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Unfreiwilliger Fahrtabbruch, 29 Std. bis zum Zielbahnhof, Erstattung nur 25%?

Ich habe heute die Rückerstattung für die Verspätung durch Sturmtief Xavier erhalten. Ich wollte von HL nach Bonn fahren und habe für die Strecke letztlich 29 Stunden inklusive einer Übernachtung gebraucht.

Sie erstatten mir von meinem Fahrkartenpreis nur 25%, was ich NICHT in Ordnung finde und nicht nachvollziehen kann.

Die Begründung ist, dass wir in Bremen, wo unsere Fahrt leider beendet wurde, "nur" mit einer Stunde Verspätung angekommen sind. Das finde ich eine unangemessen Argumentation! Zu dem Zeitpunkt hatte ich nicht einmal die Hälfte meiner vorgesehenen Strecke passiert.

Hätte unser Zug Bremen pünktlich erreicht (die Verspätung kam durch eine Regionalbahn), hätte ich KEINE Rückerstattung erhalten??? Relevant ist doch, wann ich mein Fahrtziel erreicht habe - und das war am nächsten Tag um 15 Uhr, also nach 29 Stunden.

Auch argumentiere ich, dass wir den Bahnhof Bremen zwar passiert haben, aber zu dem Zeitpunkt ja noch niemand wusste, dass wir kurz hinter Bremen von einem Baum gestoppt würden. Wir wurden Stunden später mit einer Diesellok zurück in den Bahnhof geschleppt - und konnten dann erst "alternative" Verkehrsmittel suchen.

So gesehen fand der Fahrtabbruch NICHT statt, als wir den Bahnhof "fahrplanmäßig" das ERSTE Mal passierten sondern erst Stunden später, nachdem unser Zug zurückgeschleppt wurde. Das war dann etwa eine Verspätung von 4 Stunden zu dem Zeitpunkt.

Ich möchte daher mindestens 50% meines Fahrtpreises erstattet bekommen und nicht nur 25%! Es muss doch auch berücksichtigt werden, dass mein Ticketpreis viel zu hoch ist für diese kurze Strecke - wie gesagt, ich wollte nach Bonn und nicht nach Bremen.

Eine privat organisierte Mitfahrgelegenheit, der ich einen Benzinanteil bezahlen musste, wurde ebenfalls NICHT erstattet, obwohl eine unterschriebene Quittung vorlag. Alternativ hätte ich diese gern erstattet!

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Und zu guter Letzt würde ich mich gern über die Informationspolitik beschweren: In dem Erstattungsschreiben steht, dass sie maximal 80 Euro ersetzen für eine alternative Weiterfahrt. Soweit so gut.

Aber die Mitarbeiter vor Ort in Bremen haben ausdrücklich dazu ermuntert, Taxen oder Mietwagen zu nehmen - egal wie, die Bahn würde das erstatten. Ich bin froh, dass ich diesem Rat nicht gefolgt bin!!

Natürlich ist mir klar, dass höhere Gewalt vorlag und beschwere mich ja auch gar nicht über die nötige Übernachtung und die Verspätung. Aber die Argumentation, wir hätten den Bahnhof des Fahrtabbruchs pünktlich passiert, finde ich einfach nicht nachvollziehbar! Bitte prüfen Sie das, der Fahrtabbruch fand definitiv erst deutlich später statt als von Ihnen argumentiert.

Herzliche Grüße

MA2000
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Eines vorweg: Sie schreiben hier in einer Community, in der Kunden anderen Kunden helfen. Insofern werden Sie hier keine Stellungnahme zu dem von Ihnen geschilderten Vorgang erhalten.

Als erfahrener Fahrgast kann ich Ihnen nur raten, sich mit dieser Beschwerde erneut an das Servicecenter Fahrgastrechte zu wenden. Maßgebend für die Entschädigung ist die Ankunft am Zielort Ihrer Fahrkarte und nicht an irgendeinem Unterwegshalt. Wenn Sie eine Übernachtung benötigten, weil Sie am gleichen Tag nicht weitergekommen wären oder wenn Sie ein alternatives Verkehrsmittel nutzen mussten, steht Ihnen auch dafür, unabhängig von der Entschädigung auf den Fahrpreis, eine Erstattung zu. Bei Fahrtabbruch aufgrund einer zu erwartenden Verspätung von >/= 60 Minuten am Zielort steht Ihnen sogar eine komplette Erstattung des Fahrpreises zu. Also mit den 25 % sollten Sie sich keinesfalls abfinden.

Sollte Ihre Beschwerde erneut nicht zu Ihrer Zufriedenheit erledigt werden, haben Sie noch die Möglichkeit, sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (http://www.soep-online.de) und/oder an das Eisenbahn-Bundesamt (https://www.eba.bund.de/DE/Themen/Fahrgastrechte/fahrgast...) zu wenden. Außerdem sollten Sie den Fahrgastverband Pro Bahn von Ihrem Fall in Kenntnis setzten (http://www.pro-bahn.de), von dort erhalten Sie sicher auch guten Rat.

Hallo MA2000,

wie ThomasDenkel schon schrieb, ist es nicht möglich, hier über die Community Einfluss auf diese Entscheidung zu nehmen. Auch ich kann Ihnen nur raten, Widerspruch gegen diese Entscheidung einzulegen und den Sachverhalt noch einmal gründlich zu schildern. /tr