Frage beantwortet

Erstattung für Buskosten

Wir wollten am 07.10.2017 von Rostock zurück nach Heilbronn fahren. Wegen dem Sturm fuhr der Zug nur bis Berlin und da steckten wir dann erstmal 4 Stunden lang fest.

Wir hatten ein ICE Ticket in der ersten Klasse reserviert. Am Schalter der Bahn konnte uns niemand eine Auskunft geben, OB oder WANN ein Zug in unsere Richtung fahren würde. Uns wurde dann gesagt wir könnten ein Hotelzimmer nehmen, welches von der Bahn bezahlt werden würde, allerdings konnte uns auch am Folgetag keine Zugverbindung garantiert werden.

Also haben wir einen Flixbus gebucht, und sind dann 9 Stunden nach unserer ursprünglichen Ankuftszeit total gestresst zu Hause angekommen. Wirklich entspannend ist so ein Flixbus nicht!

Jetzt weigert sich die Bahn die Kosten für den Flixbus zu bezahlen und das Bahnticket bekommen wir auch nicht erstattet. Das einzige was nun bezahlt wurde war die Entschädigung für die Verspätung, die den Flixbus aber nicht annähernd deckt.

Die Flixbusrechnung wird nicht von der Bahn bezahlt, weil keine "Originalrechnung" in Papierform vorliegt. Wir haben den Flixbus über Handy gebucht und die Onlinerechnung ausgedruckt und beigefügt. Flixbus erstellt selbst auf Nachfrage keine Papierrechnungen.

Was soll das denn? Für mich ist das reinste Schikane.

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Ich kann gut nachvollziehen, dass Sie sich ärgern!

Um Ihre Darstellung nachzuvollziehen, eine Nachfrage:
haben Sie sich an den DB Kundendialog gewandt oder an das Servicecenter Fahrgastrechte?

Letzteres ist eine gemeinsame Einrichtung zahlreicher Bahnunternehmen zur Abwicklung von Fahrgastrechtsfällen:
https://www.fahrgastrechte.info/Das-Servicecenter-Fahrgas...

Ich bin in jedem Fall über die Aussage Ihnen gegenüber sehr erstaunt:

Denn die Fahrgastrechte besagen klar:
"Bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielbahnhof von mehr als 60 Minuten kann der Fahrgast von seiner Reise zurücktreten und sich den vollen Fahrpreis, bei Nutzung einer Teilstrecke, den nicht genutzten Anteil erstatten lassen."
https://www.fahrgastrechte.info/Wie-mache-ich-meine-Recht...

Wenn man also Ihre Entscheidung als einen Abbruch der Reise bewertet, steht Ihnen der Fahrtkostenanteil für die Strecke Berlin - Heilbronn zu.

Interessanter wär für Sie wahrscheinlich, dass die Flixbuskosten übernommen werden. Die Fahrgastrechte besagen dazu:
"Kosten für ein anderes Verkehrsmittel (z.B. Bus oder Taxi):
[Möglichkeit 1] oder
bei Ausfall eines Zuges, wenn es sich dabei um die letzte fahrplanmäßige Verbindung des Tages handelt und
der Zielbahnhof ohne Nutzung eines anderen Verkehrsmittels nicht mehr bis um 24 Uhr erreicht werden kann.
werden dem Kunden die Kosten für ein anderes Verkehrsmittel bis max. 80 Euro *) **) ersetzt,

wenn das Eisenbahnunternehmen kein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung stellt und
der Kunde mit dem Eisenbahnunternehmen - aus von diesem zu vertretenden Gründen - nicht in Kontakt treten kann (Kontaktaufnahme vor Ort mit der Fahrkartenverkaufs- oder Informationsstelle des Eisenbahnunternehmens oder Personal des genutzten Zuges)."
https://www.fahrgastrechte.info/Wie-mache-ich-meine-Recht...

Eine kompexe Bedingungskette...

Mir scheint aber, in Ihrem Fall ist diese Bedingungskette erfüllt.

Solange die Bahnen für Unwetterschäden haften (EuGH-Urtel vom September 2013, http://www.sueddeutsche.de/reise/urteil-des-europaeischen... ) sehe ich keinen Grund, mit dem Ihnen Ihr Anspruch verwehrt werden kann.

Bleibt zuletzt der Einwand, dass der Ausdruck des Flixbus-Handy-Tickets kein Originalbeleg sei:
das ist eine knifflige Frage, da ich das Bedürfnis der DB, dass ein Ticket nicht mehrfach eingereicht werden kann, was man durch Originalbelege sicherstellt, nachvollziehen kann.

Wenn sich die DB bzw. das Servicecenter Fahrgastrecte hier auch auf eine Beschwerde Ihrerseits gegen die Entscheidung weiterhin querstellt, dann empfehle ich Ihnen, sich an die Schlichtungsstelle Mobilität zu wenden:
http://soep-online.de/

Diese sollte das Problem kennen und einen Lösungsvorschlag dafür haben!

Viel Erfolg!!

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Um Ihre Darstellung nachzuvollziehen, eine Nachfrage:
haben Sie sich an den DB Kundendialog gewandt oder an das Servicecenter Fahrgastrechte?

Letzteres ist eine gemeinsame Einrichtung zahlreicher Bahnunternehmen zur Abwicklung von Fahrgastrechtsfällen:
https://www.fahrgastrechte.info/Das-Servicecenter-Fahrgas...

Ich bin in jedem Fall über die Aussage Ihnen gegenüber sehr erstaunt:

Denn die Fahrgastrechte besagen klar:
"Bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielbahnhof von mehr als 60 Minuten kann der Fahrgast von seiner Reise zurücktreten und sich den vollen Fahrpreis, bei Nutzung einer Teilstrecke, den nicht genutzten Anteil erstatten lassen."
https://www.fahrgastrechte.info/Wie-mache-ich-meine-Recht...

Wenn man also Ihre Entscheidung als einen Abbruch der Reise bewertet, steht Ihnen der Fahrtkostenanteil für die Strecke Berlin - Heilbronn zu.

Interessanter wär für Sie wahrscheinlich, dass die Flixbuskosten übernommen werden. Die Fahrgastrechte besagen dazu:
"Kosten für ein anderes Verkehrsmittel (z.B. Bus oder Taxi):
[Möglichkeit 1] oder
bei Ausfall eines Zuges, wenn es sich dabei um die letzte fahrplanmäßige Verbindung des Tages handelt und
der Zielbahnhof ohne Nutzung eines anderen Verkehrsmittels nicht mehr bis um 24 Uhr erreicht werden kann.
werden dem Kunden die Kosten für ein anderes Verkehrsmittel bis max. 80 Euro *) **) ersetzt,

wenn das Eisenbahnunternehmen kein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung stellt und
der Kunde mit dem Eisenbahnunternehmen - aus von diesem zu vertretenden Gründen - nicht in Kontakt treten kann (Kontaktaufnahme vor Ort mit der Fahrkartenverkaufs- oder Informationsstelle des Eisenbahnunternehmens oder Personal des genutzten Zuges)."
https://www.fahrgastrechte.info/Wie-mache-ich-meine-Recht...

Eine kompexe Bedingungskette...

Mir scheint aber, in Ihrem Fall ist diese Bedingungskette erfüllt.

Solange die Bahnen für Unwetterschäden haften (EuGH-Urtel vom September 2013, http://www.sueddeutsche.de/reise/urteil-des-europaeischen... ) sehe ich keinen Grund, mit dem Ihnen Ihr Anspruch verwehrt werden kann.

Bleibt zuletzt der Einwand, dass der Ausdruck des Flixbus-Handy-Tickets kein Originalbeleg sei:
das ist eine knifflige Frage, da ich das Bedürfnis der DB, dass ein Ticket nicht mehrfach eingereicht werden kann, was man durch Originalbelege sicherstellt, nachvollziehen kann.

Wenn sich die DB bzw. das Servicecenter Fahrgastrecte hier auch auf eine Beschwerde Ihrerseits gegen die Entscheidung weiterhin querstellt, dann empfehle ich Ihnen, sich an die Schlichtungsstelle Mobilität zu wenden:
http://soep-online.de/

Diese sollte das Problem kennen und einen Lösungsvorschlag dafür haben!

Viel Erfolg!!