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Wieso stellt Zugbegleiterin keinen Taxi-Gutschein aus?

Es kam auf der Strecke von Düsseldorf nach Detmold mit Umstieg in Altenbeken bereits zweimal innerhalb einer Woche vor, dass sich die Zugbegleiterin sich weigerte den Passagieren, die in Altenbeken auf Grund der Verspätung ihre (wohlgemerkt) letzten Anschlusszüge für diesen Tag nicht mehr erreichen, einen Taxi-Gutschein auszustellen. Sie machte sich nicht einmal die Mühe den Anschlussreisenden mitzuteilen, wie viele weitere Personen denn imZug noch in die selbe Richtung müssen (beispielsweise per Lautsprecherdurchsage im Zug hätte man alle Passagiere mit weiteren Fahrzielen, die nicht mehr erreicht werden zusammenrufen können, sich bei ihr am Zugende zu melden). Stattdessen wechselt die Zugbegleiterin, nachdem ich sie gefragt habe, warum mir denn kein Taxi zustehe einfach in einen angekoppelten Zug und lässt sich während der gesamten Fahrt nicht mehr in dem Zugteil, in dem ich sass, blicken.
Ich habe mich bei der Bahn noch nie über eine Verspätung beschwert. Da ich Techniker bin, weiss ich das die kleinste Unregelmässigkeit im Betriebsablauf zu einer Verspätung führen kann, und aAuswirkungen von aussen unmöglich alle in den yFahrplan miteinberechnet werden können. Aber das mir die Bahn dann trotz der von ihr verursachten Verspätung nicht versucht mir zu helfen noch amselben Tag mit dem Taxi mein Ziel zu erreichen (wir sprechen hier von 50 Euro für ein Taxi von Altenbeken nach Detmold, wir waren vier Personen, die konnten alle in einem Taxi untergebracht werden), das finde ich verantwortungslos und eine Unverschämtheit. Ich. fühlte mich als wäre ich selbst für die Verspätung verantwortlich, da ich ja auch einen Zug früher nehmen hätte können? Aber das beste kommt noch: Am Schalter in Altenbeken war um 23 Uhr (!!!) noch. jemand da (entgegen der Aussage der Zugbegleiterin, die mir sagte, so spät seien die Bahnhöfe nicht mehr besetzt, und sie könne dort niemanden erreichen). Als ich diesem freundlichen Herrn gesagt habe, dass wir nach Detmold weitermüssen, meinte er wieso ich nicht in Paderborn ausgestiegen sei, so wie er es mit der Zentrale vereinbart hatte. Die Zugbegleiterin hatte also offensichtlich nicht mal mit der Zentrale kOntakt aufgenommen. Wie kann so etwas bei einem verspäteten Zug überhaupt passieren? Was sage ich. das nächste Mal zu einer Zugbegleiterin, die mir einen Taxigutschein verweigert?

Anonym
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Hallo Gulliver,

sehr ärgerlich, wenn es am späten Abend mit der Verbindung nicht klappt und man den letzten Anschluss nicht mehr bekommt. Warum Sie die Zugbegleiterin nicht über mögliche Reisealternativen informierte verstehe ich auch nicht.

Zum Taxigutschein. Vielleicht hatte die Zugbegleiterin gar keine Gutscheine. Ein Zugbegleiter muß keine Taxigutscheine haben. Es gibt auch keinen Anspruch auf einen Taxigutschein. Der Gutschein ist eine zusätzliche Serviceleistungen damit Sie nicht in Vorkasse gehen müssen.

Wenn es die letzte Verbindung des Tages war und Sie Ihr Ziel nicht mehr erreichen, haben Sie aber Anspruch auf Erstattung der Taxikosten bis max. 80 EUR. Wenn Sie Ihr geplantes Ziel (also Detmold) durch die Verspätung mit mehr als 60 Minuten Verspätung erreichen, steht Ihnen zusätzlich eine Entschädigung in Höhe von 25% (bei mehr als 120 Minuten 50%) des Ticketpreises zu.

Dazu müssen Sie das Formular Fahrgastrechte ausfüllen und mit allen Unterlagen (Fahrkarte, Taxiquittung etc.) an das

Servicecenter Fahrgastrechte
60647 Frankfurt am Main
Deutschland

schicken. Das Formular finden Sie hier:

https://www.bahn.de/wmedia/view/mdb/media/intern/fahrgast...

Viele Grüße
Joe

Taxigutscheine haben aber schon für die DB-Vorteile. Die DB kann bestimmen, dass z.b. wie oben genannt 4 Personen in einem Taxi zum Ziel fahren, was bei der Fahrt für 50 Euro pro Person nur 12,50 Euro an Kosten für die Bahn wäre.
Wenn nun kein Bahngutschein ausgegeben wird und es sind nur Einzelreisende und der Kunde muss alles erst mal auslegen, kann es im ungünstigsten Fall sein, dass jeder ein separates Taxi nimmt und die DB hat dann 4x50 Euro Kosten zu erstatten. Ob das so gewollt wäre?

Anonym
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Vielen Dank, Joe, für die Antwort. Das einTaxigutschein lediglich eine Serviceleistung ist, habe ich mir schon gedacht. Was mich eher gestört hat, waren die Aussagen der Zugbegleiterin: Sie hat sich um Kopf und Kragen geredet, nur um mir keinen Gutschein ausstellen zu müssen.
Sie könne zwar Gutscheine ausstellen, aber nur wenn ihr Fahrdienstleiter ihr das erlaube. Sie würde ansonsten grossen Ärger (vom Fahrdienstleiter?) bekommen. In diesem Fall hat der Fahrdienstleiter die Ausstellung des Gutscheins verweigert, mit der Begründung, dass es ja nich eine Zugverbindung gäbe, mit der ich am nächsten Tag um 5:55 Uhr morgens in Detmold ankommen würde! (Inklusive einer Wartezeit von 1 Std. 30 min am wunderbaren Bahnhof in Brackwede, sowie einer Wartezeit von 2 Std. 46 min in Bielefeld). Ist das denn tatsächlich eine Lösung, die ich als Kunde akzeptieren muss? [Ursprünglich laut Fahrplan wäre ich um 22:40 Uhr am selben Tag in Detmold angekommen.)

kabo
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Sehr abenteuerlich.
Dass Zugbegleiter erst bei einer übergeordneten Stelle nachfragen müssen, bevor Gutscheine ausgegeben werden dürfen, trifft aber meines wissens zu.
Das was es kompliziert macht, ist am Ende die Kostenaufteilung zwischen verschiedenen Bahnen. (Gerade in NRW gibt es ja besonders viele unterschiedliche Bahnbetreiber.) Das Taxi bezahlen muss am Ende die Bahn, die die Verspätung verursacht hat. Wenn Sie das Taxi erst selbst bezahlen und die Rechnung beim Servicecenter Fahrgastrechte einreichen, prüft das Servicecenter Fahrgastrechte, wer Schuld an der Verspätung ist - dem Unternehmen wird die Erstattung, die Sie erhalten, in Rechnung gestellt. Das ist aus Sicht der Bahnbetreiber fair.
Bei einem Taxigutschein schickt das Taxiunternehmen die Rechnung direkt an die Bahn, von der der Gutschein stammt, egal wer die Verspätung verschuldet hat. Der Bahnbetreiber, von dem der Gutschein stammt, bleibt auf den Taxikosten sitzen - auch wenn der Bahnbetreiber die Verspätung vielleicht gar nicht selbst verursacht hat. Das ist für den Kunden natürlich bequem. Für den Bahnbetreiber wird es aber auf die Dauer zu einem ordentlichen Verlust, wenn man ständig Taxigutscheine ausgibt, ohne vorher zu prüfen, wer denn Verursacher der Verspätung ist. Kein Bahnbetreiber gibt gerne einen Gutschein aus, wenn eigentlich ein anderer Bahnbetreiber zahlungspflichtig wäre.

Hallo Gulliver,

die Community hat Sie hier über die Details der Ausgabe von Taxigutscheinen und der Übernahme der Taxikosten sehr ausführlich und umfassend informiert. Dem kann ich mich nur anschließen. /ka