Diese Frage wartet auf Beantwortung

Aufhebung der Zugbindung bei Zugverspätung-nur teilweise?

Hallo,

eines Abends fuhr ich von Basel Bad nach Köln - wegen der günstigen Preise über Frankfurt am Main (Ankunft 01:59 in Köln)

mit ICE 4 und IC 2020.

Nun hatte der ICE 4 auf den ICE 1110 in Mannheim gewartet und somit eine Verspätung generiert, sodass der IC 2020 in Frankfurt nicht mehr hätte erreicht werden können. Also empfahl mir der Zugbegleiter, in den ICE 1110- der nach Köln fuhr, der am Gegengleis stand, umzusteigen. Eigentlich wäre die Zugbindung in diesem Fall aufgehoben ( da über 20 Min Verspätung am Zielort erwartbar waren) und ich hätte einfach in dem Zug (ICE 1110) bis Köln sitzen bleiben können. Trotzdem nötigte mich der Zugbegleiter des ICE 1110 in Frankfurt am Main Flughafen in den IC 2020 umzusteigen. Zu Recht? Meiner Meinung nach nicht, denn die Zugbindung war im Laufe des Abends ja aufgehoben worden ...

MichaZ
MichaZ

MichaZ

Ebene
2
1282 / 2000
Punkte

Antworten

Hallo MichaZ,

hier sind die Regelungen der Fahrgastrechte eindeutig (siehe Screenshot). Wenn der IC 2020 hier mit einer Verspätung unterwegs war und deshalb mit mehr als 20 Minuten in Köln angekommen wäre, hätten Sie auch im ICE 1110 bleiben können. /tr

buenavista
buenavista

buenavista

Ebene
3
3088 / 5000
Punkte

@DB:
So eindeutig ist die Angelengheit meiner Meinung nach nicht. Trifft hier Punkt 3 der Fahrgastrechte "Weiterfahrt mit einem anderen Zug zu" vollumfänglich zu, auch wenn der IC2020 pünklich war?

Können Sie bitte deshalb bitte genau die Ausgangsfrage beantworten:
"Trotzdem nötigte mich der Zugbegleiter des ICE 1110 in Frankfurt am Main Flughafen in den IC 2020 umzusteigen. Zu Recht?"

buenavista, um das nachvollziehen zu können, benötige ich den Reisetag von MichaZ, wo der ICE 4 und IC 2020 laut Fahrkarte genutzt werden sollte. Dann lässt sich die etwaige Verspätung unter Umständen auch nachvollziehen, wie hoch die Verspätungsprognosen zum betroffenen Zeitpunkt waren. /ch

Elementarteilchen
Elementarteilchen

Elementarteilchen

Ebene
3
2630 / 5000
Punkte

Interessante Frage. Das Problem ist wohl, dass zwar die ERWARTETE Verspätung in MA bei über 20 min vermutet wurde (zumindest nach Einschätzung des ersten Zugbegleiters, der davon ausging, dass der Anschlusszug nicht mehr erreicht wird), der Anschluss in F aber doch noch erreicht werden konnte (entweder weil die Verspätung des ersten ICEs doch nicht so hoch war, oder weil der IC in F ebenfalls auch eine Verspätung hatte).

Da in der Fahrgastrechten explizit von einer ERWARTETEN Verspätung die Rede ist, da ja niemand alle Umstände im vorhersehen kann, dürfte eigentlich durchaus davon ausgegangen werden, dass die Zugbindung dann tatsächlich aufgehoben ist. Zumal der erste Zugbegleiter ja durchaus als kompetent angesehen werden kann, kennt er ja zumindest für seinen Zug die Info über die erwartete Verspätung in F besser als jeder andere.

Könnte die Aufhebung der Zugbindung auch vom Zugbegleiter auf dem Ticket bestätigt werden (in diesem Fall hat man ja keine Zeit, um zum Info-Point zu gehen, was ich genau wegen solcher Situationen jedem Rate, sofern Zeit dafür ist)? Wenn ja, wäre das eine Möglichkeit, um später keinen solchen Ärger zu bekommen.

Wer kann den entscheiden, wann genau die ERWARTETE Verspätung dann auch endgültig als ERWARTET zwecks Aufhebung der Zugbindung anerkannt wird? Generell können sich die Situationen ja jederzeit ändern.

MichaZ
MichaZ

MichaZ

Ebene
2
1282 / 2000
Punkte

Der Navigator / Das ICE Portal hat die Verspätung nicht angezeigt, aber es gab nur 8 Min Umsteigezeit in Frankfurt am Main und der Zug stand noch um 10 Minuten nach der geplanten Abfahrzeit in Mannheim. Man konnte die Verbindung aber nicht mehr unter "Live Auskunft" wieder erzeugen. Der Reisetag war der 19.11.2017.

Wenn der Zubringerzug zum IC 2020 Verspätung hat, sodass der IC 2020 nicht mehr erreicht werden kann, wäre doch die zu erwartende Verspätung 4-5 h (da der IC 2020 die letzte Verbindung ist) ...
Wenn aber der Alternativzug einen gleichen Halt (hier Frankfurt am Main Flughafen) anfährt, muss ich dann in den geplanten Zug umsteigen (obwohl in Mannheim die Zugbindung ja implizit aufgehoben wurde, da erwartete Verspätung <20 min.)?

Ich habe mir jetzt einmal die Verbindungen vom 19. November angeschaut.

Der ICE 4 wartet in Mannheim auf einen anderen Zug (ICE 1110) und fuhr daher dort mit +9 Minuten um 22.42 Uhr ab, die Verspätungsprognose für FFM lag auch bei +9 Minuten und der Zug erreichte FFM dann um 23.24 Uhr.
Um 23.09 Uhr wurde von der Verkehrsleitung entschieden, dass der IC 2020 in FFM auf den ICE 4 wartet. Da saßen Sie auf Empfehlung des Zugbegleiters vom ICE 4 aber schon im ICE 1110, der die Zugbindung in diesem Moment aufgehoben hat. Mir ist auch nicht bekannt, dass eine Zugbindung nur für eine Teilstrecke aufgehoben wird. Aber ich werde mich zu diesem Thema einmal direkt informieren und mich hier wieder melden, sobald ich eine Rückmeldung habe. /tr

Hallo MichaZ,

ich habe schon eine Antwort vom Fachbereich erhalten.
Aufgrund der Verspätung des ICE wurde ein Anschlussverlust des IC prognostiziert. Es wurde die Zugbindung aktiv aufgehoben. In der Realität wurde der Anschluss dann dennoch erreicht. Jedoch wird das einmal gewährte Recht dann nicht wieder zurückgenommen. Zum Zeitpunkt der Entscheidung zur Zugbindungsaufhebung war diese ja begründet. Hier hat der Kollege im ICE 1110 leider falsch reagiert. /tr