Frage beantwortet

Nutzung "Sparpreis Aktion" bei Zugausfall

Folgender Sachverhalt:

Vor ca. 3 Monaten habe ich ein Online-Ticket "Sparpreis Aktion" gebucht. Dieses enthält gemäß Aufdruck auf dem Ticket die folgende Angaben:

ICE Fahrkarte Sparpreis Aktion

ICE 570
00:15 Uhr Lüneburg
00:33 Uhr Hamburg-Harburg

ICE 271
00:56 Uhr Hamburg-Harburg
08:34 Uhr Basel Bad Bf

Da der Bahnhof Basel Bad Bf zum Tarifgebiet der DB gehört, handelt es sich um eine innerdeutsche Fahrkarte, obwohl der Zielbahnhof sich auf schweizerischem Gebiet befindet.

Wenige Tage vor Antritt der Reise stellte sich heraus, dass der gebuchte ICE 570 nicht wie angegeben fährt. Daraufhin habe ich zwei Anfragen zur Gültigkeit der Fahrkarte und der Zugbindung gestartet und unterschiedliche Antworten erhalten.

Ich möchte die Anfrage daher hier noch einmal erneuern, da ich trotz mehrfacher Nachfrage an beiden Stellen noch immer unterschiedliche Ergebnisse habe.

Einigkeit besteht darin, dass aufgrund des Ausfalls des ersten Zuges (00.15 Uhr ab Lüneburg) die Zugbindung aufgehoben ist. Einigkeit besteht, wenigstens formell, auch darin, dass aus der Aufhebung der Zugbindung keine Änderung des Zeitraumes der Gültigkeit der Fahrkarte folgt.

Uneinigkeit besteht hingegen in der Beantwortung der Frage, was daraus nun ganz konkret folgt.

Eine von mir angedachte Variante war die, alternativ den bereits am Vorabend um 26.36 Uhr ab Lüneburg verkehrenden Metronom als Zubringer nach Hamburg-Harburg zu nutzen.

Hierzu wurde mir von der DB erklärt, dass mein Fall ein Einzelfall sei, bei dem es sich um einen Grenzfall handeln würde. Formell sei die Fahrkarte am Vorabend zwar noch nicht gültig. Da es sich hier jedoch um einen Zeitraum von lediglich 24 Minuten handelt und der Zweck der Fahrt (rechtzeitiges Erreichen des Anschlusszuges in Hamburg-Harburg) sei, sei das so nicht zu beanstanden, wie es mir vorschwebt.

Von der Metronom Eisenbahngesellschaft hingegen wurde mir erklärt, dass das so nicht möglich sei. zum einen, weil die Fahrkarte eben 24 Minuten vor Mitternacht noch nicht gültig ist und zum anderen insbesondere auch deshalb, weil die Nutzung von anderen als Zügen als den gemäß Zuggattung gebuchten Zügen (ICE) mit einer Fahrkarte "Sparpreis Aktion" in jedem Fall ausgeschlossen sei.

Als Alternative würde demnach nur ein anderer ICE in Frage kommen. Als weitere Alternative würde noch in Frage kommen, den Metronom mit Erwerb einer zusätzlichen Fahrkarte zu nutzen. Oder eben später mit einem anderen ICE zu fahren.

Welche Darlegung letztlich zutreffend ist, habe ich leider nicht abschließend erschließen können. Beide Auskünfte erscheinen mir irgendwie nachvollziehbar. Mich würde daher im Kern interessieren, ob die Nutzung anderer Züge (Produktklasse C) mit einer Fahrkarte "Sparpreis Aktion" in jedem Falle - also auch dann, wenn es keine Alternative auf Nutzung eines anderen ICE gibt und wir uns zu nächtlicher Zeit befinden, zutreffend ist.

Malamute
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Tino Groß
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Guten Abend an alle,

bei der Sparpreis-Aktion gilt folgende Regelung. Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden dass sich die Ankunft am Zielbahnhof um mehr als 20 min verzögert, hat der Fahrgast das Recht die Fahrt zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt (bitte 1. Geltungstag beachten) fortzusetzen. Bei der Sparpreis-Aktion gilt jedoch folgende Sonderregelung. Muss ein Zug des Nahverkehrs genutzt werden, so hat der Fahrgast zunächst die Kosten auszulegen. Diese werden Ihnen anschließend vom Servicecenter Fahrgastrechte erstattet.

Gruß, Tino!

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Malamute
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Danke. Diese Möglichkeit gäbe es also auch noch? Das wundert mich, denn darauf hat mich bisher niemand hingewiesen...

Wobei ich aufgrund der notwendigen Extra-Anfahrt nach Lüneburg und der Tatsache, dass nachts kein Service vor Ort ist, vom wirtschaftlichen Effekt her gleich eine zusätzliche Fahrkarte Lüneburg - Hamburg-Harburg kaufen könnte.

Außerdem ist meine Frage zur grundsätzlichen Gültigkeit des "Sparpreis Aktion" bei Zugausfällen noch nicht beantwortet.

Malamute
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Das wurde mir von der Deutschen Bahn auch so erklärt.

Von der Metronom Eisenbahngesellschaft wird diese Darlegung jedoch entschieden bestritten und entgegengehalten, die Deutsche Bahn hätte offenbar den Zusatz "Aktion" übersehen. Es würde sich um eine reine Fahrkarte der Deutschen Bahn handeln, und die Metronom Eisenbahngesellschaft würde hier keinen Anteil von der Deutschen Bahn bekommen, wie das ansonsten bei "Sparpreis-Fahrkarten" üblich ist. Weiter würde sich die alleinige Gültigkeit für den Fernverkehr (ICE / IC) aus der Fahrkarte ergeben. Diese Einschränkung würde auch im Falle eines Zugausfalles weiter Bestand haben. Auch zu nächtlichen Zeiten, wenn ausschließlich noch Züge des Nahverkehrs (RE / RB etc.) verkehren.

franke22
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@Malamute:

Irgendwie eine schwierige Situation. Wahrscheinlich wäre es wirklich am einfachsten dem Rat von Woodstock zu folgen. Wenn das für Sie räumlich nicht möglich ist, weil Sie vorher nicht in eine Verkaufsstelle kommen, habe ich leider auch keinen anderen Rat für Sie.

Eines kann ich Ihnen aber noch mitteilen: Ich bin schon mit einer Sparpreis Aktion-Fahrkarte mit aufgehobener Zugbindung in einer Privatbahn gefahren (konkret transdev/Meridian), wobei es keine Beanstandung gab. Allerdings habe ich mir sicherheitshalber vorher den Stempel mit der aufgehobenen Zugbindung an der DB Info geholt (dort hat man mir übrigens keine Hinweise dazu gegeben, dass das Ticket nach wie vor nur in DB Zügen gelten würde).

Malamute
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Woodstock: Ich bin da bei Ihnen, sehe das eigentlich auch so wie Sie und offensichtlich auch die Deutsche Bahn. Wenn ich jedoch Metronom fahre und die es anders sehen, habe ich den Ärger, den ich eigentlich vermeiden möchte. Da ich den Ausfall des ursprünglich gebuchten Zuges auch nicht zu verantworten habe, widerstrebt es mir eine zusätzliche Fahrkarte zu kaufen.

frankie22: Vielleicht würde es auch beim Schaffner im Metronom gutgehen. Ich wollte mich darauf nicht verlassen und habe deswegen vorher nachgefragt. Zumal es mitten in der Nacht ja schwierig mit Service ist. Im Meridian hatte ich die Situation übrigens vor einiger Zeit auch. Allerdings tagsüber, als sich der gebuchte EC nach München aus Italien kommend deutlich verspätet hat. Ich habe im Bahnhof Kufstein einen Service-Mitarbeiter der ÖBB gefragt. Der gab mir den Hinweis, ich sollte die Schaffnerin des wartenden Meridian ansprechen, was ich auch getan habe. Das ganze war ein Selbstläufer, völlig unkompliziert. Service, wie ich ihn mir vorstelle.

Tino Groß
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Guten Abend an alle,

bei der Sparpreis-Aktion gilt folgende Regelung. Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden dass sich die Ankunft am Zielbahnhof um mehr als 20 min verzögert, hat der Fahrgast das Recht die Fahrt zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt (bitte 1. Geltungstag beachten) fortzusetzen. Bei der Sparpreis-Aktion gilt jedoch folgende Sonderregelung. Muss ein Zug des Nahverkehrs genutzt werden, so hat der Fahrgast zunächst die Kosten auszulegen. Diese werden Ihnen anschließend vom Servicecenter Fahrgastrechte erstattet.

Gruß, Tino!

Malamute
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Tino: Danke für Ihre Aufklärung. Daraus folgt dann ja, dass die Auskunft der Metronom Eisenbahngesellschaft zutreffend war und die Fahrkarte dort tatsächlich nicht gültig ist. Weiter folgt daraus, dass die Auskunft der Deutschen Bahn leider unrichtig war.

Ist allerdings ein ziemlicher zusätzlicher Aufwand an Bürokratie. Aber das ist ein anderes Thema.

Sie könnten sich auch noch an das Eisenbahn-Bundesamt als nationale Durchsetzungsstelle für Fahrgastrechte wenden. Die Vorgabe, dass das Verkehrsunternehmen (hier die metronom Eisenbahngesellschaft) auf Ihre Anfrage nicht zufrieden stellend geantwortet hat, ist ja erfüllt. (Infos: https://www.eba.bund.de/DE/Themen/Fahrgastrechte/fahrgast...)

franke22
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Bleibt in diesem Fall nur noch die spannende Frage, ob das SC Fahrgastrechte die Metronom-Fahrkarte mit Gültigkeitsdatum einen Tag früher erstattet. Ich denke dass es hier Probleme geben wird.

Malamute
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Signal: Nur weil die erhaltene Antwort nicht der Vorstellung nach meinem Menschenverstand entspricht, sehe ich das nicht als erfüllt an. Wie ich der Antwort von Tino gerade entnehmen durfte, ist die Darlegung ja formell zutreffend. Beanstanden müsste ich dann eher die Auskunft der Deutschen Bahn, von wo mir ja fälschlicherweise die Gültigkeit in Zügen der Produktklasse C bestätigt wurde.

Ich werde das aber nicht weiter verfolgen. Letztlich ging es mir darum, eine bzw. die sachlich richtige Auskunft zu erhalten. Die habe ich bekommen. Damit bin ich zufrieden.

In Richtung Eisenbahnbundesamt könnte man eher fragen, wie eine Aufsichtsbehörde solche Bestimmungen dulden kann, wenn diese augenscheinlich selbst einige Eisenbahner überfordern. Einfache Verständlichkeit, für den Kunden plausible und transparent nachvollziehbare Reisebestimmungen sehen meines Erachtens anders aus.

Aber wie gesagt. Ich habe nun dank Tino die gewünschte Auskunft und damit ist die Sache gut.

Malamute
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frankie22: Die andere Lösung wäre die, den nächst späteren ICE zu nutzen und die Hälfte des Reisepreises erstatten zu lassen. Die Ankunft am Zielort ist planmäßig 122 Minuten später als die der gebuchten Verbindung...

Signal: Unsere beiden Antworten haben sich überschnitten. Als ich Ihnen meine gegeben habe, konnte ich Ihre noch nicht einsehen.

franke22
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@Malamute:
Das ist richtig, und wenn Sie so früh am Morgen keine Termine haben vielleicht auch das sinnvollste in diesem Fall.

Es bleibt aber somit bei Sparpreis-Verbindungen mit Abfahrten kurz nach 0 Uhr grundsätzlich eine gewisse Unsicherheit (unabhängig vom Sparpreis-Aktion-Problem):

Wenn bei Ausfall des Zubringers/Fahrplanverschiebungen plötzlich eine Abfahrt vor 24 Uhr notwendig wäre, um zur gewünschten Zeit am Zielort anzukommen, haut es mit dem ersten Geltungstag der Fahrkarte plötzlich nicht mehr hin. Gerade bei Übernachtverbindungen gibt es ja auch Fälle, wo nur eine Nachtverbindung kurz nach 0 uhr existiert und die nächste Verbindung erst um 4 Uhr fahren würde. Wenn man sich diese Verbindung ursprünglich ausgesucht hat, weil man am nächsten Morgen zu einer gewissen Zeit irgendwo sein will, ist das schon ärgerlich und würde ggf, die ganze Reise sinnlos machen. Im Normalfall ist man dann wohl auf die Kulanz an der DB Info hinsichtlich der Freigabe für den Vor(tag)abend angewiesen.

Bahnfrosch
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Diese Sonderregelung mit NV und Sparpreis Aktion müsste dann aber mehr kommuniziert werden. Für mich war es auch neu und bisher hat noch nie ein ZUB die aufgehobene Zugbindung eines Aktions-Tickets im NV beanstandet. Selbst die DB-Info hat noch nie einen Hinweis gegeben, immer nur gesagt, man kann jeden Zug nehmen.
Somit würden ja viele quasi schwarz fahren ohne es zu wissen. Und das der Fall öfters eintritt, FV verpasst und einfach NV nehmen, weil es die nächste Verbindung ist, kommt bestimmt häufiger vor.

Malamute
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frankie22: Ich sehe es wie Sie. Das Gültigkeitsdatum ist so letztlich eine starre Angabe. Diese benachteiligt den Kunden, der einen Zug um kurz nach 00.00 Uhr gebucht hat gegenüber dem Kunden, der eine Verbindung um 12.00 Uhr mittags gebucht hat. Nicht nur, dass nachts das Angebot an Alternativen erfahrungsgemäß deutlich kleiner ist. Es ergibt sich aus dieser starren Regelung auch ein faktischer Nachteil.
Im übrigen ist es so, dass die nächste Verbindung erst knapp vier Stunden später besteht. Der zeitliche Nachteil am Zielbahnhof beläuft sich planmäßig allerdings nur auf gut zwei Stunden, da dieser Zug schneller ist als der gebuchte.

Bahnfrosch: Weil ich genau diese Problematik auch gesehen habe, habe ich mich vorher erkundigen wollen. Mit dem Ergebnis, dass man offensichtlich selbst bei der Deutschen Bahn nicht im Bilde ist, während ich von der Metronom Eisenbahngesellschaft eine fundierte, aber letztlich sehr unflexibel ausgelegte Antwort erhalten habe. Wie beschrieben habe ich kürzlich eine ähnliche Situation auf der Rückfahrt nach Kufstein erlebt. Da war es jedoch so, dass sich die Verspätung des gebuchten EC spontan ergab und am Bahnhof Personal verfügbar war, das sehr pragmatisch weitergeholfen hat.
Losgelöst davon erkenne auch ich bei diesem Angebot "Sparpreis Aktion" Defizite der Deutschen Bahn, was die konkrete Angebotsbeschreibung angeht. Ein Hinweis bei Buchung und auf der Fahrkarte wie "Eine Nutzung von Zügen der Produktklasse C ist in jedem Falle, insbesondere auch nach Aufhebung der Zugbindung, ausgeschlossen" oder so würde ja vollkommen ausreichen.

Für mich ist die Lehre aus der Sache aber die, dass ich ein solches Angebot mit einer kurz nach Mitternacht beginnenden Reiseverbindung zukünftig nicht wieder buchen werde.

Hallo und die anderen Nutzer!

Den richtigen Hinweis zu den Fahrgastrechten hat Tino Groß gegeben. Es wurde richtig festgestellt, dass der „Sparpreis Aktion“ ausschließlich im DB-Fernverkehr gilt und auch als solches Angebot gekennzeichnet ist („Nur gültig im ICE bzw. IC/EC und im IC Bus“).

Wenn der Nahverkehr oder die Nutzung anderer Privatbahnen im Grundangebot nicht erwähnt wird, kann der Reisende sich beim DB-Personal erkundigen, ob es eine Freigabe für den Vortag und den Nahverkehr gibt. Sollte kein DB-Personal an der DB Information oder im DB Reisezentrum erreichbar sein, müssen Sie in Vorkasse treten. Diese Unkosten können nach eingehender Prüfung beim Servicecenter Fahrgastrechte geltend gemacht werden. 

Ich kann hier leider bei der erhaltenen Antwort nur vermuten, dass der Kollege oder die Kollegin vom regulären Sparpreis ausgegangen ist, der auch im Nahverkehr gültig ist. Tut mir leid, wenn es hier eine Falschauskunft gab. /ch