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Flexpreis - Wegevorschrift Berlin-Frankfurt

"Flexpreis: Ohne Zugbindung entspannt reisen" lautet der Werbespruch auf der Bahn-Website.
Ab dem Fahrplanwechsel 2017 werden viele Verbindungen von Berlin nach Frankfurt über Erfurt führen, andere über Wolfsburg-Göttingen.
Der Fahrpreis ist auf beiden Strecken gleich - trotzdem legt aktuell beim Flexpreis die Wegevorschrift fest, auf welcher Route man zu fahren hat. Muss man sich also trotz Flexpreis eine Umwegfahrkarte (für 0,00€) ausstellen lassen, wenn man einen anderen Zug nehmen möchte?
Wäre es da nicht sinnvoll, die Wegevorschrift entsprechend anzupassen, um eine freie Zugwahl zu ermöglichen? Soll das mit dem Fahrplanwechsel geändert werden? Hat vielleicht jemand schon gebucht und kann nachschauen?
Sinn des Flexpreises ist ja gerade, dass man am Geltungstag auf der gebuchten Verbindung ohne Formalitäten flexibel reisen kann. Start- und Endbahnhof, Preis und auch die Fahrzeiten sind ja auf beiden Routen identisch.

ALe840
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Tino Groß
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Hallo ALe840,

die Raumbegrenzung (in der man sich quasi aufhalten darf) wäre einfach zu groß wenn man beide Strecken zusammenlegen würde. Daher wird es wohl bei der bisherigen Variante bleiben. Sie erhalten ja trotzdem den Umwegfahrschein von 0,00 € und sind somit weiterhin flexibel unterwegs.

Gruß, Tino!

Hallo ALe840,

ich habe eben mal nach Fahrten nach dem Fahrplanwechsel geschaut. Je nach Strecke erhält man folgende Wegetexte:

  • B*(MD/SDL*WOB*H)*GOE*(FD/KS*GI)*F
  • B*(L*NMB*EF*FD/KOET*KS*MR*GI)*F

Allein dies sind schon sehr große Raumbegrenzungen. Ich habe auch noch keine Zwischenhalte gefunden, die einen kombinierten Wegetext ausgeben würden. /ti

ALe840
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Danke für die Antworten! Wirklich flexibel wird man mit der Umwegfahrkarte nicht - man muss immer beim Kundenservice anrufen oder ins Reisezentrum gehen.
Wo liegt das Problem, wenn die Raumbegrenzung so groß wird? Schließlich ist davon nur der Flexpreis betroffen und der liegt mit 129€ nur knapp unter der allgemeinen Preisobergrenze von 150€. Welchen unberechtigten Vorteil könnte man sich da verschaffen? Ich sehe da kein Missbrauchspotential...
Die beiden Streckenführungen ergänzen sich - gerade bei Verspätungen oder Überfüllung ist es ein großer Vorteil, wenn man sich kurzfristig anpassen kann - besonders, wenn man beruflich unterwegs ist.
Ich hoffe, der Bahn fällt eine Regelung ein, mit der ab Dezember diese Einschränkung überwunden wird.

Tino Groß
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Hallo ALe840,

worin liegt das Problem den erforderlichen Umwegfahrschein auch ganz spontan im Zug beim Zugbegleitpersonal zu erwerben? Somit haben Sie die Möglichkeit einen anderen Zug zu wählen (z. Bsp. bei Überbesetzung, Verspätung) und trotzdem flexibel zu bleiben?

Gruß, Tino!

ALe840
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Hallo Tino,

worin liegt das Problem, eine nicht mehr zweckmäßige Raumbegrenzung anzupassen?
Die Bahn hat Milliarden in die Infrastruktur investiert und führt ein Betriebskonzept ein, in dem sich beide Strecken ergänzen. Warum sinnlose bürokratische Hürden beibehalten? Ja, die Raumbegrenzung wäre sehr weit gefasst - aber: Preisdifferenz 0,00€ und der Fahrpreis ist ohnehin schon knapp unter der allgemeinen Preisobergrenze, wo ist da Raum für möglichen Missbrauch? Welchen Zweck hat diese Einschränkung also?
Ein normaler Reisender kauft den teureren Flexpreis doch genau darum, um sich NICHT mit Formalitäten und Unklarheiten auseinandersetzen zu müssen. ICE Berlin-Frankfurt bleibt für ihn ICE Berlin-Frankfurt, ob über Erfurt oder Göttingen ist für ihn egal, nur Start, Ziel, Fahrzeit und Pünktlichkeit zählen - und so soll es auch sein. Er ist Kunde, nicht Tarifexperte.
Alles andere wäre einfach miserables Marketing - die Bahn hat doch ohnehin schon mit dem Ruf zu kämpfen, sie sei nicht kundenfreundlich, umständlich, bürokratisch und das Tarifsystem ein Dschungel.

Kleine Überlegung am Rande: wenn ich an Bord den Umwegfahrschein für 0,00€ erwerbe, muss ich dann den Bordpreis von 12,50€ zahlen?

Tino Groß
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Hallo ALe840,

ich kann den Ärger verstehen. Ich möchte Ihnen das Mißbrauchspotential mal bildlich auf einer Deutschlandkarte darstellen. Wir haben als Großstädte Frankfurt und Berlin. Diese verbinden wir entlang der Eisenbahnlinie über Göttingen mit einem Stift. Hier und dort gibt es kleine Abweichungen wo der Kunde sich räumlich bewegen darf. Gleiches machen wir mit der Strecke über Erfurt. Der Kunde hat also nur einen ganz geringen Abweichungsgrad um sein Ziel zu erreichen. Nun verbinden wir beide Strecken und heraus kommt eine riesengroße Raumbegrenzung die es dem Fahrgast ermöglicht quasi kreuz und quer zu fahren. Durch die 51h Regelung (bei Entfernungen über 100 km) würden massive Einnahmeverluste drohen, da man die eigentliche Route (oder anders gesagt den Missbrauch) nicht mehr nachvollziehen könnte. Aus diesem Grund wird es auch weiterhin keine Änderung geben.

Sofern der Umwegfahrschein 0,00 € beträgt, wird auf den Bordzuschlag in Höhe von 12,50 € verzichtet.

Gruß, Tino!

ALe840
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Hallo Tino,

danke für die ausführliche Antwort - ich verstehe durchaus die Logik und den Sinn der Raumbegrenzungen. Der Flexpreis der Deutschen Bahn bietet viel mehr Flexibilität und Freiheit als die Tarifsysteme vieler anderer Verkehrsunternehmen - das ist ein Wert für den Kunden und ein Alleinstellungsmerkmal, das die Bahn nicht aufgeben sollte. Die Raumbegrenzungen sind dazu ein unentbehrlicher Baustein.

Berlin-Frankfurt stellt aber einen besonderen Fall dar: die Verbindungen ergänzen sich gezielt im Fahrplankonzept und vielen Reisenden wird der Unterschied nicht bewusst sein, sie kennen die Bedeutung der Kürzel für die Raumbegrenzung nicht, wissen nicht von der Umwegfahrkarte und werden wohl auch kaum den Sinn einer Karte für 0,00€ begreifen - viel Potential für Missverständnisse!

Deshalb nochmal mein Hinweis auf die Preisobergrenze: Tickets Berlin-Frankfurt liegen knapp unter der Grenze, Tickets über die beiden Endpunkte hinaus erreichen sie bereits. Selbst wenn man sich also mittels Zwischenhalten einen absurden Zickzack-Kurs zwischen den beiden Korridoren basteln würde, dann würde der Fahrpreis trotzdem nur geringfügig oder gar nicht höher ausfallen (allgemeine Preisobergrenze) - wo bleibt also der finanzielle Nachteil für die Bahn? Das meinte ich mit dem Verweis auf nur geringes Missbrauchspotential in diesem Fall.

Vielleicht wäre ein möglicher Kompromiss ja das Aufbringen beider Wegevorschriften auf den Fahrschein? Dann kann frei zwischen beiden Korridoren gewählt werden, aber Verzweigungen und Querverbindungen sind ausgeschlossen.

Wie gesagt, die Gründe sind nachvollziehbar - trotzdem wäre eine Lösung wünschenswert, damit die Bahn die Vorteile der neuen Infrastruktur voll ausspielen und Missverständnisse mit den Reisenden vermeiden kann.

Gruß,
ALe

Hallo ALe840,

es ist eben nicht nur einfach der Flexpreis betroffen. Alle Preise im Fernverkehr sind Relationspreise. Diese Relationen und Raumbegrenzungen werden also auch für die Preisberechnung bzw. die Prüfung von freien Kontingenten herangezogen. Zudem wirken sich diese Relationen ja auch auf den internationalen Verkehr aus. Dann hätte ich eine internationale Fahrkarte von z. B. Warschau nach Strasbourg mit der ich 4 Tage kreuz und quer durch halb Deutschland fahren kann und die eine wohl nicht gerade sehr verständliche Wegeangabe hätte. Ich kann Ihren Wunsch durchaus verstehen, aber es ist jetzt auch nicht wirklich die Hürde, den Umwegfahrschein zu kaufen, da er auch im Zug kostenfrei ausgestellt wird. /ti