Diese Frage wartet auf Beantwortung

Muss ich tatsächlich die 60€ bezahlen?

Vor zwei Wochen versuchte ich über die App eine Fahrkarte zu kaufen... dies Funktionierte nicht.. Immer wieder kam eine Fehlermeldung. Ich hatte weder Bargeld dabei noch hatte ich die Zeit mir ein Ticket am Automaten zu kaufen. Als der Zug kam wendete ich muss sofort an die Schaffner und schilderte Ihnen die Situation... Daraufhin meinten diese, ich solle einsteigen... sie würden eine Fahrpreisnacherhebnung ausstellen, ich müsse aber nur 7€ zahlen.. Die Situation sei nämlich von ihnen dokumentiert worden... Nun heute die ERnüchterung, die Dame am Schalter meinte ich müsse die 60€ zahlen, da ich kein Ticket vorweisen könne... Ein Blick in die Falldetails sei angeblich nicht möglich

I

HHB
HHB

HHB

Ebene
0
2 / 100
Punkte

Antworten

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Ich fürchte, da liegt ein Missverständnis vor.
Die 7€ sind für den Fall, dass man ein Ticket gebucht gehabt hätte, es aber nicht vorzeigen konnte (Handy defekt, Akku leer, sonstige Fehlermeldungen des Handys).
Sie hatten aber gar kein Ticket gebucht

ThomasDenkel
ThomasDenkel

ThomasDenkel

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

War es denn ein Zug der DB? Dann würde ich an Ihrer Stelle den Fall nochmals detailliert unter kundendialog@bahn.de schildern und freundlich um Kulanz bitten, weil Sie ja nichts dafür können, daß die App nicht funktioniert hat und Sie sich diesbezüglich ja auch sofort freiwillig beim Zugpersonal gemeldet und Ihre Daten angegeben haben. Vielleicht kann man das ja ähnlich wie bei einer Automatenstörung handhaben.

Grundsätzlich müssen Sie aber dafür Sorge tragen, rechtzeitig im Besitz eines gültigen Fahrscheins zu sein - also nächstes Mal lieber schon vor dem Weg zum Bahnhof die App bemühen und ggf. noch Zeit für den Automat am Bahnhof einplanen.

Sollte es kein Zug der DB gewesen sein, dann wenden Sie sich bitte direkt an das zuständige Eisenbahn-Verkehrsunternehmen - die Kontaktdaten finden Sie sicher im Internet.

Sollten Sie keine zufriedenstellende Antwort erhalten, können Sie sich auch noch an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) wenden - siehe Link: https://soep-online.de/

@DB | Mich würde interessieren, was Sie für den Fall empfehlen, wenn die Handyticket-App (DB-Navigator, DB-München- oder -Augsburg-App und dergleichen) im entscheidenden Moment nicht funktioniert? Ich hatte erst neulich selbst das Problem, daß ich über eine halbe Stunde darüber kein Ticket buchen konnte und dann, nachdem schon zwei Züge ohne mich abgefahren sind, zum Automat gegangen bin, um mir ein dort teureres Ticket (Einzelticket statt Handy-Mehrfahrtenkarte) gezogen habe - sehr zeitaufwendig und ärgerlich! Es ist ja schließlich nicht die Schuld des Kunden, wenn die App nicht will.

Hallo HHB, ich befürchte auch, dass es sich hier um ein Missverständnis handelt. Wenn es funktionstüchtige Automaten und/oder eine geöffnete Verkaufsstelle gab, müssen Sie die Fahrpreisnacherhebung leider vollständig bezahlen. Am besten schildern Sie es noch einmal den Kollegen der DB Fahrpreisnacherhebung. Ansonsten wenden Sie sich bitte an die jeweilige Eisenbahngesellschaft, die Ihnen die Fahrpreisnacherhebung im Zug ausgestellt hat.

@ThomasDenkel: Es gilt weiterhin die Regel, wenn es am Bahnhof keinen funktionstüchtigen Fahrkartenautomaten oder eine geöffnete Verkaufsstelle gibt, dass man im Zug ohne Zuschlag nachzahlen kann. Hierzu ist aber erforderlich, das Zugbegleitpersonal sofort nach Zustieg aufzusuchen. Eine Fahrpreisnacherhebung wird nur dann erstellt, wenn eine Fahrkarte bereits gekauft wurde, sie aber nicht während der Fahrt mitgeführt wird oder jemand ohne gültige Fahrkarte fährt. Es ist daher egal, ob der Fahrkartenkauf über die App funktioniert oder nicht. Maßstab sind die beiden eingangs erwähnten Verkaufskanäle. /ch

ThomasDenkel
ThomasDenkel

ThomasDenkel

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

@DB/ch | Und was ist zu tun, wenn - wie in den meisten Regio-Zügen - kein Zugpersonal dabei ist? Muss ich dann auch beim Lok-/Triebfahrzeugführer nachfragen, wo sich auch die Zugbegleiter gerne mal während der gesamten Fahrt aufhalten ohne sich um die Fahrgäste zu kümmern? Muss ich den gesamten Zug nach dem Zub absuchen, was bei Doppelstockzügen mit 5 und mehr Wagen schon ganz schön anstrengend werden kann, zumal wenn ich Reisegepäck dabei habe?

Die DB macht es sich schon sehr einfach damit, die gesamte Verantwortung den Kunden zu geben, welche oft genug mit defekten Automaten und Entwertern zu kämpfen haben und jetzt geht auch noch die nicht funktionierende App auf deren Lasten. Hier muss dringend mal eine andere, kundenfreundlichere Lösung her. Ich bin der Meinung, daß 'HHB' alles richtig gemacht hat, in dem er/sie sich sofort beim Zugpersonal gemeldet hat und somit die Zub an dem Mißverständnis schuld sind. Aber die Zeche dafür soll mal wieder der Kunde tragen. Man denkt mit Wehmut an die Zeiten zurück, als die Zub noch Schaffner hießen und nach jedem Halt durch den Zug gingen und bereitwillig Fahrscheine von Hand ausstellten.

Ich kann 'HHB' nur empfehlen, in Sachen Kulanzantrag hartnäckig zu bleiben und auch ein evt. "Nein" nicht gleich zu akzeptieren. Den Link zur söp habe ich ja bereits genannt, darüber hinaus können Sie sich auch noch beim Fahrgastverband Pro Bahn mit Ihrem Fall melden: http://www.pro-bahn.de

Hallo ThomasDenkel,

wenn kein Personal an Bord ist, dann an den haltenden Stationen schauen, ob welches zusteigt. Auf manchen Strecken wo nur sehr kurze Züge verkehren, ist es oft auch so, dass die Triebfahrzeugführer an den Halten der Ansprechpartner sind. In diesem Fall kann man also auch diese ansprechen. Bei einem Umstieg sonst dort die Fahrkarte erwerben. /ti

ThomasDenkel
ThomasDenkel

ThomasDenkel

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

@DB/ti | Meine Fragen waren eigentlich rein rhetorisch gemeint, um vor Augen zu führen, daß die DB in diesem Punkt äußerst kundenunfreundlich ist. Ich könnte jetzt noch weiter fragen, z. B.: Was, wenn es Kontrolleure in Zivilkleidung sind, die zusteigen - also von mir nicht als solche erkannt werden können, mich dann aber ohne Fahrschein antreffen? Auch diesen Fall gibt es. Es wird also auf keinen Fall eine entspannte Reise, wenn ein Fahrgast aus nicht von ihm zu vetretenden Gründen ohne Ticket in den Zug steigen muß.

Ich fahre seit über 30 Jahren privat und seit rund 20 Jahren auch beruflich (mit Reisegruppen) per Bahn im Nah- und Fernverkehr kreuz und quer durch Deutschland und Europa und habe so ziemlich alles durch, was man dabei erleben kann. Und dennoch bin ich vor Überraschungen nicht sicher. Wie mag es da erst unerfahrenen oder neuen Kunden gehen? Auffällig ist auch, daß sich die DB (genau wie andere EVU) sämtliche Fehler erlauben darf und dafür regelmäßig um Verständnis bittet, während die Fahrgäste sich nicht den kleinsten Lapsus erlauben dürfen, ohne gleich ein erhöhtes Beförderungsentgelt oder andere Nachteile zu riskieren.

Ich hoffe diesbezüglich weiterhin unverdrossen auf Besserung und mehr Wertschätzung der Kunden, die auch nur Menschen und somit nicht fehlerfrei sind.