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Warum sind flextickets bei ausgelasteten Zügen nicht mehr buchbar?

Hallo, ich fahre seit Jahren einmal die Woche Fernstrecke. Aus beruflichen Gründen buche ich immer erst kurzfristig am gleichen Tag Flextickets zweiter Klasse mit Bahncard 50. Heute ist es mir zum ersten Mal passiert, dass ich ein flexticket nicht mehr buchen konnte, weil der zug ausgelastet war. Die Verbindung war weder in der App noch online noch am Automaten buchbar. Aber auch sämtliche anderen drei Verbindungen an diesem Abend waren wegen Auslastung nicht mehr buchbar! Ich konnte also nicht fahren!
Heisst das ich kann zu stosszeiten gar keine flextickets mehr kurzfristig buchen, wenn alle Verbindungen ausgelastet sind?
Wenn das der Fall ist, kann ich die Bahn in Zukunft nach vielen Jahren nicht mehr nehmen, sondern muss mit dem Auto fahren, denn ich bin auf flexible Fern-Verbindungen auch freitags und sonntags angewiesen, sonst kann ich meine Familie nicht sehen!

Langstreckenpendler
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Guten Abend Langstreckenpendler,

aufgrund der guten Nachfrage im Fernverkehr gab es leider mitunter auch immer häufiger Beschwerden, dass eine Mitfahrt teils nicht mehr möglich war weil Züge zu voll waren. Es drohten sogar Teilräumungen bzw. mussten durchgeführt werden. Dies spiegelte sich leider negativ in der Pünktlichkeit und bei den Kundenbeschwerden wieder. Daher hat man als ersten Schritt die Kontingente der Sparpreise drastisch reduziert. Im nunmehr zweiten Schritt wurde letztendlich eine Buchungssperre für den kompletten Zug eingeführt. Dieser steht dann den Kunden nicht mehr zur Verfügung und soll anzeigen dass keine freien Sitzplätze mehr vorhanden sind und mehrere Fahrgäste im Zug stehen. Selbstverständlich haben Sie auch weiterhin die Möglichkeit Tickets zu erwerben. Dies geschieht indem Sie am Reisetag eine beliebige Verbindung für ihre Strecke buchen die noch nicht gesperrt ist. Darüber hinaus können Sie im personenbedienten Verkauf eine nicht fahrplanbasierte Fahrkarte erwerben. Schlussendlich besteht immer noch die Möglichkeit den Fahrschein im Zug zu erwerben. Hierbei wird jedoch der Bordpreis in Höhe von 12,50 € erhoben. Die Beförderung kann jedoch in allen Fällen trotz eines gültigen Tickets abgelehnt werden.

Gruß, Tino!

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Leider ist es aufgrund der verschlechterten Flexpreisbedingungen aber nicht mehr möglich, die Reise (über 100 km) erst am Folgetag zu beginnen oder das Ticket am Reisetag noch kostenfrei zu stornieren. Flexibilität und Kundenfreundlichkeit sieht anders aus.

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Es gab aber bei Buchung am Nachmittag keine (!) Verbindung mehr, die noch buchbar gewesen wäre! Und eine Buchung in den "gut ausgelasteten" Reisezentren gibt mir eben auch keine kurzfristige Flexibilität- die halbe Stunde Wartezeit kann ich nicht jedes Wochenende 2x aufwenden!
Im übrigen habe ich noch keine Teilräumung erlebt, wohl aber viele kundenfreundliche und kreative Lösungen, wie z.B. Umsteigende zum früheren Umstieg aufzufordern. zusätzliche Züge einzusetzen scheint mir im übrigen geschickter als langjährige Kunden zu vergraulen! Es waren ja min. 3 Züge angeblich so überlastet, dass "Teilräumungen drohen" - oder eben doch nur "mehrere Fahrgäste stehen"?!
Der Zug ist zudem nicht wahnsinnig überfüllt, die meisten sitzplätze sind belegt, aber es finden sich noch lücken, stehplätze ohnehin. Es ging auch nur um die teilstrecke Berlin-Wolfsburg, danach alles wieder entspannt.
Solche drastischen Maßnahmen scheinen mir völlig überzogen. Wenn das ab jetzt die Bedingungen sind, muss ich auf das Auto ausweichen. Schade!

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Doch, am Reisetag konnte man noch kostenfrei stornieren.

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Da ich beim Googeln nichts dazu finden kann: vielleicht hab ich mich geirrt. Kann es sein, dass man den Sparpreis mal bis einschließlich 1. Geltungstag stornieren konnte? - dann hab ich das verwechselt.

Aber dass die Einführung des neuen Flexpreises, insbesondere die taggenaue Festlegung bei der Rückfahrt, eine erhebliche Verschlechterung und Entflexibilisierung bedeutet, kann man nicht wegdiskutieren.

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@Langstreckenpendler
Vielleicht kommen Sie mit folgendem Trick weiter: buchen Sie die Fahrt am Reisetag ab Bahnhof Zoo mit (z.B.) 14 Stunden Zwischenhalt (also tagübergreifend) am HBF. Dass die Züge von Berlin nach Wolfsburg am (frühen) Samstagmorgen ebenfalls ausgebucht sind, ist eher unwahrscheinlich. Da Sie mit dem Flexticket keine Zugbindung haben, dürfen Sie damit dann auch schon freitags in den Fernzug steigen.

Korrekt. Das war mal ein Versuch den Sparpreis auch am 1. Geltungstag noch zu stornieren.

Sicher ist der neue Flexpreis mit seinen Konditionen nicht mehr so „attraktiv“ wie vorher. Man musste aber dem großen Mißbrauch entgegenwirken der leider immer größere Dimensionen eingenommen hat. Leidtragende sind in diesem Fall leider immer die ehrlichen Fahrgäste.

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Wenn berufspendler und BahnCard Inhaber für viel Geld ein flexticket kaufen und das wie der Name schon sagt flexibel einsetzen, ist das für die Bahn also "Missbrauch"?!

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Und wenn ich das teure flexticket flexibel einsetze, gehöre ich nicht zu den "ehrlichen Fahrgästen"?
Dann nehme ich wohl meine 4000 bahnbonus punkte und fahre in Zukunft mit dem Auto. Aber hier wird ja auch kein Versuch gemacht gute Kunden zu halten. Für Berufspendler ist die Bahn dann wohl nicht mehr geeignet.

Wenn man sich eine Hin- und Rückfahrt kauft und sich bei der Kontrolle nicht meldet und somit 4 Wochen lang quasi „umsonst“ fährt ist das absoluter Mißbrauch. Oder unter was würden Sie das bezeichnen?

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Ich wollte eine einzelne fahrt mit BahnCard und flexticket kurzfristig am Freitag Abend machen. Wie seit Jahren jedes Wochenende. Wie jedes mal wollte ich dafür selbstverständlich auch einen hohen flexpreis bezahlen. Darauf bezog sich meine Frage. Wenn das nicht mehr möglich ist und ich zusätzlich noch als Betrüger beschimpft werde, hat die Bahn mich und viele weitere Berufspendler als Kunden verloren.

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@Tino Groß
Sicherlich ist es Missbrauch, wenn man mit einer Fahrkarte mehr als die erlaubten Fahrten macht. Aber wenn es so ist, dass man sich einfach durch „nicht melden“ der Kontrolle entziehen kann, dann kann man das Problem durch das Entfernen der Flexibilität des Flextickets aber auch nicht lösen. Dann fahren die Leute eben ganz ohne Fahrkarte und zahlen dann eben ein Ticket mit Bordzuschlag, falls die dann doch mal kontrolliert werden, ohne sich „zu melden“.

D.h. gegen den Missbrauch dürfte das nicht helfen, die Leidtragenden sind aber dennoch nur die ehrlichen Kunden. Gegen Missbrauch hilft nur, dass tatsächlich jeder kontrolliert wird.

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@Tino Groß
Finden Sie es angemessen, alle Bahnkunden unter den Generalverdacht des versuchten Betrugs zu stellen?
Wie Elementarteilchen korrekt bemerkt, lässt sich auch in der von Ihnen unterstellten Weise (noch sehr viel billiger) betrügen, ohne dass man eine Fahrkarte besitzt.
Abhilfe kann man auf Seiten der Bahn schaffen, indem man die Tickets konsequent kontrolliert.

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Hallo Langstreckenpendler,

dass es ärgerlich ist, dass die Buchung dann nicht mehr klappt, kann ich durchaus verstehen. Wenn diese Meldung bei der Buchung erscheint, ist der Zug bereits so voll, dass bei weiteren Reisenden die Gefahr einer Zugräumung bestehen würde. Eine solche wird durchgeführt, wenn die Sicherheit bei der Weiterfahrt nicht mehr gegeben ist. Hier bleibt dann wirklich nur übrig, sich für eine andere Verbindung zu entscheiden. /tr

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@DB: das hilft mir nicht weiter: alle drei verbleibenden Verbindungen an dem Abend waren angeblich so überlastet, dass sie nicht mehr buchbar waren. Wenn das jetzt jedes Wochenende so ist, kann ich nicht mehr spontan buchen und damit auch nicht mehr die Bahn zum Pendeln benutzen. So verlieren Sie die Berufspendler.
Ausserdem hören Sie mir auf mit Räumungen, ich habe in vielen Jahren pendeln noch keine Räumung erlebt, da gab es zum Glück bisher immer kundenfreundlichere Lösungen. Wenn alle drei Verbindungen jeden Freitag abend so überlastet wären, dass man sie ansonsten räumen müsste stimmt etwas mit ihrer Planung nicht. Wenn es kundenfreundlichere Lösungen wie in all den Jahren zuvor nicht mehr gibt, kann ich die Bahn als Berufspendler nicht mehr nutzen.
Schade für die DB um die 3.000-4.000 Euro um Jahr, die ich bisher für Bahnfahrten ausgegeben habe.

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Das mit den Räumungen geschieht wirklich bzw. kommt durchaus mal vor. Das passiert aber nur, wenn der Zug sehr stark ausgelastet ist. Oft werden dann auch Gutscheine für den Ausstieg angeboten.
In dem genannten Fall handelt es sich aber um einen technischen Fehler, der aber eigentlich nur auf Automaten bezogen ist. Bei einem Kauf am Automaten wird dann kein Ticket mehr verkauft, sobald keine Sitzplätze mehr verfügbar sind. Online sollte dies nach wie vor gehen, da hier ein anderes System genutzt wird. Online kann man es ja auch so machen, dass man einfach einen Flexpreis für die nächste gleiche Fahrt bucht und dann früher fährt, schließlich hat man keine Zugbindung.
Sollte der Fehler auch auf bahn.de sein, so bitte ich Sie, ein Beispiel zu geben, damit wir dies prüfen lassen können. /no

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@DB Es handelte sich um eine Verbindung von Berlin Hbf nach Würzburg Hbf am 24.11. mit ICE 877 von Berlin Hbf bis Fulda und ICE 635/685 bis Würzburg. Diese war weder über App, noch über bahn.de, noch über die Automaten buchbar.
Die frühere Verbindung mit ice 377 war auch als überlastet angezeigt. Auf der deutlich längeren Verbindung mit ice 1515 über naumburg hätte wegen Verspätung der Anschluss nicht erreicht werden können. Alle späteren Verbindungen wären mit EN Reservierung verbunden gewesen. Es war also kein flexticket mehr buchbar.
Für Prüfung und Rückmeldung wäre ich dankbar. Ich hoffe sehr, dass es sich in der Tat um einen technischen Fehler handelt und dieser behoben wird. Ohne die Möglichkeit kurzfristig flextickets buchen zu können, kann ich die Bahn als Berufspendler nicht mehr nutzen.

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Hallo Langstreckenpendler, ich habe mich diesbezüglich noch einmal informiert. Leider war meine Info auf einem alten Stand, denn die Info von meinem Kollegen /tr ist korrekt gewesen. Es ist also kein Fehler, sondern dient letztendlich sozusagen der Sicherheit der Überbuchung. Sorry, dass ich hier falsche Hoffnungen gemacht habe und einen veralteten Stand als Antwort gab. /no

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@Langstreckenpendler
Ich wiederhole den Tipp, das Ticket in so einem Fall mit Start am Freitag an einem anderen Berliner Bahnhof und tagübergreifendem Zwischenhalt am Hbf und samstäglicher Weiterfahrt auf der gewünschten Fernstrecke zu buchen. Als Flexpreisticket-Inhaber dürfen Sie das Ticket zur Weiterfahrt mit dem Fernzug auch am Freitag nutzen.
Falls im Navigator das mit dem Zwischenhalt nicht möglich ist, müssen Sie im Smartphone-Browser die Desktop-Version von http://www.bahn.de anfordern.

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@db sehr schade, dass es sich hier tatsächlich um eine neue policy handelt. Wenn das jetzt immer so ist, dass man alle Verbindungen freitags abends und sonntags abends nicht mehr spontan buchen kann, ist die Bahn für Berufspendler leider nicht mehr nutzbar. Ich stelle dann jetzt auf Auto um.

@Benutzerin: Guter Tipp, aber ich kann mich eben auch nicht jedes Wochenende auf work arounds und Tricks verlassen. Wenn die Bahn mir als frequent traveller kein gutes Angebot macht, bin ich eben raus.

@DB Wir sehen uns wieder, wenn ihr ein nach Preis und Leistung angemessenes Angebot macht. Kundenfreundlichkeit gehört da gerade für Vielfahrer eben dazu.