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Verstoß gegen Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 - dennoch kein Anspruch auf Schadenersatz?

Eine Verspätung war auf keinem der Informationskanäle angekündigt. Der Zug (und auch der Folgezug) verschwand kommentarlos von den Anzeigentafeln. Auch alle anderen Informationskanäle waren nicht erreichbar bzw. ohne Informationen (Website, Service-Center (geschlossen), Hotline für entsprechenden Verkehrsabschnitt (kein Kundendialog am Sonntag) etc.). Es wurde auch kein Schienenersatzverkehr eingerichtet, ganz abgesehen davon gab es natürlich auch keine "Mahlzeiten und Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit". Nach über einer Stunde vergeblichen Wartens musste ich ein Taxi nehmen, um meinen Flieger zu erreichen. Darf sich die Bahn bei einem solch offensichtlichen Verstoß gegen die Verordnung dennoch auf die Beförderungbedingungen berufen und jeglichen Anspruch auf Schadenersatz (Erstattung Taxi-Quittung) verweigern? Es ist aus Kundensicht schwer nachvollziehbar, warum man jegliche Pflicht versäumt und dennoch alles auf den Kunden abwälzt. Denn wenn das so wäre, dann könnte die Bahn demnächst ja auch auf jegliche Angaben über Abfahrt und Ankunft verzichten.

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Gemeint ist im Übringen Artikel 18 der o. g. Verordung.

Das folgende habe ich als Bedingungen für die Haftung gefunden:

"Der Beförderer haftet dem Reisenden für den Schaden, der dadurch entsteht, dass die Reise wegen Ausfall, Verspätung oder Versäumnis des Anschlusses nicht am selben Tag fortgesetzt werden kann oder dass unter den gegebenen Umständen eine Fortsetzung am selben Tag nicht zumutbar ist."

Quelle:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex...

Anhang 1, Titel 4, Kapitel 2

Daraus geht eindeutig hervor, dass sie lediglich Ansprüche auf eine Entschädigung, nach oben genanntem Absatz haben, wenn die Fahrt am selben Tag nicht mehr oder nur unter nicht zumutbaren Bedingungen fortgesetzt werden kann. Da dass nicht der Fall ist, haben sie lediglich Anspruch auf eine (Teil-)Erstattung des Fahrpreises, je nach Tarif.

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@Baco18: Hier ist allerdings noch kein Bezug zu den verletzten Informationspflichten laut EU-Verordnung hergestellt und stellt wiederum einen ganz anderen Fall dar. Die Entschädigungs-Bedingungen sind ja insoweit alle klar und deutlich.

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@ju: Ja, das habe ich. Zunächst übers Formular, woraufhin die Ablehnung folgte. Dann habe ich telefonisch meine Gründe vorgetragen. Es folgte erneut eine Ablehnung. Nun wollte ich - bevor ich einen Brief aufsetze - mich zunächst anderweitig informieren um die Frustration einer ggf. neuerlichen Ablehnung zu vermeiden.

Okay, vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Aufgrund dieser Ablehnung empfehle ich Ihnen, einmal unseren Kundendialog mit dem Hinweis anzuschreiben, dass Sie sich bereits an das Servicecenter Fahrgastrechte gewandt haben und von dort eine Ablehnung Ihrer Forderung erhielten. /ju

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Danke, ju, für den Tippe. Das werde ich versuchen. Das Ergebnis poste ich dann hier.