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Festpreisticket/Sauberkeit

Gestern kam ich in den "Genuß" meiner 1.Klasse-Fahrt im ICE 726 von München nach Nürnberg. An meinem Sitzplatz angekommen fand ich einen Gepäcktrolley auf dem reservierten Sitzplatz. Die Besitzerin war scheinbar überrascht, dass in einem vollbesetzten ICE jemand seinen reservierten Sitzplatz nutzen möchte, räumte jedoch den Trolley bereitwillig weg.

Scheinbar hatte die Dame auf dem Weg zu Zug gezielt die Hinterlassenschaften der Bahnhofstauben durchfahren. Der Platz war an den Stellen an denen die Rollen auf dem Polster standen entsprechend verdreckt.

Nun stand in ein einem anderen Thread der Hinweis, sich in solchen Fällen an das Zugpersonal zwecks Reinigung zu wenden. Sorry, aber das Zugpersonal hätte den Sitz stundenlang desinfizieren können, ich hätte mich nicht mehr darauf gesetzt.

Mir hat dieses Erlebnis auch die Augen bezüglich der 2.Klasse-Sitzplätze geöffnet: Verschmutzungen sind dort viel schwerer erkennbar!

Da wir gerade von Sauberkeit reden: Vielleicht kann man den Anzeigetext: "77777 Wir reinigen, bitte nicht einsteigen" dahingehend ändern: "Wir laufen mal kurz durch den Zug, wenn was im Weg liegt heben wir es vielleicht auf und treffen uns auf ein Schwätzchen in der 1.Klasse". Wäre einfach ehrlicher, zumal "Reinigung" doch gewisse Standards impliziert.

Ich persönlich erachte ein solches Verhalten als Frechheit, wenn man das Reinigungspersonal auch durch die getönten Scheiben sitzen sehen kann, insbesondere wenn die "Reinigung" erst fünf Minuten vor Abfahrt des Zuges beendet wird.

InsideBahn952993
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Hallo InsideBahn952993,

ich muss jetzt leider mal etwas weiter ausholen. Sollte ich mich etwas im Ton vergreifen bitte ich an dieser Stelle schon mal um Entschuldigung.

Ich finde es ehrlich gesagt eine bodenlose Frechheit das gesamte Reinigungspersonal als faul zu bezeichnen. In den ganzen Jahren seitdem München ein neues Konzept erprobt wird, ist es mir kein einziges mal vorgekommen dass auch nur ein einziger Mitarbeiter sitzt. Was Sie eventuell wahrgenommen haben ist das Zugbegleitpersonal welches auch eine gesetztliche Arbeitsschutzpause hat. Die Pläne des Reinigungspersonal sind so straff, dass ein bloßes Verweilen im Zug gar nicht möglich wäre. Wie oben erwähnt wurde vor einigen Jahren in München ein neues Konzept entwickelt und bis heute erfolgreich durchgeführt. Dazu wird der Zug komplett verschlossen und mit dem entsprechenden Hinweis an den Außendisplays angezeigt. Somit soll eine ungestörte Reinigung stattfinden. Statt wie bisher nur mir 3 Mitarbeitern wird der Zug teils mit bis zu 10 Mitarbeitern gereinigt. Und hier wird nicht nur - wie von Ihnen bemängelt - der grobe Schmutz beseitigt sondern auch gesaugt, geputzt, Abfallbehälter geleert, Toiletten geeinigt. Das nicht alle noch so kleinsten Verunreinigungen entfernt werden können versteht sich sicher von selbst. Dafür ist die sogenannte Wendereinigung auch zu kurz. Solche Arbeiten entfallen in die Nachtreinigung.

Dass Ihre Sitznachbarin Taubenkot auf Ihrem Sitz hinterlassen hat ist sicher alles anders als unschön. Jedoch der Deutschen Bahn den schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben ist ein unschöner Schachzug. Wieso haben Sie die Dame nicht aufgefordert diese Hinterlassenschaften zu entfernen? Vielleicht denken Sie beim nächsten Posting einmal nach welch mühevolle Arbeit hinter dem System Bahn steckt.

Gruß, Tino!

InsideBahn952993
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Hallo Herr Groß,

wie gesagt, selbst wenn jemand den Sitz reinigen würde, hätte ich mich nicht mehr darauf gesetzt.

In Bezug auf das Reinigungspersonal gibt es "solche" und "solche". Scheinbar treffe ich immer nur auf "solche" und kann nur schildern, was ich wöchentlich sehe. Ihren Ausführungen entnehme ich, dass Sie Mitarbeiter der Bahn sind. Stellen Sie sich einfach mal auf den Bahnsteig und beobachten Sie die Reinigung des ICE 626/826 bzw. laufen Sie nach Ende der Reinigung durch den Zug. Das Zugpersonal trägt auch keine roten Jacken.

Selbstverständlich haben diese beiden Punkte nichts miteinander zu tun, für die Verunreinigung "meines Sitzplatzes" kann die Bahn nichts. Die Bahn kann aber auf jeden Fall etwas dafür, dass der Mißbrauch von Sitzen als Gepäckablage vom Zugpersonal geduldet wird.

Aber immerhin war diesmal der Sehplatz in der 1.Klasse 3,75€ billiger als in der 2.Klasse.

Ach ja, eines noch: Ich bin sozusagen das "Schwarze Schaf" der Familie, Großvater, Vater und Bruder sind bei der Bahn bzw. gewesen. Ich habe Hochachtung vor der Bahn und deren Abläufen, auch wenn es die letzten Jahren immer mehr quietscht, qualmt und knirscht ...

Wie bereits erwähnt kann ich Ihren Unmut absolut nachvollziehen. Jedoch hat sich in den letzten Jahren einiges getan. War ich früher von der Reinigungsleistung alles andere als begeistert kann sich der Zug für seine heutige Rückfahrt wieder einigermaßen zeigen lassen. Ich schreibe dies bewusst weil auch mir klar ist, dass nicht alle Schmutzstellen restlos beseitigt werden können. Zudem liegt pro Zug nur ein knappes Zeitfenster vor. Hat der Eingangszug bereits Verspätung so müssen die Arbeiten zügiger erledigt werden um keine Folgeverspätungen zu verursachen. Dass die Türen erst teils kurz vor Abfahrt geöffnet werden war übrigens ein Wunsch der Mitarbeiter. Je ungestörter diese Arbeiten können umso schneller geht auch die Reinigung von statten. Bezüglich Ihres Sitzes hätte ich mir nicht nur Kritik gewünscht sondern auch einen Verbesserungsvorschlag. Denn wir arbeiten nun mal für unsere Kunden. Und nur mit Ihren Rückmeldungen können wir stetig besser werden.

Zusammengefasst möchte ich nochmals erwähnen dass mir seit der Umstellung in München keine negativen Ereignisse bezogen auf die Sauberkeit der Züge aufgefallen sind.

Haben Sie bitte auch Verständnis, dass das Zugbegleitpersonal nicht an jedem Ort des Zuges sein kann um jeden Fahrgast darauf aufmerksam zu machen sein Gepäck ordnungsgemäß zu verstauen. Ich denke es ist grundlegend nicht die Aufgabe einen Menschen sein Fehlverhalten vor Augen zu halten. Ich bin daher immer der Meinung sprechen Sie doch einfach mal miteinander und bitten Sie den Fahrgast den Sitzplatz freizumachen. Ich kann Ihnen aber versichern dass ein Großteil der Kollegen Ihnen zur Seite steht sofern es doch mal Meinungsverschiedenheiten gibt.

Haben Sie das Zugbegleitpersonal aktiv auf diesen Misssstand angesprochen?

Gruß, Tino!