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Streckensperrung und „abstellen“ von Fahrgästen ohne weitere Infos

Sonntag Abend, S1 Hirschaid. Fahrgäste werden aus der Bahn geschickt und am Bahnhof stehen gelassen wegen Streckensperrungen und Oersonen auf den Gleisen. So weit, so verständlich ist das „warten auf Steeckenfreigabe“. Wann wird das sein? Um Mitternacht? Montag früh? Wo ist der SEV? Es gibt KEINE Alternative Verbindung nach Bamberg, hier sehe ich die DB in der Pflicht für Ersatz zu sorgen, egal was in den Personenbeförderungsbestimmungen steht. Es ist sinnlos, diese als Fahrgast nicht zu akzeptieren, da die Bahn die einzige Beförderungsmöglichkeit darstellt. Bei einer Frage nach dem Ersatz für Taxikosten ( 30 Euro!) erhalte ich die Antwort: Evtl. auf Kulanz. Hier stimmt generell etwas nicht in der Organisation von möglichen Störungen. Die Fahrgäste zahlen bereits für die Fahrt mit der DB. Ich denke, Monopolismus wirkt sich stets negativ aus. Der Kunde ist nichts mehr wert und wird einfach an einem einsamen Bahnhof stehengelassen ohne weitere Möglichkeiten der Beförderung zum Ziel. Die Verantwortung liegt hier nicht beim Fahrgast sondern bei der DB. Die Personen auf den Gleisen begehen eine Straftat und sind haftbar zu machen. Auch für entstehende Taxikosten und den Zeitverlust der Fahrgäste. Wo ist das Prioblem?

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kabo
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"Wann wird das sein?"
-> Wenn die Bundespolizei (muss wahrscheinlich aus Nürnberg anfahren) die Strecke kontrolliert hat, und sichergestellt ist, dass keine Personen mehr auf dem Gleis sind.

"Wo ist der SEV?"
-> Gegenfrage: Wie viele Busunternehmen kennen Sie, die am Sonntag abend einen Busfahrer und einen Bus Betriebsbereit auf dem Hof stehen haben, und den ganzen Tag nur darauf gewartet haben, dass die DB anruft und einen SEV bestellt?

"Die Personen auf den Gleisen begehen eine Straftat und sind haftbar zu machen. Auch für entstehende Taxikosten und den Zeitverlust der Fahrgäste. Wo ist das Prioblem?"
-> Die Personen werden - realistisch gesehen - schon weg sein, wenn die Bundespolizei eintrifft.

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Ihre Antwort ist interessant und sehr nett, dass sich ein MA der DB meiner Frage annimmt. Ich denke, eine Bereitschaft für SEV lässt sich ganz grundsätzlich einrichten.Ggf. für eine SEV-Bereitschaft mal einen lokalen Verkehrsbetrieb anfragen. Das dürfte funktionieren. Ansonsten Sammeltaxi einrichten. Es gibt sicher einige Fahrgäste, die das gleiche Ziel haben, Von daher wären die Kosten überschaubar.

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Nebenbei: Die Strecke der S1 ist recht Störungsanfälllig- Meine ganz praktische Erfahrung der letzten Jahre. Von daher: Verkehrsbetriebe Erlangen/Bamberg/ Forchheim/ Fürth und Nürnberg ansprechen.

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Guten Morgen, DSchaffner. In dieser Service-Community versuchen Kunden anderen Kunden mit Tipps und eigenen Erfahrungen zu helfen. In diesem Fall kann hier jeder mitmachen. Wir als DB melden uns mit unseren Profilbild und Kürzel zu Wort, wenn es nicht richtig ist oder es noch Ergänzungen von unserer Seite gibt.

Wie kabo es bereits gut formuliert hat, ist ein Busnotverkehr nicht immer erforderlich oder machbar. Es gab zwischen 20.44 Uhr und 21.45 Uhr 5 Teilausfälle. Die anderen Bahnen fuhren, jedoch aber mit Verspätungen zwischen 5 und 37 Minuten. In dieser einen Stunde, wo kein Zugverkehr teilweise möglich war, kann man keinen Ersatzverkehr anbieten. Denn auch die Kollegen vom angemieteten Verkehrsbetrieb müssen erst einmal zum Einsatzort gelangen. Da noch Bahnen fuhren, gibt es nach den Fahrgastrechten keine Entschädigung für die Übernahme der Taxikosten. Entschuldigen Sie, dass Sie an diesem Abend von den Einschränkungen betroffen waren. Diese Verspätung können Sie sich im Rahmen der geltenden Fahrgastrechte entschädigen lassen. /ch

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Die Fahrgastrechte in allen Ehren, jedoch wäre eine dauerhafte Lösung für diese Art von Schwierigkeiten interessanter als die Schadensbegrenzung. Eine nachträglicher und geringer monetärer Ausgleich ist aus meiner Sicht keine sinnvolle Alternative. Herzlichen Gruss

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Wie stellen Sie sich denn eine dauerhafte Lösung für diese Art von „Schwierigkeiten“ vor? Die Bahn kann ja nichts dafür, wenn Leute sich auf den Gleisen bewegen. Man kann schlecht entlang jeder Bahnstrecke im Abstand von einem km einen Bus für Notfälle hinstellen, inclusive 3 Fahrern die 24h Bereitschaft abdecken, damit die dann sofort einspringen können, falls was passiert.

Je nach Ort ist das nächste Bus-Depot u.U. 10-20 km entfernt, der potentielle Fahrer wohnt wiederum nicht direkt am Depot und muss u.U. nicht nur aus dem Bett geholt werden, sondern erst zum Bus-Depot fahren, von dort zum Bahnhof, muss bzgl. der Fahrtroute unterrichtet werden, usw. Das kostet eine Menge Zeit, eine Stunde oder mehr kann da schon zusammenkommen bis der Bus am Bahnhof ankommt. Da muss dann auch abgewogen werden, ob sich der ganze Aufwand lohnt, wenn z.B. abzusehen ist, dass die Strecke vorher wieder freigegeben werden kann, weil die Personen im Gleis wieder verschwunden sind (auch hierfür muss erst Personal zur Kontrolle losgeschickt werden) und der nächste Zug eh in einer Stunde oder so kommt.

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Ich will jetzt nicht kneifen, habe jedoch einen Gedanken zur Diskussion gestellt. Eine erste Idee wäre eine Art konstruktives Brainstorming mit den Verkehrsbetrieben um zu eruieren, welche Varianten verhandelbar wären. Sie kennen den Spruch: „Alle sagten, das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat‘s gemacht“. Wer will, sucht Wege. Wobei ich hier nur Gründe erkenne, warum das unmöglich zu sein scheint. Die Alternative wäre immer noch, ein oder mehrere großes Taxen zu bestellen, um jeweils bis zu 9 Fahrgäste an ihr Ziel oder eine nächste Busstation etc zu befördern. In dem diskutierten Fall wären das pro Person ein monetärer Aufwand von ca. 3,33 Euro. Da die Fahrgäste für die Schwierigkeiten ebenfalls keine Verantwortung tragen und auch als letzte davon erfahren bzw. sich vor vollendete Tatsachen gestellt sehen, liegt die Verantwortung vermutlich doch eher beim Beförderungsdienstleister, zu dem diesen der Umstand etwas früher bekannt wird. D.h. er kann diese Taximöglichkeit ordern und bereitstellen. Je nach Tageszeit unterscheidet dich die zu ordernde Menge an Beförderungsmöglichkeiten nach Erfahrungswerten. Abends um 21:30 reichen sicher 2Grossrsumtaxen. Die Menge der angekoppelten Triebwagen kann ja auch nach Bedarf koordiniert werden.

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Triebwagen = im regulären Bahnbetrieb nach Stoßzeiten (Schüler, Berufsverkehr etc)

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Ich möchte dem noch hinzufügen: Dass ein Aufenthalt von max. 1Stunde an diesem Abend von niemandem und nirgendwo an die Fahrgäste kommuniziert wurde. Ein Anruf brachte mir auch lediglich die Erkenntnis, dass es weiter geht wenn die Strecke freigegeben wurde. Die betreffende S-Bahn ist jedoch zurück nach Nbg. gefahren. Es gab also einen Spielraum von einer Zeitspanne, die, rein theoretisch, bis in die Morgenstunden ausdehnbar gewesen wäre. Hirschaid ist außerdem eine Haltestelle. Was macht man spät Abends in Markt Hirschaid, wenn zudem die DB mit Ihrer Auskunft vage bleibt?

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Hallo DSchaffner, ich kann es nachvollziehen, dass die erlebte Situation Sie beschäftigt, wie man es hätte besser machen können. Doch die beteiligten Kollegen werden die möglichen Alternativen berücksichtigt haben, auf welche Ressourcen man an einem Sonntagabend zurückgreifen kann. Auf kurze Zeit kann man ad hoc nicht entscheiden, dass die Taxinutzung frei ist. Das passiert wirklich nur im Extremfall, wenn zum Beispiel die Strecke wegen eines Notarzteinsatzes für mehrere Stunden in beiden Richtungen gesperrt ist. Dies war nicht der Fall.

Aus Erfahrung weiß man, wenn sich (betriebsfremde) Personen im Gleisbereich aufhalten, dass diese schnell verschwinden. Es kann zum Beispiel auch der Fall gewesen sein, dass nur eine oder mehrere Personen an den Gleisen spazierten oder die Gleisanlagen überquert haben. Folglich entscheidet die Betriebszentrale, dass der Streckenabschnitt langsam oder gar nicht befahren werden darf. Anschließend wird die Bundespolizei gerufen, die die Strecke zusammen mit der DB nach Auffälligkeiten absucht. Die Freigabe kann je nach Streckenabschnitt schneller als erwartet erfolgen. Sollte es dann doch mal länger dauern, wird man einen Busnotverkehr oder die Taxinutzung bemühen. Ihre Anregungen können Sie gern an DB Regio in Bayern mitteilen.  /ch