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Keine Erstattung für Mehrkosten (260 Euro) durch verpasste Anschlüsse wegen Verspätung

Hallo, habe eine Reise zu zweit von der Schweiz nach Schweden gemacht. Ersten Teil mit Nachtzug von Basel nach Hamburg problemlos (nightjet). Dann Verspätungen (3 Std.) mit der DB in Norddeutschland. Trots eingplanter Pufferzeit von 2 Std. in Kopenhagen sämtliche Anschlüsse verpasst, um noch am selben Tag an das Reiseziel zu gelangen (Örebro). Mehrkosten durch zusätzliche Hotelnacht (Göteborg, 111 Euro), zusätzliches Zugticket (Göteborg-Örebro 79 Euro) und einen halben Tag Arbeitsausfall (73 Euro). Fahrgastrechte/DB entschädigt 50 % des Tickets Hamburg-Kopenhagen, aber möchte für die entstandenen Zusatzkosten keine Entschädigung geben. Begründung: die Gesamtreise ist nicht in einem einzigen Ticket gebucht worden. Nun ist es leider so, dass diese Reise gar nicht in einem Ticket gebucht werden kann, weder auf der Homepage der DB noch anderswo.
Fazit: Wir Reisende müssen die kompletten Folgekosten einer grossen Bahnverspätung (über 3 Stunden Verspätung bis Kopenhagen) selber übernehmen. Dies obschon vorsorglich 2 Stunden Pufferzeit eingeplant (meine Pflichten als Reisender meines Erachtens erfüllt).
Macht hier Fahrgastrechte eine korrekte Beurteilung?

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Sie sollten sich an die Schlichtungsstelle wenden, Informationen finden Sie hier:

https://www.fahrgastrechte.info/Wenn-ich-nicht-zufrieden-...

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So sind nun mal die heiligen Paragrafen!

Das war hoffentlich genug Lehrgeld und Warnung an andere, insbesondere angesichts der neuesten Nightjet-Probleme:

Solche Reisen ohne durchgehende Tickets NICHT mit der Bahn machen, sondern entweder per Flugzeug mit durchgehender Buchung oder mit dem Auto!

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Wie waren die Tickets gestückelt?

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@Woodstock: Danke für den Tipp, habe ich gerade gemacht :-)
Die Tickets waren mit DB Basel-Hamburg-Kopenhagen und mit SJ Kopenhagen-Örebro.

@Leo: Hatte keine Probleme mit dem Nightjet, war sehr angenehm. Auf Flug und Auto zu setzen ist leider die schlechteste Lösung (auch wenn am billigsten und einfachsten)...

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Das Stückeln von Fahrkarten ist erlaubt, falls eine durchgehende Buchung nicht möglich ist und ein Zusammenhang erkennbar ist. Man verliert dadurch nicht seine Rechte als Fahrgast. Problematisch könnte allerdings die Buchung verschiedener Beförderungsverträge über verschiedene Anbieter sein.

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"So sind nun mal die heiligen Paragrafen!

Das war hoffentlich genug Lehrgeld und Warnung an andere, insbesondere angesichts der neuesten Nightjet-Probleme:"

http://www.spiegel.de/reise/europa/nachtzuege-der-oesterr...

Was ich damit sagen wollte:

Das was hier passiert ist, wird in Kürze vielen Leuten auch auf rein innerdeutschen Reisen passieren!

"Das Stückeln von Fahrkarten ist erlaubt, falls eine durchgehende Buchung nicht möglich ist und ein Zusammenhang erkennbar ist. Man verliert dadurch nicht seine Rechte als Fahrgast. Problematisch könnte allerdings die Buchung verschiedener Beförderungsverträge über verschiedene Anbieter sein."

Gemäß der AGB von trainline.eu, b-europe.com und neuerdings international-bahn.de schaut man bei 2 verschiedenen Beförderungsverträgen, egal bei wem gegen Provision gemeinsam oder separat gekauft, grundsätzlich in die Röhre:

https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/mcp_2017/md...

„4.2
Haben Sie für eine internationale Reisestrecke mehrere Fahrkarten erhalten, verkörpert jede Fahrkarte mindestens einen eigenständigen Beförderungsvertrag. Die Haftung für fahrgastrechtliche Ansprüche gilt dann auch nur für den jeweiligen Beörderungsvertrag.“

NACHTRAG: Neuer, noch deutlicherer Spiegel-Artikel:

http://www.spiegel.de/reise/europa/nachtzuege-der-oesterr...

Wertung dort:

""DB und ÖBB berauben die eigenen Kunden""

Fazit: Wer nicht demnächst die hier geschilderten Erfahrungen am eigenen Leib bei Nachtzugreisen sogar innerhalb Deutschlands machen möchte, sollte SEHR viel Pufferzeit, am besten eine Übernachtung, am Ort der Stückelung einplanen – oder einfacher das Auto oder den Flieger nutzen: Wer eine Umsteige-Flugverbindung in einem Stück bucht, wird selbstverständlich bei Anschlussverlust umgebucht, ohne ein neues Ticket kaufen zu müssen! Da kann der wütende Kunde nur mit den Rädern oder Flügeln abstimmen, solange solche Selbstverständlichkeiten nicht auch bei der Bahn eingeführt werden, die doch sonst auch allen negativen Schnickschnack vom Flugbetrieb übernimmt.

miguelsheep
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@ Leo: Danke für die ausführliche Antwort und Hilfe, scheint, dass ich meine Ansprüche entsprechend deinem Zitat von 4.2. nicht wahrnehmen kann. Wir konstatieren: Es mangelt an internationaler Zusammenarbeit (politischem Agieren) und konsumentenschützender Gesetzgebung...
An was es nicht mangelt: Menschen, die umweltverträglich leben und reisen möchten. Ich werde dennoch weiterhin mit dem Zug reisen und versuchen, Politiker und Bahnbetreiber über Mängel aufmerksam zu machen. Einfach nur auf Flieger/Auto auszuweichen bringt zwar kurzfristig mich selbst aber langfristig uns als Gesellschaft/Gesamtorganismus nicht weiter. Im Gegenteil, wir sägen uns den Ast ab, auf dem wir sitzen...

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@Leo Wie Sie selbst immer wieder betonen, stellen die EU-Fahrgastrechte Mindeststandards da, von denen abgewichen werden kann. In der Praxis gibt es tatsächlich eine Kulanz im internationalen Verkehr, durch welche die Fahrgastrechte (Nutzung des nächsten Zuges, Erstattung von Übernachtungs- oder Taxiosten)auch bei gestückelten Fahrkarten zur Anwendung kommen. Wichtig ist, dass alle Tickets eine Fahrt abbilden, die auch so im Fahrplan zu finden ist. Dieser Regelung haben sich viele europäische Bahnen, u.a. die schweizer, dänische und deutsche Bahn verpflichtet, jedoch nicht die Schwedische. Deshalb gibt es auch nur die Entschädigung bis Kopenhagen.

Leo
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Wer sich auf eigentlich selbstverständliche Kulanz verläßt, ist wohl bei der DB verlassen, die ja noch nicht mal eigentlich eindeutige Rechte gewährt, siehe z.B.:

https://community.bahn.de/questions/1533266-lange-ticket-...

(Gegenbeispiel: Bei wetterbedingter Einstellung des Flugbetriebs buchte mich die Lufthansa selbstverständlich kostenlos auf einen Flug am nächsten Tag um und stellte ein Hotelzimmer zu Verfügung.)

Ich habe leider weiter oben den falschen Link gesetzt, ich meinte ganz konkret diesen neuen Artikel:

http://www.spiegel.de/reise/europa/nachtzug-tickets-recht...

Überdeutliches Zitat:

„Im schlimmsten Fall führt das dazu, dass einmal gekaufte Tickets wertlos werden - und Kunden für dieselbe Strecke zweimal zahlen müssen.

Zwar können Kunden diese Tickets auch zukünftig bei der Deutschen Bahn (DB) kaufen, etwa auf der DB-Website oder am Schalter im Reisezentrum. Doch wer zwischen DB und ÖBB umsteigt, erhält demnächst zwei Fahrkarten statt einer - mit weitreichenden Folgen für die Fahrgastrechte. "Wenn eine Fahrkarte für eine Reisekette gebucht wurde, gelten die Fahrgastrechte für jede Teilstrecke einzeln", schreibt die Deutsche Bahn.
Was heißt das konkret? Ein Beispiel: Ein Reisender möchte mit dem ICE von Hamburg nach München fahren und dort in den ÖBB-Nachtzug nach Venedig umsteigen. Doch der ICE hat 45 Minuten Verspätung und der Fahrgast verpasst seinen Anschluss. Nach den bisherigen Regeln hätten die Unternehmen ihn nun trotzdem nach Venedig bringen müssen - etwa mit dem Eurocity am nächsten Morgen. Die Übernachtung in München hätte der Fahrgast erstattet bekommen.
"DB und ÖBB berauben die eigenen Kunden"
Mit den neuen Regeln erhält der Fahrgast nun gar nichts. Da der ICE nur 45 Minuten verspätet ist, muss die Deutsche Bahn keine Entschädigung zahlen. Auch die ÖBB sind fein raus: Ihr Nachtzug ist ja pünktlich abgefahren. Der Reisende muss sein Hotel nun selbst zahlen und sich ein neues Ticket für die Strecke München nach Venedig kaufen. Schließlich gilt das ÖBB-Ticket im Eurocity der Deutschen Bahn am nächsten Morgen nicht mehr.
"Indem die Reisekette in Teilstrecken aufgeteilt wird, umgehen DB und ÖBB die Fahrgastrechte der Europäischen Union", kritisiert der bahnpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Matthias Gastel. "DB und ÖBB berauben die eigenen Kunden und nehmen ihnen den Anspruch auf Fahrpreiserstattung und Übernachtungskosten."“

Wenn man sich hier wirklich auf Kulanz verlassen könnte, hätte ich in den Kommentaren eigentlich eine belastbare Zusage der DB erwartet. Ich habe die Kommentare nochmals aufmerksam gelesen und fand aber nur:

„1. Genial daneben!
Was DB und ÖBB hier machen, nennt man Kundenvertreibung. Bei mir ist ihnen das jedenfalls gelungen.

3. Da freuen sich EasyJet und Co. aber ganz sicher.
BRAVO, ganz große Klasse, die Gespräche wurden abgeschlossen - nur mit den Kunden hat keiner gesprochen. Der darf dann jetzt mit den Füssen abstimmen und dann fliegen oder mit dem Auto fahren.

7. Betrug zum Nachteil des Kunden
Von kommerziellen Anbietern kennt man ja solche Spiele, dass die geltenden gesetzlichen Regeln nicht anerkannt werden. Es gibt so zum Beispiel ein ganzes Heer von Anwälten, dass die Verbraucher dringend benötigen, um ihre Rechte bei Flugverspätungen und -ausfällen einzuklagen. Dass es jetzt auch bei den Bahn-Fahrgastrechten das gleiche Spiel gibt, ist schlimm.

15. Typisch DB..
Das wird man halt künftig einplanen müssen und wird diese Saftlädten, die für ihre eigene Unfähigkeit nicht haften wollen, eben bei solchen "Risikoreisen" meiden. Da gibt es u.U. verlässlichere Möglichkeiten. Ist nix neues. Insbesondere von der DB erwarte ich nichts anderes als Beschi**.

16. Wasser abgraben
So kann ein Geschäftsmodell sich das Wasser auch selbst abgraben. Wenn ich als Reisender nicht weiß, ob meine Reise auch so verlaufen wird, wie ich sie geplant und gebucht habe, werde ich das nächste Mal ein anderes Verkehrsmittel wählen, nämlich den Flieger oder das Auto (wenn es eine nicht ganz so lange Strecke ist).

18. einfache Lösung:
... mit dem Auto geht's auch. Oder mit Air Dolomiti & Co. Selbst großen Bahn-Freunden wie mir vergeht irgendwann der Spaß.

39. Tschüß Bahn
Ab 500 Km ab HH nur noch Auto oder Flug. Wie doof sollen wir Eurer Meinung nach sein?

46.
Da es von Hamburg nach Venedig Direktflüge gibt, weiss der Kunde hoffentlich, was zu tun ist.“

Und auch die Pressestelle verkündet keine ruppige Zurechtweisung des Spiegel-Artikels wie sonst gerne.

https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentra...

Da man sich bei der DB schon auf RECHTE nicht verlassen kann („Weiterfahrt zu einem späteren Zeitpunkt“, nämlich wenn überhaupt Züge fahren, s.o.) , soll ich jetzt an irgendein inoffizielles Kulanz-Versprechen glauben?

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Vielen Dank, Leo, für diesen wirklich erheiternden Spiegelartikel. Zu glauben, dass die DB und die ÖBB sich aus ihrer Verantwortung dem Fahrgast gegenüber stehlen Wohlen, grenzt schon an eine Verschwörungstheorie. Wer diesen Artikel unkritisch hinnimmt, glaubt wahrscheinlich auch, dass die Erde eine Scheibe sei.
Ich weise nochmals daraufhin, dass die EU-Fahrgastrechte - übrigens Sache der Politik - nur das Mindestmaß an Rechte, welche Sie und ich als Fahrgäste einfordern können, widerspiegeln. Demnach würde der Fahrgast bei einem verpassten Anschluss, wie in Ihrem Beispiel genannt, im Regen stehen. Zum Glück dürfen die Bahnen über dieses Mindestmaß hinausgehen, und glauben Sie mir, die europäischen Bahnen sind kundenfreundlicher als man meint. Die DB, die ÖBB und Trenitalia haben sich gemeinsam zu dem Grundsatz verpflichtet, dass der Fahrgast mit seinem originalen Tickets und einer Verspätungsbescheinigung ohne zusätzliche Kosten an sein Ziel kommt, selbst wenn die Fahrgastrechte dies eigentlich nicht vorsehen.
Ob Sie es glauben oder nicht; für Ihr Beispiel bedeutet dies, dass der Fahrgast bei seinem verpassten Anschluss in München den Nightjet am nächsten Tag ohne zusätzliche Kosten nutzen kann. Die Übernachtungskosten werden erstattet. Alternativ könnte auch der DB-ÖBB-Kooperationszug am nächsten Morgen nach Venedig genutzt werden. Auch dann fallen keine zusätzlichen Kosten an.
Der Fragesteller konnte von der Kulanzregelung für internationale Bahnreisende leider nicht profitieren, da sich die schwedische Bahn (noch) nicht dazu verpflichtet fühlt. Eventuell besinnt sie sich eines Tages eines Besseren.

Leo
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Hier die Theorie der Bahnwelt-Scheibe lt. Europäischer Fahrgastrechte, siehe AGB der DB:

„VERORDNUNG (EG) Nr. 1371/2007 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND
DES RATES
vom 23. Oktober 2007
über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr
DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION —
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,insbesondere auf Artikel 71
Absatz 1,..
,
gemäß dem Verfahren des Artikels 251 des Vertrags, aufgrund des vom Vermittlungsausschuss am
(3)
31. Juli 2007 gebilligten gemeinsamen Entwurfs ,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Im Rahmen der gemeinsamen Verkehrspolitik ist es wichtig, die Nutzerrechte der Fahrgäste
im Eisenbahnverkehr zu schützen und die Qualität und Effektivität der
Schienenpersonenverkehrsdienste
zu verbessern, um dazu beizutragen, den Verkehrsanteil der Eisenbahn im Vergleich zu
anderen Verkehrsträgern zu erhöhen.
(2) In der Mitteilung der Kommission „Verbraucherpolitische Strategie 2002-2006“ ist das Ziel
festgelegt, gemäß Artikel 153 Absatz 2 des Vertrags ein hohes Verbraucherschutzniveau im
Bereich des Verkehrs zu erreichen.
(3) Da der Fahrgast die schwächere Partei eines Beförderungsvertrags ist, sollten seine Rechte in
dieser Hinsicht geschützt werden.
...
(7) Die Eisenbahnunternehmen sollten zusammenarbeiten, um den Fahrgästen im
Eisenbahnverkehr das Umsteigen zwischen Betreibern dadurch zu erleichtern, dass — wann
immer möglich — Durchgangsfahrkarten angeboten werden.

HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN
...
KAPITEL II
BEFÖRDERUNGSVERTRAG, INFORMATIONEN UND FAHRKARTEN

Artikel 9
Verfügbarkeit von Fahrkarten, Durchgangsfahrkarten und Buchungen
(1)
Die Eisenbahnunternehmen und die Fahrkartenverkäufer bieten, soweit verfügbar, Fahrkarten,
Durchgangsfahrkarten und Buchungen an.

KAPITEL IV
VERSPÄTUNGEN, VERPASSTE ANSCHLÜSSE UND ZUGAUSFÄLLE

Artikel 16
Erstattung oder Weiterreise mit geänderter Streckenführung
Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass bei Ankunft am Zielort gemäß
Beförderungsvertrag die Verspätung mehr als 60 Minuten betragen wird, so hat der Fahrgast
unverzüglich die Wahl zwischen

c) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung unter
vergleichbaren Beförderungsbedingungen bis zum Zielort zu einem späteren Zeitpunkt nach
Wahl des Fahrgasts.“

Das bedeutet ja wohl: frühestens, wenn es eine passende Verbindung gibt und wieder Züge fahren!

„...Artikel 18
Hilfeleistung
...(2)
Bei einer Verspätung nach Absatz 1 von mehr als 60 Minuten ist den Fahrgästen Folgendes
kostenlos anzubieten:

b) die Unterbringung in einem Hotel oder einer anderweitigen Unterkunft und die Beförderung
zwischen dem Bahnhof und der Unterkunft in Fällen, in denen ein Aufenthalt von einer oder
mehreren Nächten notwendig wird oder ein zusätzlicher Aufenthalt notwendig wird, sofern
dies praktisch durchführbar ist;

(3)
Besteht keine Möglichkeit zur Fortsetzung eines Verkehrsdienstes mehr, so organisiert das
Eisenbahnunternehmen so rasch wie möglich einen alternativen Beförderungsdienst für die
Fahrgäste.“

Jeder logisch denkende Mensch erwartet jetzt das im Flugverkehr selbstverständliche: Das er am nächsten Tag mit dem gleichen Ticket befördert wird! Nicht so die DB, die m.E. europäisches Recht praktisch mit Füßen tritt und ihren Fahrgäste zumuten will, am nächsten Tag eine neue Fahrkarte zu kaufen:

https://community.bahn.de/questions/1533266-lange-ticket-...

Hier stiehlt sich die DB doch eindeutig aus ihrer Verantwortung gegenüber ihren Fahrgästen! Wer nach solchen Erfahrungen der Versagung von RECHTEN noch an Kulanz in Fällen ohne Rechte glaubt, glaubt wohl auch an der Weihnachtsmann!

Der im Spiegel zitierte bahnpolitische Sprecher der Grünen scheint auch nicht daran zu glauben:

„"Indem die Reisekette in Teilstrecken aufgeteilt wird, umgehen DB und ÖBB die Fahrgastrechte der Europäischen Union", kritisiert der bahnpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Matthias Gastel. "DB und ÖBB berauben die eigenen Kunden und nehmen ihnen den Anspruch auf Fahrpreiserstattung und Übernachtungskosten."“

Auch die Forderung der EU nach Durchgangsfahrkarten wird in immer größerem Maß mißachtet! Nein, nachdem was ich alles schon selbst mit der DB erlebt und hier von anderen gelesen habe glaube auch ich nicht an den Kulanz-Weihnachtsmann.

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Mit Verlaub, Herr Gastel, aber hier irren Sie sich ganz gewaltig. Oder versucht hier ein Politiker Stimmung gegen ein Verkehrsmittel zu machen?
Ich verstehe überhaupt nicht, lieber Leo, weshalb sie sich so vehement gegen die Idee einer Kulanz sträuben. Ich fahre mein Leben lang mit dem Zug, pendle seit über 20 Jahren beruflich mit der Bahn, versuche so oft wie möglich Autofahrten zu vermeiden und fliege nie. In dieser Zeit konnte ich genügend Erfahrungen sammeln und weiß, dass die Bahn besser ist als ihr Ruf. Ich möchte nochmals betonen, dass die Deutsche Bahn und auch die ÖBB sich VERPFLICHTET haben, den Fahrgast auch bei getrennt gebuchten Tickets kostenlos weiter zu befördern. Da die Politik es versäumte, dies in ein Gesetz zu packen, geschieht dies im Rahmen einer freiwilligen Kulanz, welche sich daher auch nicht in den, von Ihnen so oft zitierten Fahrgastrechten oder Beförderungsbedingungen, wiederfindet. Selbst wenn Sie nicht an den Weihnachtsmann, Gott oder eine Meisterschaft von Schalke04 glauben, die Kulanzregelung ist gängige Praxis im internationalen Verkehr. Ein paar teilnehmende Bahnen habe ich Ihnen ja bereits genannt. Weitere sind z.B. die schweizer SBB, die französische SNCF, die belgische SNCB, die NS der Niederlande oder auch Eurostar.

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https://community.bahn.de/questions/1533266-lange-ticket-...

Hier stiehlt sich die DB doch eindeutig aus ihrer Verantwortung gegenüber ihren Fahrgästen! Wer nach solchen Erfahrungen der Versagung von RECHTEN noch an Kulanz in Fällen ohne Rechte glaubt, glaubt wohl auch an der Weihnachtsmann!

In dem von Ihnen genannte Thread verneint der Fragesteller keineswegs die Gewährung der Fahrgastrechte. Aufgrund des Ausfalls seines gebuchten Zuges wurde Ihm die Fahrt mit der nächsten Möglichkeit, die offenbar am selben Tag stattfinden sollte und zumutbar war, gewährt. Eine Kulanz ist hier gar nicht von Nöten, da die EU-Fahrgastrechteverordnung greift. Dass die DB durchaus Kulanz, die über die Rechte eines Fahrgastes hinaus gehen gewährt, zeigte sich unlängst beim letzten Wintersturm. Plötzlich waren alle Fahrkarten eine Woche ohne Bindung gültig. Dies steht in keiner Fahrgastrechteverordnung. Der Applaus vom Abgeordneten Gastel steht noch aus.

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Gibt es diese Verpflichtung auch irgendwo zum Nachlesen, so als vertrauensbildende Maßnahme für zweifelnde Kunden und Politiker?

(Das klingt irgendwie nach HOTNAT, was aber nur zwischen HOCHGESCHWINDIGKEITSZÜGEN, also nicht bei Umstieg von IC auf TGV oder von ICE auf Nightjet gilt und auch nicht bei z. Z. Gerade in Frankreich wieder aktuellen Zugaisfällen...)

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Nein, HOTNAT ist nicht gemeint. Falls Sie Jemanden kennen, der Jemand kennt, der Jemand kennt,...können Sie das auch nachlesen.

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Wo kann ich das als Kunde nachlesen?

Eine belastbare Zusicherung über die löchrigen HOTNAT-Regeln hinaus ist das Minimum, um mich als Kunde für eine Bahnreise ohne Durchgangsfahrkarte gewinnen zu können!

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Es gibt ein Dokument, welches jedoch nicht öffentlich zugänglich ist. Weshalb die Bahn - gerade im Hinblick auf schlecht informierte Politiker -das nicht an die große Glocke hängt, weiß ich nicht. Als Kunde müssten Sie schon in ein Reisezentrum gehen und sich nach den Kulanzregelungen im internationalen Verkehr bei Vorhandensein von mehr als einem Ticket erkundigen. Vielleicht lässt man Sie ja mitlesen.

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Da die Bahn (ganz allgemein, BOB, ABELLIO, DB, SNCF, Thalys,...) offenbar an mir als Kunde nicht mehr interessiert ist, werde ich solche weiteren Strecken dann doch lieber mit dem Auto oder dem Flieger zurücklegen. Auch andere glauben dem Spiehel-Artikel nach zu urteilen angesichts selbst erlebter oder hier dokumentierte Paragrafenreitetei auch weiterhin nicht an den Kulanz-Weihmachtsmann. Ohne verbindliche Zusage nehme ich nicht das Risiko auf mich, Versagen der Bahn hinterher auszubaden.

miguelsheep
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Weiss jemand ob das hier wirklich stimmt?
Habe gerade mitgeteilt bekommen (von einem Zugreisebüro), dass das Interrail als "ein" Beförderungsvertrag gilt, wenn man die geplante Reise, Tag für Tag deutlich auf dem Ticket einträgt. Wenn dann bei einem Zwischenfall der Schaffner bestätigt, dass das Tagesziel nicht erreicht werden konnte, etwaige Folgekosten erstattet werden. In dem Sinne hätte ich ja für zukünftige Reisen eine Lösung gefunden (ich werde dem Ratschlag auf Auto/Flug umzusteigen weiterhin nicht folgen und demnächst genau die gleiche Reise erneut mit dem Zug machen... :-)

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Jeder soll nach seiner Façon selig werden.

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Teilweise erfolgreicher Widerspruch! :-)
Habe auf den Entscheid der DB, keine Entschädigung für die entstandenen Mehrkosten (260 Euro) zu erstatten, Widerspruch bei derselben gemacht und nun 125 Euro als Gutschein erhalten. Dabei der Vermerk, dass die DB zu keiner Erstattung verpflichtet ist (entsprechend den Antworten dieses Chats hier) und alle Kunden gleich behandeln muss...

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