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Warum DB-Streckennetz so störanfällig?

Warum ist das DB-Streckennetz so störanfällig? Ich habe während meines 4-Jährigen Aufenthaltes in Südkorea niemals Verspätungen erlebt, obwohl ich jeden Tag ca. 300 km Zug gefahren bin. Trotzdem beträgt der Preis für eine Hochgeschwindigkeitsfahrt für eine ähnliche Entfernung wie Hambrg-Berlin in Korea nur umgerechnet 18 Euro.

Antworten

Hallo Aaftnkaap,

im DB-Streckennetz teilen sich alle Zugkategorien dieselben Strecken, im Gegensatz zu anderen Ländern, wo z. B. der Shinkansen oder der TGV auf einem eigenen Netz verkehren und somit den Störungen anderer Zuggattungen nicht ausgesetzt sind. Auch herrscht eine hohe Haltdichte in Deutschland, sodass Züge schon nach relativ wenigen Kilometern im Schnitt wieder halten. Zusätzlich sorgt die hohe Auslastung des Netzes dafür, dass die Störung an einem Zug oft einen starken Dominoeffekt hat und davon nachfolgende Züge betroffen sind. Wissenswertes finden Sie auch dazu wieder in unserem Blog, z. B. hier und hier. /ti

Die Preispolitik der DB ist mir auch schleierhaft, allerdings darfst und kannst du die Preise zwischen Deutschland und Südkorea nicht gleichsetzen. Da vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Was die Anfälligkeit angeht, gebe ich dir Recht. Das Beispiel Sprinter Berlin-München war für die Eröffnung der Strecke mit 26 Jahre Bauzeit keine Glanzleistung der Bahn, indem der Zug 2-3 Stunden Verspätung hatte, statt Zeit einzusparen.

Leo
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In Frankreich und Japan gibt es ein ZUSAMMENHÄNGENDES Hochgeschwindigkeitskernnetz.

Allerdings fahren auch etliche Züge weiter:

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Mini-shinkansen

Da gibt es durchaus 3-Schienengleise oder Nahverkehr mit speziellen Zügen auf Normalspurgleisen im Mischbetrieb mit dem z.B. Akita-Shinkansen. Der bis zur Gotthard-Badistunnel-Eröffnung längste Bahntunnel der Welt wird im Mischbetrieb Shinkansen/Güterzügen betrieben.

In Frankreich fahren viele TGV nach Verlassen der Schnellfahrstrecke noch auf Altbaustrecken weiter:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schnellfahrstrecke#Frankr...

Der TGV Paris Nizza braucht bis kurz vor Marseille nur 3h für 800km ohne Halt in Lyon und fährt dann noch eine gefühlte Ewigkeit die etwa 300 restlichen Kilometer bis Nizza - im Mischbetrieb mit Regional- und Güterzügen.

Der Vergleich hinkt also sehr....

Mir ist aber nicht bekannt, daß man in anderen Ländern mutwillig Ausweich- und Kreuzungsmöglichkeiten zurückgebaut hätte. Und die Weichenheizungen sind andernorts offenbar zuverlässiger als z.B. die neue Exemplare in Halle.

Also bitte keine faulen Ausreden!