Frage beantwortet

Fahrgastrechte Reiseabbruch Jahreskarte ICE Erstattung Teilstrecke?

Ich habe eine ICE Jahreskarte von Bielefeld nach Wuppertal. Aufgrund des Sturms und der damit verbundenen Einstellung des kompletten Bahnverkehrs in NRW bin ich kommend von Bielefeld in Hamm stecken geblieben. Ich habe die Reise abgebrochen und mich mit einem Taxi-Gutschein der DB wieder nach Bielefeld begeben. Laut Fahrgastrechten besteht bei Abbruch der Reise die auf Bahngründen zurück gehen Anspruch auf Erstattung der nicht gefahrenen Teilstrecke, hier Hamm Wuppertal. Wie berechnet sich dieser Anspruch dann bei einer Jahreskarte? Falls kein Anspruch auf Erstattung der Teilstrecke bei einer ICE Jahreskarte besteht, würde mich die rechtliche Grundlage interessieren.

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Hallo dennis2,

ich schätze die Situation anders ein als kabo und das DB Dialog-Team:

Die genannte pauschale Erstattung gilt für Verspätungen. In Ihrem Fall war Ihre Zeitkarte aber komplett wertlos, weil es gar keinen Bahnverkehr gab. Einzelfahrkarten können in solchen Fällen erstattet werden und Zeitkarten müssten meines Erachtens in diesen Fällen anteilig erstattet werden.

Die Schlichtungsstelle Mobilität https://soep-online.de/ ist übrigens in einem ähnlichen Fall (Zeitkarte/ kompletter Ausfall des Bahnverkehrs, damals wg. GDL-Streik) übrigens auch zu dieser Ansicht gekommen:
https://soep-online.de/assets/files/A_Bahn_Ticket_Erstatt...

Insofern würde ich an Ihrer Stelle dem Servicecenter Fahrgastrechte einen Erstattungsantrag über 1/365 des Beitrags Ihrer Jahreskarte einreichen, möglichst zusammen mit einem Ausdruck der Schlichtungsempfehlung der SÖP.

Wegen des Unterschieds, dass Sie Ihre Zeitkarte noch haben, fällt die Bewertung evt. anders aus.
In meinen Augen ist das bei einer völligen Beitriebseinstellung aber irrelevant.

Sollte sich das Servicecenter Fahrgastrechte nicht meiner ansicht anschluießen, bliebe Ihnen noch der Weg der Schlichtung über die Schlichtungsstelle Mobilität.

Ob sich der ganze Aufwand für 1/365 der Jahreskarte lohnt, müssen Sie selbst entscheiden. Man bekommt leider in der Regel nichts für seine Bearbeitungszeit...

Viel Erfolg!

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Sie werden die pauschale Erstattung von 5 Euro (2.Kl) bzw. 7.50 Euro (1.Kl) erhalten.

DB
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Hallo dennis2,

wie Ihnen kabo bereits geantwortet hat, erhalten Inhaber von Streckenzeitkarten eine Verspätungspauschale durch das Servicecenter Fahrgastrechte. Hier finden Sie die weiteren Informationen. /ka 

bahnsinnig
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Hallo dennis2,

ich schätze die Situation anders ein als kabo und das DB Dialog-Team:

Die genannte pauschale Erstattung gilt für Verspätungen. In Ihrem Fall war Ihre Zeitkarte aber komplett wertlos, weil es gar keinen Bahnverkehr gab. Einzelfahrkarten können in solchen Fällen erstattet werden und Zeitkarten müssten meines Erachtens in diesen Fällen anteilig erstattet werden.

Die Schlichtungsstelle Mobilität https://soep-online.de/ ist übrigens in einem ähnlichen Fall (Zeitkarte/ kompletter Ausfall des Bahnverkehrs, damals wg. GDL-Streik) übrigens auch zu dieser Ansicht gekommen:
https://soep-online.de/assets/files/A_Bahn_Ticket_Erstatt...

Insofern würde ich an Ihrer Stelle dem Servicecenter Fahrgastrechte einen Erstattungsantrag über 1/365 des Beitrags Ihrer Jahreskarte einreichen, möglichst zusammen mit einem Ausdruck der Schlichtungsempfehlung der SÖP.

Wegen des Unterschieds, dass Sie Ihre Zeitkarte noch haben, fällt die Bewertung evt. anders aus.
In meinen Augen ist das bei einer völligen Beitriebseinstellung aber irrelevant.

Sollte sich das Servicecenter Fahrgastrechte nicht meiner ansicht anschluießen, bliebe Ihnen noch der Weg der Schlichtung über die Schlichtungsstelle Mobilität.

Ob sich der ganze Aufwand für 1/365 der Jahreskarte lohnt, müssen Sie selbst entscheiden. Man bekommt leider in der Regel nichts für seine Bearbeitungszeit...

Viel Erfolg!

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Hallo zusammen, vielen Dank für die schnellen Antworten! Die Verspätungspauschale war mir bereits bekannt. Meine Frage zielte deswegen auch auf mein FahrgastRECHT zur Erstattung der Teilstrecke. Ich lese die Antworten von kabo und dem db-team so, als würden die sich auf die mir bekannte Verspätungspauschale beziehen. Formal rechtlich liegt nach meiner EInschätzung bei mir jedoch keine Verspätung vor, da ich nie am Zielort angekommen bin. Den Vorschlag von bahnsinnig kann ich nachvollziehen, auch wenn ich für meinem Fall bei dem genannten Schlichtungsvorschlag auch nicht so richtig passe, da ich meine Fahrkarte ja für eine Teilstrecke in Anspruch genommen habe und mir formal rechtlich nur eine Erstattung der Teilstrecke nicht aber für den ganzen Tag zustehen würde. Würde mich freuen noch etwas zum Fahrgastrecht auf Teilstreckenerstattung bei Monatskarten zu lesen.

DB
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Hallo dennis,

für Zeitkarteninhaber gibt es keine andere Regelung, als die pauschale Entschädigung. /ka

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Hallo dennis2,

tja, dann müssen Sie jetzt tief in die juristische Materie einsteigen...

Erstmal gibt es die hilfreiche Website des Servicecenter Fahrgastrechte:
https://www.fahrgastrechte.info/

Dann gibt es:

bahnsinnig
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P.S.: Bei der Durchsicht der juristischen Unterlagen werden Sie merken, dass der Fall "Betriebseinstellung auf einer ganzen Linie, gar einem Streckennetz" nicht behandelt wird.

Ich vermute, das lag daran, dass man damals davon ausging, dass Höhere Gewalt generell nicht abgedeckt werden muss. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat im Interesse von uns Kunden aber im September 2013 entschieden, dass uns auch in diesen Fällen sehr wohl eine Entschädigung zusteht:
http://curia.europa.eu/jcms/jcms/P_104720/ [PDF; Pressemitteilung des EuGH)

Was ist die Reaktion der EU-Kommission? Nun, in den oben verlinkten Leitlinien vom Juli 2015 schreibt sie:
"Wie die Kommission allerdings in ihrem Bericht von 2013 ankündigte, wird sie die Möglichkeit prüfen, den Eisenbahnsektor in gleicher Weise zu behandeln wie andere Verkehrsträger und dafür zu sorgen, dass die Fahrgäste bei Verspätungen durch unvorhergesehene und unvermeidbare Ereignisse nicht entschädigt werden müssen."

Wir müssen uns also darauf einstellen, dass man versucht, unsere Rechte in Fällen von Ausfällen aufgrund von "Höherer Gewalt" in Zukunft beschneiden will...
(entsprechende Meldungen tauchen immer wieder in den Medien auf)

... ein guter Grund, sich angesichts der häufenden Betriebseinstellungen wegen Stürmen, sich an den/ die regionale/n EU-Abgeordnete/n zu wenden!!

Zumal in Fällen so weitgehender Betriebseinstellungen wie der der DB am Donnerstag/ Freitag sich künftig die Frage ergeben würde, wo die "Höhere Gewalt" aufhört und wo die Unternehmensentscheidung, für die zu haften wäre, beginnt - und wie wir Fahrgäste das unterscheiden können sollen!?