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Habe ich einen Erstattungsanspruch?

Ich habe versehentlich einen ICE bestiegen, der zur richtigen Uhrzeit auf dem richtigen Bahnsteig zum Einstieg bereit stand. Die Fahrstrecke dieses Zuges war auch identisch mit dem von mir gebuchten Zug. Dieser Zug hatte im Endeffekt ca. 140 Min. Verspätung am Ziel. Der Zugbegleiter hat nichts zu meiner Anwesenheit im "falschen" Zug gesagt, obwohl ich einen anderen, auch verspäteten Zug mit Sitzplatzreservierung gebucht hatte.

Ahrthor
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Die Antwort von Benutzerin ist absurd und falsch. Es geht hier nicht darum wie hoch die Verspätung des falschen oder alternativ genutzten ICE war sondern die Fahrgastrechte sprechen eindeutig von „Verspätung am Zielbahnhof“.

Der eigentlich gebuchte ICE 1094 sollte um 20:37 Uhr in Hamburg Hbf sein. Der irrtümlich bzw. alternativ genutzte ICE 72 war tatsächlich um 22:07 Uhr in Hamburg Hbf. Die zeitlich Differenz zwischen beiden Zügen liegt somit bei „nur“ 90 min. Und somit werden lediglich 25% des Reisepreises für die einfache Fahrt erstattet.

Gruß, Tino!

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Joeopitz
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Hallo Ahrthor,

wenn bei Abfahrt schon abzusehen war, dass der gebuchte Zug mindestens 20 Min. Verspätung am Ziel haben wird, wäre eine evtl. Zugbindung aufgehoben und Du dürftest den anderen Zug nehmen.

In diesem Fall hast Du natürlich Anspruch auf Entschädigung nach den Fahrgastrechten.

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Hatten Sie einen Zug mit Zugbindung gebucht?
Aber eigentlich: wenn Sie auf Ihrem Ticket einen Stempel haben, der beweist, dass Sie in einem 140 Minuten verspäteten Zug saßen, sollten Sie auf jeden Fall eine Erstattung über das Fahrgastrechte-Formular versuchen.

Hallo Ahrthor,

kann es sich eventuell um einen sogenannten „Flügelzug“ handeln der aus zwei Zugteilen und zwei Zugnummern besteht?

Ansonsten gilt natürlich folgendes: Sind Sie versehentlich in einen falsch Zug eingestiegen und haben Sie dadurch einen Zug „erwischt“ der verspätet war greifen die Fahrgastrechte natürlich nicht sofern der eigentlich gebuchte Zug pünktlich unterwegs gewesen ist. Das Servicecenter Fahrgastrechte prüft selbstverständlich nach sonst könnte jeder Fahrgast in einen x-beliebigen verspäteten Zug steigen und immer die Fahrgastrechte in Anspruch nehmen.

Vielleicht können Sie uns zum Verkehrstag auch noch die entsprechende Zugnummer nennen um Licht ins Dunkel zu bringen.

Gruß, Tino!

Hallo Ahrthor,

hier kann Ihnen nur eine Antwort gegeben werden, wenn Sie uns mitteilen, welchen Zug Sie ursprünglich zu welchem Angebot gebucht und welchen Sie tatsächlich genutzt haben. /ka

Ahrthor
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Ausführliche Ergänzung:
Gebucht hatte ich für den Mo., 30.07.2018, den ICE 1094 von Frankfurt Hbf nach Hamburg Hbf, Abfahrt 16.58 Uhr. Ticket: Online Ticket (Sparpreis / Spar2000)
Um 16.50 Uhr stand der ICE 72 am Gleis 8, die Anzeige am Bahnsteig zeigte "meinen" Zug an, 16.58 Uhr nach Hamburg Hbf. Dieser Zug hatte in seiner Anzeige als Ziel "Hamburg Hbf" angezeigt. Ich stieg in den bereit gestellten ICE. Im Zug, während der Fahrt, hörte ich Gespräche, dass dieser Zug eine Stunde Verspätung hätte. Da der Zugbegleiter mich nicht darauf ansprach, konnte ich ja nicht ganz falsch sein, da mich der Zug ja ohnehin an mein Ziel bringen wird.
Bei Kassel gab es zudem einen Böschungs- und Waldbrand, der diese Verbindung zusätzlich verspäten ließ.
Mein Geschäftspartner, der in Frankfurt auf einen anderen Zug wartete, teilte mir später mit, dass mein Zug (der ICE 1094) etwa 25 Min. später in den Frankfurter Bahnhof einfahren konnte, da der ICE 72 vorher am selben Gleis einfuhr. Von daher ist davon auszugehen, dass der ICE 1094 am Abend auch mit einer Verspätung in Hamburg einfuhrt. Nur ich saß, wie beschrieben, ja im ICE 72.
Daher müsste vielleicht festgestellt werden, wie viel Verspätung denn der von mir eigentlich gebuchte ICE 1094 hatte, um meine zeitlich korrekte Verspätung zu ermitteln.

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So, wie Sie das beschreiben, bewerte ich es folgendermaßen.
'Ihr' ICE hatte über 20 Minuten Verspätung bei Ankunft: Zugbindung aufgehoben, sie konnten an diesem Tag in jeden anderen Zug Richtung Hamburg steigen.
Sie haben alternativ den am Gleis stehenden ICE genutzt. Dies ist durch Zangenabdruck belegt. Mit dem Fahrgastrechte-Formular reichen Sie dieses Ticket mit den Angaben des von Ihnen genutzten ICE 72 zur Erstattung ein. Wenn dieser Zug dann mit 140 Minuten Verspätung in Hamburg eintraf, stehen Ihnen meiner Meinung nach 50% des Fahrpreises zu.

Die Antwort von Benutzerin ist absurd und falsch. Es geht hier nicht darum wie hoch die Verspätung des falschen oder alternativ genutzten ICE war sondern die Fahrgastrechte sprechen eindeutig von „Verspätung am Zielbahnhof“.

Der eigentlich gebuchte ICE 1094 sollte um 20:37 Uhr in Hamburg Hbf sein. Der irrtümlich bzw. alternativ genutzte ICE 72 war tatsächlich um 22:07 Uhr in Hamburg Hbf. Die zeitlich Differenz zwischen beiden Zügen liegt somit bei „nur“ 90 min. Und somit werden lediglich 25% des Reisepreises für die einfache Fahrt erstattet.

Gruß, Tino!

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Ach so.
Mal angenommen, mein ursprünglich gebuchter Zug von Frankfurt nach München - 15:54 ab/19.14 an - würde ausfallen.
Ich erfahre dies rechtzeitig, die Zugbindung ist aufgehoben. Da ich unbedingt um 20 Uhr in München sein muss, nehme ich den ICE um 14:20 ab/18:11 an. Dieser Zug trifft jedoch wg. einer Signalstörung erst um 20:14 in München ein. Dann habe ich Ihrer Theorie nach nur 60 Minuten Verspätung. DAS ist absurd.

Ahrthor
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Mir geht es hier lediglich darum meine Verspätung korrekt einzureichen, auf eine Stunde oder 25% hin oder her kommt es mir nicht drauf an. Ich werde meine Unterlagen mit einer entsprechenden Notiz versehen und abwarten was draus wird. Schönen Dank an alle.

Joeopitz
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Wenn ich mich wegen eines Ausfalls oder einer Verspätung für eine ganz andere andere Verbindung entscheide, dann ist die ürsprünglich geplante Verbindung hinfällig. Entscheidend ist geplante und tatsächliche Ankunft der Verbindung mit der ich tatsächlich fahre. Insoweit hat Benutzerin recht.

Wenn ich aber am Bahnhof oder Unterwegs von einer Verspätung meines Zuges heimgesucht werde, kann ich andere Züge nutzen um gegebenenfalls schneller ans Ziel zu gelangen. Gelingt es mir trotzdem nicht zur ürsprünglich geplanten Zeit am Zielbahnhof zu sein, dann habe ich Verspätung. Dabei ist es egal ob mein genutzter Zug am Zielbahnhof mit oder ohne Verspätung eintrifft, sondern nur wann. Meine Verspätung ist dann die Zeit die ich später am Zielbahnhof wie ursprünglich vorgesehen.
Das scheint hier zuzutreffen.

Hallo Ahrthor
Verspätungen von Zügen mit denen Sie nicht gefahren sind, haben auch keinen Einfluss auf die Erstattung. Ihr Zug hatte Verspätung, deshalb nutzten Sie den bereitstehenden ICE um ans Ziel zu gelangen. Dadurch konnten Sie Ihre Verspätung mindern. Sollten Sie dennoch 60 Minuten oder mehr nach Ihrer geplanten Ankunft in Hamburg angekommen sein, stehen Ihnen 25% des Reisepreises zu. Wenn Sie erst 2 Stunden nach der ürsprünglich geplanten Zeit Hamburg erreichen stehen 50% zu.

Entschädigung gibt es nicht, weil Sie mit einem verspäteten Zug ankommen, sondern weil Sie später ankommen.

Danke für die Erklärung, Joeopitz. Genau so ist es.

Wenn ich meine Fahrt angetreten haben und unterwegs einen anderen Zug nehme, aufgrund der Verspätung des Anschlusses, wird die Zeit, zu der ich ursprünglich angekommen wäre zugrunde gelegt. In diesem Fall die planmäßige Ankunft von ICE 1094.

Benutzerin, auch in Ihrem Beispiel würde die ursprüngliche Zeit zugrunde gelegt werden.

Würden Sie jetzt aber am Vortag erfahren, dass der Zug wegen Bauarbeiten ausfällt und Sie lassen sich das Ticket auf den anderen Zug umschreiben, wird die planmäßige Ankunft dieses Zuges zugrunde gelegt. /ti

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Da würde mich jetzt aber mal folgender Fall interessieren:
Ich habe ein Flexpreisticket Frankfurt/Hamburg für den Vormittag gebucht. Dieses erlaubt mir (noch...) damit auch am Nachmittag desselben Tages zu reisen. Ich besteige damit den Zug, mit dem der Fragesteller nach Hamburg gefahren ist. Auf welcher Basis wird denn dann die "Verspätung am Zielbahnhof" berechnet?

Joeopitz
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Da ist die Frage was war der Plan?

Wenn ich mit einem Flexpreisticket den Zug des Fragestellers nutzen wollte, müsste ich schon 1-2 Stunden früher auf dem Bahnhof gewesen sein und gewartet haben bis der Zug endlich kommt. Dann wäre ich mit großer Verspätung abgefahren und auch angekommen. Ich hätte auch Anspruch auf Entschädigung, vorausgesetzt es wäre in den 1-2 Stunden kein anderer Zug gekommen, mit dem ich früher am Zielbahnhof eintreffen könnte.

Komme ich jedoch zum Bahnhof und stelle fest, alle Züge fahren eine Stunde verspätet, kann ich statt des geplanten Zuges einen anderen nehmen und erreiche pünktlich mein Ziel. Der Zug war zwar eine Stunde verspätet, aber ich war pünktlich am Ziel. Keine Entschädigung.

Noch klarer wird das bei einer Umsteigeverbindung A->B->C
Plan
A ab 12:00 B an 13:50
B ab 14:00 C an 15:10

Aufgrund einer Störung haben alle Züge B->C 130 Min. Verspätung. Mein Anschluszug wird erst um 16:10 in B abfahren und um 17:20 in C eintreffen.
Ich kann aber den Zug 12:00 lt. Fahrplan erreichen der um 14:10 mit +130 in B abfährt. Der Zug kommt um 15:20 mit +130 in C an.

Mein geplanter Zug hatte 130 Minuten Verspätung.
Der Zug den ich tatsächlich benutzte hatte 130 Minuten Verspätung.
Ich bin aber mit 10 Minuten Verspätung angekommen und erhalte keine Entschädigung.

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Bei einer Umsteigeverbindung lässt sich die Frage viel einfacher beantworten, weil die Konsequenzen der Verspätung für die Reisekette klar ersichtlich sind.
Aber bei einer umstieglosen Verbindung kann sich "Verspätung am Zielbahnhof" doch nur auf die Abweichung von der planmäßigen Ankunftszeit des Zuges, in dem man sitzt, beziehen.
Wie soll man denn - gerade beim Beispiel Flexpreisticket - nachweisen, wann man am Bahnhof war? Bzw. welchen Zug man definitiv besteigen wollte?

Joeopitz
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@Benutzerin

„Wie soll man denn - gerade beim Beispiel Flexpreisticket - nachweisen, wann man am Bahnhof war? Bzw. welchen Zug man definitiv besteigen wollte?“
Wann man am Bahnhof war, kann und braucht man nicht nachweisen.
Wenn ich aber in einen verspäteten Zug einsteige und eine Erstattung wegen der Verspätung dieses Zuges haben möchte, sollte meine Absicht gewesen sein mit diesem Zug zu fahren und pünktlich anzukommen. Zumindest hypothetisch sollte ich zur Abfahrtzeit des Zuges am Bahnhof gewesen sein. Sollte zwischen der geplanten Abfahrtszeit und der tatsächlichen Abfahrt keine Möglichkeit bestanden haben einen anderen Zug zu nutzen um mein Reiseziel zu erreichen, bin ich aufgrund der Zugverspätung natürlich zu spät angekommen und habe Anspruch auf Erstattung. (Da sind wir uns zu 100% einig).
Ist es aber z.B. wegen größerer Störungen so, dass auch andere Züge Verspätung hatten und zwischen der geplanten Ankunftszeit und der tatsächlichen Abfahrtszeit des benutzten Zuges noch ein anderer evtl. verspäteter Zug in Richtung meines Zielbahnhofes fuhr, dann hätte ich diesen Zug benutzen können um früher meinen Endbahnhof zu erreichen. Ein Zug hatte dann zwar Verspätung, aber ich konnte trotzdem mit einer anderen Verbindung meinen Zielbahnhof mit weniger als 60 Minuten Verspätung erreichen. Wenn ich diesen Zug nicht genutzt habe bin ich aus freier Entscheidung mit einem späteren Zug gefahren. Die spätere Ankunft ist dann nicht mehr Bahnverschulden (die Möglichkeit früher anzukommen hat die Bahn geboten) sondern meine Entscheidung den späteren Zug zu nutzen. Dann bin ich später angekommen, weil ich später losfahren wollte. Kein Fall für Fahrgastrechte sondern persönliche Entscheidung.