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Habe ich Anspruch auf meine Fahrgastrechte bei Fahrzeitverlängerung durch eine Baustelle?

Sehr geehrtes DB-Team,

am 1. Juni 2018 fahre ich von Schaffhausen nach Nürnberg. Gebucht habe ich einen IC-Sparpreis. Die Fahrt soll über Ulm und Aalen verlaufen, wobei nur im IC von Aalen nach Nürnberg Zugbindung besteht (Rest ist NV). Abfahrt in Schaffhausen sollte 15:43 sein, Ankunft in Nürnberg 20:18. Durch Bauarbeiten und einem damit einhergehenden SEV (Schaffhausen-Singen) müsste ich bereits um 15:07 in den Bus steigen, um gemäß meiner Fahrkarte zu fahren. Fahre ich erst ab 15:43, kann ich erst um 17:07 in den Bus steigen und wäre bei selbem Streckenverlauf um 22:18 in Nürnberg.
Nun zur Frage: Ist meine Zugbindung durch die Baustelle aufgehoben und kann ich dann auch via Stuttgart fahren (IC/RE von Singen bis Stuttgart und weiter mit RE über Schwäbisch Hall-Hessental oder mit IC über Schwäbisch Gmünd)? Habe ich dann auch Anspruch auf eine Kostenrückerstattung im Rahmen der Fahrgastrechte? (Bei Fahrt über Stuttgart und anschließend mit RE über Schwäbisch Hall Ankunft in Nürnberg 67min später bzw. über Ulm und Aalen 120min später) Die Fahrt verlängert sich in jedem Fall deutlich. Und, sofern eine Erstattung erfolgen kann, wo kann ich eine Bestätigung über meine Verspätung für die Fahrgastrechte erhalten? Erhalte ich auch eine Entschädigung, wenn ich früher in den Bus steige? Erhalte ich, sofern es eine Entschädigung gibt, nur die 25% für eine 67min spätere Ankunft oder auch die 50% Erstattung für 120min Verspätung über die gebuchte Strecke?

Vielen Dank für die Beantwortung meiner doch recht komplexen Frage,

liebe Grüße

Alexander Kahl.

Antworten

Hallo alexanderkahl,
wenn Ihre gebuchte Verbindung nicht mehr existiert, ist die Zugbindung aufgehoben. Die Entschädigung nach den Fahrgastrechten gilt aber nur bei verspäteter Ankunft am Zielbahnhof, nicht bei früherer Abfahrt.

Die Zugbindung ist aufgehoben und Sie können auch über eine andere Strecke fahren.
Die Höhe der Entschädigung richtet sich immer nach der tatsächlich genutzten Verbindung, wenn Sie also früher losfahren um pünktlich an Ihrem Ziel anzukommen haben Sie keinen Anspruch. Nutzen Sie eine andere Verbindung über einen anderen Weg und haben bei dieser Verbindung weniger als 60 Min. Verspätung haben Sie ebenfalls keinen Anspruch.
Wenn es Ihnen also um eine Erstattung aufgrund der Fahrgastrechte geht können Sie nur die gebuchte Verbindung nutzen und dadurch mit entsprechender Verspätung am Ziel ankommen.

Hallo alexanderkahl,

die Community hat Ihnen bereits die richtigen Antworten gegeben.

Bei einer Fahrplanänderung wird beim Sparpreis die Zugbindung aufgehoben und Sie können eine andere Verbindung für Ihre Reise nutzen. Bei einer zu erwartenden Verspätung ab 60 Minuten am Zielbahnhof haben Sie Anspruch auf Entschädigung nach den allgemeinen Fahrgastrechten. Maßgeblich ist die ursprüngliche Ankunft am Zielbahnhof, laut Fahrkarte. /ka

Vielen Dank für die Antworten. Ich erhalte also eine Erstattung von 50% des Fahrpreises, wenn ich den Bus um 17:07 nehme und in Nürnberg um 22:18 ankomme, wenn ich alles korrekt verstanden habe. Als Bestätigung reicht der Zangenabdruck des Zugbegleiters. Die Erstattung erhalte ich im Reisezentrum. Richtig?

So ist es. Es kann jedoch sein, das das DB Reisezentrum hier nicht erstattet, sondern meine Kollegen Ihren Antrag zur Bearbeitung an das Servicecenter Fahrgastrechte weitergeben. /ma

Das wäre zu einfach, Sie lassen sich ein Fahrgastrechteformular geben, füllen das aus und schicken es ein oder geben es im Reisezentrum ab. Im Normalfalll erhalten Sie dann innerhalb von vier Wochen eine Erstattung.