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Kann ich mein Tiket an einen anderen Tag nutzen wenn der Zug ausgefallen ist

Möchte das Tiket am 29.4. nutzen

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Achtung: beim Stornieren fallen ggfs. Stornogebühren an (Sparpreis, bei Flexpreis ab dem ersten Gültigkeitstag), oder das stornieren ist ganz ausgeschlossen (Sparpreis-Aktion, normaler Sparpreis ab Geltungstag). Falls dies zutrifft, sollte man nicht(!!) stornieren, sondern das Ticket mit dem Fahrgastrechte-Formular einreichen und sich hierrüber den Ticketpreis erstatten lassen. Auf dem Formular dann angeben, dass die Reise wegen des Zugausfalls sinnlos geworden ist und nicht angetreten wurde. Damit bekommt man den Ticketpreis erstattet, ohne Stornokosten bezahlen zu müssen.

Nur bei Flexpreistickets deren erster Geltungstag noch nicht erreicht ist, kann man auch selbst stornieren, da das nichts kostet.

Hallo Elementarteilchen,

gutgemeinter Rat. Jedoch haben Sie den entscheidenden Passus aus den Fahrgastrechten schlicht weggelassen. Die Erstattung würde erst funktionieren wenn eine zu erwartende Verspätung von mindestens 60 min am Zielbahnhof eintritt. Ist dies nicht der Fall gibt es auch in diesem Fall keine Erstattung. Und auch die Möglichkeit der kostenpflichtigen Stornierung ist hinfällig, da der 1. Geltungstag bereits angebrochen ist.

Daher bitte vor solchen Aussagen immer erst die genauen Fahrgastrechte zitieren bevor waghalsige Tipps gegeben werden.

Gruß, Tino!

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Stimmt, das gilt nur, wenn am Ziel eine Verspätung von 1h erreicht wird. Aber da der Zug ja nicht nur verspätet, sondern komplett ausgefallen ist, bin ich davon ausgegangen, dass das der Fall ist. Aber ich hatte tatsächlich nicht daran gedacht, dass es manchmal noch alternative Verbindungen gibt, die das Ziel doch noch mit weniger als 1h Verspätung erreichen. Das hätte ich noch erwähnen müssen.

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Hmmm, die Fahrgastrechte sagen doch nur, dass bei einer erwarteten Verspätung ab 60 min die Fahrt abgebrochen werden kann, bzw. nicht angetreten werden muss und dann der Preis erstattet wird. Diese 60 min beziehen sich aber doch auf die gebuchte Verbindung, oder nicht? Wenn diese aber nicht mehr existiert (Zugausfall), ist die Verspätung unendlich und damit größer als 60 min?

Die Fahrgastrechte sagen nicht, dass man in dem Fall erst mal alternative Verbindungen prüfen muss, ob diese u.U. die Verspätung auf unter 60 min drücken können (das ist ggfs. auch schwierig, wenn man z.B an einem kleinen Bahnhof steht, auf einen Zug wartet, der nicht kommt, und kein Schalter vorhanden ist).

auch hier fehlt der entscheidende Wortlaut „am Zielbahnhof“ und somit kann es unter Umständen sein dass eines Stunde später zwar erst der nächste Zug fährt der aber statt als RB als RE fährt und somit schneller am Ziel ist und die Verspätung auf unter eine Stunde drückt. Also grundsätzlich ist eine Zugausfall nicht immer auch gleich ein Fahrgastrechtefall.

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Das Problem ist leider nicht klar beschrieben.
Die Regeln der Fahrgastrechte beziehen sich doch auf die gebuchte Verbindung, oder nicht?
Wird für diese konkrete Verbindung eine Verspätung von mind. 20 min erwartet, darf ich auch alternative Verbindungen nutzen. Wird für diese Verbindung eine Verspätung von mind 60 min erwartet, darf ich die Fahrt auch ganz abbrechen bzw. gar nicht erst antreten.
Das liest sich erst mal so, dass sich die angegebenen Verspätungen auf die gebuchte(!) Verbindung bezieht. Und mit der komme ich ja definitiv nicht ans Ziel, wenn der Zug ausfällt.

Es mag zwar so gemeint sein, aber es steht dummerweise nicht in den Fahrgastrechten, dass die 60 min-Regel sich auf alternative Verbindungen bezieht. Und selbst wenn das so gemeint ist, dürfte es recht schwierig sein, einem Kunden auf einem einsamen kleinen Bahnhof ohne Schalter zuzumuten, dass der das Kursbuch der DB dabei hat, um herauszufinden, ob da noch eine Verbindung existiert, die mit weniger als 1h Verspätung ankommt. Klar gibt es Smartphones, aber es gibt durchaus noch Leute, die damit nicht zurecht kommen, und leider sind auch nicht alle Bahnhöfe mit schnellem mobilen Internet gesegnet, speziell außerhalb der Ballungsgebiete.

Ich habe das Gefühl die Fahrgastrechte werden nur halb gelesen. Ein Blick in die Fahrgastrechteverordnung brachte folgendes:

Artikel 16
Erstattung oder Weiterreise mit geänderter Streckenführung
Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass bei Ankunft am Zielort gemäß Beförderungsvertrag die Verspätung mehr als 60 Minuten betragen wird, so hat der Fahrgast unver- züglich die Wahl zwischen
a) der Erstattung des vollen Fahrpreises unter den Bedingungen, zu denen er entrichtet wurde, für den Teil oder die Teile der Fahrt, die nicht durchgeführt wurden, und für den Teil oder die Teile, die bereits durchgeführt wurden, wenn die Fahrt nach den ursprünglichen Reiseplänen des Fahrgasts sinnlos geworden ist, gegebenenfalls zusammen mit einer Rückfahrt zum ersten Ausgangspunkt bei nächster Gelegenheit. Die Erstattung erfolgt unter denselben Bedingungen wie die Ent- schädigung nach Artikel 17;
b) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänder- ter Streckenführung unter vergleichbaren Beförderungsbe- dingungen bis zum Zielort bei nächster Gelegenheit; oder
c) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänder- ter Streckenführung unter vergleichbaren Beförderungsbe- dingungen bis zum Zielort zu einem späteren Zeitpunkt nach Wahl des Fahrgasts.

Also beziehen sich die 60 min. grundsätzlich auf die Ankunft am Zielbahnhof

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Das habe ich durchaus gelesen. Aber es geht hier doch auch gar nicht primär nur um den Zielbahnhof.

Wie in den zitierten Fahrgastrechten steht, gibt es einen Beförderungsvertrag (das ist das Ticket mit der konkreten gebuchten Verbindung). Kann die Bahn diesen nicht einhalten, stehen dem Kunden je nach Verspätung diverse Rechte zu. Ab 20 min die Möglichkeit, alternative Verbindungen zu nehmen, ab 60 min kann der Kunde eben auch die Reise gar nicht erst antreten, wie oben mit Punkt a) zitiert. Die Verspätungen beziehen sich also wie zitiert auf die Ankunft am Zielbahnhof gemäß(!) des abgeschlossenen Beförderungsvertrags (also die mit dem Ticket gebuchte Verbindung), nicht darauf, ob es noch nicht gebuchte andere Möglichkeiten zum Ziel gibt. Gemäß Beförderungsvertrag (der ja die konkrete gebuchte Verbindung abbildet) kann man den Zielbahnhof aber ganz nicht erreichen, wenn der Zug ausfällt.

Ich hoffe, dass ich das Problem jetzt ausreichend gut erklärt habe.

Wenn es danach ginge müsste man dem Fahrgast immer sofort entschädigen müsste ihm aber dann auch die Weiterfahrt untersagen und das sind alles weitere Einzelheiten die diese Verordnung beinhaltet. Man gibt dem Fahrgast das Recht und die Möglichkeit die Reise in höherwertigen Zügen und sogar auf anderen Strecken fortzusetzen. Schafft er dies mit einer Verspätung von unter 60 min. am Zielbahnhof geht er leer aus. Ist dies aufgrund der Verkehrslage nicht unter 60 min. Verspätung möglich wird er entschädigt. Zu sagen dass er grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung hat ist jedoch falsch.

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Wie gesagt, der zitierte Text selbst gibt das so nicht her. Der bezieht sich eindeutig auf den Beförderungsvertrag, also die gebuchte Verbindung. Und dass bei meiner Interpretation der Kunde immer entschädigt werden müsste oder die Weiterreise untersagt würde, ist ja gar nicht wahr. Es steht ja explizit in den Fahrgastrechten, dass der Kunde die Wahl zwischen 3 Alternativen hat (Punkte a, b und c im zitierten Text). D.h. der Kunde kann/darf weiterfahren, aber es gibt eben auch die Option gar nicht zu fahren.

Ich kann mich aber auch nur an dem orientieren, was öffentlich als Fahrgastrechte publiziert wird. Und hier steht jedenfalls nicht, dass der Ausfall (Verspätung unendlich) anders bewertet wird als eine Verspätung größer 60 min. Da unendlich definitiv größer als 60 min ist, sollten hier eigentlich keine Unterschiede gelten. Und dort steht auch nicht, dass die Verspätung am Ziel nach anderen Kriterien ermittelt werden, als bzgl. des Beförderungsvertrags.

Wo genau ist mein Denkfehler? Was konkret habe ich falsch interpretiert?

Der Fahrgast schließt einen Beförderungsvertrag ab. Soweit ist es schon mal klar. Aber wir vergleichen hier gerade Äpfel mit Birnen. Denn bei einem Zug der 60 min. später am Ziel ist und in dem ich mich auch tatsächlich befinde stehen mir Entschädigungen zu.

Nehme wir jetzt mal ein ganz simples Beispiel. Zwischen A und B habe ich um 9:00 Uhr einen Zug gebucht. Dieser fällt aus. Die Fahrgastrechte sehen in diesem Fall eine weiterbeförderung mit einem anderen Zug vor. Auf dieser Linie verkehren die Züge im 20 min. Takt. Der Kunde nutzt also den nächsten Zug und kommt „nur“ 20 min. später ans Ziel. Wieso soll er also für eine Verspätung die nur ein Drittel vom oben genannten Beispiel beträgt ebenfalls entschädigt werden. Klar sein Zug ist ausgefallen aber hier zählt einzig und allein der Beförderungsvertrag um von A nach B zu kommen. Der wurde erfüllt (wenn auch nicht zu den Bedingungen die der Kunde eingegangen ist. Daher stehen dem Kunden mit einer Verspätung weniger als 60 min. auch keine Entschädigungen zu (Erstattung Sitzplatzreservierung, etc. lassen wir jetzt mal außen vor).

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Die Regel, dass der Fahrgast bei potentiell mehr als 60 min Verspätung oder Zugausfall eine alternative schnellere Verbindung nehmen MUSS, steht aber nicht in den Fahrgastrechten. Dort steht nur, dass der Fahrgast eine Alternative nutzen darf, oder auch ganz zurücktreten kann.

Sorry, dass ich so hartnäckig nachfrage, Ihre Beispiele machen zwar Sinn für die Praxis, und nahezu alle Reisenden würden so handeln, falls möglich (die wollen ja möglichst bald ankommen), aber ich sehe das nicht in den Fahrgastrechten so streng geregelt.

Wenn man ihr Beispiel mal weiterspinnt, dann kommt man auch in folgende Situation: man sitzt in einem Zug der von A über B nach C fährt, und der kurz vor B über 60 min Verspätung eingefahren hat. Nach ihrer Interpretation müsste der Reisende zu dem Zeitpunkt herausfinden, ob er statt im gebuchten Zug weiter bis C zu fahren, nicht in B umsteigen könnte, um doch noch mit weniger als 60 min Verspätung anzukommen. Gäbe es eine solche Verbindung MÜSSTE er zwingend umsteigen, da er so die Entschädigung verringern oder vermeiden könnte? Ist das tatsächlich so? Wenn nein, warum muss er das bei einem Ausfall?

Wie oben schon erwähnt, ist diese Recherche doch wohl kaum jedem Kunden zuzumuten, oder gar möglich.

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@151254
Welche Verbindung haben Sie denn gebucht?

Guten Morgen Elementarteilchen, dann versuche ich einmal den Denkfehler zu erklären. Dafür fange ich einfach mal von vorne an, auch wenn Tino hier sehr viel erklärt hat. Aber manchmal ist es sinnvoller, noch einmal von vorne zu beginnen.

Also, wenn der Fahrgast eine Fahrkarte kauft, dann hat er einen Beförderungsvertrag von A nach B. Hier ist angegeben, wann er das Ziel erreichen wird. Wenn dies zum Beispiel wegen eines Ausfalls nicht klappt, dann entstehen mehrere Möglichkeiten. Hier geht man immer nur von der Verspätung vom Zielbahnhof aus. Wenn also eine andere Fahrt angeboten wird und er dadurch eine Verspätung am Ziel von weniger als 60 Minuten am Ziel hat, kann er nicht von der Reise zurücktreten. Dies ist folgendermaßen beschrieben:

"Bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort seiner Fahrkarte kann der Fahrgast:

bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen oder

die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann oder

einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen. Besitzt der Fahrgast eine Fahrkarte des Nahverkehrs, muss er bei Nutzung eines höherwertigen Zuges die zusätzlich erforderliche Fahrkarte/ den Produktübergang zunächst bezahlen und kann die Kosten anschließend geltend machen. Diese Regelung gilt nicht bei stark ermäßigten Fahrkarten (z.B. Schönes-Wochenende-Ticket, Länder-Tickets)."

Hier sieht man, dass er drei Alternativen hat. Keine davon schließt einen Rücktritt von der Fahrt mit ein. Nur muss er sich für eine der Alternativen entscheiden, oder er bricht die Fahrt auf seiner eigenen Verantwortung ab, dann gelten aber nicht die Fahrgastrechte und die Fahrkarte wird nicht erstattet, weil es andere Optionen gab.

Nun zum zweiten Fall. Der Zug fällt aus und es gibt keine Verbindung die der Kunde nutzen kann, um weniger als 60 Minuten Verspätung am Ziel zu haben. Dann gibt es da folgende Optionen:

"Bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielbahnhof von mehr als 60 Minuten kann der Fahrgast

von seiner Reise zurücktreten und sich den vollen Fahrpreis erstatten lassen

bei Nutzung einer Teilstrecke sich den nicht genutzten Anteil erstatten lassen

bei Reiseabbruch und Rückkehr zum Ausgangsbahnhof, sich den bereits genutzten Anteil und den nicht genutzten Anteil erstatten lassen"

Hier hat er schon mehr Optionen. Hinzu kommt, dass er seine Fahrt ja nicht abbrechen muss, da die Regelung davor (Weiterfahrt mit einem anderen Zug) ebenfalls gelten. So hat er aber zusätzlich die Option, die Fahrt abzubrechen oder aber bis zum Ziel zu fahren und dann eine anteilige Entschädigung zu bekommen.

Ich hoffe, dies klärt die Sache jetzt auf. Wenn nicht, einfach noch einmal schreiben. :) /no