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Wieso geht man so mit Kunden um?!

Ich kann über diese kundenunfreundlichen Gebahren der Deutschen Bahn kaum mehr lachen. Ich fuhr von München nach Ingolstadt, um dort ein Mountainbike abzuholen. Vor der Rückfahrt zog ich am Automaten das Bike Ticket und wollte am Gleis per App auch mein Ticket ziehen.

Am Gleis sah ich, dass es einen früheren - für mich nicht auf dem Fahrplan sichtbaren(?) Zug - nach München gab. Schnell stieg ich in den Zug ein, der schon am Steig stand. Kurz nach Abfahrt kaufte ich dann mein Ticket per DB App. Als der Kontrolleur mich überprüfte, meinte er dass das Ticket nicht gültig sei. Zu spät gekauft. Die Alternative wäre also, dass ich 30 min am Bhf Ingolstadt hätte warten sollen, weil ich mein Ticket nicht vor Besteigen des Zuges kaufen konnte. Ich kann es mir leisten, nicht ohne Fahrschein zu fahren und hätte nicht die Absicht, mir das Ticket zu sparen.

Ich schrieb also noch im Zug an die Bahn mit Schilderung des Vorfalls. Gerade kam die Antwort und der Service zeigt Null Verständnis. 76,30€ Strafe trotz bezahlten Tickets für mich und das Fahrrad. Ich finde für die Unverschämtheit der DB in diesem Fall kaum Worte. Man versteckt sich hinter der Anonymität des Konzerns und der Monopolstellung. Beruflich fuhr ich über Jahre regelmäßig mit dem ICE zwischen München und Frankfurt. Ich war bis April im Besitz einer BC50 Business und jetzt werde ich so "gemolken"? Zukünftig werde ich die Bahn so gut es geht meiden und auf Flixbus, Mietautos und andere Alternativen umsteigen. So hält man seine Kunden definitiv nicht und das wird die DB hoffentlich durch Flixbus und andere kundenfreundliche Unternehmen zukünftig merken.

Anonym
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Antworten

Ich nehme an es war der Regionalverkehr. Da ist es so, steht auch in den Beförderungsbedingungen und meist auch an den Zugtüren: Zutritt nur mit gültiger Fahrkarte.
Handytickets müssen spätestens 3 Minuten vor der Fahrt gebucht werden. Der Grund ist folgender: es könnte ja jemand auf die Idee kommen, schwarz zu fahren und sobald man sieht, dass ein Kontrolleur kommt schnell per Handy zu lösen. Das will man mit dieser Regelung vorbeugen. Wie ich als Bahnkunde auch finde...zu Recht. Oder wollen sie als brav zahlender Bahnkunde Schwarzfahrer mit immer teurer werdenden Tickets auch noch finanzieren?

P.S. Dieses Prozedere mit den 3 Minuten vorher buchen macht nicht nur die Bahn, dass machen alle Verkehrsunternehmen, wie auch Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen etc.

Elementarteilchen
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@bahnfrosch
Wobei man anmerken muss, dass diese 3min Regel meist leider nicht kommuniziert oder erklärt wird. Und so kennt kaum jemand diese Regel.

In der RMV-App wird nach dem Kauf eines Tickets ein Zähler eingeblendet, der die Sekunden zählt. Ohne Erklärung ohne Hinweis, was das soll. Aber zumidest kann der Kundige so erkennen wann genau das Ticket gültig wird und er in Bus oder Bahn einsteigen darf.

In der DB-App gibt es das aber nicht. Die DB-App regelt das so, dass der Verkauf eines Ticket einige Minuten vor der fahrplanmäßigen Abfahrt eingestellt wird, d.h. man kann gar keine Tickets so kurzfristig kaufen, dass diese im Zug dann ungültig wären - zumindest theoretisch. Zähler wie in der RMV-App oder Erklärungen für den Kunde sind dann auch gar nicht nötig. Das funktioniert aber nur solange, wie es keine Verspätungen gibt, und man dann doch Züge bekommt, die der Fahrplan nicht vorgesehen hat... und dann spielt die 3min Regel plötzlich doch eine Rolle, aber der Kunde hat keine Chance zu erkennen, wann das Ticket denn nun tatsächlich gültig wird.

In diesem speziellen Fall spielt das alles natürlich keine Rolle, denn TimoLukas schreibt ja selbst, dass er das Ticket erst kurz nach(!) der Abfahrt gekauft hat, was eindeutig zu spät ist.

Raceroaer
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Wobei auch nicht alle Zugbegleiter die "3 oder 2" Minutenregel einhalten.

Bei einem VAG Ticket das über den DB Navigator gekauft wurde, läuft oben rechts ein Timer bis dort dauerhaft "2:00" blinkt. Der Kontrolleur hat mich hier als Schwarzfahrer abgestempelt, da er der Meinung war, dass ich das Ticket erst gekauft habe, als ich Ihn im Zug sah, was aber nicht stimmte. Die Fahrkarte wurde bereits 4 Stunden vorher gekauft. Warum dann immer noch ein Timer blinkt, ist hier fraglich.

Beste Grüße

tbsn
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Der Timer dient außerdem in den entsprechenden Verbünden nur dazu, damit der Kontrolleur ein vor kurzer Zeit gekauftes Ticket besser erkennt. Sofern in den jeweiligen BB nichts anderes geregelt ist, ist das Ticket selbstverständlich nach Kauf gültig. Bei der DB kauft man ab 3 Minuten vor Abfahrt einfach einen Flexpreis für den nächsten Zug. Allerdings darf man sein Ticket nicht erst im Zug kaufen.

Die Forderung ist somit rechtmäßig - aber natürlich hätten sich der KiN bzw. später der Sacharbeiter auch kulant zeigen können. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn das Ticket kurz vor dem Betreten des Zuges erworben worden wäre.

Kulanz ist immer so eine Sache. Die Regeln sind in dem Fall klar. Macht man einmal Kulanz, wollen alle Kulanz. Dann jammern noch mehr. Warum der und nicht ich?!
Es gibt auch Testfahrer die das Verhalten der ZuB bzw. KiN genau bei solchen Fällen kontrollieren und testen. Und die haben nix von der Kulanz, sondern dann nur Ärger wenn sie klar definierte Regeln nicht einhalten. Man sollte immer beide Seiten betrachten.

Interessant in diesem Zusammenhang finde ich das man mit einer Stempelkarte auch ohne gültige Fahrkarte in die Bahn steigt und diese erst dort entwertet. Ein Ticket das man per App zum selben Zeitpunkt in der Bahn kauft wäre aber nicht gültig.

DB
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Team

Hallo TimoLukas, der Anspruch auf Ausgabe eines Fahrausweises erlischt fünf Minuten vor Abfahrt des Zuges (Art. 9 Abs. 2 EVO). Über unseren DB Navigator ist das aber meistens noch ca. 3 Minuten vor Abfahrt des Zuges möglich. Sorry, dass Sie dadurch i Zug nachzahlen mussten. Einige Argumente wurden dazu auch von anderen Teilnehmern hier genannt, warum ein späterer Fahrkartenkauf nicht mehr möglich ist. /ch

Anonym
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Danke für die Antworten. @DB:

Es ist mir nun bewusst, dass die rechtliche Lage hier eindeutig ist und ich das Ticket zu spät gekauft habe. Wie beschrieben, war ich lange Zeit Nutzer der Bahncard 50 Business und fuhr regelmäßig die Strecke zwischen München und Frankfurt. Wenn man die Male zählt, die ich mich bei Verspätung, ausgefallener Klima, Überbuchung, schmutzigen Toiletten etc. kulant ggü der DB gezeigt habe, aufaddiert, finde ich es absolut unverschämt, dass mir in diesem Fall keine Kulanz entgegengebracht wird.

Man kann sich nun darauf berufen, dass ich das Ticket im fahrenden Zug erworben habe (das Bike Ticket hatte ich zuvor am Automaten gekauft!) und dass die Lage hier eindeutig ist. Oder man zeigt sich einem langjährigen Kunden ggü kulant, weil es einfach dumm gelaufen ist. So wie ich das sehe, bestraft einen langjährigen Kunde und macht auf meinem Rücken nochmals Umsatz. Wenn Sie meinen Customer Lifetime Value gegen den - nicht einmal entstandenen(!) - Schaden meiner "Schwarzfahrt" ins Verhältnis stellen, ist Ihnen hoffentlich bewusst, dass die Kulanz hier wirtschaftlicher für die DB gewesen wäre.

Ich werde um Ihr Unternehmen zukünftig einen Bogen machen, wo ich kann und auf die vorhandenen Alternativen umsteigen. Bei unverhältnismäßigen Preisen, schlechtem Service und diesem Umgang mit Kunden, nutz ich lieber Flixbus und Co.