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Wann reagiert die Bahn ? Bahncomfort Sitzplätze

Das Thema ist schon oft diskutiert worden. Allerdings ändert die Bahn ihre Politik nicht. Als Bahncomfort Inhaber (BC100) ist man ständig mit Personen konfrontiert, die ohne Comfortstatus auf den Bahncomfort Sitzplätzen sitzen. Es ist für Reisende nicht zumutbar, selber die Fahrkarten zu kontrollieren. Warum wird der Comfortstatus nicht mit der Fahrkartenkontrolle gecheckt. Warum erfolgt bei überfüllten Zügen keine Durchsage, dass Nichtinhaber von Bahncomfort die Sitzplätze freigeben?

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@whitysebastian
Warum kommen Sie sich veräppelt vor?
Der SuperSparpreis-Kunde hat mit 19,90€ doch mehr für die Fahrt bezahlt als Sie.
Der BC100(2.Kl.)-Kunde zahlt nur 11,70€ pro Tag.

Was immer wieder vorkommt - und ich nie verstehen werde: Als BC100-Kunde ist man einer der Kunden, an denen die DB am allerwenigsten verdient (von den 11,70€/Tag verbleiben 9,83€/Tag bei der DB, der Rest ist MwSt.). Warum haben so viele BC100-Kunden die Erwartungshaltung, dass ihnen mehr Wertschätzung entgegen gebracht wird, als Gelegenheitskunden, die für ihre Fahrt viel mehr bezahlen?

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@kabo
Das mit den 11,70 pro Tag mag als Rechnung zwar korrekt sein, entspricht aber wahrscheinlich nicht dem Nutzungsverhalten der meisten BC-100-Vielfahrer.
Und kann man wirklich behaupten, dass die DB an den BC-100-Besitzern am wenigsten verdient? Die machen immerhin einen Jahresumsatz von mindestens 4270 Euro - egal, ob sie die Karte nutzen oder nicht. Wieviel setzt ein 19,90-Euro-Gelegenheitsfahrer wohl jährlich um?
Ansonsten hat, wer oft mit der Bahn fährt, vermutlich auch ziemlich viele Verspätungen unter 60 Minuten.

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Lieber Kabo, die Rechnung ist doch Unsinn. Ich z.B. Bin Wochenendpendler und fahre 2x pro Woche 450km. Dafür zahle ich abzüglich Urlaub ca. 50€ pro Fahrt.

Leo
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Der effektive Preis pro Fahrt, und damit die angemessene Entschädigung, kommt sehr auf den Einzelfall an:

1. Täglicher Fernpendler: Bei den beim Finanzamt im Rahmen einer 5-Tage-Woche üblichen 230 Arbeitstagen pro Jahr sind es 4270€/230 = 18,57€ pro Arbeitstag oder sogar nur 9,28€ pro Fahrt. Aber nur die allerwenigsten dürften auch am Wochende und im Urlaub fleißig Bahn fahren, um das angegebene Minumum von 4270€/365.24=11,69€ pro Kalendertag auszunutzen.

2. Wöchentlicher Fernpendler: Die üblichen 230 Arbeitstage pro Jahr ergeben rechnerisch 230/5=46 Arbeitswochen. Dann ergibt sich pro Hin- und Rückfahrt 4270€/46 = 92,82€ bzw. 46,41€ pro Einzelfahrt.

Im Vergleich zum Flexpreis mit einer Bahncard50 (anteilige Kosten pro Hin- und Rückfahrt 255€:46=5,54€) lohnt sich die Bahncard100 also nicht, wenn die Hin- und Rückfahrt mit Bahncard50-Ermäßigung weniger als 92,82€-5,54€=87,28€ kostet, ggf. auch Flex- und Sparpreis gemischt. Man erhält also mit der Bahncard100 keinen allzu großen zusätzlichen Rabatt, aber die große Flexibilität gegenüber einem Sparpreis.

Wer dank City-Ticket bzw. Gültigkeit in der S-Bahn auf eine zusätzliche Karte für das tägliche Pendeln vor Ort verzichten kann, wird als Wochenendpendler natürlich eher zu einer Bahncard100 greifen.

3. Bahnfreunde im (Vor-)Ruhestand

Dank vermehrter Reisen im Ausland bleiben von früher mal 46 Arbeitswochen jetzt höchstens noch 40 potentielle Inlands-Bahnfahr-Wochen mit höchstens 2 Reisen (man hat jetzt ja Zeit, sich das Ziel gemütlich anzuschauen), macht höchstens 80 Reisen pro Jahr, also 4270€/80=53,38€ pro Hin- und Rückfahrt. Das ist jetzt zwar theoretisch werniger als der Wochend-Fernpendler zahlt, aber andererseits fährt man oft auch nur kürzere Strecken und kann auch alternativ auf nachfrageschwache Zeiten mit günstigen Sparpreisen ausweichen, was der Wochenend-Fernpendler eher selten kann.

Bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel vor Ort wird die Bahncard100 durch das City-Ticket einserseits wieder attraktiver, durch günstige Senioren-Abos gerade großer Verkehrsverbünde (wie VRR oder VBB) aber wieder unattraktiver – wie auch durch kleinkarierte City-Ticket-Gültigkeit z.B. nicht in Ratingen oder nicht im MVV in den Ringen 5 bis 16.

Wenn die Bahncard100 angeblich so günstig ist, wieso haben nicht mehr Leute eine, z.B. wie ein GA=GENERAL-Abonnement in der Schweiz?

Ist zwar schon etwas älter, aber so ähnlich hört es sich in der Diskussion immer noch an:

https://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/206/gegen-...

kabo
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"Und kann man wirklich behaupten, dass die DB an den BC-100-Besitzern am wenigsten verdient?"
-> Ja, da bin ich mir ziemlich sicher**.

Die meisten BC100-Kunden sind dann unterwegs, wenn die Züge gut ausgelastet sind. Auf die Gruppen "Tagespendler" (fahren zur Berufsverkehrszeit) und "Wochenendpendler" (fahren Fr/So) entfallen die meisten BC100-Kunden. Zu diesen Zeiten sind kaum oder keine Sparangebote verfügbar. Die meisten BC100-Fahrten ersetzen also eine Flexpreisfahrt. Und an Flexpreistickets wird bekanntlich am meisten verdient.

Betrachtet man stark ausgelastete Züge, kann man sogar so weit gehen:
Ein BC100-Reisender bringt betriebswirtschaftlich Verlust, wenn er einem voll zahlenden Flexpreiskunden den Platz wegnimmt. Ein BC100-Reisender, der aufs Auto wechselt, und damit seinen Platz für einen voll zahlenden Flexpreiskunden frei macht, ist betriebswirtschaftlich gesehen eine Gewinn.

Und jetzt kann man überlegen, warum Fernbusanbieter kein(!) Angebot haben, das einer BC100 entspricht (z.B. 1 Jahr Fernbus fahren für 4000€). Es lohnt sich nämlich nicht. Es ist lohnenswerter die Plätze im Bus durch Einzelverkauf zu füllen, selbst wenn man die Tickets verramscht.

** Es gibt natürlich BC100-Kunden, die die BC100 kaufen, aber dann nicht/kaum nutzen. An denen verdient die DB natürlich am meisten. Das dürften aber die allerwenigsten sein. Realistisch dürfte sein, dass die allermeisten BC100-Kunden ihre BC100 so oft einsetzen, dass sich die BC100 gegenüber dem Kauf von Einzeltickets auch "lohnt".

Anonym
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Also erstens geht die Rechnung bei mir und den meisten im Vergleich mit normalen Sparpreistickets gerade so auf, zweitens würde ich, wenn ich keine BC 100 hätte öfter auf Flugzeug/Fernbus oder Auto umsteigen, womit der betrienswirtschaftliche Gewinn wieder in Frage gestellt werden könnte und zum dritten und wichtigsten Punkt ging es hier nicht explizit um die Vorteile der BC 100 sondern um das bahn.comfort Peogramm, dass ja auch für alle „Normalfahrscheininhaber“ gilt, auch wenn sie nur den halben Umsatz (2000€) erbringen. Es ist schlicht für ALLE bahn.comfort Kunden ärgerlich, wenn mit Vorzügen geworben wird, die keine sind. Wenn ich bei Fluggesellschaften den einen bestimmten Status als Vielflieger habe, dann bekomme ich auch bestimmte Leistungen (Priority Boarding und Check in etc.) Es geht um die Glaubwürdigkeit und nicht um die Rentabilität der BC 100!

Ich nutze die BahnCard 100 eigentlich nur noch als Back Up für spontane Fahrten, den Rest fliege ich... Und selbst bei den spontanen Fahrten hab ich meist ne std. Verspätung weil der Anschlusszug nicht warten.

Anonym
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Heute habe ich im Sprinter (ICE 3) von Berlin nach München neue, eindeutige Aufkleber an den Sitzen gesehen. Die Plätze waren zwar dennoch alle belegt, aber immerhin wurde auf die Kritik reagiert. DANKE!