Frage beantwortet

Hallo, ist da jemand?

Haben Sie sich auch schon mal einsam und allein mit Ihren Anliegen gefühlt?
Wenn nicht, einfach mal Bahn in Deutschland fahren!
.
Meine Fragen an das Transportunternehmen ohne Service-Leistungen sind:
1. Sind die regelmäßigen Verspätungen Teil des Unterhaltungskonzeptes?
2. Meine jüngste Verspätung lag bei 43 Minuten mit winterlichen Temperaturen.
Ist sich die deutsche Bahn im Klaren, das hier hunderte Menschen zu spät
am Zielort ankommen?
3. Ist eine echte Kundenorientierung, in der das Unternehmen die Fahrgäste aktiv
entschädigt, und zwar ab der ersten Minute, zu ambitioniert?
4. Warum muß ein Fahrgast die Verspätung nachweisen und soviel Schriftkram
ertragen?
5. Warum muß ein Kunde am Servicepoint aktiv nach dem "Fahrgastrechte-
Formular" fragen, um es erst dann zu bekommen?
6. Warum hat der Erstattungsantrag den irreführenden Namen "Fahrgastrechte-
Formular"?
7. Wie lange wollen sie uns noch verarschen?
8. Warum gibt es kein Kunden-Forum für einen lebendigen Austausch?
9. Ist ihnen die Entschuldigung der chinesischen Bahn bekannt?
Sie entschuldigt sich darin für die Jahres-Gesamt-Verspätung von 54
Sekunden.
10. Von wem darf ich den Dank erwarten, für meinen konstruktiven Fragenkatalog?

Diese Antwort wurde als beste Antwort ausgewählt

Zunächst: Sie schreiben hier in einem Kunden-Forum (Service-Community), was schon mal Ihre Frage 8 beantwortet. Ich bin also ebenfalls Bahnkunde und bin durchaus mit von der Partie, wenn es darum geht, die Deutsche Bahn kritisch zu betrachten. Dies immer vor dem Hintergrund, daß ich das Verkehrsmittel Eisenbahn als solches sehr schätze und es mir daher oftmals "in der Seele" weh tut, welch eine Servicewüste die DB in vielen Bereichen daraus macht. Daher schreibe ich gerne, was mir zu Ihren Punkten aus meiner Kundensicht einfällt.

Zu 1 und 2) Ich denke, das Betriebspersonal an der Basis ist sehr bemüht, den Zugverkehr pünktlich abzuwickeln. Allerdings müssen die mit den Mitteln arbeiten, die ihnen "von oben" zur Verfügung gestellt werden. Seit der Bahnreform 1994, als die Bundesbahn zur Bahn AG wurde, ist die Eisenbahn in Deutschland kaputt gespart worden. Der Wegfall tausender Arbeitsplätze sowie die umfangreichen Einsparungen an und bei Betriebsmitteln (Fahrzeuge, Infrastruktur, Technik, ...) konnten nicht spurlos an uns Kunden vorübergehen und halten bis heute an, wobei erste Korrekturen bereits gemacht wurden. Aber Personal und Fahrzeuge fallen nicht vom Himmel und im Streckennetz sind zahlreiche Bauarbeiten überfällig, was aktuell zu sehr vielen Baustellen und somit leider auch zu Verspätungen führt. Dies ist natürlich keine Entschuldigung für das, was uns Kunden, bei gleichzeitig häufig sehr ungenügender Informationspolitik, zugemutet wird. Aber es hilft manchmal ein wenig, wenn man die Hintergründe kennt.

Das Schienennetz in Deutschland ist sehr engmaschig und stark ausgelastet. Geringfügige Verspätungen eines Zuges ziehen somit leider immer auch andere Züge in Mitleidenschaft. Größere Vorkommnisse, z. B. ein liegengebliebener Zug oder ein Unfall mit Personenschaden, bringen dann den Fahrplan gehörig durcheinander. Gerade in solchen Fällen macht sich dann der Personalmangel massiv bemerkbar, was wir Kunden häufig daran merken, daß verwertbare Informationen ausbleiben. Ich möchte aber auch nicht in der Haut eines Bahn-Disponenten stecken, der so ein Chaos wieder in Ordnung bringen muss und dabei nicht auf die Unterstützung zahlreicher Kollegen bauen kann. Für diesen hat dann Priorität, den Zugverkehr wieder zum Laufen zu bringen. Man muss auch bedenken, daß für viele Verspätungen nicht die Bahn, sondern äußere Einflüsse schuld sind. So gibt es fast täglich Suizide und/oder von unachtsamen Autofahrern verursachte Unfälle an Bahnübergängen.

Bei den immer häufiger werdenden Unwetter-Ereignissen sind die viel zu wenigen Disponenten damit überfordert, sich um jeden einzelnen Zug zu kümmern, weshalb dann lieber gleich aus Sicherheitsgründen der Gesamtverkehr ganzer Strecken und/oder gar Regionen eingestellt wird, während auf den Straßen munter weitergefahren wird - eigentlich ein Armutszeugnis für die Bahn. Von den Fahrdienstleitern, die früher mal alle paar Kilometer entlang der Strecke an fast jeden Bahnhof ihren Dienst taten und vor Ort betriebliche Entscheidungen treffen durften, sind leider nicht mehr viele übrig. Heute wird fast alles, einschließlich der verbliebenen Fahrdienstleiter, von wenigen Betriebsleitzentralen aus ferngesteuert/-dirigiert, weshalb der genaue Überblick in die tatsächliche Situation einzelner Strecken/Bahnhöfe/Züge fehlt und daher nicht so individuell entschieden werden kann, wie das früher mal war.

Im Winter sind dann vereiste Weichen und nicht geräumte Strecken auch eine Folge der Personaleinsparungen. Betriebswirtschaftlich mag es ja sinnvoll sein, keine Räumtrupps auf Bereitschaft zu finanzieren, nur weil es ein paar mal im Jahr richtig schneit. Andererseits müsste man das mal mit dem Imageschaden und daraus resultierenden Fahgastverlusten für die Bahn gegenrechnen, welche man dann mit einem hohen Aufwand an Marketing wieder zu beseitigen versucht.

Zu 3) Ich denke schon. In einem Streckennetz, welches sich Nah-, Fern- und Güterverkehr teilen, ist ein minutengenauer Verkehr oft nicht machbar. Dies ist übrigens auch auf der Straße oder im Flugverkehr keineswegs gegeben. Das wäre anders, wenn - wie z. B. in Frankreich oder im von Ihnen zitieren China - einzelne Strecken oder ein ganzes Streckennetz nur dem Hochgeschwindigkeits-Verkehr zur Verfügung steht. Die Fahrgastreche, wie Sie heute bestehen, basieren auf langjährigen Forderungen von Verbraucherschutz- und Fahrgastverbänden. Zuvor war eine Entschädigung nur auf dem Kulanzweg seitens der Eisenbahnunternehmen zu erzielen, ohne jegliche gesetzliche Basis. Hat man früher einen Anschluß verpasst, war das einfach Pech. Jetzt gibt es immerhin ab 60 Minuten verspäteter Ankunft am Zielort der Fahrkarte eine Entschädigung.

Zu 4, 5, 6) Sie müssen weder die Verspätung nachweisen, noch das Fahrgastrechte-Formular verwenden. Sie können Ihre Forderung im Verspätungsfall auch per formlosem Schreiben mit allen nötigen Angaben an das dafür zuständige Servicecenter Fahrgastrechte stellen. Das Formular soll lediglich eine Erleichterung darstellen, welche ich allerdings auch nicht für optimal gelungen halte. In klaren Fällen, die keiner weiteren Überprüfung bedürfen, können Sie Ihre Verspätungs-Entschädigung auch direkt im DB-Reisezentrum erhalten. Die dortigen Mitarbeiter können im System auch sämtliche dokumentierten Verspätungsfälle einsehen. Das mit den Fahrgastrechten, samt den zugehörigen Begrifflichkeiten, ist auf EU-Ebene geregelt und gilt einheitlich für alle Eisenbahn-Verkehrsunternehmen in der EU. Weitere Infos dazu finden Sie unter diesem Link: https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

Zu 7) Wer ist "Sie"? Eine Kette ist ja immer nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Es gibt ganz sicher sehr viele sehr engagierte Eisenbahner, die tagtäglich zuverlässig ihren Dienst tun. Die Fehler sind m. E. hauptsächlich in der Unternehmensführung zu suchen. Aber auch an der Basis gibt es natürlich "schwarze Schafe", wie jeder Bahnkunde wohl schon feststellen musste. Aber wo gibt es diese nicht? Insgesamt fehlen dem Bahnpersonal m. E. leider häufig die Möglichkeiten / Voraussetzungen, den Kunden einen besseren Service zu bieten, auch wenn sie dies gerne täten - dies trägt natürlich auch nicht gerade zu deren Motivation bei. In Folge solidarisieren sich die einen mit den Kunden, andere sehen die Kunden eher als ihre Feinde - alles menschlich. Aber die grundsätzliche Unternehmenskultur muss in den "oberen Etagen" gestaltet und entsprechend an die Basis weitervermittelt werden - und genau daran happert es m. E. gewaltig.

Zu 9) Nein. Aber in China herrschen nicht nur bezüglich des Eisenbahnsystems ganz andere Voraussetzungen. Auch die Arbeitsbedingungen für das Bahnpersonal wären bei uns nicht durchsetzbar und wären vermutlich auch weder von Ihnen noch von mir gewollt, wenn wir selbst davon betroffen wären. Ich bin bisher erst 1 x in China per Bahn gereist, habe dabei aber auch festgestellt, daß sich die Menschen dort (auch die Fahrgäste) viel disziplinierter verhalten. Trotz der unzähligen Menschenmassen am Bahnhof Pekings ging es dort viel geordneter zu, als auf deutschen Bahnhöfen - so mein damaliger Eindruck im Jahre 2008.

Zu 10) Von mir auf jeden Fall, weil jede Diskussion und jeglicher konstruktiver Austausch eine Bereicherung ist. Ich habe ja auch immer die Hoffnung, daß ein wenig von dem, was hier in der Community an Kritik und Verbesserungsvorschlägen aufläuft, an die zuständigen DB-Fachbereiche gelangt und dort ein wenig zum Nachdenken anregt - könnte ja sein. Die ein oder andere Verbesserung / aktive Hilfestellung wurde von den hier tätigen DB-Moderatoren auch schon sehr kurzfristig umgesetzt - aber das geht halt auch hier nur im Rahmen deren Möglichkeiten und hat nicht ausschließlich mit deren Willen zu tun.

Ich wünsche Ihnen für die Mehrzahl Ihrer zukünftigen Bahnreisen einen angenehmen Verlauf selbiger. Wenn es auch nur ein schwacher Trost ist, aber auf den Straßen geht es ja auch nicht gerade lustig und entspannt zu und da gibt es in der Regel weder einen Schuldigen noch irgendwelche Entschädigungen für ...

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1. Nein, das kann ich mir nicht vorstellen.
2.Ja, das kann ich mir vorstellen.
3.Ist dies eine ernstgemeinte Frage?
4.Die Verspätung muss nicht nachgewiesen werden. Bei einer Erstattung am Schalter fällt kaum Schreibarbeit an.
5.An der DB Information arbeiten keine Hellseher.
6.Was ist daran irreführend? Es ist ein FORMULAR, über das man seine RECHTE als FAHRGAST geltend macht.
7. Meinen Sie mich oder andere Kunden in dieser Community?
8. Da ist man schon weiter. Für so etwas gibt es z.B. diese Community.
9. Nein, ich verstehe kein chinesisch. Als Kind der DDR glaube ich nicht an Planübererfüllung eines sozialistischen Landes. Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe.
10. Vielen Dank für Ihren konstruktiven Fragenkatalog.

kabo
kabo

kabo

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Psst. Das Unternehmenskonzept der DB ist natürlich geheim. Aber die Berliner Verkehrsbetriebe haben ähnliche Konzepte und geben hier einen Einblick, der einige Ihrer Fragen beantworten wird:

Zunächst: Sie schreiben hier in einem Kunden-Forum (Service-Community), was schon mal Ihre Frage 8 beantwortet. Ich bin also ebenfalls Bahnkunde und bin durchaus mit von der Partie, wenn es darum geht, die Deutsche Bahn kritisch zu betrachten. Dies immer vor dem Hintergrund, daß ich das Verkehrsmittel Eisenbahn als solches sehr schätze und es mir daher oftmals "in der Seele" weh tut, welch eine Servicewüste die DB in vielen Bereichen daraus macht. Daher schreibe ich gerne, was mir zu Ihren Punkten aus meiner Kundensicht einfällt.

Zu 1 und 2) Ich denke, das Betriebspersonal an der Basis ist sehr bemüht, den Zugverkehr pünktlich abzuwickeln. Allerdings müssen die mit den Mitteln arbeiten, die ihnen "von oben" zur Verfügung gestellt werden. Seit der Bahnreform 1994, als die Bundesbahn zur Bahn AG wurde, ist die Eisenbahn in Deutschland kaputt gespart worden. Der Wegfall tausender Arbeitsplätze sowie die umfangreichen Einsparungen an und bei Betriebsmitteln (Fahrzeuge, Infrastruktur, Technik, ...) konnten nicht spurlos an uns Kunden vorübergehen und halten bis heute an, wobei erste Korrekturen bereits gemacht wurden. Aber Personal und Fahrzeuge fallen nicht vom Himmel und im Streckennetz sind zahlreiche Bauarbeiten überfällig, was aktuell zu sehr vielen Baustellen und somit leider auch zu Verspätungen führt. Dies ist natürlich keine Entschuldigung für das, was uns Kunden, bei gleichzeitig häufig sehr ungenügender Informationspolitik, zugemutet wird. Aber es hilft manchmal ein wenig, wenn man die Hintergründe kennt.

Das Schienennetz in Deutschland ist sehr engmaschig und stark ausgelastet. Geringfügige Verspätungen eines Zuges ziehen somit leider immer auch andere Züge in Mitleidenschaft. Größere Vorkommnisse, z. B. ein liegengebliebener Zug oder ein Unfall mit Personenschaden, bringen dann den Fahrplan gehörig durcheinander. Gerade in solchen Fällen macht sich dann der Personalmangel massiv bemerkbar, was wir Kunden häufig daran merken, daß verwertbare Informationen ausbleiben. Ich möchte aber auch nicht in der Haut eines Bahn-Disponenten stecken, der so ein Chaos wieder in Ordnung bringen muss und dabei nicht auf die Unterstützung zahlreicher Kollegen bauen kann. Für diesen hat dann Priorität, den Zugverkehr wieder zum Laufen zu bringen. Man muss auch bedenken, daß für viele Verspätungen nicht die Bahn, sondern äußere Einflüsse schuld sind. So gibt es fast täglich Suizide und/oder von unachtsamen Autofahrern verursachte Unfälle an Bahnübergängen.

Bei den immer häufiger werdenden Unwetter-Ereignissen sind die viel zu wenigen Disponenten damit überfordert, sich um jeden einzelnen Zug zu kümmern, weshalb dann lieber gleich aus Sicherheitsgründen der Gesamtverkehr ganzer Strecken und/oder gar Regionen eingestellt wird, während auf den Straßen munter weitergefahren wird - eigentlich ein Armutszeugnis für die Bahn. Von den Fahrdienstleitern, die früher mal alle paar Kilometer entlang der Strecke an fast jeden Bahnhof ihren Dienst taten und vor Ort betriebliche Entscheidungen treffen durften, sind leider nicht mehr viele übrig. Heute wird fast alles, einschließlich der verbliebenen Fahrdienstleiter, von wenigen Betriebsleitzentralen aus ferngesteuert/-dirigiert, weshalb der genaue Überblick in die tatsächliche Situation einzelner Strecken/Bahnhöfe/Züge fehlt und daher nicht so individuell entschieden werden kann, wie das früher mal war.

Im Winter sind dann vereiste Weichen und nicht geräumte Strecken auch eine Folge der Personaleinsparungen. Betriebswirtschaftlich mag es ja sinnvoll sein, keine Räumtrupps auf Bereitschaft zu finanzieren, nur weil es ein paar mal im Jahr richtig schneit. Andererseits müsste man das mal mit dem Imageschaden und daraus resultierenden Fahgastverlusten für die Bahn gegenrechnen, welche man dann mit einem hohen Aufwand an Marketing wieder zu beseitigen versucht.

Zu 3) Ich denke schon. In einem Streckennetz, welches sich Nah-, Fern- und Güterverkehr teilen, ist ein minutengenauer Verkehr oft nicht machbar. Dies ist übrigens auch auf der Straße oder im Flugverkehr keineswegs gegeben. Das wäre anders, wenn - wie z. B. in Frankreich oder im von Ihnen zitieren China - einzelne Strecken oder ein ganzes Streckennetz nur dem Hochgeschwindigkeits-Verkehr zur Verfügung steht. Die Fahrgastreche, wie Sie heute bestehen, basieren auf langjährigen Forderungen von Verbraucherschutz- und Fahrgastverbänden. Zuvor war eine Entschädigung nur auf dem Kulanzweg seitens der Eisenbahnunternehmen zu erzielen, ohne jegliche gesetzliche Basis. Hat man früher einen Anschluß verpasst, war das einfach Pech. Jetzt gibt es immerhin ab 60 Minuten verspäteter Ankunft am Zielort der Fahrkarte eine Entschädigung.

Zu 4, 5, 6) Sie müssen weder die Verspätung nachweisen, noch das Fahrgastrechte-Formular verwenden. Sie können Ihre Forderung im Verspätungsfall auch per formlosem Schreiben mit allen nötigen Angaben an das dafür zuständige Servicecenter Fahrgastrechte stellen. Das Formular soll lediglich eine Erleichterung darstellen, welche ich allerdings auch nicht für optimal gelungen halte. In klaren Fällen, die keiner weiteren Überprüfung bedürfen, können Sie Ihre Verspätungs-Entschädigung auch direkt im DB-Reisezentrum erhalten. Die dortigen Mitarbeiter können im System auch sämtliche dokumentierten Verspätungsfälle einsehen. Das mit den Fahrgastrechten, samt den zugehörigen Begrifflichkeiten, ist auf EU-Ebene geregelt und gilt einheitlich für alle Eisenbahn-Verkehrsunternehmen in der EU. Weitere Infos dazu finden Sie unter diesem Link: https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

Zu 7) Wer ist "Sie"? Eine Kette ist ja immer nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Es gibt ganz sicher sehr viele sehr engagierte Eisenbahner, die tagtäglich zuverlässig ihren Dienst tun. Die Fehler sind m. E. hauptsächlich in der Unternehmensführung zu suchen. Aber auch an der Basis gibt es natürlich "schwarze Schafe", wie jeder Bahnkunde wohl schon feststellen musste. Aber wo gibt es diese nicht? Insgesamt fehlen dem Bahnpersonal m. E. leider häufig die Möglichkeiten / Voraussetzungen, den Kunden einen besseren Service zu bieten, auch wenn sie dies gerne täten - dies trägt natürlich auch nicht gerade zu deren Motivation bei. In Folge solidarisieren sich die einen mit den Kunden, andere sehen die Kunden eher als ihre Feinde - alles menschlich. Aber die grundsätzliche Unternehmenskultur muss in den "oberen Etagen" gestaltet und entsprechend an die Basis weitervermittelt werden - und genau daran happert es m. E. gewaltig.

Zu 9) Nein. Aber in China herrschen nicht nur bezüglich des Eisenbahnsystems ganz andere Voraussetzungen. Auch die Arbeitsbedingungen für das Bahnpersonal wären bei uns nicht durchsetzbar und wären vermutlich auch weder von Ihnen noch von mir gewollt, wenn wir selbst davon betroffen wären. Ich bin bisher erst 1 x in China per Bahn gereist, habe dabei aber auch festgestellt, daß sich die Menschen dort (auch die Fahrgäste) viel disziplinierter verhalten. Trotz der unzähligen Menschenmassen am Bahnhof Pekings ging es dort viel geordneter zu, als auf deutschen Bahnhöfen - so mein damaliger Eindruck im Jahre 2008.

Zu 10) Von mir auf jeden Fall, weil jede Diskussion und jeglicher konstruktiver Austausch eine Bereicherung ist. Ich habe ja auch immer die Hoffnung, daß ein wenig von dem, was hier in der Community an Kritik und Verbesserungsvorschlägen aufläuft, an die zuständigen DB-Fachbereiche gelangt und dort ein wenig zum Nachdenken anregt - könnte ja sein. Die ein oder andere Verbesserung / aktive Hilfestellung wurde von den hier tätigen DB-Moderatoren auch schon sehr kurzfristig umgesetzt - aber das geht halt auch hier nur im Rahmen deren Möglichkeiten und hat nicht ausschließlich mit deren Willen zu tun.

Ich wünsche Ihnen für die Mehrzahl Ihrer zukünftigen Bahnreisen einen angenehmen Verlauf selbiger. Wenn es auch nur ein schwacher Trost ist, aber auf den Straßen geht es ja auch nicht gerade lustig und entspannt zu und da gibt es in der Regel weder einen Schuldigen noch irgendwelche Entschädigungen für ...

Sehr geehrter Herr Denkel,
.
leider bietet das Anti-Service-Unternehmen keine direkte Antwortfunktion auf Ihre Ausführung,
sodaß ich nur hoffen kann, daß meine Antwort ihr Ziel erreicht. Es kann jedoch auch sein,
daß ich die Antwortoption nicht fand.
.
Ich möchte mich bedanken für die ehrliche Ausführung, glaube jedoch nicht daran,
daß Sie nur Kunde der DB sind. Das schmälert jedoch nicht Ihre Arbeit!
.
Zum Thema möchte ich noch sagen, daß mir nach Ihrem Text die eher retorische Frage entstand,
ob es überhaupt zu verantworten war, die deutschen Bürger zu enteignen und
das Staatsunternehmen dt. Bundesbahn zu veräußern bzw. zu privatisieren.
Privatisierung bedeutet per Definition Enteignung - einfach mal die Suchmaschine bemühen...
.
Ihnen möchte ich sagen, bewahren Sie Ihre Aufrichtigkeit. Sie ist erhellend in diesen dunklen Tagen.
Schon bald wird es eine Zeit geben, inder Ihre Talente gefragt und gefördert werden.

Zu mir. Die DB machte aus mir "Walkerbyconfidence". Das Systemreisen hat für mich keine Vorteile
mehr. Eine Verspätung zu Beginn der Reise führt unausweichlich zu Anschlußproblemen. Auch mag ich nicht länger verkrümelte Sitze, klebrige Böden, klappernde Waggons, ausfallende Heizungen und defekte Klimaanlagen.
.
In diesem Sinne, ein erfolgreiches 2018 !

@Walkerbyconfidence | Ich freue mich, daß Sie meine Ausführungen zu schätzen wissen. Und: Ich bin wirklich nur Bahnkunde, welcher den Service der DB schon seit jahrzehnten "genießt". Allerdings unterscheide ich strikt zwischen dem Unternehmen Deutsche Bahn, dem ich sehr kritisch gegenüberstehe und dem - in meinen Augen - großartigen Verkehrsmittel Eisenbahn, das ich wohl erfinden müsste, wenn es dies nicht schon geben würde und das mich von klein auf fasziniert und interessiert. Ihnen auch ein gutes neues Jahr!

Hallo, der Thomas Denkel hat sicher alles gesagt. Es ist eben auch ein Problem, dass die Bahn als Auftrag von der Politik erhalten hat, wirtschaftlich zu arbeiten, während wir als Bürger einfach eine allgemeinwohlorientiert handelnde Bahn erwarten. Die Politik selber zeigt oft, dass ihr eine sehr gute Bahn sehr wenig am Herzen liegt.
Was ich begrüßen würde, wären drei Entscheidungen: 1. Die vollständige Verwaltung des Bahnnetzes vom Verkehrsministerium aus. 2. Massive Investitionen in das Netz durch die Politik und zwar bedarfsorientiert, auch in der Provinz. 3. 30% Wettbewerber auf der Fernverkehrsschiene, das hebt die Service-Qualität. Ich persönlich finde auch das Verkehrsmittel Eisenbahn supergut und fahre auch gerne ICE, bin jedoch traurig darüber, dass das Potential dieses Verkehrsmittels in Deutschland bei weitem zu wenig genutzt wird.

@ThomasMüller
Guten Tag Herr Müller, Sie sprechen mit Ihrem Beitrag interessante Punkte an.

1. "...dass die Bahn als Auftrag von der Politik erhalten hat..."
Nie war es gut, 2 Herren zu dienen. Entweder sollte der Betrieb staatl. sein, ODER privat.
Ich habe keine Ahnung, wie das Konstukt als Zombie überhaupt noch existiert?!
Ich habe hier den schlimmen Verdacht, das durch den Staat, also durch uns, Subventionen
fließen und Gewinne dann privat abfließen.

Eine nicht verzichtbare Einrichtung sollte nach meinem Verständnis nicht privatisiert werden
dürfen. Den Betrieb von "Marktbegleitern" kann es in dieser Version sicher nicht geben, da sich Privatunternehmen natürlich die Filetstückchen nehmen möchten. Kapitalgesteuert eben.
In jedem Falle kann man aber hier bereits erkennen, das der einzelne Bürger sich fühlen darf als Leidtragernder und Versuchskaninchen.

Ich kann nur hoffen, daß die Menschen ihre Macht erkennen und auch einsetzten. Sicher hat das nicht allein etwas mit politischen Wahlen zu tun, sondern und DAS ist etwas Elementares: mit der Entwicklung jedes einzelnen. Jeder sollte sich zuversichtlich auf den Weg machen, nach Dingen in seinem Leben schauen, die anders schöner wären, und sie gestalten! Hier auf die Versprechen von anderen zu vertrauen bedeutet unmittelbare Enttäuschung. Eine Hilfe könnte sein: Gradido.net

2. "...Die vollständige Verwaltung des Bahnnetzes vom Verkehrsministerium aus..."
Der Vorgang sollte Rückabgewickelt werden. Die Bundesbahn war eine konsequente und
richtige Unternehmensform. Es kann nicht sein, das Politiker sich verstecken können und weck ducken, wenn es um Verantwortlichkeit geht. Hier wird der Bahnchef immer in die erste Reihe gestellt. Wenn es darum geht die Ernte einzufahren, werden sie ganz leise, und die Aktionäre laufen mit vollen Taschen nach Hause. Um es auf den Punkt zu bringen:
Die Kapitalorientierung ist das Gift! Bitte nehmen Sie sich die Zeit und hinterfragen kritisch.

3. "...Massive Investitionen in das Netz..."
Hier bin ich ganz bei Ihnen. Die schweizer Eisenbahn hat einen wunderbaren Ruf, wenn es um Pünktlichkeit geht. Man darf in diesem Zusammenhang jedoch nicht außer Acht lassen, daß intelligent investiert wird und die Instandhaltung scheint auf der Höhe der Zeit.

4. "...30% Wettbewerber auf der Fernverkehrsschiene..."
Hierzu möchte ich einwenden, daß eine "Bundesbahn" finanziell geschwächt würde. Unter derzeitigen Bedingungen bedeuten Wettbewerber einen Abfluß an öffentlichen Geldern. Also würden Sie mit Ihrer Forderung eine Enteigung der Menschen in Deutschland fördern.
Klare Sicht durch die Frage: Welchen Weg nimmt das Kapital?

Herzliche Grüße & allzeit gute Fahrt!
Walker b.c.

@TomasMuller | Volle Zustimmung. Aber der deutschen Verkehrs- und Wirtschaftspolitik ist es halt leider vor allem wichtig, daß es der Auto-Industrie gut geht. Sicher hängen da viele Arbeitsplätze drann, aber wer hat die tausenden Arbeitsplätze, welche bei der Bahn sowie der Lokomotiv- und Waggonbau-Industrie weggefallen sind beklagt? Da hat man vergleichsweise sehr wenig gehört - vermutlich, weil es leider an der Lobby fehlt . Die DB kämpft meines Erachtens selbst viel zu wenig für die eigene Sache, wobei sie dabei ja gegen ihren Eigentümer angehen müsste - das ist sicher auch nicht einfach. Daher wäre mehr private, nicht so sehr von der Politik abhängige / gelenkte Konkurrenz auf der Schiene im Sinne der Eisenbahn wünschenswert, was allerdings auch einen wirklich gleichberechtigten Zugang zum Netz erfordern würde und da sind wir wieder bei der Politik - ein Teufelskreis ...

Blender28
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Welcher Steuerzahler wünscht sich denn das Faß ohne Boden namens Bundesbahn zurück? Für Steuerverschwendungen gibt es doch schon genug andere Möglichkeiten.

Das ist ja eine lebhafte Debatte.... Also zum Thema private Gewinne, da ist mir nichts bekannt. Die Bahn muss jedes Jahr 500 Mio. Euro Gewinn an das Steuersäckel abführen. Und da die Bahn trotz Bahnreform immer noch 100% dem Staat gehört, vermute ich, dass da Privatleute tatsächlich nichts erhalten. Mehr Wettbewerb hielte ich für gut, weil dann die Bahn im Service mehr gefordert ist. Und freier Zugang zum Netz, nun, auf Länderebene gibt es da ja bereits. Dort wird eine Strecke ausgeschrieben, Bahnunternehmen bewerben sich und das beste Angebot erhält den Zuschläg. Ein ähnliches Modell wäre vielleicht auch im Fernverkehr interessant, immer nur mit dem Ziel, die Qualität der "eigenen" Bahn zu erhöhen.... Solange es bleibt, wie es ist, bleibt uns die eigene Entscheidung, welche Verkehrsmittel wir nutzen. Ich persönlich fahre eher selten Auto, die Vorteile der Bahn sind für mich: Komfort, dass ich mich bewegen kann, nicht steuern muss, Schnelligkeit auf einigen Strecken , durchaus viele sehr nette ZugbegleiterInnen und auch Umweltfreundlichkeit. (Fliegen macht mir zwar auch Spaß, ist aber nicht umweltfreundlich und die Zeitersparnis innerdeutsch hält sich in Grenzen.) Und trotzdem ist es mein Anspruch, dass eine Deutsche Bahn viel mehr "Fans" hat als bisher!!

@Blender28 | Wie die Bundesbahn, ist doch auch die heutige Bahn AG zu 100 % staatlich, aber keine Behörde mehr und somit - und das kann durchaus ein Nachteil sein - nicht mehr dem Bürger = Steuerzahler verpflichtet. Der Betrag, welcher vor der Bahnreform als jährlicher Defizitausgleich aus Steuergeldern an die Bundesbahn floss, wird heute - mittlerweile auf ca. 8 Milliarden Euro aufgestockt und auf den Name Regionalisierungsmittel umgetauft - an die Bundesländer zur Bestellung von Schienen-Personen-Nahverkehr verteilt, allerdings nicht mal zweckgebunden, die könnten also auch Schienenverkehr abbestellen und durch Busverkehre ersetzen, was teilweise auch passiert.

Bahnpersonal ist massiv abgebaut worden, was heute zur Folge hat, daß es an allen Ecken und Enden fehlt und nur sehr schwer wieder zu "rekrutieren" ist. Dies hat zur Folge, daß z. B. in einigen Regionen immer wieder Züge wegen Lokführermangel ausfallen müssen und Wartungs- /Instandhaltungsrückstände bei Fahrzeugen und Infrastruktur entstehen. Dabei wäre laufende Instandhaltung sicher um einiges günstiger, als auf Verschleiß zu fahren und dann irgendwann einen riesen Rückstau beseitigen zu müssen. Was die Abschaffung des Beamtentums bei der Bahn für Folgen hat, konnten wir alle schon während Streiks von Lokführern und Zugersonal erleben - der wirtschaftliche und imagemäßige Schaden für das Unternehmen DB dürfte dabei emens gewesen sein, dazu kommen die Schäden für Kunden und die vom Schienen-Güterverkehr abhängige Wirtschaft. Ob uns also die Bundesbahn tatsächlich so viel mehr gekostet hat? Ich wage das zu bezweifeln.

Ich halte einen funktionierenden und zuverlässigen Schienenverkehr für staatstragend und äußerst wichtiges Allgemeingut - wie z. B. auch Straßen-, Fernmelde- und Postwesen. Wir hätten heute bspw. sicher nicht derart viele Funklöcher, wenn es den Fernmeldedienst der Bundespost noch gäbe - aber wie auch bei der Bahn, picken sich privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen immer nur die Rosinen raus und alles andere muss ja dann doch wieder der Staat und somit wir Steuerzahler finanzieren, während die Gewinne sonstwohin fließen und oft noch nichtmal vollumfänglich in Deutschland versteuert werden. Da wurden m. E. bei der Umstrukturierung viele Fehler gemacht, die nicht oder nur sehr schwer wieder ausgebügelt werden können.