Frage beantwortet

Wie bekomme ich mein Quer-durchs-Land-Ticket erstattet?

Ich musste am 06.07.2010 eine Bahnreise antreten, um meine Kinder zu meiner Ex-Lebensgefährtin von Malente (SH) nach Wolmirstedt (SA) zu bringen.

Ich habe die Wetternachrichten verfolgt und hatte ständig Einblick in meine Navigator-App, welche mir die Strecke als "freigegeben" ausgab - auch während meiner Alternativ-Routen wurden Streckenabschnitte als frei deklariert, die, wie man schließlich erfahren musste, schon längst gesperrt waren.

Meine Reiseroute hätte eigentlich folgende Eck-Bahnhöfe enthalten - Malente-Lüneburg-Uelzen-Wolmirstedt-zurück. Stattdessen bin ich erst in Uelzen gestrandet, konnte mich dort privat zu einer Mitfahrt nach Hannover einkaufen und strandete letztlich in Braunschweig. Hier gab es kein vor und kein zurück mehr. Meine Kinder mussten, da die Fahrt bis dahin schon 10 Stunden andauerte und keine Aussicht auf Ankunft bestand - meine geplante Fahrtzeit hätte übrigens Hin und Zurück insgesamt 9 Stunden betragen - von meiner Ex-Lebensgefährtin in Braunschweig mit dem Auto abgeholt werden.
Als die ersten Züge wieder einsetzten, war es so spät, dass eine Rückfahrt nach Malente ohne Übernachtung - schlimmstenfalls auf einer Bank im Bahnhof - nicht mehr möglich gewesen wäre. So fuhr ich von Braunschweig - Hannover - Uelzen und wurde da um 23:00 Uhr mit dem Auto abgeholt, wonach wir mittels PKW nach Malente fuhren und 01:30 Uhr endlich wieder zu Hause waren.

Insgesamt eine Tortur von über 15 Stunden. Mit reichlich Unkosten durch Privatfahrt nach Hannover (30,- €) und einer ungeplanten Hin-Rückfahrt mit PKW Malente-Uelzen. Von den ungeplanten Verpflegungskosten möchte ich gar nicht reden.
Prinzipiell habe ich exklusive Bahnticket mehr Geld ausgegeben, als wäre ich von vornherein mit dem Auto gefahren, was ich jedoch nicht tat, da die Bahn bzw. die App der Bahn mir vorgaukelte, dass meine Strecke frei sei.

Ich nutzte ein Quer-durchs-Land-Ticket. Wie bekomme ich dieses erstattet?
Oder bin ich damit ein Kunde 2. Klasse?!

P.S. Mal ne Rückmeldung zum Krisen-Management. Welcher Mathematiker in Ihrem Unternehmen hat als Schienenersatzverkehr zwischen Uelzen und Stendal zur Weiterfahrt Rtg. Magdeburg einen einzigen Bus für an die Tausend Fahrgäste eingeplant. Die Stimmung nachdem die Menschenmasse größer und größer wurde aufgrund zwar ankommender Züge aber Ausbleiben eines Busses über Stunden, brauche ich Ihnen sicher nicht zu beschreiben.
Dass dies nicht zur Wohlfühlstimmung bei den Fahrgästen führte, insbesondere bei denen, die wie ich auch kleine Kinder bei sich hatten, brauche ich wohl ebenfalls nicht erwähnen. Ich schicke sonst mal Bilder.
Gerne auch mit der gleichen Fragestellung an die Presse.

ReneL
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"Ich nutzte ein Quer-durchs-Land-Ticket. Wie bekomme ich dieses erstattet?"
-> Fahrgastrechteformular ausfüllen (http://www.fahrgastrechte.info/Fahrgastrechte-Formular.18...) und zusammen mit dem Ticket einsenden. Auf dem Formular das Feld "ich habe meine Reise wegen der Verspätung nicht angetreten ... oder abgebrochen". Dabei klarstellen, dass man zum Startbahnhof zurück gefahren ist. Das sollte dann eine 100%-Erstattung des Ticketpreises geben.

"Mal ne Rückmeldung zum Krisen-Management. Welcher Mathematiker in Ihrem Unternehmen hat als Schienenersatzverkehr zwischen Uelzen und Stendal zur Weiterfahrt Rtg. Magdeburg einen einzigen Bus für an die Tausend Fahrgäste eingeplant."
-> Das liegt nicht an Mathematikern sondern an der Lage auf dem Bus-Markt. Kein Busunternehmen hat Busse und Fahrer auf Standy, die nur darauf warten, einen spontanen Auftrag von der Bahn zu bekommen. Die Fahrer sind entweder gerade auf einer planmäßigen Fahrt im Einsatz oder haben gesetzliche Ruhepause. Man muss also einen Fahrer von zu Hause aus dem Feierabend holen - das dauert, wenn man überhaupt einen erreicht. - Und (wie mir aus zuverlässiger Quelle bekannt ist) lehnen selbst die Busfirmen, die Busse und Fahrer stellen könnten, trotzdem oft dankend ab. Denn ein Auftrag zum Busnotverkehr ist für die Busfirma unsicher. Es könnte ja sein, dass die Bahn-Strecke schnell wieder frei wird, und der Bus nach kurzer Zeit dann doch nicht mehr gebraucht wird. Auf Aufträge, bei denen die Busfirma vorher nicht weiß, wie lange er dauert und was dabei finanziell herausspringt, lassen sich viele Busfirmen gar nicht mehr ein.
Beim letzten Sturm war auf bahn.de auch bei einigen Strecken sinngemäß zu lesen, dass die Strecke sturmbedingt gesperrt wäre, man versucht habe einen Busnotverkehr einzurichten, aber alle Busfirmen in der Region abgelehnt hätten.

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"Ich nutzte ein Quer-durchs-Land-Ticket. Wie bekomme ich dieses erstattet?"
-> Fahrgastrechteformular ausfüllen (http://www.fahrgastrechte.info/Fahrgastrechte-Formular.18...) und zusammen mit dem Ticket einsenden. Auf dem Formular das Feld "ich habe meine Reise wegen der Verspätung nicht angetreten ... oder abgebrochen". Dabei klarstellen, dass man zum Startbahnhof zurück gefahren ist. Das sollte dann eine 100%-Erstattung des Ticketpreises geben.

"Mal ne Rückmeldung zum Krisen-Management. Welcher Mathematiker in Ihrem Unternehmen hat als Schienenersatzverkehr zwischen Uelzen und Stendal zur Weiterfahrt Rtg. Magdeburg einen einzigen Bus für an die Tausend Fahrgäste eingeplant."
-> Das liegt nicht an Mathematikern sondern an der Lage auf dem Bus-Markt. Kein Busunternehmen hat Busse und Fahrer auf Standy, die nur darauf warten, einen spontanen Auftrag von der Bahn zu bekommen. Die Fahrer sind entweder gerade auf einer planmäßigen Fahrt im Einsatz oder haben gesetzliche Ruhepause. Man muss also einen Fahrer von zu Hause aus dem Feierabend holen - das dauert, wenn man überhaupt einen erreicht. - Und (wie mir aus zuverlässiger Quelle bekannt ist) lehnen selbst die Busfirmen, die Busse und Fahrer stellen könnten, trotzdem oft dankend ab. Denn ein Auftrag zum Busnotverkehr ist für die Busfirma unsicher. Es könnte ja sein, dass die Bahn-Strecke schnell wieder frei wird, und der Bus nach kurzer Zeit dann doch nicht mehr gebraucht wird. Auf Aufträge, bei denen die Busfirma vorher nicht weiß, wie lange er dauert und was dabei finanziell herausspringt, lassen sich viele Busfirmen gar nicht mehr ein.
Beim letzten Sturm war auf bahn.de auch bei einigen Strecken sinngemäß zu lesen, dass die Strecke sturmbedingt gesperrt wäre, man versucht habe einen Busnotverkehr einzurichten, aber alle Busfirmen in der Region abgelehnt hätten.