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Anspruch auf Taxi, wenn Reiseziel nicht erreicht werden kann (Nahverkehr)?

Jedes Jahr fahre ich zu einem Treffen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Ziel liegt innerhalb des Verkehrsverbunds (VGN). Ich nutze dazu: RE-Bus-Bus(AST). Den zweiten Bus (AST-Anrufsammeltaxi) bestelle ich im Vorfeld telefonisch.
Jetzt hatte ich bereits zwei Mal das Problem, dass durch Zugverspätung der erste Bus weg ist und ich dann einen späteren Bus nehmen muss und dann der zweite Bus (AST) weg ist. Es gibt allerdings an dem Tag keine weitere Verbindung in den Ort.
Darf ich in diesem Fall ein Taxi rufen und bekomme die Kosten nachträglich erstattet? Die Busfahrer aus dem ersten Bus konnten mir nie Auskunft geben. Ich habe mich bisher immer abholen lassen, will das aber ehrlich gesagt meinen Freunden nicht zumuten.

Anonym
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Antworten

Hallo UliP,
die Fahrgastrechte, die Ihnen die Taxinutzung bei einer planmäßigen Ankunftszeit zwischen 0 und 5 Uhr bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 60 Minuten am Zielbahnhof gestatten, gelten nur im Eisenbahnverkehr. Busse sind davon nicht abgedeckt. Der Beförderungsvertrag mit dem Eisenbahnunternehmen endet am letzten Bahnhof.

Das sehe ich nicht so. Der Beförderungsvertrag gilt für die gesamte Strecke. Voraussetzung für einen Anspruch auf Fahrgastrechte ist lediglich, dass die Verspätung im Eisenbahnverkehr entstanden ist.

@tbsn das ist Quatsch. Dann wäre die Bahn schon längst pleite, weil sich dann jeder nach 0 Uhr einfach ein Taxi zum Wohnort nehmen könnte, weil irgend ein Zug Verspätung hatte.
Entscheidend ist der Zielbahnhof auf dem Ticket. Der Zielort ist Ende der Reisekette. Was in der Reiseausunft steht, wie evtl. Anschlüsse mit Stadtbussen etc. sind für die Fahrgastrechte irrrelevant.
Es gibt einige Busverbindungen welche mit gebucht werden können (meist DB-Busse), diese werden aber dann auch explizit auf dem Ticket angezeigt. Im VGN ist mir solch eine Verbindung aber nicht bekannt, eher im Norden zu Fährverbindungen.

kabo
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Ja, leider ist das so.
Selbst wenn ein durchgehendes Ticket besteht, welches Bus und AST einschließt, enden die gesetzlichen Fahrgastrechte am letzten Bahnhof.

Die Problematik "Fahrgastrechte bei Umstieg zwischen Bahn und anderem Verkehrsmittel" wurde hier schon andiskutiert: https://community.bahn.de/questions/1618300-zugbindung-au... (Fähre und Zug)

Man müsste jetzt schauen, ob der VGN evtl. eine großzügigere Regelung bereitstellt, die über die gesetzlichen Fahrgastrechte hinausgeht.

Anonym
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Vielen Dank für die ersten Rückmeldungen.
Ich möchte noch ein paar Ergänzungen machen bzw. weitere Fragen stellen.
-- Die geplante Ankunftszeit am Zielort mit dem zweiten Bus ist um 17.25 Uhr. Ich reise an einem Freitag, der nächste planmäßige Bus fährt dann erst am nächsten Werktag, in meinem Fall Dienstag, da Montag ein Feiertag ist.

-- Ich nutze im VGN das Ticket Einzelfahrt Stufe 10 (Gesamtraum) für 11,90 Euro. Auf der Bahn-Webseite ist angegeben: "Die Einzelfahrkarte Erwachsener gilt ab sofort für eine Fahrt einer Person in der gewählten Preisstufe. Die Geltungsdauer liegt abhängig von der gewählten Preisstufe zwischen 60 und 240 Minuten.
Rund- und Rückfahrten sind ausgeschlossen. Umstiege und Fahrtunterbrechungen sind möglich - außer bei Kurzstrecke (Preisstufe K)."

-- Variante 1 > Zug ist verspätet:
Wenn der Zug verspätet ist und ich den ersten Bus nicht erreiche, darf ich dann die Reise abbrechen und zurück fahren, ohne eine neue Fahrkarte zu kaufen? Habe ich ein Anrecht auf Erstattung wegen Reiseabbruch?

-- Variante 2 > Erster Bus ist verspätet:
Angenommen die Bahn ist pünktlich, aber der erste Bus ist verspätet und dadurch erreiche ich den zweiten Bus nicht. Kann ich dann auch noch die Reise abbrechen und ohne ein weiteres Ticket zu kaufen zurück fahren? Dann bin ich aber definitiv außerhalb der 240 Minuten.

-- Variante 3 > Änderung der Route:
Alternativ könnte ich zum Reiseabbruch eine komplett andere Route wählen, d.h. ich müsste mit zwei weiteren Zügen und dann mit einem anderen Bus fahren. Durch den Zeitverlust vorher (vor allem bei Variante 2) komme ich dadurch aber auch über die 240 Minuten.

Aus den VGN-Tarifbestimmungen: "Einzelfahrkarten berechtigen zu einer Fahrt in Richtung auf das Fahrtziel"..."Rund- und Rückfahrten sind unzulässig"..."Bei Zeitüberschreitungen ist ein neuer Fahrausweis zu lösen. Dies gilt nicht bei fahrplan- oder betriebsbedingten Verzögerungen" (Anmerkung von mir: hier sind Verspätungen gemeint). Laut den Fahrgastrechten im Eisenbahnverkehr ist eine Entschädigung für Reiseabbruch nur bei einer zu erwartenden Verspätung von mehr als 60 Minuten am ZielBAHNHOF möglich.

Hallo UliP,

wenn ich es richtig verstehe, haben Sie einen Fahrschein vom VGN.

Grundsätzlich gelten die Fahrgastrechte auch in den Eisenbahnverkehren der Verbünde. Allerdings ist es den Verbünden freigestellt, weitergehende Regelungen zu treffen. Deshalb regelt jeder Verbund die Zuständigkeit für die Abwicklung der Fahrgastrechte individuell. Ich empfehle Ihnen, sich direkt beim Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) nach den dort gültigen Regelungen zu Fahrgastrechten zu erkundigen. /ka

Hallo UliP,

es wurde viele richtige Hinweise gegeben.
Entscheidend ist der Zielbahnhof auf Ihrer Fahrkarte, zum Anspruch auf Entschädigung nach den allgemeinen Fahrgastrechten. Eine Entschädigung gibt es nur auf der Schienenstrecke. /ka