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Säugling im vollen Zug vom reservierten Platz entfernt

Wir haben eien ICE-Fahrt für 2 Erwachsende und 1 Baby (0 Jahr alt) gebucht und dabei auch 3 Sitzplätze reserviert und pro Strecke für die Reservierung 9 EUR gezahlt.
Bei der Reservierung haben wir nur "Tisch im Großraumabteil" angegebenen - alles andere haben wir als "egal" markiert, inkl. dem Bereich (Ruhe- oder Handybereich).
Die Bahn hat uns dann für die Rückfahrt einem Ruhebereichs-Wagen zugewiesen.
Der Zug war dann bei der Abfahrt in Berlin sehr voll - viele Leute mussten stehen.

Und nun zur Thematik:
Wir haben unsere reservierten (und dafür bezahlten) Plätze eingenommen und nun kam der Zugbegleiter Herr. ******* und schmiss uns aus dem Wagen!!!
Seine Begründung war, dass Kinder nichts im Ruheabteil (wo lt. Bahnseite Handytelefonate, Klingeltöne und lautes Musikhören nicht erwünscht ist - dort steht nichts von Kindern) nichts zu suchen haben.
Er war der Meinung, wir hätten im Familienbereich reservieren müssen (lt. Bahn.de ist dieser aber nur für Familien, die "gerne in Begleitung von anderen Familien reisen" - es ist keine Pflicht,dort mit Kind zu sitzen, so wie es Hr. ******* sagte). Er zweifelte zudem noch meine Intelligenz an.
Ich bin selbst einen Tag darauf noch mehr als schockiert; ich habe auch sehr vielen Leuten davon erzählt, und keiner war nicht entsetzt von diesem Tatbestand.
Im Übrigen hat unser 5 Monate alter Nachwuchs gerade geschlafen (und er war somit nicht laut), als er von Hr ******* aus dem Wagen geschmissen wurde

Meine Fragen:
a) Wie bekomme ich die Rückerstattung der Reservierungsgebühr - die Leistung wurde ja von mir bezahlt aber dann vom Vertragspartner (der Bahn) verweigert
b) Hat die Bahn den Anstand, sich für so was zu entschuldigen oder erkenntlich zu zeigen oder muss man so was einfach so hinnehmen?
c) Hat jemand ähnliche Schikanen hinnehmen müssen? (in Deutschland gibt es ja eigentlich kein Recht auf Schutz vor Kinderlärm)

[Editiert durch Redaktion, 26. September 2017, 19.34 Uhr: Persönliche Daten entfernt.]

timo0080
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Blender28
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Das müssen Sie nicht hinnehmen. Bitte wenden Sie sich direkt an den Kundendialog auf http://www.bahn.de/kontakt.

Hallo timo0080,

ich kann mich hier Blender28 nur anschließen. Es ist zwar richtig, dass der Ruhebereich an Personen gerichtet ist, welche keinen Lärm wünschen, dennoch kann man Sie nicht des Wagens verweisen, weil Sie ein Kleinkind dabei haben, zumal Sie ja auch reservierte Plätze hatten.

Ich empfehle Ihnen auch, sich hier an den Kundendialog zu wenden und den Fall zu schildern. Dort können Sie auch gern den Namen des Mitarbeiters wieder angeben. Hier in der Öffentlichkeit musste ich diesen aber aus Datenschutzgründen entfernen. /ti

Br624
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Zur Frage c): Ich nutze regelmäßig die Züge der DB und habe so etwas noch nie erlebt.

Auch wenn es kein Recht auf Schutz vor Kinderlärm gibt, ist es doch nachvollziehbar, daß Reisende, die extra den Ruhebereich buchen, darin auch Ruhe haben wollen - egal vor wem oder was. Und für Kinder ist der Ruhebereich sicher nicht der geeignete Platz im Zug. Die Bahn wird häufig kritisiert - auch von mir - daß der Ruhebereich nicht ausreichend durchgesetzt wird. Neben dem Familienbereich steht ihnen auch noch der ganze Rest vom Zug zur Verfügung. Zudem gibt es in den meisten Fernzügen auch ein spezielles Kleinkindabteil - Infos dazu unter: https://www.bahn.de/p/view/service/familie/angebote/klein...

In diesem Fall können Sie ja aber nichts dafür, ihre Reservierung im Ruhebereich bekommen zu haben und das Verhalten des Zugbegleiters, zumal Ihr Kind geschlafen hat, ist natürlich untolerabel. Er hätte Sie stattdessen freundlich fragen müssen, ob Sie Ihr Kind nicht zu Gunsten eines der stehenden Reisenden auf den Schoß nehmen können, worauf Sie evt. aus Rücksicht auch von selbst hätten kommen können, wenn schon - wie von Ihnen beschrieben - so viele Leute stehen mussten.

Blender28
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Wieso soll der Fragesteller eigentlich Rücksicht auf Reisende nehmen, die, um sich die Reservierungsgebühr zu sparen, auf eine Platzgarantie verzichteten? Haben Sie schon einmal ein Kleinkind längere Zeit auf dem Schoß gehalten? Statt auch die Intelligenz des Fragestellers in Zweifel zu ziehen, sollte man die Bahn auf deren Schwächen im Regierungssystem aufmerksam machen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ohne Reservierungswunsch oder einer graphischen Buchung immer der Ruhebereich gebucht wird, selbst bei der Eingabe "Familie mit Kind". Auch eine normale Unterhaltung wird von tastaturklappernden Fahrgästen selten toleriert. Hier muss dringend nachgebessert werden. Der Zugbegleiter hätte auf die eigenen Unzulänglichkeiten des Reservierungssystems aufmerksam machen und um Verständnis bitten müssen. Da er offenbar keine a!ternativen Plätze anbieten konnte, sondern stattdessen aufforderte die Plätze zu verlassen, liegt ein klares Fehlverhalten vor. Zum Glück habe ich so ein Verhalten selbst auch noch nicht erlebt.

@Blender 28 | Ist es Ihnen schon mal passiert, daß Sie einen Anschlußzug verpasst haben und deshalb im nächsten Zug ohne Reservierung weiter reisen mussten? Nicht jeder, der im Zug steht, hat sich also zwangsläufig das Reservierungsentgelt gespart, sondern ist möglicherweise einfach nur eines der täglich zahlreichen "Opfer" von Unzuverlässigkeiten der DB. Da die DB für diese Fälle leider keinen "Plan B" hat, nicht mal für Anschlüsse, die laut Statistik häufig nicht klappen, müsste man sich ja immer auch gleich gegen nochmaliges Entgelt eine Reservierung für den nächsten Zug mitbesorgen, wenn das mit der Platzgarantie was werden soll.

Ein Baby auf dem Schoß liegen zu haben ist allemal leichter, als es z. B. für einen älteren Mensch ist, über lange Zeit stehen zu müssen. Auch finde ich es nicht gerechtfertigt, für das kostenlos mitreisende Baby einen eigenen Platz zu beanspruchen, während zahlende Reisende stehen müssen. Alles Dinge, die nach dem Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme eigentlich gar keinen Grund zur Diskussion geben sollten. Ändert aber nichts an der Tatsache, daß der Zugbegleiter in diesem Fall sehr undiplomatisch und falsch gehandelt hat.

Was die Vergabe von Plätzen durch das Reservierungssystem anbelangt, habe ich ähnliche Erfahrungen. Ich habe beruflich schon zahlreiche touristische Gruppenreisen organisiert und mir wurden dafür auch häufig Plätze im Ruhebereich zugeteilt, ohne dass ich darauf Einfluss hätte nehmen können. Dem sogenannten "Gruppen-Service" der DB ist das nämlich völlig gleichgültig und auf Nachfragen reagieren die in der Regel gar nicht. Natürlich herrscht in einer Gruppe nicht während der ganzen Fahrt Ruhe, da sich die Leute ja unterhalten wollen, was mir als Reiseleiter auch des öfteren Ärger einbrachte.

@DB | Eigentlich sollte man meinen, daß Reservierungen im Ruhebereich nur solchen Fahrgästen zugeteilt werden, die das ausdrücklich wünschen. Warum vergibt das Reservierungssystem also diese Plätze auch ohne speziellen Wunsch? Und warum werden Reisegruppen oder Familien mit Kindern (in der Regel mit Familienreservierung) in den Ruhebereich gebucht? Das wird immer wieder zu Konflikten unter den Fahrgästen führen. Also bitte mal beim zuständigen Fachbereich anregen, daran was zu ändern - vielen Dank!

Blender28
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@ThomasDenkel Sie sind also der Meinung, dass Kinder, welche kostenlos fahren dürfen, auf ihren Sitzplatz verzichten sollten, damit gestandene Männer wie Sie und ich sitzen können. Ich habe eine Bahncard100, nutze fast täglich den ICE zur Arbeit und fahre auch in den Urlaub nur mit der Bahn. Ich stand auch schon gelegentlich im Gang oder saß auf dem Boden, aber ich würde niemals auf die Idee kommen einem Kind oder gar Säugling den Platz streitig zu machen. Was Ihren Vorschlag bezüglich der Reservierungsoptionen betrifft, haben Sie meine volle Unterstützung.

@Blender28 | Ich habe extra "einen älteren Mensch" geschrieben - auch ich habe ohne Reservierung noch nie andere zum Aufstehen aufgefordert, nicht mal von den bahn.comfort-Plätzen. Es war früher sogar mal in den BB geregelt, daß kostenlos reisende Kinder keinen Anspruch auf einen Sitzplatz haben, ist jetzt wohl nicht mehr so. Das Einzige, was ich gemeint habe, ist, daß es nach dem Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme nicht angebracht ist, auf einen eigenen Sitzplatz für einen Säugling zu bestehen, während andere Reisende stehen müssen und dabei bleibe ich auch.