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Wie kann ich die höheren Kosten für ein Ersatzticket erstattet bekommen, was ich wegen eines Zugausfalls kaufen mußte?

Mein Zug, 1.7.18, IC 241 Bad Bentheim-Berlin, Abfahrt 19.28 Uhr, ist ausgefallen. Da ich baldmöglchst reisen muß, habe ich soeben ein Ticket für eine Fahrt am 2.7. gekauft zum Preis von 103,50 Euro (statt 43,50 Euro für das ursprüngliche Ticket). Ich gehe davon aus, daß mir die Bahn den Preis in Höhe von 103,50 Euro vollständig erstattet. Was muß ich tun, damit ich die Erstattung baldmöglichst erhalten?
Mit freundlichen Grüssen
Gabriel Frericks

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Hier greifen die Fahrgastrechte. Sie können eine alternativ Verbindung wählen. Das Flexpreisticket stornieren Sie am besten heute noch kostenfrei. Somit benötigen Sie keine Rückerstattung.

Hier finden Sie alle Informationen zu Ihren Rechten:
https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

Beachten Sie aber, dass Sie heute Ihre Reise antreten müssen.

Beste Grüße

Hallo Herr Frericks. Jetzt haben sie ein Ticket für heute 1.7.18 (43,50 EUR) konnten es nicht nutzen, da der Zug ausgefallen ist. Für dieses Ticket haben sie einen Erstattungsanspruch. Desweiteren haben Sie ein Ticket für morgen 2.7.18 zu 103,50 EUR. Wenn Sie es nutzen werden Sie ordnungsgemäß befördert, haben dafür eigentlich keinen Anspruch auf Erstattung.

Mit Ihrem bisherigen Ticket hätten sie aber auch die Verbindung
Bad Bentheim ab 21:28 1 IC 243
Hannover Hbf an 23:21 4

Hannover Hbf ab 23:31 9 ICE 657
Berlin Hbf (tief) an 01:12 5

nutzen können und hätten dann noch Entschädigungsanspruch wegen der verspäteten Ankunft.

Auch wäre als Alternative wahrscheinlich möglich gewesen:

Bad Bentheim ab 19:57 1 ERB 61
Herford an 21:26 3

Herford ab 21:27 6 WFB RE70
Bielefeld Hbf an 21:36 5

Bielefeld Hbf ab 21:38 (+16) 2 ICE 1057
Berlin Hbf (tief) an 00:09 (+7) 7

Beides mit Ihrem bisherigen Ticket, eine evtl. Zugbindung wäre ja aufgehoben.

Nun können Sie noch versuchen eine andere Lösung auf zu erhalten. Nutzen Sie das Fahrgastrechte Formular und schildern Sie freundlich das Problem. Im Fahrgastrechte-Formular können Sie angeben, dass Sie ein anderes Verkehrsmittel/Zug benutzen mussten, durch das zusätzliche Kosten entstanden sind.

Viel Glück
Joe

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An die beiden Antwortgeber, die schon sinnvolle Lösungsvorschläge gegeben haben: Aus welchem Grund wird behauptet, dass die Ersatzverbindung am gleichen Tag zumindest angetreten werden muss?
Erstens ist die Fahrkarte auch am Folgetag bis 10 Uhr gültig. Desweiteren sehen die "Fahrgastrechte im nationalen Eisenbahnverkehr" vor: "Bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort seiner Fahrkarte kann der Fahrgast: / bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen oder / die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann oder / einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen ..."
Für die letzte Option werden keinerlei weitere Einschränkungen gemacht. Auch findet sich nirgends ein Hinweis, dass die Geltungsdauer der Fahrkarte in jedem Fall zu beachten ist.
Bei einer Verbindung am Abend kann es vielerlei sinnvolle Gründe geben, die Fahrt bei Ausfall oder hoher Verspätung gleich auf den nächsten Tag zu verschieben (wie z.B. Check-in-Zeiten der Unterkunft). Für den Fall, dass das Ziel am gleichen Tag gar nicht mehr erreicht wird: Auch für die Bahn dürfte dies sinnvoller sein als eine Übernachtung zu bezahlen, siehe auch: https://community.bahn.de/questions/959604-fahrgastrechte...

Hallo fundf,

bei Ausfall Ihres gebuchten Zuges, gibt es zwei Möglichkeiten: Ihre Fahrkarte wird für die nächstmögliche Reiseverbindung gültig geschrieben oder die Fahrkarte und die dazugehörige Reservierung wird ohne Berechnung eines Entgeltes erstattet. Eine Erstattung der Differenz für die neu gekaufte Fahrkarte findet nicht statt. Die Erstattung erfolgt durch das Servicecenter Fahrgastrechte. /ka

Hallo Neptun,

ZITAT:
"An die beiden Antwortgeber, die schon sinnvolle Lösungsvorschläge gegeben haben: Aus welchem Grund wird behauptet, dass die Ersatzverbindung am gleichen Tag zumindest angetreten werden muss?"

ANTWORT:
Weil das in Punkt 2.5.1. der Beförderungsbedingungen so festgelegt ist.

2.5.1
... "In allen Fällen ist die jeweilige Fahrt an dem auf der Fahrkarte zur Hin-
bzw. Rückfahrt angegebenen Tag anzutreten." ...

ZITAT:
"Für die letzte Option werden keinerlei weitere Einschränkungen gemacht. Auch findet sich nirgends ein Hinweis, dass die Geltungsdauer der Fahrkarte in jedem Fall zu beachten ist."

ANTWORT:
Es gibt den Hinweis, die Fahrt "bei nächster Gelegenheit... fortsetzen" (also erstmal nicht irgendwann später). Später kann die Fahrt auch fortgesetzt werden, "wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann." Und er kann "andere, nicht reservierungspflichtige Züge nutzen" also z.B. einen ICE auch wenn er nur eine IC oder NV Fahrkarte hat.

Von einer Verlängerung der Geltungsdauer steht da nichts.

Viele Grüße
Joe

Neptun
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Hallo Joe,
die Regelung zum Fahrtantritt steht in der Tat in allgemeiner Form bei 2.5.1, doch während sie auf Flextickets explizit aufgedruckt ist, ist das bei Sparpreisen nicht der Fall. Ich denke außerdem, dass diese Regelung durch die Fahrgastrechte aufgehoben sein sollte (sonst könnte man letztere z.B. bei der letzten Verbindung des Tages unmöglich in Anspruch nehmen):
Was die Regelungen zur Weiterreise betrifft, war es meinerseits nicht schlau, aus dem „Merkblatt“ zu zitieren, das gegenüber den Beförderungsbedingungen die Einschränkung enthält „Ankunftsverspätung muss reduziert werden“ (warum eigentlich?). In 9.1.1 der BB heißt es, der Reisende hat „unverzüglich die Wahl zwischen (i) … oder (ii) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung bis zum Zielbahnhof zu einem späteren Zeitpunkt.“ Nur reservierungspflichtige Züge und Sonderzüge werden ausgeschlossen.
Viele Grüße!

Neptun
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@ DB/ka: Die Formulierung „Ihre Fahrkarte wird für die nächstmögliche Reiseverbindung gültig geschrieben“ ist nicht so glücklich gewählt, da (zumindest in eindeutigen Fällen wie dem vorliegenden) kein aktives Handeln eines DB-Mitarbeiters nötig ist, siehe auch den bereits weitreichenden Nutzungshinweis auf Online-Tickets: „Bei einer zu erwartenden Verspätung ab 20 Minuten am Zielbahnhof Ihrer Fahrkarte ist die Zugbindung Ihrer Fahrt ohne besondere Bescheinigung aufgehoben.“