Frage beantwortet

Mehr als 50% Fahrpreiserstattung möglich?

Hallo,

ich hatte am 8.06. eine regelrechte Tortur mit der Bahn.
Ich hatte ein 1. Klasse Ticket für die Fahrt von Freiburg nach München mit Umstieg in Mannheim. Abfahrt 13.57Uhr in Freiburg, Ankunft 18.30Uhr in München. Dazu muss ich sagen, dass ich eine Behinderung (ich bin fast blind) habe und daher sehr auf Planungssicherheit angewiesen bin und es mich in extremen Stress versetzt, wenn sich Fahrten etc. unerwartet ändern.
Der Zug in Freiburg kam schon 20 Minuten zu spät an, weil er davor irgendwo auf einen anderen Zug gewartet hatte. Der Anschlusszug in Mannheim wartete aber im Gegenzug nicht (was dahinter die Logik ist, erschließt sich mir auch nicht wirklich - warum wartet der Zug auf einen anderen, wenn das bedeutet, dass viele Fahrgäste später dann wiederum ihren Anschluss verpassen?). In Zug selbst kam übrigens bezüglich des Anschlusses in Mannheim keine Durchsage, was ich echt die Höhe fand. Es wurden Umstiegsmöglichkeiten durchgegeben, aber der Zug nach München wurde nicht erwähnt - nicht mal eine Entschuldigung. Ich habe also erst am Gleis gesehen, dass der Zug nicht gewartet hat. Ich musste also nach einem neuen Zug suchen. In der App fand ich einen Fahrt mit Umstieg in Stuttgart ca. eine halbe Stunde später. Allerdings stand hier schon jetzt dabei, dass der Zug in Stuttgart ebenfalls verpasst wird, da es wieder Verspätung gibt. Also nahm ich diesen Zug natürlich nicht. Der nächste Zug fuhr eine Stunde später direkt nach München. Diesen wollte ich nehmen, aber in der App stand, dass kein einziger Sitzplatz mehr frei ist. Also nahm ich diesen auch nicht, weil ich nicht von Mannheim bis München im Gang stehen wollte, erst recht nicht mit Behinderung und erst recht nicht nachdem ich Unmengen an Geld für ein erste Klasse Ticket bezahlt habe. Also wollte ich den Zug 2 Stunden später nehmen und saß solange im Bahnhof rum. Ca. eine halbe Stunde vor offizieller Abfahrt des Zuges stand dann plötzlich ind er App, dass dieser Zug nun auch eine Stunde verspätet ist. Ich glaube ich muss nicht dazusagen, was das mit meiner Geduld gemacht hat.
Ich bin also zum Infopoint und der Mitarbeiter dort entschuldigte sich bei mir und druckte mir eine neue Verbindung über Stuttgart aus. Also nahm ich den Zug nach Stuttgart 2 1/2 Stunden nachdem ich ursprünglich hätte in Mannheim anfahren sollen. Für diesen zug buchte ich noch schnell eine Sitzplatzreservierung für 5€ (die ich auch ch zusätzlich ausgeben musste, weil ich meinen ursprünglichen Zug nicht bekommen habe), damit ich wenigstens die Chance habe, komfortabel zu reisen. Kurz vor Stuttgart blieb der Zug dann aber stehen, weil ein Notruf einging und es passierte lange nicht und wir wurden auch nicht informiert, wie es weitergehen sollte. Ich ging also schon davon aus, dass ich den nächsten Zug in Stuttgart wieder verpassen würde und buchte nochmal eine Reservierung für 5€ für den nächsten Zug ab Stuttgart (sprich, ich habe alleine für Reservierungen 10€ ausgegeben, weil die Verspätungen sich so häuften). Natürlich habe ich den Zug dann in Stuttgart tatsächlich nicht bekommen. In Stuttgart fuhr dann aber der ICE ein den ich in Mannheim hatte nehmen wollen, der dann aber eine Stunde verspätet war. Da ich ja für diesen Zug immernoch eine Reservierung hatte, nahm ich also diesen und war um 21.30Uhr in München. Ich habe also Geld für 2 Reservierungen bezhalt, die ich nicht gebraucht hätte, hatte einen Umstieg mehr als nötig, kam 3 Stunden zu spät an und die 1. Klasse hätte ich auch in der Pfeife rauchen können, weil die Fahrt alles andere als komfortabel war durch den Stress. Die meiste Zeit saß ich da und suchte panisch nach Verbidnugen, die ich erreichen konnte und suchte nach Sitzpätzen. Dazu ging dann selbstverständlich das WLAN im ICE von Stuttgart nach München nicht (einer der Hauptgründe, warum ich überhaupt 1. Klasse gebucht hatte). Was es für mich mit Sehbehinderung für einen Stress bedeutet hat ständig neue Wagen, Gleise und Plätze zu finden, will ich hier gar nicht erst ausführen.

So, vor diesem Hintergrund wollte ich nun fragen, ob es in solchen extremen Fällen auch mal mehr als 50% des Fahrpreises zurückgibt? Wie gesagt kam ich viel zu spät, war enormem Stress ausgesetzt, musste mehr als einmal umbuchen, konnte die 1. Klasse in keinster Weise genießen und hatte noch nichtmal WLAN im letzten Zug. Und vor dem Hintergrund, dass all das hätte vermieden werden können, wenn der Zug in Freiburg einfach seinen normalen Zeitplan eingehalten hätte und eben nciht irgendwo gewartet hätte, macht mich das ehrlich gesagt noch wütender, weil es billigend in Kauf genommen wurde, das Fahrgäste in Mannheim ihren Anschluss verpassen.
Vielen Dank schon einemal für die Antworten!

Saja89
Saja89

Saja89

Ebene
0
4 / 100
Punkte
Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

Die gesetzlichen Fahrgastrechte hat Ihnen Tino Groß ja schon erklärt. Für diese Entschädigung müssen Sie das Fahrgastrechte-Formular (https://www.fahrgastrechte.info/fileadmin/pdfs_bef/FGF/20...) ausfüllen und dieses zusammen mit Ihrer Fahrkarte und Ihren Reservierungen in diesem Umschlag (https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/befoerderun...) versenden. Eine Briefmarke muss nicht aufgeklebt werden. Angesichts der erschwerten Umstände und der Komforteinschränkungen bei Ihrer Reise könnten Sie sich aber auch noch zusätzlich an den Kundendialog wenden. Eventuell kann man Ihnen dort aus Kulanz noch etwas entgegenkommen: https://www.bahn.de/p/view/home/kontakt/kundendialog.shtm....

Fanden Sie diese Antwort hilfreich?

Nein (1)

Ja (1)

50%

50% der Personen fanden diese Antwort hilfreich

Weitere Antworten

Hallo Saja89,

die EU-weiten Fahrgastrechte sind einheitlich geregelt. Ab einer Verspätung von 60 min. stehen Ihnen 25% ab einer Verspätung von 120 min. 50% des Fahrpreises zu. Hier werden alle Fahrgäste gleich behandelt. Sicher ist die erlebte Reise in keinster Weise zu rechtfertigen oder schönzureden. Jedoch hätte Sie den als „ausgelastet“ deklarierten Zug nutzen können. In jedem Zug werden sowohl in der 2. aber auch in der 1. Klasse besondere Plätze für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste vorgegalten. Diese sind ausschließlich für diese Personengruppe reserviert.

Trotz alledem wünschen ich für zukünftige Fahrten mehr Glück.

Beste Grüße,
Tino!

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Wenn Sie das Fahrgastrechteformular ausfüllen, bekommen Sie die 50%. Das Servicecenter Fahrgastrechte erstattet nie(!) mehr als den gesetzlichen Anspruch.
Wenn Sie sich direkt an die DB wenden, wird man den Fall einfach an das Servicecenter Fahrgastrechte weiterleiten und Sie bekommen ebenfalls die 50%.
Die einzige Chance, wäre erst die 50% für das Fahrgastrechteformular abzurechnen und sich danach(!) an den DB Kundendialog zu wenden. Vielleicht springt dann noch ein Gutschein zusätzlich heraus. Groß ist meine Hoffnung aber nicht, denn in den Fällen der gesetzlichen Fahrgastrechte ist die DB sehr(!) zurückhaltend, über die gesetzliche Entschädigung hinauszugehen, um keine Präzedenzfälle zu schaffen.

Die gesetzlichen Fahrgastrechte hat Ihnen Tino Groß ja schon erklärt. Für diese Entschädigung müssen Sie das Fahrgastrechte-Formular (https://www.fahrgastrechte.info/fileadmin/pdfs_bef/FGF/20...) ausfüllen und dieses zusammen mit Ihrer Fahrkarte und Ihren Reservierungen in diesem Umschlag (https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/befoerderun...) versenden. Eine Briefmarke muss nicht aufgeklebt werden. Angesichts der erschwerten Umstände und der Komforteinschränkungen bei Ihrer Reise könnten Sie sich aber auch noch zusätzlich an den Kundendialog wenden. Eventuell kann man Ihnen dort aus Kulanz noch etwas entgegenkommen: https://www.bahn.de/p/view/home/kontakt/kundendialog.shtm....