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EC378, keine englischen Durchsagen

Ich hatte das Missvergnügen, am 7.7. mit dem EC378 von Prag nach Berlin zu fahren. Bis zur deutschen Grenze: alle Ansagen dreisprachig, tschechisch, englisch, deutsch. Danach: nur noch deutsch.

Kurz vor Berlin geriet der Zug in eine Streckensperrung über die das Zugpersonal vorsätzlich irreführend informierte. So wurden aus einer Stunde Verspätung drei. Jedem Zugbegleiter hätte bei einem Blick auf die Karte klar sein müssen, dass bei dem enormen Umweg, der zu fahren war, Berlin niemals mit nur einer Stunde Verspätung zu erreichen gewesen ist.

Zum Glück mussten sich die ausländischen Fahrgäste darüber nicht ärgern, weil sie von allem nichts mitbekommen haben, da KEINE EINZIGE Durchsage in englisch kam. Für die dauerte die Zugfahrt nach Berlin einfach sieben statt vier Stunden und sie werden Bahn in bester Erinnerung behalten.

Ich frage mich, was das DB-Personal eigentlich für eine Arbeitsmoral und für einen Qualitätsanspruch an die eigene Arbeit hat? Gibt es keine VORSCHRIFT, die verlangt, dass wenigstens in internationalen Zügen, die Fahrgäste auf englisch zu informieren sind? Wenigstens bei außergewöhnlichen Vorkommnissen? Was wäre bei einem Unfall o.ä., wenn das Personal ggf. überlebenswichtige Informationen an die Fahrgäste geben muss? Werden dann nur die deutschen gerettet?

diha
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Sparflieger
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Vorweg

Ich bin mit Ihnen einer Meinung, dass in internationalen Zügen die Durchsagen auch in englischer Sprache erfolgen sollten.

Woher haben Sie die Erkenntnis , dass die Zub vorsätzlich falsch informiert haben? Es werden die Infos weiter gegeben, die von der Fahrdienstleitung / Transportleitung gegeben werden.

Ihre weiteren Schlussfolgerungen sind ziemlich abstrus.

Haben Sie denn mal gefragt, warum nicht in englischer Sprache informiert wurde?

diha
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Man gibt also die Informationen weiter, die man von übergeordneter Stelle bekommt, selbst wenn sie offensichtlich falsch sind? Nun gut, dann ist das eben so. Sagt ja auch was aus, über das Personal der Bahn. Was an meinen Schlussfolgerungen abstrus ist, schreiben sie ja nicht. Ihre Gegenfrage, ob ich jemanden vom Personal gefragt habe, ist doch zynisch.Wen hätte ich denn wann fragen sollen? In den vielen Stunden habe ich niemanden vom Personal gesehen, sondern nur durch einen Lautsprecher gehört. Soll ich also durch den Zug laufen und jemanden suchen und fragen, warum sie nicht englisch sprechen? Oder soll ich die Zeit lieber verwenden, meinen Mitreisenden auf englisch selber zu erklären, was eigentlich los ist?

Sparflieger
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Abstrus ist, zu unterstellen oder die Frage zu stellen, dass ggfs nur deutsche Fahrgäste gerettet werden.

Meine Antwort war alles andere als zynisch.

Warten wir jetzt einfach auf die Antwort der Moderatoren.

diha
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Das ist nicht abstrus sondern wäre eine natürliche Folge der Umstände in einem Katastrophenfall! Ich unterstelle da gar nichts. Das Überleben hängt dann ggf. davon ab, wie man sich als Verunfallter verhält. Und das Verhalten hängt stark davon ab, welche Informationen man hat. Das sollte einleuchten.

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Ich kann Ihre Verärgerung, vor allem über die Verspätung und die mangelhafte Kommunikation auf Deutsch absolut nachvollziehen.
Allerdings finde ich, dass Sie das mit den englischen Durchsagen überbewerten.
Zu echten Katastrophen-Fällen, in denen es um das Überleben geht, kommt es bei der Bahn ja glücklicherweise so gut wie nie.
Sollte dieser eintreten: was macht man, wenn die Lautsprecher-Anlage gar nicht mehr funktioniert?
Und wie würde man Fahrgäste retten, die weder Deutsch noch Englisch verstehen? Möchten Sie für jede Sprache in jedem Zug Übersetzer bereithalten?

diha
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Ja gut, ich wollte nur für einen speziellen, sehr seltenen Fall darstellen, was Informationsmangel ggf. bedeuten kann. Ich hätte mich darauf beschränken sollen, WIESO das deutsche Zugpersonal in einem EC nicht mal simpelste Infos auf englisch rausgeben kann, bzw. wieso es dazu nicht verpflichtet ist.

kabo
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Bleiben wir sachlich:
"Gibt es keine VORSCHRIFT, die verlangt, dass wenigstens in internationalen Zügen, die Fahrgäste auf englisch zu informieren sind?"
-> Nein, so eine Vorschrift gibt es nicht.

Auch ich kann die Verärgerung über die große Verspätung und die fehlenden englischsprachigen Informationen nachvollziehen, finde es aber nicht in Ordnung, dass sie gleich das gesamte DB-Personal dermaßen in "Sippenhaft" nehmen > "Ich frage mich, was das DB-Personal eigentlich für eine Arbeitsmoral und für einen Qualitätsanspruch an die eigene Arbeit hat?"
Es ist wie in absolut jedem Unternehmen, es gibt solche und solche - und mir sind erstaunlich oft auch sehr nette und kompetente Zugbegleiter begegnet!

Hallo diha, hier haben Sie schon einige Einwände von der Community erhalten. Ich kann verstehen, wenn es aufgrund der sehr hohen Verspätung von 3 Stunden (Ankunft in Berlin) zu Missmut kommt und man emotional reagiert. Bei einem möglichen Notfall wird niemand alleine gelassen. Sollte jemand die deutsche Ansage nicht verstehen, gibt es andere Wege, wie man sich untereinander helfen kann. In einem solchen Fall würde das Zugbegleitpersonal auch durch die Wagen gehen und die Reisenden aktiv ansprechen, wenn der Zug zum Beispiel verlassen werden muss. Im Zweifel können auch andere Reisende benachbarte Fahrgäste ansprechen und sich untereinander helfen. Die Strecke war wegen polizeilicher Maßnahmen gesperrt, sodass es hier zu erheblichen Einschränkungen im weiteren Verlauf gekommen ist. Tut mir leid, wenn Sie diese Erfahrung machen mussten und hoffe, dass Sie dennoch gut in Berlin angekommen sind. /ch

diha
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Ihrer Antwort entnehme ich, dass sie kein Problem darin sehen, dass ausländische Gäste ganz grundsätzlich über gar nichts informiert werden, weil kein Zugpersonal in einem GRENZÜBERSCHREITENDEM Zug willens oder in der Lage ist, englisch zu reden.

Der Grund für die Verspätung ist mir bekannt und ich verstehe vollkommen, dass die Bahn im Grunde keine Schuld daran trägt. An der irreführenden - und ich bleibe dabei - vorsätzlich falschen - Informationspolitik ändert das nichts. Es wurde EINE Stunde Verspätung angegeben, für einen Riesenumweg und Langsamfahrt, die dann in Wirklichkeit eben drei Stunden dauert. Für den Missmut unter den Reisenden ist dann ebenfalls ALLEIN die DB verantwortlich, da man hier natürlich an Angehörige etc. aus dem Zug heraus falsche Infos weitergibt.

Es ist zum wiederholten Male eben NICHT das Problem, dass überhaupt Störungen oder Zwischenfälle wie hier passieren, sondern die Art und Weise, wie DB damit umgeht.

Sparflieger
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Die Verspätung wird ja auf Grund der vorliegenden Daten errechnet unter Einberechnung der normalen Geschwindigkeiten. Im Verlauf auftretende Langsamfahrstellen oder Stopps kann niemand vorhersagen.

Ich bin Vielfahrer und habe vergleichbar Situationen schon oft erlebt.

Wenn denn das Zugpersonal jeden weiteren Stopp und Schleichfahrt ansagt und begründet, habe ich bisher immer erlebt, dass die Leute genervt sind .

kabo
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"Ihrer Antwort entnehme ich, dass sie kein Problem darin sehen, dass ausländische Gäste ganz grundsätzlich über gar nichts informiert werden, weil kein Zugpersonal in einem GRENZÜBERSCHREITENDEM Zug willens oder in der Lage ist, englisch zu reden."
-> Englische Sprachkenntnisse, die über Schulwissen hinausgehen, sind keine Einstellungsvoraussetzungen bei DB Fernverkehr. Und das Schulwissen ist halt oft lange her.
(Ich habe in der Schule z.B. französisch gelernt, ich war sogar ziemlich gut. Aber das ist jetzt >20 Jahre her. Wenn mein Arbeitgeber jetzt von mir erwarten würde, einen Kunden auf französisch anzurufen, würde ich ihm einen Vogel zeigen und / oder der Kunde sich über meine Sprache kaputtlachen.)

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"Ihrer Antwort entnehme ich, dass sie kein Problem darin sehen, dass ausländische Gäste ganz grundsätzlich über gar nichts informiert werden, weil kein Zugpersonal in einem GRENZÜBERSCHREITENDEM Zug willens oder in der Lage ist, englisch zu reden."

Nein, auch ich sehe darin kein Problem. Auch in zahlreichen nicht-grenzüberschreitenden Zügen befinden sich viele Reisende, die die deutsche Sprache nicht verstehen.
Und um in Ausnahmesituationen (also außerhalb von Standardansagen) korrekte Ansagen in einer Fremdsprache machen zu können, braucht es auch mehr als Schulenglisch.

Das Problem, dass 1 als Vielfahrer_in oft mehr weiß als bekannt gegeben wird, ist bekannt. Mit der Zeit wird die Bahn da ein bisschen besser, so gibt es z.B. jetzt die "Verspätung aus vorangegangener Fahrt", was früher noch nicht funktioniert hat (es wurde zwar angekündigt, dass sich die Ankunft eines Zuges verspätet, aber nicht, dass sich dadurch auch die Anschlussleistung verzögert).

Bei den englischen Durchsagen ist es leider so, dass viele Mitarbeitende nur eine Kurz-Schulung für die Standardansagen auf Englisch bekommen haben, aber nicht genug Englisch können, um komplexere Sachverhalte, wie z.B. Empfehlungen bei Anschlussverlust, durchzugeben. Die kommen dann häufig leider nur auf Deutsch. Das finde ich sehr ärgerlich, und insbesondere bei internationalen Zügen könnte die DB darauf achten, dass dann gerade dort Personal eingesetzt wird, dass entsprechend gut Englisch (mindestens) kann.