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Gelten bei Fahrplanänderung nach dem Kauf eines Tickets die Fahrgastrechte?

Ich habe heute unter bahn.de gesehen, dass mein Zug, für den ich schon vor mehreren Wochen das Ticket gekauft habe, auf einmal viel länger und über eine andere Strecke fährt. (Vermutlich Bauarbeiten?!) Auf jeden Fall fährt er statt den geplanten 3:44h, die auf dem Ticket stehen, jetzt 4:58h.
Gelten hier auch die Fahrgastrechte, also Teilerstattung des Fahrpreises, wegen einer Verspätung von mehr als 60 Minuten?

Beatrix01
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Hallo Beatrix01,

eine Fahrplanänderung ist keine Verspätung. Deshalb bekommt man keine Teilerstattung.

Allerdings ist eine evtl. Zugbindung aufgehoben, Mann kann mit anderen Zügen fahren.
Man kann auch von der Reise zurücktreten und sich den Ticketpreis erstatten lassen.

Beste Grüße
Joe

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Hallo Beatrix01,

eine Fahrplanänderung ist keine Verspätung. Deshalb bekommt man keine Teilerstattung.

Allerdings ist eine evtl. Zugbindung aufgehoben, Mann kann mit anderen Zügen fahren.
Man kann auch von der Reise zurücktreten und sich den Ticketpreis erstatten lassen.

Beste Grüße
Joe

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Ab erwarteter Verspätung von mind. 20 min am Zielbahnhof ist die Zugbindung aufgehoben, und Sie können einfach eine andere Verbindung nehmen. Je nach Strecke und gebuchter Verbindung könnten Sie durchaus mit etwas Glück eine andere Verbindung finden, die sie schneller zum Ziel bringt. Ansonsten können sie auch früher fahren, falls die Ankunftszeit wichtig ist.

Wenn Sie den gebuchten Zug nehmen, können Sie ab 60 min Verspätung am Ziel über die Fahrgastrechte 25% des Fahrpreises zurückbekommen (ab 120 min Verspätung wären das 50% des Fahrpreises).

Ist die voraussichtliche Verspätung am Ziel mind. 60 min, dürfen sie auch von der Fahrt komplett zurück treten und sich den Fahrpreis komplett erstatten lassen.

@ Elementarteilchen

„Ab erwarteter Verspätung von mind. 20 min am Zielbahnhof ist die Zugbindung aufgehoben, und Sie können einfach eine andere Verbindung nehmen.“
-> Das gilt für Verspätungen. Hier haben wir es aber mit einer Planänderung zu tun. Da reicht auch eine Änderung von einer Minute. Wenn ein ein Zug an den man gebunden ist nicht mehr wie gebucht verkehrt, ist man nicht mehr daran gebunden.

„Ist die voraussichtliche Verspätung am Ziel mind. 60 min, dürfen sie auch von der Fahrt komplett zurück treten und sich den Fahrpreis komplett erstatten lassen.“
-> Auch das gilt für Verspätungen am Reisetag, nicht aber bei einer Planänderung. Wenn der Fahrplan geändert wird, kann von der Reise zurückgetreten werden. Da gibt es auch keine 60 Minutenregelung.

Beste Grüße
Joe

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@Joeopitz
Dazu gab es hier im Forum auch schon abweichende Statements.
Der Fragesteller hat (nehme ich an) eine Fahrkarte mit Zugbindung erworben. Da stehen zum Zeitpunkt des Kaufs Züge mit Ankunfts- und Abfahrtszeit drauf und der 'Deal' ist, dass der Kunde diese Züge nutzen muss. Tut er dies - und ist über 60 Minuten später als es auf seiner Fahrkarte steht, am Zielbahnhof, dann hat er Anrecht auf Entschädigung.

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Ernsthaft? Wenn ein Zug durch eine Fahrplanänderung eine Minute später als ursprünglich gebucht abfährt, hebt sich die Zugbindung schon auf? Ich würde hier ehrlich gesagt nicht davon ausgehen, dass das tatsächlich der Fall ist. Wo finde ich denn diese Regelung zum nachlesen?

Braunschweiger
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Es muss offenbar einen Schwellenwert geben. Eine Minute Verlegung nach hinten und gleiche Zugnummer ist das eine Extrembeispiel, Fahrt über zwei Altbau- statt Schnellstrecken und 90 Minuten später unterwegs das Extrem in die andere Richtung.
Im ersten Fall wird es wohl keinen Stempel "Zugbindung aufgehoben" geben, im zweiten Fall ohne Probleme.

Für mich wäre die Schwelle eine verspätete Ankunftszeit um 20 Minuten. Die ist bei IC/ICE-Fahrkarten ja durch die Fahrgastrechte abgedeckt. Sprich: Bei einer Verlegung von mehr als 20 Minuten oder einem Anschlussverlust unterwegs nehme ich einen anderen Zug, ansonsten den gebuchten (der dann ja in den meisten Fällen immer noch die schnellste Verbindung zum Ziel ist).

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Der Schwellenwert dürfte die 20 min-Verspätung-am-Ziel-Grenze sein ;-)
Nur wenn der Zug früher losfährt, würde ich weniger ansetzen, denn pünktlich am Bahnhof zu sein bedeutet nicht, dass man mehr als 20min früher da sein muss, 5min sollten hier ausreichen, und wenn der Zug dann schon weg ist, sollte man problemlos andere nutzen dürfen.

Es gibt keinen Schwellenwert.

Wenn ich mich auf eine Zugbindung einlasse, habe ich einen Beförderungsvertrag geschlossen, der außer der Beförderung auch eine bestimmte Abfahrts- und Ankunftszeit beinhaltet. Das ist Vertragsbestandteil. Erklärt die Bahn, dass sie diesen Vetragsbestandteil nicht erfüllen kann, dann kann ich das akzeptieren (die Klausel über die Zugbindung ist dann unwirksam) oder vom Vertrag zurücktreten.

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Natürlich gibt es „Schwellwerte“.

Sie können eben nur unter bestimmten Bedingungen vom Vertrag zurücktreten. Verspätungen müssen Sie in gewissen Umfang akzeptieren.

Eine „Schwelle“ ist die Verspätung am Ziel von mind 20 min, erst bei deren erreichen dürfen Sie andere Züge nehmen. Unterhalb bleibt die Zugbindung bestehen. Vom Vertrag zurücktreten dürfen Sie hier noch nicht.

Die andere Schwelle ist die Verspätung ab 60 min, erst mit Erreichen dieser dürfen Sie vom Vertrag zurücktreten.

Das ist in den Fahrgastrechten klar geregelt. Was nicht geregelt ist, sind die genauen Konditionen bei „Verfrühungen“, wieviel Verfrühung muss ich noch akzeptieren. In der Praxis dürfte zwar fast immer so viel „Verfrühung“ auflaufen, dass es kaum Zweifel gibt, dass das zuviel sein wird um eine Zugbindung aufrecht zu erhalten, aber schön wär‘s schon, wenn es hierzu auch klare offizielle Aussagen gäbe.

@all

Ab einer Abweichung von 20 Minuten ist sowohl die Zugbindung aufgehoben als auch die Möglichkeit gegeben, vom Vertrag zurückzutreten und sich die gesamten Fahrtkosten erstatten zu lassen. /ju

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@DB/ju
Gibt es das auch irgendwo schriftlich? Ich finde nämlich nur die Info, dass man ab 60 min vom Vertrag zurücktreten kann, nicht schon bei 20 min.

Antwort von DB:
„Die 20-Minuten-Regelung betrifft die Fahrgastrechte am Reisetag. Dies hat mit dieser Regelung hier nichts zu tun. Sofern ein Fernverkehrszug einen geänderten Fahrplan hat und sei es eine Minute, kann man sich die Zugbindung aufheben lassen oder das Ticket kostenfrei zurückgeben.“
Nachzulesen hier: https://community.bahn.de/questions/1710084-aufhebung-zug...

Ebenfalls eine Antwort von DB:
„sobald die Zugverbindung nicht mehr so genutzt werden kann, wie zum Zeitpunkt der Buchung vorgesehen, ist die Zugbindung aufgehoben. Somit dürfen Sie auch mit einem anderen Zug weiterfahren.“
Nachzulesen hier: https://community.bahn.de/questions/1720675-zugbindung-we...

Noch eine entsprechende Antwort von DB:
„wenn auch hier Änderungen im Fahrplan vorliegen und die Verbindung so nicht mehr existiert, können Sie auch hier auf andere Züge ausweichen.“
Nachzulesen hier: https://community.bahn.de/questions/1719707-reiseverbindu...

Diese Antwort wurde von DB Bahn bestätigt:
Wenn es eine Änderung des Fahrplans für Ihre gebuchte Verbindung gibt, können Sie sich die Zugbindung immer aufheben lassen. Da müssen es keine 20 Minuten Abweichung am Zielort sein.
Wenn es am Reisetag zu einer erwarteten Verspätung von mindestens 20 Minuten kommt, ist die Zugbindung automatisch aufgehoben.
Nachzulesen hier: https://community.bahn.de/questions/1716643-zug-braucht-a...

@Elementarteilchen

Ich muss mich dazu einmal korrigieren. Danke Joeopitz für die Antwort!

Kann bei zuggebundenen Fahrkarten der gebuchte Zug nicht genutzt werden, kann die Fahrkarte auch für die nächstmögliche Reiseverbindung gültig geschrieben werden. Außerdem ist ein Rücktritt von der Reise vor dem 1. Geltungstag problemlos möglich - die 20 Minuten sind dabei irrelevant. 

Kunden, die eine Fahrkarte am Schalter erworben haben, müssen sich dafür an eine DB Verkaufsstelle wenden. Kunden, die ein digitales Ticket erworben haben, müssen sich dafür an fahrkartenservice@bahn.de wenden. 

Ab dem 1. Geltungstag ist ein Rücktritt von der Reise nur noch ab einer Abweichung von 60 Minuten möglich. Dafür muss dann das Fahrgastrechte-Formular benutzt werden. Dies ist im bahn.de-Artikel "Tickets und Reservierungen umtauschen oder stornieren" unter "Erstattung/Umtausch wegen Verspätung oder Zugausfall" erklärt. /ju

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Ich habe immer noch die Frage: gibt es das auch irgendwo schriftlich in den AGBs oder sonstwo?

Ich fürchte nämlich, dass Schaffner doch Ärger machen, wenn ich mich auf eine Regel berufe, die nirgendwo kommuniziert wird und auch nirgendwo schriftlich festgehalten ist, bzw. nirgendwo offiziell nachlesbar ist.

Die zitierten Beiträge im Forum betreffen praktisch immer größere Verspätungen, so dass die Aufhebung der Zugbindung sowieso automatisch der Fall war. Insofern kann ich die nicht so ganz als Beweis ernst nehmen, zumal Antworten der DB hier meist ja auch mit der konkreten Frage im Hinterkopf beantwortet werden, und hier war dann bei den Beispielen die Aufhebung der Zugbindung eh klar, weil man mit den gebuchten Zügen entweder gar nicht, oder mit ausreichender Verspätung angekommen wäre.

Hier wird aber behauptet, dass selbst wenn ich mit dem gebuchten Zug rechtzeitig ankomme, aber der Fahrplan sich um nur 1 min geändert hat, ich dann keine Zugbindung habe, und sogar vom Vertrag zurücktreten kann (bzw. ein Moderator der DB spricht von 20 min - was denn nun...).

Sinn macht das auch nicht unbedingt. Bei Verspätungen wäre das sicherlich noch verständlich, bei Verfrühungen wären die 20 min aber kaum akzeptabel. Wenn ich einen Zug um 12:15 Uhr buche, weil ich bis 12 Uhr Termine habe und erst 12:05 am Bahnhof sein kann, und der Zug fährt um 12 Uhr schon ab (also 15 min früher), dann muss ich davon ausgehen, dass hier die Zugbindung auch aufgehoben ist, bzw. ich vom Vertrag zurücktreten kann. Mehr als 5-10 min früher am Bahnhof zu sein, sollte man kaum verlangen können. D.h. Verschiebungen nach vorne oder hinten im Fahrplan sind unterschiedlich zu gewichten...

D.h. ich hätte gerne etwas, was ich im Zweifel einem Schaffner oder Mitarbeiter am Schalter unter die Nase halten konnte, wenn der diese Regel nicht kennt, ich aber mal in diese Situation geraten sollte...

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@DB/ju

„Kann bei zuggebundenen Fahrkarten der gebuchte Zug nicht genutzt werden, kann die Fahrkarte auch für die nächstmögliche Reiseverbindung gültig geschrieben werden. Außerdem ist ein Rücktritt von der Reise vor dem 1. Geltungstag problemlos möglich - die 20 Minuten sind dabei irrelevant.“

Das „kann nicht genutzt werden“ bezieht sich doch wohl darauf, dass die Verbindung gar nicht mehr existiert, oder Anschlüsse nicht erreicht werden können. Damit würde man so wie gebucht gar nicht mehr ankommen, und somit wären das automatisch mehr als 20 oder gar 60 min, und somit wäre der Fall ja eh kein Sonderfall mehr. Und der Tag spielt dann doch auch keine Rolle. Ist doch egal, ob man vor oder am Reisetag merkt, dass man nicht am Ziel ankommen wird - wenn man so wie gebucht nicht ankommt, kann man alternative Züge nutzen oder sich das Ticket erstatten lassen. Oder habe ich da was falsch verstanden? Was genau ist, bzw. darf denn vor dem Reisetag anders sein, dass das hier extra hervorgehoben wird?
Und wo steht das denn genau? AGBs? Fahrgastrechte? In letzterem finde ich keine Unterscheidung/Trennung bzgl. Des Reisetags. In den AGBs auch nicht.

„Ab dem 1. Geltungstag ist ein Rücktritt von der Reise nur noch ab einer Abweichung von 60 Minuten möglich.“

Was bedeutet „Abweichung“ genau? Wenn mein Zug 59 min früher losfährt, gucke ich in de Röhre und darf nicht von der Fahrt zurücktreten? Auch wenn ich sie gar nicht mehr antreten kann, weil der Zug schon lange weg ist, wenn ich (überpünktlich) am Bahnhof eintreffe? Bei Verspätung ist klar, was passiert. Hier kommt der Zug ja noch, wenn ich am Bahnhof eintreffe, hier habe ich ja noch die Möglichkeit zu fahren. Aber bei Verfrühungen bräuchte ich eine Zeitmaschine, um den Zug noch zu bekommen?

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Hab ich gelesen, ist mir alles klar, war es auch schon vorher, an dem Fall ist auch nichts spezielles. So wie gebucht wird der Anschluss verpasst und man käme mit über 20min Verspätung an. Also greift die 20 min Regel.

Es geht mir nicht um eindeutige Fälle, wie wenn der gebuchte Zug mehr als 20 oder 60 min verspätet ankommt, oder gar nicht, weil der Anschluss nicht mehr klappt.

Es geht mir um die hier im Thread angedeuteten Fälle, dass eine Fahrplanänderung (nach dem Buchen meines Tickets) anscheinend ausreicht, dass ich das Ticket zu 100% erstatten lassen kann, auch wenn ich mit den gebuchten Zügen gar nicht mit mehr als 20 oder gar 60 min verspätet ankommen würde.

Warum ist dann die 20 min-Regel einen Tag vorher nicht relevant und ich könnte sogar bei weniger Verspätung das Ticket vollständig erstatten lassen? Und wo steht das? Warum soll das am Tag der Reise anders sein? Die Situation ist doch die selbe.
Gerade weil, wie im verlinkten Beitrag, Bahnmitarbeiter selbst bei eindeutigen Situationen gelegentlich falsche Aussagen machen, ist es wichtig zu wissen, wo derartige Regeln stehen, um im Zweifelsfall nicht Schwarzfahrer-kosten am Hals zu haben, obwohl man alles richtig gemacht hat.

Und wie sieht es denn aus, wenn der Zug nicht später, sondern früher fährt (hier im Thread wird von „Abweichung“, nicht von Verspätung geredet, was wohl bedeuten soll, dass eben auf Verfrühungen eingeschlossen sein sollen)? Hier kann es ja unmöglich sein, dass bei einen um 59 min verfrühten Zug die Zugbindung nicht aufgehoben ist. Wie viel früher darf ein Zug denn fahren, ohne dass man von der Fahrt zurücktreten kann (das Ticket erstattet bekommt), bzw. Die Zugbindung aufgehoben ist? Und steht das nachlesbar irgendwo?

Ich frage auch deswegen explizit nochmals nach, weil hier im Thread ja schon widersprüchliche Aussagen gemacht wurde. Anfangs hieß es, bei der kleinsten Fahrplanänderung (schon bei 1min) könnte man das Ticket sich zu 100% erstatten lassen und die Zugbindung wäre aufgehoben, dann hieß es, das ist erst bei 20 min der Fall, aber vor dem ersten Geltungstag wäre es egal, da ginge es auch so. Danach waren es 60 min am Reisetag, davor immer noch egal. D.h. die Aussagen ändern sich laufend, mit jeder Nachfrage ändern sich irgendwelche Details.

Deshalb: gibt es etwas schriftliches, verbindliches, wie die AGBs, auf die man im Zweifelsfall verweisen kann?

@ Elementarteilchen

Der große Unterschied ist, stehe ich am Bahnhof und mein Zug ist schon 59 Minuten früher losgefahren, dann muß ich schauen, wie komme ich zu meinem Zielort. Eine Zugbindung kann da niemals eingehalten werden, denn egal wie viele Minuten der Zug auch früher gefahren ist, (da reicht auch eine Minute früher, der Zug ist weg) den Zug kann ich nicht mehr nehmen. Wenn der nächste Zug schon 10 Minuten später kommt und ich 10 Minuten später als geplant geplant den Zielort erreiche, ist die Zugbindung trotzdem aufgehoben, Die Einhaltung der Zugbindung kann die Bahn nicht von mir verlangen, wenn ich pünktlich am Banhnsteig stehe, aber sie mich nicht mit dem Zug mitfahren lässt, weil sie ihn schon früher abfahren ließ. Jetzt greifen die Fahrgastrechte, ich bekomme eine Entschädigung, wenn ich mindestens 60 Minuten später mein Ziel erreiche.

Der andere Fall ist, die Bahn ändert den Fahrplan (und ich weiß das auch) . Dann weiß ich vorher, daß meine Verbindung nicht so existiert wie geplant. Entweder fährt der Zug früher ab, dann weiß ich evtl. den kann ich nicht mehr erreichen. Wenn der Zug dagegen (geplant) später sein Ziel erreicht, kann ich evtl. meine Pläne nicht mehr verwirklichen. Das hat die Bahn nicht in den Beförderungsbedingungen, leider.

Geregelt ist das nur im Vertragsrecht. (Werden nach Abschluss eines Vertrages Umstände bekannt unter denen eine Vetragspartei diesen Vertrag so nicht geschlossen hätte, kann sich keine Partei auf die Einhaltung des Vertrages berufen) Wenn ich eine Fahrkarte mit Zugbindung kaufe, habe ich einen Beförderungsvertrag abgeschlossen. Werden nach Vertragsabschluss Zugverbindungen geändert, dann sind das Umstände unter ich diesen Vertrag evtl. nicht geschlossen hätte. Das ist gerichtsfest. Daraus könnte auch noch ein Schadensersatzprozess resultieren, mit Entschädigungen weit über dien EU Regelungen. Das weiß die Deutsche Bahn und handelt dementsprechend.

Wie die Bahn deshalb handelt, sieht man an den Postings. Weil aber in den Bedingungen das nicht geregelt ist, sieht man, das in den Postings auch nie eine Berufung auf Beförderungsbedingungen oder ähnliches.

Geregelt ist das in internen Dienstanweisungen, die hier niemand kennt. Auch ist die Aussage: „Joeopitz hat hier verschiedene Links gepostet, danke dafür“ oder „unter diesem Link wurde das schon ausführlich diskutiert“ natürlich keine Antwort auf die Frage: „Wo steht das?

Jeder Zugbegleiter glaubt seine Dienstvorschriften zu kennen. Ist nicht wirklich immer so. Sollte man sich auf eine Diskussion einlassen müssen: „Wir reden hier jetzt nicht über Beförderungsbedingungen, sondern über das BGB und Vertragsrecht“ wird es schwer auf ein offenes Ohr zu stoßen.

Es ist tatsächlich so, am Reisetag ist die Zugbindung ab einer zu erwartenden Verspätung von 20 Minuten aufgehoben. Ab 60 Minuten Verspätung gibt es Entschädigung nach den EU Fahrgastrechten.

Eine Fahrplanänderung hebt jede Zugbindung auf und berechtigt auch zum Rücktritt von der Fahrt.

Der kleine Unterschied ist, stehe ich am Bahnsteig und mein Zug fährt nicht so, wie geplant greifen die Fahrgastrechte.
Ändert die Bahn den Fahrplan greift das BGB mit dem Vertragsrecht.

PS:
Wie wichtig kleine Unterschiede und ein Beförderungsvertrag sein können, habe ich als Piot gelernt.

Sitze ich mit einem Freund im Flugplatzresaurant und er fragt mich: „Nimmst Du mich mit, wenn du jetzt losfliegst?“
Kann ich „JA“ sagen und ihn mitnehmen. Sollte allerdings auf diesem Flug etwas passieren muß ich jeden Schaden aus eigener Tasche bezahlen, es ist ein „Gefälligkeitsflug“ dafür bezahlt keine Versicherung.

Sitze ich mit einem Freund im Flugplatzresaurant und er fragt mich: „Nimmst Du mich mit, wenn du jetzt losfliegst?“
Kann ich auch sagen: „Bezahlst Du mir jetzt die Limo und dafür fliegen wir gleich zusammen.“ dann hab ich einen Beförderungsvertrag geschlossen. Sollte jetzt etwas passieren, zahlt die Versicherung.

Elementarteilchen
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Danke für die ausführliche Antwort. Inituitiv ist das meiste schon klar. Nur dass es einen „rechtlichen“ Unterschied macht, wenn die Bahn durch Änderung des Fahrplans 5 min später fährt, oder aber durch „widrige Umstände“ 5 min später fährt, war mir nicht klar. Denn in beiden Fällen kann die Bahn den geschlossenen Vertrag ja nicht einhalten. In einem Fall darf ich den Vertrag kündigen, im anderen nicht, obwohl die Situation für mich als Kunde ja die selbe ist: der Zug kommt nicht zum vereinbarten Zeitpunkt.

@ Elementarteilchen

Der Unterschied ist wirklich ob mich am Tag der Fahrt eine Verspätung oder Fahrplanänderung erwischt, oder ob mir vorher gesagt wird, wir lassen die Züge nicht so fahren wie ehemals vorgesehen.

Das das was die Bahn macht besser und eindeutiger kommuniziert werden sollte, keine Frage.

Joeopitz hat gepostet, ist sicher auf den ersten Blick nicht zuverlässig. Denn auch nirgendwo schreibt die Bahn, was nicht in den Beförderungsbedingungen geregelt ist entnehmen Sie den Posts, die wir mit Joeopitz auf der Community hatten.

@ Elementarteilchen

widrige Umsrände kenne ich nur zu gut. Als Pilot bin ich vor jedem Flug vom Wetter und von Einschränkungen der Flugsicherheit betroffen.

Ein Fluggast hat für Samstag einen Rundflug über den Harz gebucht, der Brocken soll umkreist werden. (OK wir buchen keine Flüge, wir verkaufen Gutscheine) Der Unterschied ist doch, Flugzeug ist kaputt (erfährt der Fluggast, wenn wir eine Kontaktadresse haben) vorher, oder er kommt zum Flugplatz und wir sagen, heute können wir nicht fliegen weil das Flugzeug kaputt ist. Das ist die Planänderung.

Es kann auch sein, ich fliege Richtung Harz, aber dicke Wolken und Nebel haben sich entwickelt. Um den Brocken zu fliegen ist nicht möglich.

„Nur dass es einen „rechtlichen“ Unterschied macht, wenn die Bahn durch Änderung des Fahrplans 5 min später fährt, oder aber durch „widrige Umstände“ 5 min später fährt, war mir nicht klar. Denn in beiden Fällen kann die Bahn den geschlossenen Vertrag ja nicht einhalten“

„Die Bahn kann den Plan nicht einhalten“ der Unterschied ist, die Bahn kann den Plan nicht einhalten, weil es unvorhersehbare Störungen im Betribsablauf gibt. (Fahrgastrechte)
Es gibt bekannte Störungen im Betriebsablauf. Die Bahn macht daraufhin einen anderen Plan. Nur dieser Plan war nicht mit mir abgesprochen. Plötzlich ist der Plan ganz anders als vereinbart.

Hallo Elementarteilchen,

hier haben Sie vor einem Monat genau die Antwort gegeben, welche Sie heute nachlesen möchten. Woher kannten Sie zu diesen Zeitpunkt diese Regelung? :) /ka 

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Wie schon hier gesagt, gibt es eindeutige Fälle: gebuchter Zug fällt aus, Anschluss kann nicht erreicht werden. Hier ist also klar, dass die Zugbindung nicht mehr gilt. Und es sind ja vermutlich 99% alle Fälle hier im Forum, wo das so eindeutig ist. Damit habe ich auch kein Problem.

Mein Problem hier war aber, dass hier erwähnt wurde, dass man sogar dann vom Vertrag zurücktreten darf und die Zugbindung aufgehoben sein kann, wenn der gebuchte Zug fährt, kein Anschlussverlust droht und ebenfalls keine nennenswerte Verspätung zu erwarten ist. Und nur damit hatte ich meine Probleme, denn das wird weder in den AGBs noch den Beförderungsbedingungen oder Fahrgastrechten erwähnt. Und diesen Widerspruch aufzuklären ist leider nicht so ganz einfach, es. brauchte ca 20 Einträge in diesem Thread, bis das tatsächlich mal erklärt wurde (Danke nochmals dafür)