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Studentenfahrkarte: Zug verspätet, Anschluss verpasst, darf ich eine IC oder ICE Zug nehmen, statt RE?

Der Zug mit Schüler-Plus Ticket hat eine Verspätung, deshalb Anschluss Zug mit Studierenden-Fahrkarte verpasst. Studierenden Fahrkarte sind nur RE oder RB Züge erlaubt, doch hier hätte ich dann eine Verzögerung von mehr als 60 Minuten am Zielbahnhof gehabt. Ich habe mir ein Ticket für einen nächstfolgenden IC/ICE gekauft von 22,80 Euro. Kann ich dieses Ticket erstattet bekommen, oder darf nächstes Mal einfach in den IC/ICE einsteigen.

Zugzug65
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kabo
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Bei Nahverkehrsfahrkarten darf man auch im Verspätungsfall nicht "einafach so" im IC/EC/ICE mitfahren, sondern muss eine IC/EC/ICE-Fahrkarte kaufen, die man dann zur Erstattung einreichen kann.

Ob man dann eine Erstattung bekommt, hängt von der Nahverkehrsfahrkarte ab, die man ursprünglich hatte.
Bei "gewöhnlichen" Nahverkehrsfahrkarten und Monatskarte o.ä. wird das Fernzugticket erstattet.
Keinen Anspruch besteht, wenn man ein Nahverkehrsticket zu einem "erheblich ermäßigten Fahrpreis" hatte. Sprich: Wenn man ein Nahverkehrs-Sonderangebot nutzt, bleibt man auf den Mehrkosten für das Fernverkehrsticket sitzen, falls der Nahverkehrszug verspätet ist. Zu dieses Sonderangeboten mit "erheblich ermäßigtem Fahrpreis" gehören z.B. das Schöne-Wochenende-Ticket und Ländertickets.
Ob Semestertickets auch dazu gehören ist nicht einheitlich geregelt und teilweise auch strittig.

Bei Ihnen ist aber das Problem, dass Sie keine durchgehende Fahrkarte hatten, sondern verschiedene Tickets aneinandergereiht haben. Für Mehrkosten, die auf dem Abschnitt des Semestertickets angefallen sind, haben Sie keinen Erstattungsanspruch, weil die Verspätung auf dem Abschnitt des Schüler-Plus-Tickets angefallen ist.
Es klingt hart, aber es gilt:
Keine durchgehende Fahrkarte = keine durchgehenden Fahrgastrechte.

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kabo
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Bei Nahverkehrsfahrkarten darf man auch im Verspätungsfall nicht "einafach so" im IC/EC/ICE mitfahren, sondern muss eine IC/EC/ICE-Fahrkarte kaufen, die man dann zur Erstattung einreichen kann.

Ob man dann eine Erstattung bekommt, hängt von der Nahverkehrsfahrkarte ab, die man ursprünglich hatte.
Bei "gewöhnlichen" Nahverkehrsfahrkarten und Monatskarte o.ä. wird das Fernzugticket erstattet.
Keinen Anspruch besteht, wenn man ein Nahverkehrsticket zu einem "erheblich ermäßigten Fahrpreis" hatte. Sprich: Wenn man ein Nahverkehrs-Sonderangebot nutzt, bleibt man auf den Mehrkosten für das Fernverkehrsticket sitzen, falls der Nahverkehrszug verspätet ist. Zu dieses Sonderangeboten mit "erheblich ermäßigtem Fahrpreis" gehören z.B. das Schöne-Wochenende-Ticket und Ländertickets.
Ob Semestertickets auch dazu gehören ist nicht einheitlich geregelt und teilweise auch strittig.

Bei Ihnen ist aber das Problem, dass Sie keine durchgehende Fahrkarte hatten, sondern verschiedene Tickets aneinandergereiht haben. Für Mehrkosten, die auf dem Abschnitt des Semestertickets angefallen sind, haben Sie keinen Erstattungsanspruch, weil die Verspätung auf dem Abschnitt des Schüler-Plus-Tickets angefallen ist.
Es klingt hart, aber es gilt:
Keine durchgehende Fahrkarte = keine durchgehenden Fahrgastrechte.

Br624
Br624

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Guten Tag,
meines Erachtesn ist die Rechtslage hier nicht so einfach wie von kabo dargestellt.
Zunächst wäre die Frage zu klären, ob Ihre Studierenden-Fahrkarte evtl. auch auf einem Teilabschnitt des mit dem Schüler-Plus-Ticket genutzten Zugs galt. Es reicht unter Umständen, dass díe Studierenden-Fahrkarte ab dem letzten Halt vor Ihrem Umsteigebahnhof bereits gültig war. Wenn dem so ist, können Sie prüfen, ob die Beförderungsbedingungen zu Ihrer Studierenden-Fahrkarte die Erstattung von Fernverkehrsfahrkarten nach § 17 der Eisenbahnverkehrsordnung (siehe https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/gesamt_2017..., Seite 163) ausschließen. Wenn es einen solchen Auschluss in den Beförderungsbedingungen (oder diesen gleichgestellten Dokumenten) nicht gibt, haben Sie grundsätzlich einen Anspruch auf Erstattung.
Der Anspruch besteht aber nicht, wenn die Verspätung auf einen der folgenden Ursache zurückzufuhren ist:
1. betriebsfremde Umstände, die das Eisenbahnverkehrsunternehmen, das den Zug betreibt, trotz Anwendung der nach Lage des Falles gebotenen Sorgfalt nicht vermeiden und deren Folgen er nicht abwenden konnte;
2. Verschulden des Reisenden;
3. Verhalten eines Dritten, das das Eisenbahnverkehrsunternehmen, das den Zug betreibt, trotz Anwendung der nach Lage des Falles gebotenen Sorgfalt nicht vermeiden und dessen Folgen es nicht abwenden konnte.