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Erstattung anderer Verkehrsmittel bei Sparpreisticket?

Konkret geht es um eine Reise von Erlangen nach Leipzig am 10.12.2017 die am Zielbahnhof mit etwas über 4h Verspätung beendet wurde.
Da die Reise nach Mitternacht und mit mehr als 60 Minuten Verspätung beendet wurde hätte hier laut Fahrgastrechten die Möglichkeit bestanden bis zu 80€ für andere Verkehrsmittel erstattet zu bekommen. Meine Frage betrifft nun den Umstand dass die Fahrt mit einem Sparpreisticket angetreten wurde bei dem die Zugbindung nicht mehr bestand und dieser Umstand genutzt wurde. Es lief folgendermaßen:
Am Startbahnhof wurde für den gebuchten Zug eine Verspätung von 60 Minuten angezeigt, deshalb wurde eine alternative Verbindung gewählt die zu diesem Zeitpunkt laut DB App mit rund 15 Minuten Verspätung gegenüber der eigentlichen Ankunftszeit angegeben wurde. Im späteren Verlauf erhöhte sich die Verspätung allerdings auf besagte 4h gegenüber der ursprünglich gebuchten Ankunftszeit. Im Gegensatz dazu hatte die gebuchte Verbindung real "nur" 105min Verspätung und traf kurz vor Mitternacht ein.
Auf welcher Basis wird nun die Fahrpreiserstattung ermittelt? Zählen hier die 105min (vor Mitternacht) der ursprünglich gebuchten Verbindung oder ist die tatsächliche Ankunftszeit relevant? Dieselbe Frage hätte ich noch bezüglich der Erstattung von Kosten für alternative Verkehrsmittel. Hätte in dem Moment in dem absehbar war das Leipzig nicht mehr vor Mitternacht, und mit mehr als 60 Minuten Verspätung, erreicht wird ein Taxi genommen werden können? Oder würde hier die Ankunftszeit der ursprünglich gebuchten Verbindung zählen?

Frankenandi
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Antworten

Hallo Frankenandi,

grundsätzlich wird zur Berechnung der Entschädigung die tatsächliche Verbindung zugrund gelegt egal ob die gebuchte nun doch eher den Zielbahnhof erreicht hat oder nicht. Das können Sie mitunter gar nicht feststellen. Sie entscheiden sich ja aufgrund der Verspätung für eine alternative die dann trotz früherer Abfahrt dann doch später am Zeil ankommen kann. Für diesen Umstand können Sie nichts und werden daher auch nicht benachteiligt.

Bei dem ersten Beispiel muss ich erstmal fragen was auf Ihrem Ticket stand. Beim Aufdruck Leipzig Hbf stehen Ihnen ja grundsätzlich keine weiteren Hilfeleistungen zur Verfügung wenn Sie trotz Verspätung den Zielbahnhof erreicht haben. Hier gilt es dennoch zu differenzieren. Haben Sie z. Bsp. mit der BahnCard gebucht und kommen so in den Genuß des '+City' Ticket, steht Ihnen eine Anschlussfahrt zu. Die Fahrgastrechte gelten hier ab nur sofern die Anschlussfahrt mit Zügen des Nahverkehrs durchgeführt werden (IRE, RE, RB, SE, S-Bahn, NE). Sofern die Fahrt mit dem ÖPNV (U-Bahn, Straßenbahn, Bus) durchgeführt wurde gelten hier keine Fahrgastrechte.

Gruß, Tino!

Frankenandi
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Hallo Tino,
das Ticket war Erlangen - Bamberg - Leipzig, die tatsächliche Verbindung dann Erlangen - Naumburg - Leipzig. Der Aufenthalt in Naumburg war von 0:45 - 1:30 Uhr. Die Frage wäre ob hier anstelle des Anschlusszuges inklusive Wartezeit, ein Taxi übernommen worden wäre. Wie ich dich verstehe wird aber hier die tatsächliche Ankunftszeit herangezogen, was heißen müsste das ein Taxi ab hier in Ordnung übernommen worden wäre.
Grüße
Andreas

Hallo Andreas,

die Fahrgastrechte gehen von einer planmäßigen Ankunft zwischen 0:00 Uhr und 5:00 Uhr am Zielbahnhof aus die eine Weiterfahrt mit dem Taxi vorsehen. Da der Zielbahnhof demnach nicht Naumburg (Saale) war gilt die Wartezeit (0:45 Uhr bis 1:30 Uhr) nicht. Die Fahrgastrechte sehen hier aber die Klausel „Unzumutbarkeit“ vor. In diesem Fall hätte man ein Taxi zur Weiterfahrt nehmen können aber zuerst in Vorkasse treten müssen.

Gruß, Tino!