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Zugbindung innerhalb der Schweiz Sparpreis

Ich greife mal wieder das leidige Thema der Zugbindung innerhalb der Schweiz auf. Ich habe gerade eine Fahrkarte von Freiburg/Brsg nach Celerina für einen Freund gebucht. Geplant ist, dass er bei mir in Basel übernachtet und am nächsten Tag weiterfährt. Entsprechend habe ich geschaut, dass ich eine Verbindung mit Umstieg in Basel SBB buche, da in diesem Fall die Zugbindung ab Basel SBB nicht mehr existiert (Zugbindung in der CH nur im grenzüberschreitenden Zug bis zum planmässigen Ein-/Aussteigehalt, so habe ich es zumindest verstanden).

Nun ist auf der Fahrkarte im Viereck nicht nur der IC1279 von Freiburg/Brsg. nach Basel SBB eingetragen, sondern auch der EC9 von Basel SBB nach Zürich HB. So siehts aus:
"VIA: <1080,1185>(20.03.2018)FR-Hbf 15:01 IC1279/BaslSBB 16:07 EC9/ZürchHB*NV"

Ist die Fahrkarte nun auch an den EC9 gebunden, obwohl dieser Zug innerhalb der Schweiz verkehrt?

Nalo
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Hallo Nalo, die Info von Ihnen ist nur zum Teil richtig. Die Regelung besagt folgendes: "Bei grenzüberschreitenden Fernzügen ab bzw. bis zum ersten Ein-/ Ausstiegsbahnhof und in allen aus und von Deutschland kommenden Fernzügen auch im Binnenverkehr der Schweiz". Da der EC 9 ja aus Deutschland kommt und die Grenze überschreitet, gilt auch in diesem Zug dann die Zugbindung, auch dann, wenn die genutzte Strecke sich nur innerhalb der Schweiz befindet. /no

Nalo
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Ich bin gerade genervt. Wo findet man diesen von Ihnen zitierten Passus? Ich habe die Community-Beiträge hier durchgelesen (z.B. hier: https://community.bahn.de/questions/1446082-zugbindung-sparpreis-europa-schweiz), ich war beim Bahnschalter (an dem man mir beschieden hat, dass mein Vorhaben kein Problem ist, solange in Basel SBB umgestiegen wird) und ich habe die Tarifbedingungen SCIC-NRT und SCIC-SB durchgelesen. Nirgendwo bin ich auf den Passus gestossen. Wie hätte ich denn das nun wissen sollen, wenn es anscheinend nicht mal die Bahnmitarbeiter im Reisezentrum wissen?

Was ist denn daran so schwierig, irgendwo verständlich auf die geltenden Regeln aufmerksam zu machen? Warum sieht man nicht schon im Buchungsprozess, welcher Zug gebunden ist und welcher nicht? Bleibe ich nun auf den 19 Euro Umbuchungsgebühr sitzen?

Dies ist auch eine recht neue Regelung, die noch nicht so lange besteht. Wenn die Kollegen im Reisezentrum dahingehend noch nicht mit zu tun hatten, dann kann es passieren, dass ihnen diese Info entgangen ist. Es gab auch hierzu einen Beitrag, in dem das Thema aufgekommen ist, weil es jetzt anders auf den Fahrkarten vermerkt ist, wie Sie es ja selbst sagten. Das musste dann erst einmal der Fachbereich klären, der uns dann die Info dazu gegeben hat.

Diese Bedingungen sind jetzt auch in den interntationalen Beförderungsbedingungen hinterlegt.

Sofern Sie es stornieren möchten, geht dies nur abzüglich der 19 Euro. /no

Nalo
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Und wie erkennt man beim Buchungsvorgang, ob es sich beim innerschweizerisch fahrenden Zug um einen aus Deutschland kommenden Zug handelt, bei dem dann entsprechend eine Zugbindung gilt? ECs verkehren ab Basel auch nach Italien und Österreich, ICEs sind ab Basel oft auch im reinen Binnenverkehr unterwegs.

Man kann sich den Fahrtverlauf eines jeden Zuges auf bahn.de anschauen. Dazu klickt man auf die Zugnummer und bekommt dann in einem neuen Fenster die komplette Strecke angezeigt. /no

Nalo
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Ja, das stimmt... Und dennoch, das ganze ist für mich unverständlich, kompliziert und wenig transparent. Einerseits gilt in den allermeisten Zügen innerhalb der Schweiz keine Zugbindung, was wiederum an vielen Stellen auch so kommuniziert wird (hier in der Community und am Bahnschalter), anderseits gibt es wenige Ausnahmen in denen dann halt doch wiederum die Zugbindung gilt, ohne dass dies klar kommuniziert wird. Eine solche Zugbindung wie in meinem Falle kann man zudem relativ simpel umgehen, indem man einfach beim Buchungsvorgang mit der Umsteigezeit spielt (was die ganze Angelegenheit dann vollkommen sinnfrei macht).

Ich verstehe es absolut, wenn es im Falle von Sparpreisen Zugbindungen gibt. Immerhin sind die Sparpreise oft sogar günstiger als Schweizer Inlandspreise. Aber eine Regelung, die auf manchen Zügen Zugbindungen vorsieht und auf anderen wiederum nicht (ohne dies klar kenntlich zu machen), ist Murks und absolut kundenunfreundlich. Ich bitte Sie daher diese Reklamation an die entsprechenden Fachbereiche weiterzuleiten.

Vielen Dank für die schnellen und klaren Antworten (und auch wenn ich hier ein bisschen aufgebracht schreibe, mein Ärger richtet sich nicht gegen Sie, sondern gegen die Regelung bzw. deren Kommunikation).

JunkerJörg
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Also, wäre der Beitrag von DB von einem meiner Schüler, müsste ich ihn sprachlich als mangelhaft bewerten. Tut mir leid, aber die innertextlichen Bezüge sind wirr, und das sollte bei einem einen Sachverhalt klären sollenden Text absolut nicht sein:

"ab bzw. bis zum ersten..." -- es muss korrekterweise heißen: " ab dem bzw. bis zum ersten..."; zweitens heißt es im Text weiter: "ab bzw. bis zum ersten Ein-/ Ausstiegsbahnhof..." - das heißt aufgeschlüsselt: ab dem ... ja was eigentlich?... bzw. bis zum ersten sowohl Ein- als auch Ausstiegsbahnhof." Das ist aber sinnlos. Richtig wäre (nach einigem Nachdenken bin ich darauf gekommen): " Ab dem ersten Ein- bzw. bis zum ersten Ausstiegsbahnhof". Doch ergibt das immer noch keinen Sinn, denn ersten fehlt in dem Satz das Verb, und zweitens würde das ja bedeuten, "bis zum ersten Bahnhof, an dem ich aussteige", also zum Beispiel Bremen Hbf., wenn ich von Bremerhaven in die Schweiz fahre, denn wo ich umsteige, steige ich folglich auch aus. Um Bremen kann es hier aber nicht gehen. Gemeint ist hier wahrscheinlich der erste Ausstiegsbahnhof in der Schweiz.
Ferner frage ich mich, was die Formulierung "aus und von Deutschland kommenden Fernzügen" soll; was ist denn der Unterschied zwischen einem aus Deutschland kommenden und einem von Deutschland kommenden Zug?
Und schließlich dieses unglückliche "von Deutschland kommenden Fernzügen auch im Binnenverkehr der Schweiz". Wie ich das sehe entscheidet nicht die Nutzung durch den Fahrgast, ob etwas Binnenverkehr oder internationaler Verkehr ist, sondern der Fahrplan bzw. die Strecke des Zuges. Bei einem aus Deutschland kommenden Zug könnte es sich demnach per Definitionem nicht um Schweizer Binnenverkehr handeln. Richtig wäre, auch wenn es ohne Fremdwort auskommen muss: "von Deutschland kommende Fernzüge, auch dann, wenn der Fahrgast diesem erstmalig auf einem Schweizer Bahnhof zusteigt."
Nein, es geht hier nicht um Oberlehrertum (was wäre auch eigentlich ein Unterlehrer?) oder Besserwisserei, sondern einfach darum, dass Dinge so korrekt formuliert werden, dass sie klar Verständlich sind und nicht aus dem Kontext entschlüsselt werden müssen.

Hallo JunkerJörg, das sind eben auch Bedingungen, die eventuell verschachtelt und komplex formuliert sind.

Wenn man den Satz "Bei grenzüberschreitenden Fernzügen ab bzw. bis zum ersten Ein-/ Ausstiegsbahnhof und in allen aus und von Deutschland kommenden Fernzügen auch im Binnenverkehr der Schweiz." im entsprechenden Kontext liest, dann wird recht schnell klar, wie es gemeint ist. Für grenzüberschreitende Züge von bzw. nach Deutschland in die bzw. aus der Schweiz gilt die Zugbindung. Klar könnte in der zitierten Formulierung auch "ab dem" stehen, aber zwingend notwendig ist es nicht. /di