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IC-Bus von/nach Rostock: Warum kein Halt am Hauptbahnhof?

Liebes DB-Team,

auch nach dem neuen Fahrplan wird der IC-Bus auf der Linie Berlin-Kopenhagen in Rostock weiterhin nur den Haltepunkt 'Seehafen Fähre' bedienen, nicht aber am Hauptbahnhof halten. Für Fahrgäste die von Berlin nach Rostock oder von Rostock nach Kopenhagen fahren, ergeben sich dadurch folgende Nachteile:

1. Keine Buchung durchgängiger Reiseverbindungen möglich (z.B. Schwerin-Rostock-Kopenhagen), dadurch höhere Preise (weil Sparpreis Europa etwa nur für die Busstrecke nicht aber den Vorlauf gilt) und keine Fahrgastrechte bei verpasstem Anschluss in Rostock.

2. Die Anbindung an den Seehafen in Rostock ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln leider katastrophal. Mit viel Glück schafft man es vom Rostocker Hbf zum Seehafen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in 40 Minuten, sollte man von dort mit der Bahn weiter reisen wollen, muss man teils eine Stunde auf einen Anschlusszug warten. Das hat eine sehr lange Gesamtreisezeit zur Folge, wenn man aus der Rostocker Innenstadt oder einer anderen Stadt in M-V den IC-Bus nutzen möchte.

Mal abgesehen davon, dass bereits vor Monaten von einer stärkeren Integration von IC-Bussen und Zugverkehr die Rede war, verstehe ich nicht, warum der Konkurrent Flixbus am Rostocker Hbf hält, ausgerechnet der von der DB betriebene IC-Bus aber nicht. Mir ist klar, dass ein Halt am Rostocker Hbf eine längere Fahrtzeit nach sich ziehen würde, aber dadurch würde der Bus ja deutlich attraktiver für Reisende aus und in Richtung M-V werden.

Daher meine Frage: Warum entscheidet man sich nach wie vor dafür, den IC-Bus in Rostock nur am Seehafen halten zu lassen?

Mathias

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Antworten

Hallo Mathias,

ich kann verstehen, dass Sie sich einen Halt am Rostocker Hbf wünschen. Bei der Planung des IC Busses muss man jedoch die Anschlüsse für den Bus bedenken. Zum einen muss er pünktlich an der Fähre sein, um überzusetzen. Also einfach mal eben noch in Rostock Hbf halten, geht nicht. Ergo müsste der Bus früher in Berlin abfahren. Da der IC Bus aber in den Zugfahrplan integriert ist und er hier auf bestimmte Anschlüsse abgestimmt wird, würde eine frühere Abfahrt hier zu langen Umstiegszeiten führen. /ti

Mathias
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@DB: Vielen Dank für die Antwort. Den Hinweis auf die Anschlüsse verstehe ich nicht, welche Verbindungen wären das denn bei Abfahrt in Berlin? Die Regionalbahnen aus Nauen und Frankfurt (Oder) um 11.09 und 11.14 Uhr? Dieselbe Frage bei der Rückfahrt: Der nächste Fernverkehrszug nach Ankunft des Busses am Berliner Hbf wäre erst der EC nach Warschau um 16.44 Uhr. Zum Vergleich: Die Konkurrenz von Flixbus fährt von Berin nach Kopenhagen auf derselben Route mit derselben Fähre (15 Uhr) um 11 Uhr am ZOB in Berlin ab und hält in Rostock Hbf.

Der IC Bus kann ja gerne fahren wie er will, aber warum spricht dann der Vorstand Verkehr und Transport in Ihrem Unternehmen von einer engeren Verzahnung zwischen IC Bus und Fernverkehr? Warum bekommt die Konkurrenz diese Verzahnung wesentlich besser hin als die Deutsche Bahn selbst? Und wieso hat die Bahn kein Interesse, das Angebot für die Fahrgäste attraktiv zu gestalten?

Schöne Grüße

Mathias Herrmann

Hallo Mathias,

wenn es darum geht, den IC Bus besser mit dem Fernverkehr zu verzahnen, reden wir eben nicht von Regionalbahnen aus Nauen oder Frankfurt (Oder), sondern eher von den ICEs aus z. B. Köln und Frankfurt oder dem EC aus Prag. Fernverkehrszüge sind ICEs, ICs und ECs und von denen hat der Vorstand geredet. Ich denke nicht, dass Flixbus eben diese Anschlüsse verzahnt, wenn der Bus 11 Uhr am ZOB abfährt. Den Übergang direkt am Berliner Hbf von den Zügen auf den IC Bus halte ich durchaus für attraktiv. Dadurch lässt sich ein Halt in Rostock Hbf aber nicht einbauen. /ti