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ICE Strecke Berlin - Magdeburg? Landeshauptstadt wird nicht vom ICE angefahren, man soll in Hannover umsteigen?

Man soll in Hannover umsteigen?
Finde den Fehler!
Oder ist Magdeburg plötzlich nicht die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt?
Oder wohnt da eh keiner mehr, wie im Rest vom Osten und der Bhf wurde annähernd abgehängt?
Es wäre schön, wenn mir jemand sagt, wo die Eingabemaske bei mir haken könnte! Danke im Voraus!

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kabo
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Zwischen Magdeburg und Berlin gibt es keine ICE-Strecke.
Die ICE-Strecke Berlin-Hannover verläuft über Stendal (bzw. sogar kanpp an Stendal vorbei).
Dass die ICE-Verbindung zwischen Berlin und Hannover an Magdeburg vorbei führt, ist übrigens noch eine Nachwirkung der DDR. Die Grundzüge der Plaung gehen noch auf die Zeit vor der Wiedervereinigung (und damit vor der Gründung des Landes Sachsen-Anhalt) zurück. Für den Transit von Westdeutschland nach Westberlin wollte die BRD die kürzestmögliche Strecke und die DDR wollte die Strecke möglichst weit weg von größeren Orten haben (damit die Ost-Bürger nicht so oft West-Züge sehen müssen und auf Republikflucht-Gedanken kommen).

Zwischen Berlin und Magdeburg verkehren seit vielen Jahren so gut wie keine ICE Züge. Das ist eine RE (RegionalExpress) Strecke mit vereinzelten IC Zügen nach Berlin. Zu bestimmten Tagen fährt noch ein einzelnes ICE Zugpaar in der Nacht zwischen 0 und 4 Uhr.

ICE Züge von Berlin fahren weiträumig an Magdeburg vorbei. In westlicher Richtung verlassen Sie Berlin über den Bahnhof Spandau. Über die Schnellfahrstrecke geht es dann ohne Halt an Stendal vorbei. Der erste Halt hinter Spandau ist Braunschweig oder Wolfsburg.

Eine Übersicht der ICE Linien finden Sie hier:

https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/fahrplan_und_bu...

Zwischen Berlin und Magdeburg nutzen Sie einfach den RegionalExpress. Der fährt mit Tempo 160 zwischen Landes- und Bundeshauptstadt. Schneller könnte ein ICE da auch nicht fahren, da schneller als 160 auf dieser Verbindung nicht möglich ist.

Viele Grüße

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA,

das eine Stadt Landeshauptstadt ist, macht sie nicht automatisch zu einem ICE-Halt. Neben Magdeburg halten auch in Trier oder Schwerin keine ICEs. Ein ICE-Halt in Magdeburg für die Relation Berlin—Hannover—Ruhrgebiet würde die Fahrzeit um 60 Minuten verlängern. Das steht in keinem vernünftigen Verhältnis.

Wenn Sie für die Fahrt von Berlin nach Magdeburg aber unbedingt einen ICE nutzen wollen, bietet sich die Nachtverbindung (23.52 Uhr) ab Berlin Hauptbahnhof an. /ti

Wobei nun Trier nicht wirklich Landeshauptstadt ist.

Dafür aber Potsdam. Da verkehren auch nicht so richtig ICE Züge.

Halle dagegen liegt genau wie Magdburg in Sachsen-Anhalt, ist keine Landeshauptstadt, hat aber sehr intensiven ICE-Verkehr.

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Ok. Danke an alle Antwortenden! Ich sehe es ein! Aber für mich liegt Magdeburg zwischen Berlin und BS, daher ist es unlogisch, erst nach BS oder H zu fahren.
Da fahre ich sonst immer hin, mir ist bewusst, dass ich da nie in Magdeburg hielt, aber ich dachte, vllt gäbe es da noch eine Strecke, die mir die Maske verwehren möchte, warum auch immer, Baustelle oder so. Neulich wurde da ja angeblich was verbessert. Ist wohl ein Irrtum!

Die Maske ist in Ordnung, der ICE fährt nur seit Jahren eine andere Stecke, Wenn Sie nach Verbindungen Berlin -> Magdeburg suchen finden Sie gute RE Verbindungen über Potsdam-Brandenburg ohne derartige Umwege.

Achten Sie nur darauf, dass bei der Verkehrsmittelwahl auch RB/RE aktiviert ist, sonst bekommen Sie solche komischen Ergebnisse.

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Danke! Natürlich habe ich absichtlich nur IC und ICE angehakt, da ich damit fahren will für 14 €. Der Regio ist nämlich viel teurer. Außerdem unbequem und überfüllt, da immer zu wenig Wagen in den Ferien, zudem unreservierbar.

Es gibt auch eine kreative Möglichkeit mit Sparpreis Tickets (14,90 EUR mit BC Rabatt) den RE zwischen Berlin und Magdeburg zu benutzen. Einfach Berlin-Helmstedt via Magdeburg buchen.

So häufig nutze ich die Strecke von Berlin nach MD nicht um eine zuverlässige Aussage zu Auslastung und Bequemlichkeit zu machen. Meine Fahrten waren aber immer angenehm. Unbequem und voll waren da eher die RE Züge von und nach Stralsund via Prenzlau.

Neptun
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@kabo: Die Transitzüge Hannover - Berlin (West) fuhren nicht über Wolfsburg - Stendal, sondern ausschließlich über Braunschweig - Helmstedt - Magdeburg. Gab es mal Planungen, das zu ändern? Eine Gemeinsamkeit der damaligen Transitzüge mit dem ICE Hannover - Berlin ist aber durchaus der fehlende Halt in Magdeburg...

Hallo Neptun,

es war in etwa so wie kabo schrieb.

Über die Strecke Berlin-Magdeburg-Braunschweig fuhr schon seit 1892 der älteste deutsche D-Zug. 1937 befuhren täglich 5 Zugpaare diese Strecke. Die Strecke über Stendal wurde damals noch stärker befahren und war schneller. Dagegen hatte die Strecke über Magdeburg ihre Bedeutung gerade wegen der durchfahrenen großen Orte (Potsdam, Brandenburg, Magdeburg, Braunschweig).

Nach dem Krieg war die Strecke über Magdeburg ohne größere Schäden geblieben. Deshalb beschlossen die Alliierten diese Strecke für ihre Züge nach Berlin zu nutzen. Auch die Interzonenzüge nach Hannover befuhren diese Strecke. Die Bedeutung der Strecke über Stendal ging stark zurück. Das blieb auch nach der Teilung Deutschlands so. Auch wegen der einwohnerreichen Städte hatte dieses Strecke in der DDR große verkehrspolitische Bedeutung und war in einem für DDR-Verhältnisse guten Ausbauzustand. Hier fuhren neben Binnen- und Transitzügen auch die innerdeutschen Züge mit Halten in der DDR und Westdeutschland. Von ihrem Start-/Zielort in der DDR bis Magdeburg waren diese Züge auch für den DDR-Binnenverkehr freigegeben. Kurzum von Kriegsende bis zur Wiedervereinigung fuhren von Berlin aus alle (Personen)-Züge in Richtung Hannover über Magdeburg. Ab 1993 wurden auf dieser Strecke auch ICE-Züge eingesetzt.

Bereits ab den 1980er Jahren gab es zwischen der DDR und der BRD Gespräche über eine schnelle Transitverbindung zwischen Berlin und dem Bundesgebiet. An einer schnellen Strecke waren beide Seiten interessiert. Hier war es auch der Wunsch der DDR die Strecke abseits der bisherigen Hauptstrecken zu führen. Der Grund war zum einen diese Strecke unabhängig von Störungen im übrigen DDR-Eisenbahnnetz zu betreiben und zum anderen wollte man Potsdam und Magdeburg frei vom Transitverkehr machen. Die Wahl fiel deshalb auf die Verbindung über Stendal-Oebisfelde die entsprechend um- und ausgebaut werden sollte. Bis zum Ende der DDR kam es aber nicht dazu. Im Rahmen des Verkehrsprojekt Deutsche Einheit wurde dafür dann diese Strecke zur Schnellfahrstrecke Berlin-Hannover ausgebaut.

Um zum Ausgangspunkt zurückzukommen. ICE-Züge fuhren von 1993 bis 1998 von Berlin ausschließlich über Magdeburg in Richtung Hannover. Seit Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke ist Magdeburg nahezu vollständig vom ICE Verkehr abgekoppelt.

Neptun
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Vielen Dank an kabo und Joe für die interessanten Infos!
Da diese sich auf Verbindungen Berlin - Hannover beziehen, ist Folgendes nur Ergänzung: Auch über Wolfsburg/Oebisfelde gab es grenzüberschreitende D-Züge, die aber, soweit ich weiß, in aller Regel in Stendal (aus Westen kommend) nach Süden abbogen, also Richtung Magdeburg/Leipzig.

@Neptun

ich hab mal nachgeschaut. Der Grenzübergang Wolfsburg/Oebisfelde war nicht für den Transitverkehr nach Westberlin zugelassen. Aber ein Teil der Interzonenzüge, mit mehreren Halten in der DDR fuhren tatsächlich über Wolfsburg/Oebisfelde.
Beispielsweise der D 441 Köln-Dortmund-Hannover-Wolfsburg-Oebisfelde-Magdeburg-Halle-Leipzig-Zwickau. Der fuhr von Oebisfelde direkt nach Magdeburg, ab da war er auch für den DDR Binnenverkehr freigegeben. Der D 443 Köln->Dresden fuhr von Oebisfelde erst nach Stendal und dann weiter über Magdeburg und Halle.

kabo
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Dass sich die Strecke Magdeburg-Brandenburg-Potsdam-Berlin zu DDR-Zeiten in einem "für DDR-Verhältnisse guten Ausbauzustand" befand, ist meines Wissens aber nicht richtig.

Da die Strecke ja zu einem nicht gerade kleinen Teil auch dem Transitverkehr von/nach Westberlin diente, war das Interesse der notorisch klammen DDR, die Strecke aus Eigenmitteln auszubauen, nicht sonderlich hoch. So wurde sie z.B. zu DDR-Zeiten nicht elektrifiziert, auch die Höchstgeschwindigkeit war bescheiden. Die DDR hatte offensichtlich darauf spekuliert, dass sich die BRD finanziell an einem Ausbau beteiligen würde. Vergeblich, denn die BRD hatte den Fokus bereits auf die neue Strecke über Stendal gelegt, die dann ja auch später (nach der Wiedervereinigung) gebaut wurde.

Als man nach der Wiedervereinigung schnell ICE-Züge von Hannover nach Berlin fahren lassen wolle, war die Strecke über Stendal noch weit von der Fertigstellung entfernt und die Strecke Magdeburg-Brandenburg-Potsdam nicht nur mangels elektrischer Fahrleitung sondern auch wegen des schlechten Zustands für den ICE-Verkehr ungeeignet.

Deshalb wurde auf die Schnelle die weiter südliche verlaufende Verbindung Magdeburg-Güterglück-Wiesenburg-Berlin hergerichtet, die zwar einen Umweg darstellte (und die Städte Brandenburg und Potsdam weiterin vom Fernverkehr abgeschnitten waren), aber bereits zu DDR-Zeit teilweise elektrifiziert war und deshalb einen geringeren Modernisierungsaufwand erforderte.