Frage beantwortet

Warum werden die Premium-Kunden (BC100) so viel schlechter gestellt als die übrigen Fahrgäste?

Ich fuhr am Donnerstag, 9.8.2018 mit ICE 706 um 18:39 Uhr von Berlin Hbf. nach Hamburg Hbf. Eigentlich wollte ich bereits eine Stunde früher einen Zug nehmen. Dieser Zug hatte jedoch mehr als 90 Minuten Verspätung.

Unser Zug stoppte schließlich aufgrund eines Oberleitungsschadens in Boizenburg (Elbe). Nach mehreren Stunden Aufenthalt im dortigen Bahnhof, die Türen konnten nicht geöffnet werden weil der Bahnsteig in Boizenburg für unseren Zug zu kurz war, verließ ich den Zug über eine Tür in Wagen 9, die vom Personal nach anhaltendem Protest einer Vielzahl von Reisenden (insb. der Raucher!) als Notausgang freigemacht worden war.

Meine Frau holte mich schließlich in Boizenburg (Elbe) mit dem PKW ab. Aus Solidarität nahmen wir noch drei weitere Mitreisende im PKW mit nach Hamburg.

Alle Fahrgäste, die nicht wie ich eine BahnCard 100 besitzen, werden einen großen Teil des Fahrpreises erstattet bekommen. Ich möchte mich in diesem Fall jedoch keinesfalls mit den obligatorischen 10 € abspeisen lassen, die uns BahnCard100-Besitzern für eine Verspätung von mehr als 60 Minuten zustehen. Ich finde es ohnehin eine F r e c h h e i t und kann es nicht begreifen, warum wir Premiumkunden so viel schlechter gestellt werden als die normalen Fahrgäste, die vielleicht nur wenige Male pro Jahr mit dem Zug reisen. Warum ist das so??? Immerhin bezahlen wir mehrere tausend Euro für unsere Mobilität, die hier wohlgemerkt wieder einmal n i c h t gewährleistet war. (Anmerkung: eine BahnCard100 kostet in der 2. Klasse zurzeit 4.270 €. Laufzeit ist ein Jahr.)

Zumindest die Fahrt mit dem privaten PKW von Hamburg nach Boizenburg und wieder zurück möchte ich erstattet bekommen. Bei einer Strecke von 168 Kilometern und einem üblichen Kilometersatz von 0,30 € pro Kilometer macht das 50,40 €. Dies sollte die Bahn genauso sehen, hoffe ich ...

Meine BahnCard100 habe ich soeben um ein weiteres Jahr verlängert. Gerade bereue ich dies offen gestanden ein wenig. Der Ball liegt nun bei Ihnen meine Kundenzufriedenheit wieder zurückzugewinnen.

Den Nachrichten entnahm ich, dass irgendwann das Deutsche Rote Kreuz die Reisenden von ICE 706 versorgt hat. Da war ich allerdings schon nicht mehr im Zug.

Ich erwarte eine angemessene Reaktion inklusive Entschädigung.

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Bahnfrosch
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"4270 € pro Jahr entpricht 11,70€ pro Tag.
Mit einer Entschädigung von 10€ erhalten Sie also 85% des Fahrpreises zurück - während ein "normaler" Kunde nur 25% zurück bekommt. "

-->Ihre Rechnung setzt voraus, dass der Threadersteller jeden Tag Zug fährt. Wenn er aber nur 1 x pro Woche fährt, sieht die Rechnung schon anders aus.
Sie sehen selber, dass ist alles nur eine Milchmädchenrechnung, welche so oder so ausgelegt werden kann.

Der Kunde muss selber entscheiden, ob er zufrieden mit dem Angebot ist. Wenn man mir in solch arraganten und herablassenden Art wie einige Bahnbedienstete bzw. Bahnjünger hier in diesem Thread kommen, würde ich mir auch überlegen, nicht doch lieber das Auto zu nehmen, anstatt mit meinem im voraus bezahlten Geld die Gehälter der Bahnmitarbeiter und die Bonis der Plüschetage abzusichern.

Ich sehe in diesem Thread nur Anschuldigungen und Rechtfertigungen, aber keine Worte der Entschuldigung für diese Situation. Hauptsache paar EU-Richtlinien werden dem Threadersteller an den Kopf geknallt. Typisch Bahn.

Schon schlimm genug, dass man stundenlang nicht aus dem Zug darf und sich dann noch privat abholen lassen muss, weil bei jeder Jahreszeit die Bahn irgendwie ein Problem hat und nix mehr geht.

P.S. Wenn ,wie Herr Groß schreibt, alle Fahrgäste gleich sind, warum bekommt ein normaler Fahrgast dann bei Verspätung von über 1 Stunde 25% erstattet und bei über 2 Stunden 50% und der Bahncard100 Kunde bekommt bei über 1 Stunde Verspätung 10 Euro und bei über 2 Stunden auch nur diese 10 Euro. Ist das gleicher als gleich? ;-)

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Tino Groß
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Guten Abend BenjaminLiebhäuser,

erst einmal möchte ich sagen dass grundsätzlich alle Fahrgäste gleich sind und die gleichen Rechte erhalten sollten. Niemand ist besser gestellt weil er zum Zeitpunkt des Kaufes eine höherwertige Fahrkarte gegenüber anderen Kunden hat. Runtergebrochen auf den einzelnen Tag fahren Sie deutschlandweit mit dem günstigsten Ticket überhaupt. Soviel erst einmal dazu.

Des weiteren haben Sie durch die Fahrgastrechte die Möglichkeit 25% der Gesamtkosten einzufordern. Das sind immerhin 1067,50 €. Und jetzt sagen Sie mir bitte wo der BahnCard 100 Kunde benachteiligt wird. Sie können jederzeit Fahrgastrechte geltend machen. Wohlgemerkt mit nur einem einzigen Fahrschein. Der - in Ihren Augen - normale Fahrgast kann dies nur ein einziges Mal tun.

Ich hoffe so langsam öffnen sich bei manchen die Augen. Ich möchte grundsätzlich nichts zur Situation sagen. Diese ist für alle Beteiligten sicher nicht einfach gewesen. Sich hier aber in den absoluten Vordergrund zu spielen und sich als was besseres darzustellen ist einfach nur unfair gegenüber anderen.

Abschließend möchte ich Ihnen mitteilen dass in dieser Community nur anderen geholfen wird und wir mit unserem Wissen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir können daher weder Taxikosten erstatten noch über die gesetzlichen Fahrgastrechte hinausgehen.

Gruß, Tino!

Hallo BenjaminLiebhäuser,

hier ist ein Forum von Bahnreisenden für Bahnreisende. Eine Entschädigung wird Ihnen keiner von uns zahlen.
Als BahnCard 100 Besitzer gehören Sie natürlich zu den Vielfahrern und guten Kunden. Sie zahlen eine Menge Geld, bekommen dafür auch eine Menge Leistung, auch wenn die nicht immer so funktioniert wie erwartet.

Bezogen auf die einzelne Fahrt fahren Sie aber zu einem sehr stark ermäßigten Fahrpreis. Danach richtet sich auch die Entschädigung nach den EU Fahrgastrechten. Wenn Sie pro Woche nur einmal hin- und zurück fahren, bezahlen Sie für eine Fahrt ( 4270:104) 41,06 €. Wenn der Fahrgast ohne BC 100 mehr bezahlt als Sie, sollte ihm auch selbstverständlich dafür eine höhere Entschädigung zustehen.
Falls der Fahrgast den gleichen Preis zahlt wie Sie, bekommt er 10,27 EUR als Entschädigung. fast genau das gleiche. Nutzt er dagegen einen Sparpreis von 39,90 oder darunter, wird er mit weniger entschädigt.

Ansonsten ist das schon mehrfach hier diskutiert worden. Schauen Sie u. a. bitte hier:

https://community.bahn.de/questions/1322227-verspatung-er...

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Hallo BenjaminLiebhäuser,

ich möchte mich den Antworten von Tino Groß und Joeopitz anschließen.

Mit dem Inkrafttreten der europäischen Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr am 3. Dezember 2009 sind die Fahrgastrechte einheitlich geregelt.

Gerne können Sie Ihre Ansprüche dem Servicecenter Fahrgastrechte, mit dem hinterlegten Fahrgastreche Formular übermitteln. Die Mitarbeiter werden Ihre Ansprüche prüfen. /ka

kabo
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By the way:
4270 € pro Jahr entpricht 11,70€ pro Tag.
Mit einer Entschädigung von 10€ erhalten Sie also 85% des Fahrpreises zurück - während ein "normaler" Kunde nur 25% zurück bekommt.
Wie man da eine Schlechterstellung herauslesen kann, ist mir ein völliges Rätsel.

Bahnfrosch
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"4270 € pro Jahr entpricht 11,70€ pro Tag.
Mit einer Entschädigung von 10€ erhalten Sie also 85% des Fahrpreises zurück - während ein "normaler" Kunde nur 25% zurück bekommt. "

-->Ihre Rechnung setzt voraus, dass der Threadersteller jeden Tag Zug fährt. Wenn er aber nur 1 x pro Woche fährt, sieht die Rechnung schon anders aus.
Sie sehen selber, dass ist alles nur eine Milchmädchenrechnung, welche so oder so ausgelegt werden kann.

Der Kunde muss selber entscheiden, ob er zufrieden mit dem Angebot ist. Wenn man mir in solch arraganten und herablassenden Art wie einige Bahnbedienstete bzw. Bahnjünger hier in diesem Thread kommen, würde ich mir auch überlegen, nicht doch lieber das Auto zu nehmen, anstatt mit meinem im voraus bezahlten Geld die Gehälter der Bahnmitarbeiter und die Bonis der Plüschetage abzusichern.

Ich sehe in diesem Thread nur Anschuldigungen und Rechtfertigungen, aber keine Worte der Entschuldigung für diese Situation. Hauptsache paar EU-Richtlinien werden dem Threadersteller an den Kopf geknallt. Typisch Bahn.

Schon schlimm genug, dass man stundenlang nicht aus dem Zug darf und sich dann noch privat abholen lassen muss, weil bei jeder Jahreszeit die Bahn irgendwie ein Problem hat und nix mehr geht.

P.S. Wenn ,wie Herr Groß schreibt, alle Fahrgäste gleich sind, warum bekommt ein normaler Fahrgast dann bei Verspätung von über 1 Stunde 25% erstattet und bei über 2 Stunden 50% und der Bahncard100 Kunde bekommt bei über 1 Stunde Verspätung 10 Euro und bei über 2 Stunden auch nur diese 10 Euro. Ist das gleicher als gleich? ;-)

Es ging dem Threadersteller nicht in erster Linie um die Verspätung, sondern darum dass er sich schlechter gestellt fühlt als die Bahnreisenden ohne BahnCard 100, wobei er deutlich macht dass er sich als BahnCard 100 Inhaber aber für etwas besseres hält als seine Mitreisenden.

Die Frage ist jetzt, wie entschädigt man Zeit Karteninhaber damit sie nicht besser oder schlechter gestellt sind als Reisende mit Einzelfahrscheinen? Dazu muss man von halbwegs plausiblen Annahmen ausgehen, da man nicht für die konkrete Reise einen konkreten Fahrpreis zu Grunde legen kann. Bei einem Reisenden mit FlexPreis-Ticket weiß man der hat 81 € für diese Fahrt bezahlt.

Geht man wie Bahnfrosch von der Annahme aus 1x pro Woche zu fahren, dann kostet eine Fahrt (4270/52) 82,12 EUR. Annähernd genauso viel wie ein Flex Preis für diese Strecke. Diese Annahme ist aber nicht vernünftig denn bei dieser Konstellation würde man mit einer BahnCard 50 im Jahr nur (41,50x52) 2106 EUR bezahlen. Da sich eine BahnCard erst bei mehr als doppelt so vielen Fahrten anfängt zu rechnen, sollte man vernünftigerweise auch von mindestens doppelt so vielen Fahrten ausgehen. Dann kommen wir bei der BC 100 auf einen Fahrpreis von ca. 40 EUR pro Fahrt.

Bei weiteren Strecken rechnet sich die BahnCard 100 natürlich auch bei weniger Fahrten. Nehmen wir die Strecke München Hamburg, dann kostet ein Flexpreisticket mit BahnCard 50 Rabatt 75 EUR. Ab 57 Fahrten im Jahr beginnt sich da die BahnCard 100 zu rechnen.

Bei 57 Fahrten im Jahr sind wir an der Untergrenze ab der sich eine BahnCard 100 rechnet. Das sind bezogen auf die Anzahl der Fahrten sozusagen die „Wenigfahrer“ unter den BahnCard 100 Inhabern. Sehr viele der BahnCard 100 Inhaber sind Berufspendler die einmal pro Woche in und zurück fahren. Ziehen wir von den 52 Jahres Wochen zehn Wochen wegen Urlaub und so weiter ab kommen wir auf 42 Wochen macht mit hin und Rückfahrt 84 Fahrten im Jahr.
Auf kürzeren Strecken gibt es Berufspendler die 42 Wochen jeden Tag hin und zurück fahren das macht 420 Fahrten im Jahr.

Jetzt schauen wir uns mal die Erstattungen für Verspätungen an und Berücksichtigen dabei auch, dass der nicht BahnCard 100 Inhaber für Verspätung über 120 Minuten 50 % Entschädigung erhält. Gehen wir davon aus, dass jede fünfte erstattungsfähige Verspätung auch über 120 Minuten verspätet ist, beträgt die durchschnittliche Erstattung pro Verspätung 30 %.

Bei einem Fahrtpreis von 33,33 EUR erhalt man danach m Durchschnitt zehn Euro Entschädigung für eine Verspätung. Als BahnCard 100 Inhaber habe bezahle ich rechnerisch diesen Preis pro Fahrt wenn ich 128 Fahrten mit der BahnCard unternehme.

Bei 128 Fahrten im Jahr, das sind 64 Reisen mit Hin- und Rückfahrt, bin ich als BahnCard 100 Inhaber bei Verspätung nicht schlechter gestellt, als jeder andere Reisende auch. Die Zahl der Fahrten ist für einen BahnCard 100 Inhaber nicht utopisch. Wer weniger Fahrten unternimmt bekommt vielleicht ein paar Euro weniger bei einer Verspätung, profitiert aber von einem deutlich günstigeren Fahrpreis als der normale Kunde, Man ist auf auf keinen Fall schlechter gestellt als andere Bahnreisende.

Sicherlich ist ein BahnCard 100 Kunde ein guter Kunde aber er zahlt für eine Fahrt im Durchschnitt deutlich weniger als der normale Kunde. Deshalb sollte nicht glauben etwas Besseres zu sein als seine Mitreisenden.

DB
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Hallo Benjamin,

erst einmal tut es mir leid, dass Ihre Reise im ICE 706 am Donnerstag nicht wie gewünscht verlief und Sie hier mit starken Beeinträchtigungen zu kämpfen hatten.

Unterscheiden müssen wir hier zwei Dinge. Ihre gesetzlichen Fahrgastrechte sind fest geregelt. Hier wird nicht mal so und mal so entschieden. Natürlich kann man darüber diskutieren, inwiefern die Erstattungspauschale für BahnCard 100-Besitzer passend oder unpassend ist.

Neben den Fahrgastrechten steht es Ihnen aber durchaus frei, sich an unseren Kundendialog zu wenden und Ihr Erlebnis zu schildern. Dieser hat auch die Möglichkeit, Ihnen anderweitig entgegenzukommen. Schlussendlich steht Ihnen auch die Möglichkeit offen, sich an die Schlichtungsstelle öffentlicher Personenverkehr (SöP) zu wenden, sollten Sie hier keine Einigung erzielen. /ti