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Wie lange beträgt die zumutbare Wartezeit an einer Informationsschalter der Bahn?

Wie lange beträgt die zumutbare Wartezeit an einer Informationsschalter der Bahn. Bzw. ab wann kann ich mir ohne Rücksprache mit einem Bahnangestellten ein Hotel buchen wenn ich an einem Bahnhof nachts wegen Zugausfall und Verspätungen strande.

Soelke
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Bertosch
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In dem Sinne gibt es keine zumutbare Wartezeit, bzw. Regelung dazu.

Wenn der Schalter der Bahn noch geöffnet hat, sollten Sie warten, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen. Ansonsten können Sie auch auf eigene Faust ein Hotel nehmen, ggf. werden Sie aber auf einen Teil des Geldes sitzen bleiben. Sofern nicht angemessen

Bis Sie dran sind, ansonsten haben Sie keinen Anspruch mehr:

Bitte beachten Sie:

Stellt das Eisenbahnunternehmen dem Kunden ein anderes Verkehrsmittel oder eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung, so hat dessen/deren Nutzung grundsätzlich Vorrang vor einer selbst organisierten Alternative. Der Kunde kann in diesem Fall keinen Ersatz der Kosten für ein anderes Verkehrsmitel oder eine Übernachtung verlangen, soweit er sich nicht erfolglos um Kontaktaufnahme vor Ort mit der Fahrkartenverkaufs- oder Informationsstelle des Eisenbahnunternehmens oder Personal des genutzten Zuges bemüht hat.

kabo
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Im Prinzip muss man warten, bis man an der Reihe ist.

Ein Anspruch auf Übernachtung besteht nur,
"wenn das Eisenbahnunternehmen keine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellt UND
der Kunde mit dem Eisenbahnunternehmen - aus von diesem zu vertretenden Gründen - nicht in Kontakt treten kann (Kontaktaufnahme vor Ort mit der Fahrkartenverkaufs- oder Informationsstelle des Eisenbahnunternehmens oder Personal des genutzten Zuges)."

D.h. so lange ein Ansprechpartner der DB vor Ort erreichbar ist, hat man keinen Anspruch, eigenmächtig ein Hotel zu buchen.

Sie wollen wahrscheinlich auf den Fall hinaus, dass ein Ansprechpartner zwar vor Ort ist, aber die Warteschlange ewig lang ist (und deshalb effektiv nicht erreichbar).
Ansprüche des Kunden bestehen nur, wenn die Nicht-Erreichbarkeit vom Eisenbahnunternehmen zu vertreten ist. D.h. wenn die DB "schuld ist", dass kein Ansprechpartner erreichbar ist, kann der Kunde zur Selbsthilfe greifen.
Nun haben lange Schlangen am Infoschalter meist den Grund in Naturereignissen (Sturm, Schnee, ...). Da ist es schwierig eine "Schuld" der DB daraus zu konstruieren.
Ergo: Wenn die Wartezeit am Infoschalter auf (Natur-)Ereignisse außerhalb des Einflussbereichs der DB zurückzuführen ist, gibt es keine offizielle Zumutbarkeitsgrenze.

Soelke
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D.h. also 90 min Wartezeit mitten in der Nacht sind tatsächlich zumutbar? Sollte die Bahn dann nicht wenigstens alle Schalter besetzen?

Bertosch
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Naja, in der Regel sind solche Ereignisse ja nicht planbar. Und damit ist es dann auch schwierig ausreichend Personal für solche Situationen zu haben oder zu organisieren.

Soelke
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Wäre dann nicht eine kulante Regelung für den Kunden nicht um so wichtiger? Nebenbei gesagt sind -2 Grad und ein paar Schneeflocken im Dezember noch keine Katastrophe die zu Zugausfällen und Verspätungen von mehr als 4h führen sollten.