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Wie ist das korrekte Vorgehen an Bahnhöfen ohne Verkauf von FV-Fahrkarten?

Obwohl es schon einmal einen Post hierzu gegeben hat (https://community.bahn.de/questions/1425120-fahrkarte-abgangsbahnhof-losbar), brachte dieser keine eindeutige Antwort auf das korrekte Vorgehen in dieser und ähnlichen Situationen: An einem Bahnhof/Haltepunkt, der nicht durch die DB bedient wird (in diesem Fall sogar nicht mehr im DB-Netz liegt) steht ausschließlich ein Automat eines lokalen Bahnunternehmens. Es wird dort jedoch, anders als im vorhergehenden Thread angemerkt, keine Fahrkarte "Anfangsstrecke" verkauft, die später im Fernverkehrszug angerechnet werden könnte. Stattdessen wird jedoch der Klasse-C-Tarif der DB verkauft. Ist es dann korrekt, eine solche Fahrkarte bis zum nächsten FV-Bahnhof in Richtung auf das Endziel zu kaufen und diese wird dann im IC/EC oder ICE zum Flexpreis ohne Aufschlag (Bordpreis) auf das dann nachzulösende FV-Ticket angerechnet? Wie verhält es sich weiterhin, wenn wie im Fall aus dem anderen Thread, nur Verbundfahrkarten (also kein DB-Tarif) und auch keine Fahrkarte "Anfangsstrecke" verkauft werden?

WurstCase
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Wenn es sich um keinen Automat der DB handelt, wird Ihnen der Fahrschein, auch wenn er zum DB-Tarif ist, wohl im Fernzug nicht angerechnet. Ich würde mich daher mit der Frage mal direkt an das Eisenbahn-Verkehrsunternehmen bzw. den Verkehrsverbund wenden, dessen Automat am fraglichen Bahnhof steht. Man kann da nämlich, meine ich, keine pauschale Aussage treffen. Am besten und einfachsten ist es in solchen Fällen, online zu buchen.

Hallo Herr WurstCase,

ich kann Ihre Anfrage so leider nicht ganz nachvollziehen. An welchem Bahnhof möchten Sie denn das genannte Ticket kaufen und welche Bezeichnung hat dieser Fahrschein? Welcher Bahnhof ist Ihr Zielbahnhof und mit welchen Zügen möchten Sie diesen erreichen? /ja

Guten Morgen WurstCase,

die Antwort bzgl. der Anerkennung des Fahrscheins eines anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen von ThomasDenkel ist leider falsch.

In der Regel kann man an diversen Fahrscheinautomaten das komplette Fernverkehrsangebot käuflich erwerben jedoch ausschließlich - wie von Ihnen bereits geschildert - für die Produktklasse C. Im IC/EC bzw. ICE wird Ihnen dann der entsprechende Aufpreis selbstverständlich ohne Bordpreis berechnet.

Gruß, Tino!

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Hallo zusammen und vielen Dank für die Antworten. Der konkrete Bahnhof ist Kirchheimbolanden und das EVU heißt vlexx. Der Streckenabschnitt (Alzey<->Kirchheimbolanden) gehört der RP-Eisenbahn. Das Zugpersonal konnte mir dazu leider keine Auskunft geben. Es geht mit aber ausdrücklich ganz allgemein um das Vorgehen, wenn eine Anfangsstrecke Fernverkehr nicht angeboten wird. Im Moment würde ich vermuten, dass man in diesem Fall am besten eine Fahrkarte für die PK C bis zum nächsten bekannten FV-Bahnhof löst (im konkreten Fall Mainz Hbf), dann dort in den FV-Zug steigt und beim Zugbegleitpersonal, das C-Tarif-Ticket auf das nun zu lösenden Ticket bis zum Zielbahnhof anrechnen lassen kann. Und das zum normalen Flexpreis ohne Bordzuschlag. Ist das korrekt?

Hallo WurstCase,

so einfach ist dies leider nicht. Meines Erachtens kann die vlexx zu den meisten Fernverkehrsbahnhöfen einen Fahrschein für die Produktklasse C verkaufen. Hierbei können Sie im Zug aufpreisfrei auf die Produktklasse B oder A upgraden. Lösen Sie lediglich einen Fahrschein bis zum Umstiegsbahnhof und erwerben im IC, EC oder ICE einen neuen Fahrschein so zahlen Sie grundsätzlich den Bordzuschlag in Höhe von 12,50 €.

Gruß, Tino!

@Tino Groß | Was war dann bitte an meiner Aussage, daß die DB vermutlich keine von Dritten ausgestellten Fahrscheine anrechnet, falsch? In der Frage geht es ja um die bzw. das Nichtvorhandensein der "Fahrkarte Anfangsstrecke" und ob man dafür stattdessen beim Verbund oder Dritt-EVU eine Fahrkarte bis zum Fernbahnhof lösen kann und diese dann auf die Gesamtstrecke angerechnet bekommt. Als Fahrgast habe ich nämlich ein Anrecht auf eine durchgängige Fahrkarte von A nach B, soweit dies tariflich möglich ist - das kommt nämlich günstiger, als eine gesplittete Ausstellung uns spielt ja auch bezüglich der Fahrgastrechte eine Rolle.

@WurstCase | Sollten Sie an dem vlexx-Automat eine Fahrkarte bis zu Ihrem Zielbahnhof lösen können, würde ich dies tun und wie von 'Tino Groß' vorgeschlagen, den IC- oder ICE-Aufpreis im Zug bezahlen. Damit sind nämlich auch Ihre Fahrgastrechte bei Anschlußversäumnis am Umsteigebahnhof und/oder Verspätungen gewährleistet. Falls nicht, bleibt das Problem bezüglich der Anrechnung der Anfangsstrecke im DB-Fernzug bestehen.

Da mich diese Problematik sehr interessiert, habe ich diesbezüglich zwischenzeitlich mal bei der in meiner Region tätigen Bayerischen Regiobahn angefragt, die PK-C-Fahrkarten für bayernweite Ziele aus Automaten im Zug verkauft, während es an deren Bahnhöfen teilweise keinen Automat gibt. Wenn es dazu neue Erkenntnisse gibt, werde ich diese hier posten.

Es ging mir konkret um diese Aussage

„Wenn es sich um keinen Automat der DB handelt, wird Ihnen der Fahrschein, auch wenn er zum DB-Tarif ist, wohl im Fernzug nicht angerechnet.“

Und diese Aussage ist nicht korrekt denn sehr wohl verkaufen einige private EVU Fahrscheine zum DB Tarif auf eigenem Fahrkartenpapier die in Zügen der DB Fernverkehr AG aufpreisfrei aufgewertet werden können.

Hallo WurstCase,

ich habe den Sachverhalt einmal direkt an den Fachbereich weitergeleitet, da ich mir hier auch nicht sicher bin, wie dies am besten zu bewerkstelligen ist. Sobald eine Rückmeldung erfolgt ist, werden wir uns hier wieder melden. /tr

Hier die Antwort vom Fachbereich:
Für Fälle, in denen die gewünschte Fahrkarte nach dem "DB-Tarif" (oder den "BB Anstoßverkehr" - diese verknüpfen den DB-Tarif mit bestimmten Tarifen für Strecken Nichtbundeseigener Eisenbahnen) nicht am Abgangsbahnhof erhältlich sind, wurde das Instrument der "Antrittsfahrkarte" geschaffen. Viele Nichtbundeseigene Eisenbahnen (NE) haben sich auch mit der DB darauf verständigt, den DB-Tarif als
Gemeinschaftstarif zu nutzen.

Wichtig dabei: Die Möglichkeit der "Antrittsfahrkarte" besteht nur für Fahrkarten des DB-Tarifs und der BB Anstoßverkehr (die z. B. die Strecke nach Kirchheimbolanden betreffen). Für Fahrkarten, die nach Tarifen von Verkehrsverbünden gelöst werden, kann dieses Verfahren nicht angewendet werden, weil die Verbünde einen Anspruch auf die Einnahmen haben, die nach ihrem Tarif erzielt wurden.

Folgende Möglichkeiten zum Lösen einer "Antrittsfahrkarte" bestehen:

1. Am Automat wird die "Fahrkarte Anfangsstrecke" angeboten (i.d.R. 15 Euro). Diese kann am gleichen Tag in DB-Zügen (und DB-Verkaufsstellen) gegen die tatsächlich gewünschte Fahrkarte umgetauscht werden (ohne Zahlung eines Bordpreises).

2. Wenn das Fahrtziel im Automaten als Fahrkarte nach dem DB-Tarif im Nahverkehr ("Produktklasse C") vorhanden ist aber teilweise ein DB-Fernverkehrszug genutzt werden soll, lösen Sie am einfachsten das Nahverkehrsticket nach DB-Tarif bis zu dem gewünschten Zielbahnhof. Auch in diesem Fall ist ein Umtausch wie unter 1. (ohne "Bordpreis") möglich.

3. Wenn das Fahrtziel nicht enthalten ist, besteht auch die Möglichkeit, die Fahrkarte (DB-Tarif oder "BB Anstoßverkehr") bis zu einem Unterwegsbahnhof in Richtung auf das Ziel zu lösen und diese dann wie unter 1. geschildert -ebenfalls ohne Bordpreis- umzutauschen. Es vereinfacht die Sache für alle Beteiligten, dabei einen Bahnhof als
Ziel zu verwenden, den der gewünschte Zug anfährt, also im Beispiel von Kirchheimbolanden aus z. B. Frankfurt(M)Flughafen, Frankfurt(M)Hbf oder Koblenz Hbf - wichtig, wie schon gesagt: Keine Verbundfahrkarte!

Die Anrechnung der Antrittsfahrkarte erfolgt dann dadurch, dass ein neues Ticket für die Gesamtstrecke erstellt und der Differenzbetrag eingezogen bzw. ausgezahlt wird. Das ursprüngliche Ticket wird eingezogen.

Noch einfacher ist es natürlich, ein Online- oder Handyticket zu lösen, in der die gewünschten Produktklassen bereits enthalten sind. /ki

@Tino Groß | Das Aufwerten (Upgrade) eines vom Dritt-EVU ausgegebenen Tickets habe ich an keiner Stelle ausgechlossen. Ich zweifle lediglich nach wie vor daran, dass ein solcher Fahrschein ohne Weiteres auf ein im Fernzug vom Zugpersonal auszustellendes Ticket für die Gesamtstrecke angerechnet wird. Selbst wenn dies theoretisch, wie von DB/ki ausgeführt, gehen müsste, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß es an Unkenntnis dieser Regelung seitens des Zugpersonals scheitert. Auch da kann ich als Fahrgast nur von meinen Erfahrungen ausgehen und demnach ist einem die Anrechnung nicht mal mit einem von der DB ausgestellten Ticket für die Anfangsstrecke sicher und man kann danach wieder schauen, über den Kundendialog die Preisdifferenz erstattet zu bekommen.

@WurstCase | Der einzige Weg, seine Reise diesbezüglich beruhigt antreten zu können ist somit, sich sein Ticket vorab online oder im Reisezentrum / Reisebüro (DB-Agentur) zu besorgen. Alles andere kann, muss aber nicht gelingen und sollte daher nur praktiziert werden, wenn es gar nicht anders geht - so lautet meine Empfehlung als sehr erfahrener Bahnkunde. Theorie und Wirklichkeit triften leider bei der Bahn / den Bahnen häufig sehr weit auseinander.

Hier die Antwort auf meine Anfrage bei der Bayerischen Regiobahn (Transdev):
"Derzeit können Sie bei uns keine durchgehenden Fahrschein für die Produktklasse C lösen. Sie haben unter anderen die Möglichkeit unter der Website: bahn.de ein durchgehendes Ticket im Webshop zu buchen."

Der DB-Kundendialog schreibt mir:
"Gern beantworten wir Ihre Anfrage für Ihre Fahrt von Dießen nach Würzburg. Für Reisende mit einem Abgangsbahnhof, der ausschließlich von einer Nichtbundeseigenen Eisenbahn bedient wird und die vor Abfahrt des Zuges keine Fahrkarte für die Produktklassen ICE oder IC/EC erwerben können, ist eine „Fahrkarte Anfangsstrecke“ zu kaufen. Eine vorgelegte „Fahrkarte Anfangsstrecke“ wird gegen eine ICE-/IC-/EC-Fahrkarte zum Flexpreis ab dem Abgangsbahnhof und dem endgültigen Reiseziel umgetauscht."

Anmerkung meinerseits: Die beiden Antworten sind offensichtlich kontrovers. Eine als solche benannte "Fahrkarte Anfangsstrecke" gibt es aus dem BRB-Automat in deren Zügen nicht - daher ja die Empfehlung zum Onlinebuchen - so weit war ich ja auch schon, als ich genau das dem Fragesteller geschrieben habe, der diese "Fahrkarte Anfangsstrecke" an seinem Automat ebenfalls vermisst. Die Frage nach der Anrechenbarkeit von gewöhnlichen PK-C-Tickets blieb leider von beiden Seiten unbeantwortet. Diesbezüglich habe ich nochmals nachgehakt und werde die Antwort ggf. hier nachtragen.

Ich bitte um Nachsicht, wenn ich auch in diesem Fall nicht vom Umgang der Bahn / der Bahnen mit deren buchungs- und reisewilligen Kunden begeistert bin. Schließlich hat nicht jeder einen Internet-Zugang oder stellt u. U. erst am Bahnhof fest, dort den gewünschten Fahrschein nicht erwerben zu können. Und dann? Diese Frage sehe ich weiterhin nicht zufriedenstellend geklärt.