Frage beantwortet

Wird die Zugbindung aufgehoben, wenn mein Startzug nur 5min Verspätung hat, ich den Anschluss evtl. verpasse? (Ziel>1h)

Hallo,

wird die Zugbindung eines Sparpreises aufgehoben, wenn mein Startzug nur wenige Minuten verspätet ist, dadurch der Anschluss allerdings gefährdet ist (App sagt vor Abfahrt der "Anschluss wird ggf. nicht rechtzeitig erreicht") und ich beim Verpassen dieses Anschlusses somit mehr als 20 Minuten verspätet an meinem Zielort ankommen würde?

Meine Situation konkret:

  • Sparpreisticket für eine IC- Fahrt von Münster nach Berlin mit Umstieg in Osnabrück (6min Umsteigezeit)
  • 10 Minuten vor Abfahrt des IC in Münster wird mir eine Verspätung von 5 Minuten angezeigt und die App zeigt mir meinen Anschluss in Osnabrück als "Anschluss wird ggf. nicht rechtzeitig erreicht" an.
  • Verpasse ich den Anschluss in Osnabrück komme ich in Berlin mehr als 20 Minuten verspätet an

Wird die Zugbindung in so einem Fall aufgehoben? Wann ist der konkrete Moment der Zugbindungsaufhebung? Wenn die App den Anschluss als gefährdet anzeigt?

Vielen Dank!

BahnerausBerlin
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Gemäß Ihrer Schilderungen sehe ich die Voraussetzungen für eine Aufhebung der Zugbindung als gegeben an. Wenn Sie planmäßig nur 6 Minuten Übergangszeit am Umsteigebahnhof haben, Ihr Zug am Abfahrtsbahnhof jedoch bereits 5 Minuten Verspätung hat, ist mit einem Anschlußverlust und somit einer Verspätung von mehr als 20 Minuten am Zielort zu rechnen, zumal für Osnabrück Hbf eine Mindestumsteigezeit von 5 Minuten gilt und ja auch der DB-Navigator eine entsprechende Warnung ausgibt (Tipp: Als Beweis Screenshot machen und speichern!).

Bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort seiner Fahrkarte kann der Fahrgast:

bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen oder
die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann oder
einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen.
Besitzt der Fahrgast eine Fahrkarte des Nahverkehrs, muss er bei Nutzung eines höherwertigen Zuges die zusätzlich erforderliche Fahrkarte/ den Produktübergang zunächst bezahlen und kann die Kosten anschließend geltend machen. Diese Regelung gilt nicht bei stark ermäßigten Fahrkarten (z.B. Schönes-Wochenende-Ticket, Länder-Tickets).

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Gemäß Ihrer Schilderungen sehe ich die Voraussetzungen für eine Aufhebung der Zugbindung als gegeben an. Wenn Sie planmäßig nur 6 Minuten Übergangszeit am Umsteigebahnhof haben, Ihr Zug am Abfahrtsbahnhof jedoch bereits 5 Minuten Verspätung hat, ist mit einem Anschlußverlust und somit einer Verspätung von mehr als 20 Minuten am Zielort zu rechnen, zumal für Osnabrück Hbf eine Mindestumsteigezeit von 5 Minuten gilt und ja auch der DB-Navigator eine entsprechende Warnung ausgibt (Tipp: Als Beweis Screenshot machen und speichern!).

Bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort seiner Fahrkarte kann der Fahrgast:

bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen oder
die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann oder
einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen.
Besitzt der Fahrgast eine Fahrkarte des Nahverkehrs, muss er bei Nutzung eines höherwertigen Zuges die zusätzlich erforderliche Fahrkarte/ den Produktübergang zunächst bezahlen und kann die Kosten anschließend geltend machen. Diese Regelung gilt nicht bei stark ermäßigten Fahrkarten (z.B. Schönes-Wochenende-Ticket, Länder-Tickets).

Nachtrag: Wenn Sie durch den Anschlußverlust bzw. die Nutzung einer alternativen Verbindung 60 oder mehr Minuten Verspätung am Zielort haben, steht Ihnen eine Entschädigung von 25 %, ab 120 Minuten Verspätung sogar von 50 % des Fahrpreises zu. Geltend machen können Sie diesen Anspruch ggf. über das Servicecenter Fahrgastrechte - mehr Infos unter: https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

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Ich bitte noch einmal um eine konkrete Bestätigung dieser Aussage, da das Bahnpersonal an Board des ICE anderer Meinung war:
Sobald der DB Navigator meinen Anschluss als "Anschluss wird ggf. nicht rechtzeitig erreicht" anzeigt, wird die Zugbindung meiner Fahrkarte aufgehoben, wenn ich durch das eventuelle Verpassen des Anschlusses mehr als 20 Minuten Verspätung am Zielbahnhof hätte. Ich habe also die Möglichkeit VOR Fahrtantritt bereits einen alternativen Zug zu nehmen.
Somit reicht ein Screenshot mit der Meldung des Gefährdeten Anschlusses als Beweis für die Zugbindungsaufhebung aus.

Es spielt also keine Rolle, ob ein Zug auf meiner Strecke 5 oder 20 Minuten Verspätung hat, solange die zu erwartende Verspätung (Beweis DB Navigator Screenshot) am Zielbahnhof mehr als 20 Minuten beträgt. Somit kann man vor Fahrtantritt bereits eine alternative Verbindung wählen.

DB
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Hallo BahnerausBerlin,

sofern absehbar ist, dass Sie den Anschlusszug verpassen werden und somit mit einer Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielbahnhof ankommen werden, wird die Zugbindung aufgehoben und Sie können eine andere Verbindung nutzen. Die Aussage von ThomasDenkel war als korrekt. /ni

@BahnerausBerlin | Ich habe gerade für einen anderen Fall recherchiert und bin dabei auf einen Passus in den Beförderungsbedingungen Personenverkehr (BB PV) der DB gestoßen, auf den Sie sich berufen können, wenn Sie wieder mal in eine solche Situation geraten - Zitat:

"9.1.4 Der Reisende kann insbesondere dann vernünftigerweise mit einer Verspätung nach
den Nummern 9.1.1 bis Nr. 9.1.3 am Zielbahnhof rechnen, wenn diese über mindestens einen der nachfolgenden Informationskanäle bekanntgemacht wurde: (i) Aushangfahrpläne und ausgehängte Informationen über Fahrplanänderungen in Bahnhöfen, (ii) elektronische Anzeigen u. Lautsprecheransagen in Zügen und auf Bahnhöfen, (iii)Fahrplaninformationen aus Buchungssystemen personalbedienter Verkaufsstellen sowie (iv) verfügbare Fahrplaninformations-und Reisendeninformationsmedien, insbesondere das Fahrplanauskunftssystem im Internet unter http://www.bahn.de. Die Übergangszeiten für planmäßige Umstiege (Umsteigezeiten) orientieren sich an der elektronischen Fahrplanauskunft unter http://www.bahn.de. Das Gleiche gilt, wenn der Reisende eine vom Beförderer oder vom Bahnhofsbetreiber ausgestellte Bestätigung vorlegen kann, aus der sich eine Verspätung nach den Nummern9.1.1 bis Nr. 9.1.3 ergibt" - Zitat Ende.

Die kompletten BB PV finden Sie unter folgendem Link, die Fahrgastrechte samt dem vorstehend zitierten Passus auf den Seiten 21 - 24: https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/gesamt_2017...