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Zwei Tickets verwenden bei Übergängen zwischen Verkehrsverbünden, z.B. VRN und KVV?

Ich fahre gelegentlich von Heidelberg nach Bad Herrenalb und benutze dafür Bahnen der S-Bahn Rhein-Neckar und des Karlsruher Verkehrsverbundes. Wenn ich dazu ein VRN-Ticket bis zur Verbundsgrenze in Bad Schönborn-Kronau und ein Ticket des KVV von Bad Schönborn-Kronau nach Bad Herrenalb verwende, wäre die gesamte Strecke per Tickets abgedeckt, und das zu einem günstigen Preis. Mit den Handytickets von VRN bzw. KVV ist dies zeitnah möglich, so dass es keine Probleme mit der Gültigkeitsdauer der Tickets gibt. Ist dies in Ordnung? Wenn nein, zeigen Sie mir bitte die Passagen in den Beförderungsbedingen. Die smarte Lösung: ich steige in Bad Schönborn-Kronau aus und sofort wieder ein und trete sozusagen eine neue Fahrt mit einem neuen Ticket an.

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Elementarteilchen
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Klar ist das möglich. Sofern Sie für beide Teilstrecken rechtzeitig ein Ticket kaufen, fahren Sie ja durchgehend mit einem gültigen Ticket. Pro forma aus- und wieder einsteigen ist unnötig.

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Danke für die Antwort, Elementarteilchen. Ich bin ehrlich gesagt etwas verunsichert. Ich habe dies das letzte Mal so gemacht und prompt wurde ich bei Bad Schönborn kontrolliert. Der Kontrolleur war nicht ganz meiner Meinung und sprach von Regeln bei Verlassen eines Verkehrsverbundes und Übergangsfahrschein (der aber nur für Zeitkarteninhaber möglich ist). Aber er hat es durchgehen lassen und forderte keine "erhöhte Beförderungsgebühr".

kabo
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Ja, da klaffen Theorie und Praxis etwas auseinander.

Denn sowohl nach den Beförderungsbedingungen des VRN (https://www.vrn.de/tickets/tarifsystem/tarifbestimmungen/... - Anlage 3) als auch nach den Beförderungsbedingungen des KVV (https://www.kvv.de/fileadmin/user_upload/kvv/Dateien/Bros... - Nr. C4.1) hätte man sich eine durchgehende Fahrkarte nach dem DB-Tarif (18,80€ ohne Bahncard) kaufen müssen.

Das "aneinanderstückeln" von Verbundfahrkarten ist offiziell fast überall nicht erlaubt, wird aber in der Praxis eigentlich überall akzeptiert. Das geht sogar so weit, dass die DB selbst Fahrkarten verkauft, die an VRN-Zeitkarten "angestückelt" werden können (http://www.s-bahn-rheinneckar.de/s_rheinneckar/view/angeb...), obwohl das nach den VRN-Tarifbestimmungen eigentlich gar nicht richtig ist - siehe oben.

Dieses Problem (durchgehende Fahrt zwischen zwei Verbünden ohne zwischendurch auszusteigen) ist eigentlich erst seit der Einführung des Handy-Tickets akut, denn vorher hätte man an der Verbundgrenze aussteigen, am Automaten ein Ticket kaufen und mit dem nächsten Zug weiterfahren müssen.
Und es hat sich halt noch niemand so richtig Gedanken über dieses Problem gemacht, da in Verkehrsverbünden traditionell ein Kirchturmdenken vorherrscht und weniger an den einbrechenden/ausbrechenden Verkehr gedacht wird.

Elementarteilchen
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Naja, es gibt Kontrolleure, die leider nicht immer korrekt sind.

Fakt ist, Sie fahren von A über B nach C und haben sowohl für die Strecke A-B als auch für die Strecke B-C eine gültige Fahrkarte. Da gibt‘s eigentlich nichts zu rütteln.

Elementarteilchen
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@kabo
Diese Klausel bzgl. des verbundübergreifenden Tickets ist ja insoweit korrekt, dass der jeweilige Verbund keine Tickets verkauft, die bis in den anderen Verbund hineinreichen. Wer solche Tickets haben will, muss dann bei der DB kaufen (in der Regel sollte das meistens auch billiger sein). Nichts anders soll diese Regel aussagen.

Allerdings darf ich doch mit dem einen Verbund von A nach B fahren wenn der für diese Strecke ein Tickets anbietet. Und weiterhin darf ich mit dem anderen Verbund von B nach C, wenn der für diese Strecke ein Ticket anbietet. Und wenn ich beide Teilstrecken im selben Zug zurücklege, ändert sich an diesen Tatsachen ja nichts.

Formal könnte ich in B mal kurz einen Fuß auf den Bahnsteig stellen, aber wer darauf ersthaft besteht, hat irgendwie ein Problem mit der Realität. Diese Regelung ist definitiv nicht dazu gedacht, derartigen Unsinn festzulegen, sondern einzig dazu, festzustellen, dass der Verbund keine verbundübergreifende Tickets verkauft, und hierfür z.B. die DB zuständig wäre.

Hallo zusammen,

ich habe eine Rückmeldung zur Anfrage erhalten:

VerbundEINZELfahrscheine - im Gegensatz zu Streckenzeitkarten - dürfen nicht gestückelt werden. Ein Verkehrsverbundfahrschein darf nur innerhalb eines Verbundes genutzt werden.
Werden die Verbundgrenzen überschritten, gilt nicht mehr der Verbundtarif, sondern der Haustarif der DB. Es ist also ein durchgängiger DB-Fahrschein Start - Ziel zu lösen.

Die Lösung wurde hier ja schon aufgezeigt: An der Verbundgrenze aussteigen, dort am Automaten einen neuen Fahrschein lösen, um dann mit dem nächsten Zug die Fahrt fortzusetzen. Dass das umständlich und zeitraubend ist, ist uns bekannt, aber lässt sich leider nicht vermeiden. /ni

JBHD
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Vielen Dank, jetzt habe ich es jedenfalls amtlich. Aber wie schon anfangs erwähnt: Mein Fahrkartenautomat ist mein Smartphone, d.h. ich muss überhaupt nicht zum Fahrkartenautomat am Übergangsbahnhof gehen. Damit kann ich mir während der Fahrt ein Ticket kaufen, das sofort entwertet wird. Damit entfällt zumindest das Argument "zeitraubend" und ich könnte einfach aus- und sofort wieder einsteigen. Ich verstehe, dass man sich dabei in einer rechtlichen Grauzone bewegt. Ich hoffe inständig, dass es irgendwann ein einheitliches Tarifsystem für den gesamten Nahverkehr gibt. Alles andere ist Mist.
Übrigens: wenn ich eine VRN-Zeitkarte hätte und damit ein "Ticket zur Weiterfahrt DB" benutzen könnte, wäre ich im Falle von Bad Herrenalb auch aufgeschmissen: Man kann an den DB Automaten kein solches Ticket für die Strecke Bad Schönborn - Bad Herrenalb lösen, da dies nur im Karlsruher Verbund möglich ist. Das heißt ich zahle teures Geld für eine Zeitkarte und kann sie nicht einmal überall nutzen. Das ärgert mich am meisten. Das gilt für viele andere Strecken in benachbarte Verbünde ebenfalls.
So, genug Dampf abgelassen. Prinzipiell ist meine Frage beantwortet, auch wenn ich das Resultat alles andere als zufriedenstellend finde. Danke an alle

Elementarteilchen
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@DB/ni
Das macht doch keinen Sinn. Oder wurde gar das Problem gar nicht ganz verstanden?

Es wird doch mit keinem Fahrschein die Verbundengrenze überschritten. Das eine Ticket gilt bis zur Grenze. Das andere ab der Grenze. D.h. Es gibt hier nicht EINEN Verbundfahrschein, sondern ZWEI. Jeder einzelne wird ausschließlich in dem zugehörigen Verbund benutzt. Klar früher, als es noch keine online-tickets gab, musste man an der Verbundgrenze aussteigen um ein Ticket für den zweiten Verbund kaufen. Aber heute steht der Ticket-Automat in Form des Handys ja nicht mehr am Bahnsteig, sondern ist immer zur Hand. D.h. Ich kann das Ticket zur Weiterfahrt im anderen Verbund doch auch im Zug rechtzeitig vor der Grenze kaufen. Wieso soll das anders bewertet werden, als das Ticket auf dem Bahnsteig zu kaufen?

....

Hallo Elementarteilchen,

die Frage wurde verstanden und auch beantwortet. Es ging darum, welches Ticket man benötigt, wenn man mit einem Zug durch 2 Verbünde fährt und diese Frage wurde beantwortet. /ni

kabo
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@Elementarteilchen
Das ist das, was ich oben andeuten wollte: Früher hatte man nur die Auswahl zwischen "Durchgehende Fahrkarte zum DB-Tarif kaufen" und "zwischendurch aussteigen und am Automaten ein KVV-Ticket kaufen". Dass man zwei Verbundtickets aneinanderstückeln kann, ohne auszusteigen, ist erst seit dem Handy-Ticket möglich. Und die Beförderungsbedingungen von VRN und KVV stammen halt noch aus einer Zeit, als es das Handyticket noch nicht gab. Dass durch die Einführung des Handytickets an dieser Stelle Handlungsbedarf entstanden ist, hat an verantwortlicher Stelle wahrscheinlich noch niemand erkannt.
Deshalb gehe ich davon aus, dass man die Frage " Wieso soll das anders bewertet werden, als das Ticket auf dem Bahnsteig zu kaufen?" gar nicht beantworten kann. Es hat sich offensichtlich nämlich noch niemand an verantwortlicher Stelle mit dieser Frage beschäftigt - sonst würde es nämlich eine Regelung geben.
Wie diese Regelung dann aussähe, wenn es sie gäbe, ist natürlich offen.

Elementarteilchen
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@DB/ni
Dass eine Frage beantwortet wurde, ist schon klar. Ich kann mir nur nicht vorstellen, wie man auf die Idee kommen kann, das zweite Ticket am Automat zu kaufen als regelkonform zu akzeptieren, das selbe Ticket über die App zu kaufen aber nicht. Merkt denn niemand, dass das ganze gar keinen Sinn macht? Wenn ich das eine akzeptiere, muss ich das andere auch akzeptieren.

Wer soll sich denn nicht veräppelt vorkommen, wenn man ihm erzählt, dass das Aus- und wieder Einsteigen (für vielleicht 1 Sekunde) an der Verbundgrenze die einzige akzeptierte Möglichkeit ist, die Teilstrecken mit zwei getrennten Tickets zurückzulegen...

kabo
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Ja. Ich glaube, es liegt wirlich daran, dass noch keiner bemerkt hat, dass das keinen Sinn macht.
(siehe zwei Beiträge höher)

Elementarteilchen
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@kabo
Aber selbst wenn man das noch nicht in den „Regeln“ angepasst hat, sollte man doch irgendwie sinnvoll und pragmatisch damit umgehen können (z.b. bei der Kontrolle). Es gehört nun mal nicht viel dazu, um zu erkennen das das irgendwie sinnlos ist.
Ich nehme an der Kontrolleur wird sich auch nicht freuen, wenn jetzt jeder Fahrgast mit zwei gültigen Tickets am Grenzbahnhof ihn explizit anspricht und vorführt, wie er mal kurz aus- und wieder einsteigt damit dieser auch die Rechtmäßigkeit des zweiten Tickets anerkennt...

Ok, genug für heute, sonst bekomme ich noch Muskelkater vom vielen Kopfschütteln... ;-)