine Rechte wohl vor Gericht werde vortragen müssen, wenn sie bei der Forderung von 68,90€ bleiben. So wird es dann wohl kommen, denn sie sind ja nicht einsichtig. Ich wollte mich nur vorher vergewissern, ob ich Recht habe mit den 25% vom Flexpreis plus ggf. Bordzuschlag, damit ich im weiteren Verfahren nicht als die Doofe dastehe.
Wenn ich bei der DB die Strecke Dortmund Wilhelmshaven mit BanhCard 25 mit Flexpreis suche, zeigt er mir 50,25€ an. Dass 25% von 60€ 15€ sind, weiß ich, aber er zeige mir als Preis nicht 45€ an.
Naja, wie hoch auch immer dann der Betrag ist, 68,90€ sind es auf jeden Fall nicht.
Danke nochmal.

chrijeli
chrijeli

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Liebe marenkw,
Liebe Mitleser,

der springende Punkt bei der ganzen Sache ist folgender: Die Zahlung der Differenz der Flexpreise zzgl. des Bordpreises ist nach den Beförderungsbedingungen (2.3. der Bedingungen für den Erwerb und die Nutzung von BahnCards) ist nur bei Zügen mit einem Fahrscheinverkauf möglich. Dies ist auf dieser Strecke nicht der Fall (den Notverkauf bei defekten Automaten etc. einmal ausgenommen).

kabo
kabo

kabo

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Ja, das ist in der Tat ein springender Punkt, der auch in dem verlinkten ähnlichen Fall als Archillesferse identifiziert wurde.
Die Situation, wie zu verfahren ist, wenn im Zug gar kein regulärer Fahrkartenverkauf stattfindet, ist nicht geregelt.
Man hätte die 25%-Nachzahlung wahrscheinlich vor dem Einstieg in die NWB leisten müssen, z.B. am Schalter. Dazu kommt, dass sich die Fragestellerin ja auch nicht unaufgefordert beim Zugpersonal gemeldet hat.
Insgesamt eine schwierige Situation. Dem Grunde nach hat die Fragestellerin recht. Aber die Tatsache, dass Sie erst im fahrenden Zug "erwischt" wurde, anstatt die 25% vor dem Einstieg freiwillig nachzuzahlen, sprechen gegen die Fragestellerin.
Es auf eine gerichtliche Klàrung anzulegen, erscheint riskant.

By the way:
Bei Fahrt über Osnabrück - Cloppenburg - Oldenburg (an Osnabrück mit NWB) beträgt der Flexpreis 45,00/60,00€ mit/ohne BC25.
Bei Fahrt über Bremen beträgt der Flexpreis 50,25/67,00€ mit/ohne BC25.

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Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, warum sich eine am Schalter gekaufte BahnCard nicht automatisch verlängert.

chrijeli
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Die Verfahrensweise, welche Anwendung findet, wenn ein Fahrgast ohne gültigen Fahrausweis angetroffen wird, regelt 3.81. der Beförderungsbedingungen für Personen durch Unternehmen der Deutsche Bahn AG. --> Es ist ein erhöhtes Beförderungsentgelt zu zahlen. Dass der Fahrausweis ungültig ist, weil die BahnCard nicht vorgelegt werden kann, regelt 2.9. der o.a. Bedingungen. Anders als kabo andeutet, liegt keine Regelungslücke vor. Im Ergebnis stimmen wir überein, dass eine von der Fragestellerin beabsichtigte Rechtsverfolgung keine Aussicht auf Erfolg bietet.

kabo
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Die Fragestellerin beabsichtigt ja gar keine Rechtsverfolgung.
Wenn jemand etwas verfolgen kann, dann die NWB. Denn die NWB möchte ja etwas haben, nämlich das erhöhte Beförderungsentgelt. Deshalb liegt (juristisch gesehen) der Ball im Feld der NWB.
Die Fragestellerin kann sich im Prinzip zurücklehnen, die Zahlung verweigern und warten, ob die NWB den Fall einer gerichtlichen Klärung zuführt. Ob die NWB das tatsächlich tut, das müsste man in einem Hellseher-Forum nachfragen. Da müsste die Fragestellerin mal ihre persönliche Risikobereitschaft abklären.

Sollte es die NWB tatsächlich auf eine gerichtliche Klärung hinauslaufen lassen, dann fürchte ich tatsächlich, dass die Fragestellerin schlechte Karten hat. Nicht wegen irgendwelcher Beförderungsbedingungen, sondern weil Sie mit der 25%-Nachzahlung einfach zu spät war. (Vor Einstieg in den Zug oder allerspätenstens unaufgefordert beim Zugpersonal - nicht erst, wenn man kontrolliert wird.)

Es ist natürlich ein Treppenwitz, in eine Forum der DB über die NWB zu diskutieren ...

marenkw
marenkw

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Ich habe erst im Zug bei der Kontrolle festgestellt, dass die BahnCard abgelaufen war. Der Schaffner der DB hatte wohl nicht so genau hingesehen. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass die Karte abgelaufen ist, hätte ich das natürlich im Vorfeld im Reisezentrum zu klären versucht oder wäre beim Einstieg in die NWB zum Schaffner gegangen.

Ich bin also verpflichtet, das geforderte Entgelt zu zahlen und würde auch vor Gericht dazu verurteilt werden?

Ich dachte, da ich meine Karte bei der DB gekauft habe, könnte ich hier mal um Rat fragen.