Frage beantwortet

zugbindung aufgehoben ?

Hallo,
meine Tochter, 15 Jahre, wollte gestern um 11:50 Uhr von Wyk nach Düsseldorf 20:37 Uhr reisen (Sparticket)
die Fähre, die Sie mit gebucht hatte, kam verspätet in Dagebüll Mole an.Sie bekam eine Bestätigung für die Bundesbahn wegen der Verspätung. In Dagebüll viel der nächste Zug auch noch aus und es gab einen Schienenersatzverkehr. Um 17:09 Uhr fuhr Sie dann ab Elmshorn RE21027 nach Hamburg 17:37 Uhr. Auch dieser Zug kam verspätet an (17:51) womit der Anschluss um 17:46 Uhr auch weg war. Sie früg den Bahnbegleiter im Zug nach Hamburg ob sie den ICE885 nehmen dürfte. Dies wurde mit JA beantwortet. Als hechtete meine Tochter mit Gepäck in diesen ICE. Abfahrt 18:01 Uhr.
Zur Sicherheit früg Sie diesen Zugblegeiter auch noch mal. Die Antwort war: er schmiss meine Tochter aus dem Zug, Sie dürfe diesen Zug nicht nehmen. So wäre Sie um 22:13 Uhr in Düsseldorf angekommen. Somit nahm sie um 18:46 IC2307 bis Dortmund und um 22:06 Uhr RE10636 nach Düsseldorf. Ankunft 23:04 Uhr. Wie gesagt: Meine Tochter ist 15 Jahre.
Nun meine Frage: hätte Sie den ICE nehmen dürfen?
Wie und Wo können wir uns über solch ein Verhalten der Bahn beschweren, bzw. was für Ansprüche haben wir jetzt. Verspätung / Platzreservierung.
Vielen Dank Dirk

Diese Antwort wurde als beste Antwort ausgewählt

Hallo dirkv, InsideBahn3343 und kabo,

ich möchte hier eine Richtigstellung der Regelungen einbringen.

Laut den allgemeinen Fahrgastrechten gilt der Haftungsanspruch gegenüber allen Eisenbahnverkehrsunternehmen und für die gesamte auf der Fahrkarte abgebildete Reisekette des Nah- und Fernverkehrs im Binnenverkehr.

Im Verkehr DB/SEE gilt er jedoch nur für die DB-Strecke.

Zusätzlich ist im Tarif für den Personen- und Gepäckverkehr mit den Nordseeinseln und der Ostseeinsel Hiddensee (Nordseeinseltarif) 2.5.6 hinterlegt, dass bei Schiffsausfall die Zugbindung bei einer zuggebundenen Fahrkarte aufgehoben wird.

Somit wäre es möglich gewesen, bei Verspätung der Fähre, einen nächsten, verfügbaren Zug zu nutzen. /ka 

Fanden Sie diese Antwort hilfreich?

Nein (0)

Ja (5)

100%

100% der Personen fanden diese Antwort hilfreich

Weitere Antworten

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Wenn Fähre und Zug auf getrennten Tickets waren: Gar keine Ansprüche (weder auf Erstattung noch auf den ICE).

Wenn Fähre und Zug auf einem durchgehenden Ticket waren: 25% des Ticketpreises falls sie 60 Minuten zu spät in D'dorf angekommen ist. 50% des Ticketpreises falls sie 60 Minuten zu spät in D'dorf angekommen ist. Sie hätte den ICE dann auch nehmen dürfen.

Hallo dirkv,

mit einer duchgehenden Fahrkarte Wyk bis Düsseldorf, haben Sie bei Verspätung der Fähre und daraus resultierender Verspätung am Zielbahnhof, Anspruch auf Entschädigung nach den allgemeinen Fahrgastrechten. Bei anschließender Verspätung ab 20 Minuten am Zielbahnhof, dürfen Sie einen anderen Zug, auch höherwertig, für Ihre Weiterreise nutzen. Ab 60 Minuten Verspätung am Zielbahnhof erhalten Sie 25 Prozent Erstattung, ab 120 Minuten Verspätung am Zielbahnhof erhalten Sie 50 Prozent Ermäßigung. Hier finden Sie die Regelungen zu den allgemeinen Fahrgastrechten und das Fahrgastrechte -Formular. /ka

InsideBahn3343
InsideBahn3343

InsideBahn3343

Ebene
1
498 / 750
Punkte

Umfasst die Fahrkarte auch die Berechtigung zur Nutzung von Bussen oder Schiffen, gilt der Entschädigungsanspruch ausschließlich für die Eisenbahnstrecke. Liegen Ursache und Wirkung für die verspätete Ankunft des Fahrgastes hingegen außerhalb des Eisenbahnverkehrs ein (z.B. Verspätung von Bus oder Schiff, die Bestandteil der Fahrkarte sind), können keine Ansprüche für den Eisenbahnverkehr geltend gemacht werden.
So steht es zumindest bei FAQ Fahrgastrechte auf der Bahn-HP. Also keine Erstattung wenn Fähre verspätet ist, auch wenn es eine Fahrkarte ist.
@ka: Wie kommt es zu Deiner Antwort? Sehe ich was falsch oder ?

InsideBahn3343
InsideBahn3343

InsideBahn3343

Ebene
1
498 / 750
Punkte

...die Fähre kam verspätet von Wyk, daraus schliesse ich, dass schon in Dagebüll Mole der erste Anschluss nicht geklappt hat.

Hallo InsideBahn3343,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Ich möchte mich entschuldigen, ich habe diesen wichtigen Passus überlesen.
Es ist korrekt, wenn bei einer durchgehenden Verbindung von Schiff und Zug der Grund der Verspätung außerhalb des Eisenbahnverkehrs liegt, besteht kein Anspruch für den Eisenbahnverkehr. Es greifen nicht die allgemeinen Fahrgastrechte für den anschließenden Eisenbahnverkehr. /ka

Hallo dirkv,

ich möchte meine erste Antwort korrigieren, sie war nicht richtig.

Wie InsideBahn3343 richtig schreibt, haben Sie bei einer durchgehenden Fahrkarte DB/SEE und einer Verspätung der Fähre keinen Anspruch nach den allgemeinen Fahrgastrechten. Ihre Tochter durfte nicht den ICE benutzen.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, hatte die Fähre Verspätung. Dadurch hat Ihre Tochter Ihren gebuchten, zuggebundenen Fernverkehrszug nicht erreicht.
Bis zum Bahnhof des gebuchten Fernverkehrszuges konnte Ihre Tochter Ihr gebuchtes Ticket nutzen, da beim Sparpreis der Nahverkehr im Vor- und Nachlauf keine Zugbindung hat. Ab diesem Bahnhof benötigte Sie einen neuen Fahrschein und durfte nicht den ICE mit Ihrer gebuchten Fahrkarte nutzen. Da es keinen Anspruch aus den allgemeinen Fahrgastrechten gab, war auch die Nutzung eines alternativen Zuges des Fernverkehrs nicht möglich.

Es tut mir leid, dass ich diese Erklärung erst in der zweiten Antwort gebe.

franke22
franke22

franke22

Ebene
3
2550 / 5000
Punkte

@ DB /ka:

Gilt das selbe auch bei wie von "InsideBahn3343" dargelegt tatsächlich auch bei Bussen?

Wenn ich also beispielsweise einen inländischen FV-Sparpreis buche, mit NV- und Bus-Vorlauf (gemeint ist ein "Bahnbus" welcher im Ticket inbegriffen ist, also KEIN Teilpreis und auch kein City-Ticket), und ich durch eine Verspätung des Busses meinen Anschluss verpasse, kann ich das FV-Teilstück nicht mehr nutzen, da mir die Zugbindung nicht aufgebhoben wird? Ist in so einem Fall mit Kulanz zu rechnen?

franke22
franke22

franke22

Ebene
3
2550 / 5000
Punkte

@DB /ma:
Stadtbus Wasserburg am Inn zwischen "Wasserburg a. Inn Stadt Busbahnhof" und "Wasserburg (Inn) Bf".

Es handelt sich um eine von DB Oberbayernbus bediente Linie entlang einer ehemaligen Bahnstrecke, die tagsüber zum DB Tarif nutzbar ist. Da die Fahrzeiten des Busses so ausgelegt sind, dass jeweils Anschluss zur RB besteht, wird ab einer Verspätung des Busses von ca. 10 min der Bahnanschluss verpasst.

Leo
Leo

Leo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Konsequenz:
Wer nicht die ganze Fahrt mit der Bahn durchführen kann, nimmt besser das Auto!

Oder gibt es hier auch eine nebulöse Kulanz, die sich nirgendwo nachlesen läßt?

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

@DB /ka
Ich halte dagegen:
Bei einer Fahrkarte zum DB/SEE-Tarif (= durchgehende Fahrkarte mit Fähre und Zug) gilt folgende Regelung:

"Kann der Reisende wegen eines Schiffs-/Flugausfalls oder wegen einer Schiffs-/ Flugverspätung die Fahrt nicht wie geplant mit einem daran anschließenden Zug fortsetzen und verfügt der Reisende für diesen Zug über eine Fahrkarte mit Zugbindung, so wird diese Fahrkarte für den nächsten verfügbaren Zug gültig geschrieben. Ein Anspruch auf Erstattung einer Produktklassendifferenz und/oder einer Wagenklassendifferenz besteht in diesem Fall nicht."

TfV 688, "TARIF für den Personen- und Gepäckverkehr mit den Nordseeinseln und der Ostseeinsel Hiddensee" - Nr. 2.5.6

Also hätte die Tochter des Fragestellers doch einen Anspruch auf Mitfahrt im ICE gehabt, obwohl die Verspätung der Fähre außerhalb des Einflussbereichs der Eisenbahn lag.

Hallo dirkv, InsideBahn3343 und kabo,

ich möchte hier eine Richtigstellung der Regelungen einbringen.

Laut den allgemeinen Fahrgastrechten gilt der Haftungsanspruch gegenüber allen Eisenbahnverkehrsunternehmen und für die gesamte auf der Fahrkarte abgebildete Reisekette des Nah- und Fernverkehrs im Binnenverkehr.

Im Verkehr DB/SEE gilt er jedoch nur für die DB-Strecke.

Zusätzlich ist im Tarif für den Personen- und Gepäckverkehr mit den Nordseeinseln und der Ostseeinsel Hiddensee (Nordseeinseltarif) 2.5.6 hinterlegt, dass bei Schiffsausfall die Zugbindung bei einer zuggebundenen Fahrkarte aufgehoben wird.

Somit wäre es möglich gewesen, bei Verspätung der Fähre, einen nächsten, verfügbaren Zug zu nutzen. /ka 

InsideBahn3343
InsideBahn3343

InsideBahn3343

Ebene
1
498 / 750
Punkte

Dann sollte aber die Auskunft bei FAQ Fahrgastrechte auf der DB HP geändert werden, da falsch

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Vor allem sollte auf der Seite, auf der die DB ihr Konvolut an Beförderungsbedingungen präsentiert (https://www.bahn.de/p/view/home/agb/agb_befoerderungsbedi...) dann auch mal ein Hinweis auf den DB/SEE-Tarif integriert werden.
Der Abschnitt, aus dem der Screenshot von DB /ka stammt, ist nämlich auf der DB-Homepage wirklich nirgendwo zu finden, obwohl er doch sehr wichtig - und praxisrelevant ist.

Ich bin ja auch nur ein einfacher Kunde. Die (falsche) Aussage, dass bei Schiffsverspätung trotz durchgehenden Tickets keine Ansprüche auf Weiterbeförderung mit der Bahn bestehen, hat mir keine Ruhe gelassen und es hat mich tatsächlich längere Zeit gekostet (a) herauszufinden, dass es eine Vorschrift "TfV 688" überhaupt gibt** und (b) diese dann aufzutreiben.
Beides hätte ich irgendwo auf der DB-Seite erwartet - aber Fehlanzeige.

** Dass es einen eigenen DB/SEE-Tarif gibt, wusste ich schon, obwohl selbst das auf der DB-Seite verschwiegen wird. Dass sich der hinter dem Kürzel "TfV 688" versteckt, war jedoch nicht so einfach zu recherchieren. Sowas kann man einem Kunden doch nicht zumuten. Der erwartet, dass man alle Regelungen richtig und vollständig auf der DB-Homepage findet.

Hallo franke22,

wir haben folgende Rückmeldung erhalten.

Die Ansprüche aus der europäischen Fahrgastrechte-Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 bestehen grundsätzlich nur für den Eisenbahnverkehr und damit nicht für andere Schienenbahnen, die keine Eisenbahnen sind (Straßenbahn, U-Bahn, Stadtbahn) und auch nicht für Busse.

Artikel 2 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 stellt diese Rechtslage wie folgt dar "Diese Verordnung gilt gemeinschaftsweit für alle Eisenbahnfahrten und -dienstleistungen, die von einem oder mehreren [...] Eisenbahnunternehmen erbracht werden".

Im konkreten Fall bedeutet es, dass kein Anspruch auf Entschädigung aufgrund von Anschlussversäumnis bzw. verspäteter Ankunft am Zielbahnhof der Fahrkarte besteht, weil der Bus die Ursache für den verpassten Anschluss ist.
Da die Zugbindung jedoch aus durch die DB zu vertretenden Gründen nicht eingehalten werden konnte (verspäteter DB Oberbayernbus), ist die Fahrkarte für die nächste für den Kunden geeignete Zugverbindung gültig zu schreiben. /ka

Leo
Leo

Leo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Das Zitat besagt aber auch, dass nach einer Flugverspätung die Zugbindung beim Sparpreis aufgehoben ist - im Gegensatz zu anderen Auskünften hier im Forum.

Leo
Leo

Leo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

"aber das steht doch in dem Text, der von meiner Kollegin /ka hier als Bild eingefügt wurde."

Schon , aber ich kann es angesichts der bisherigen Auskünfte kaum glauben:

https://community.bahn.de/questions/browse?utf8=%E2%9C%93...

Moment, hier muss man aber auch darauf achten, worum es hier geht und wo dies steht. Hier ist angegeben: "Zusätzlich ist im Tarif für den Personen- und Gepäckverkehr mit den Nordseeinseln und der Ostseeinsel Hiddensee (Nordseeinseltarif) 2.5.6 hinterlegt, dass bei Schiffsausfall die Zugbindung bei einer zuggebundenen Fahrkarte aufgehoben wird.". Dies bezieht sich nicht generell auf eine Verspätung eines Flugzeugs. Wenn man also zum Beispiel aus Tunesien hier ankommt und der Flieger hat Verspätung, greifen die Regelungen nicht. /no

franke22
franke22

franke22

Ebene
3
2550 / 5000
Punkte

@ DB /ka
Danke für die Recherche bzw. ausführliche Antwort.
Da kann ich wenn ich das nächste Mal diese Verbindung nutze die Sache etwas entspannter angehen lassen :-)