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Sparpreispolitik

Liebes Bahnteam,
ich fahre gerne mit den Zügen der DB, v.a. weil ich den Schienenverkehr für weniger umweltbelastend halte und die Probleme durch den motorisierten Straßenverkehr verringern möchte. Wenn ich mir ansehe, dass ich für eine Fahrt (2 Personen, beide mit BahnCard25) von Berlin nach Schleswig-Holstein 89,80€ zahlen soll, obwohl der Reisetermin erst in einem Monat ist, frage ich mich, warum der DB-Konzern mit seinen gut bezahlten Vorständen die Personenbeförderung auf der Schiene eindämmen möchte. Zur selben Uhrzeit kostet die Fahrt in einem Fernbus keine 28€ - und das ohne so etwas wie eine "FernbusCard25" zu besitzen. Ändern Sie bitte Ihre Preispolitik - anderenfalls verlieren Sie viele Fahrgäste wie möglicherweise bald auch mich. Ich würde das sehr sehr bedauern!

hueaenedaene
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kabo
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Offenbar ist die Nachfrage für die Verbindung "Berlin-Schleswig-Holstein" mit dem Zug in einem Monat so hoch, dass der Preis von 89,90€ gerechtfertigt ist.
Die Höhe der Sparpreise ist auslastungsabhängig. Verbindungen, die wenig nachgefragt sind, werden billig angeboten. Verbindungen mit hoher Nachfrage teuer. Das ist Marktwirtschaft.

Nüchterne BWL-Logik: Wenn Ihnen der Preis von 89,90€ zu hoch ist, Sie zum Fernbus wechseln, die DB den Platz im Zug aber an einen anderen Kunden verkaufen kann, der 89,90€ zu zahlen bereit ist, dann haben Sie der DB sogar einen Gefallen getan, weil Sie den Platz im Zug für einen lohnenderen Kunden freigemacht haben.
Die DB muss ja auch Einnahmen erzielen, warum sollte sie auf stark nachgefragten Verbindungen auf Einnahmen verzichten, indem die Preise gesenkt werden?

Das ganze ist natürlich eine politische Frage. Alle bisherigen (Bundes-)Regierungen der Nachkriegszeit waren der Ansicht, dass die Bahn selbst Einnahmen erzielen soll, um möglichst wenig am Tropf der Steuerzahler zu hängen. Deshalb wird von der DB erwartet, dass sie marktwirtschaftlich agiert.
Man könnte natürlich dahin gehen und die DB so umbauen, dass alle Fahrten immer und überall gratis sind. Das wäre ein maximaler Gewinn für die Umwelt. Aber das muss dann aus Steuermitteln kompensiert werden - und dazu ist der politische Wille nicht da.

Hallo hueaenedaene,

für welche Verbindung suchen Sie denn hier einen Sparpreis? Diese sind kontingentiert und wenn die günstigsten Angebote bereits vergriffen sind, wird auf das nächst höhere zugegriffen. Bei stark frequentierten Strecken sind die Kontingente dann auch nicht so hoch, da mit diesen auch die Auslastungen der Züge gesteuert wird. /tr

hueaenedaene
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Liebe Community,
die genaue Wunschverbindung ist am Fr., den 29.9.
Mir ist klar, dass das eine sehr nachgefragte Verbindung ist, aber ich muss mich schon sehr wundern, wenn davon die Rede ist, ein Preis von knapp 90€ für zwei BahnCard-Inhaber sei "gerechtfertigt". Immerhin will ich den Zug ja nicht kaufen!
Ich wollte nur mein absolutes Unverständnis zum Ausdruck bringen und appellieren, die Preise auf ein bezahlbares Maß zu senken. Als Befürworter "der Schiene" bin ich bereit, mehr als für einen Fernbus oder eine Mitfahrgelegenheit zu bezahlen, aber knapp 90€ für eine solch überschaubare Strecke ist eindeutig zu teuer!
Muss denn wirklich jeder Lebensbereich der Marktlogik (in diesem Ausmaß) unterworfen sein?

Auch da muss man dann aber bedenken, dass an einem Freitag die Verbindungen schon so gut ausgebucht sind und es auch noch vor einem Feiertag ist, den viele dann auch für ein verlängertes Wochenende nutzen. So sind die günstigen Angebote dann schon sehr zeitig vergriffen. /tr

hueaenedaene
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Gut, belassen wir es vorerst dabei!
Ich werde das bedenken, aber ich werde das ebenso bedauern!
Die erhöhte Nachfrage an einem solchen Wochenende kann - so denke ich - auch für Fernbusse und Autovermietungen gelten. Dort ist es in beiden Fällen deutlich günstiger!
Mir geht es um eine grundsätzlichere Kritik. Ein "Sparpreis" von knapp 90€ für eine einmalige Fahrt (für zwei BC25-Kunden!!) ist vieles, aber eines sicher nicht: ein SPAR-Preis. Den spar ich mir!
Es wünscht einen schönen Abend:
Ein zum Autofahren Genötigter

kabo
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Am 24. September haben Sie die Gelegenheit, Parteien zu wählen, die sich für eine stärkere Subventionierung des Schienenverkehrs einsetzen.

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Der Vergleich Bahn vs. Fernbus ist häufig aber auch nicht ganz fair, wenn man den ausschließlich über den Preis und dem Fernverkehr definiert.

Strecken, die ich gelegentlich fahre, bekomme ich mit der Bahn für ca. 22€ (günstigster Tarif) bei ausreichend früher Buchung, mit dem Fernbus zahle ich nur 15€ (ebenfalls günstigster Tarif). Klingt erst mal als Vorteil für den Bus. Bei genauerer Betrachtung ist das aber nicht mehr so.

Bei der Bahn-Fahrkarte (mit BC25) ist noch ein City-Ticket dabei, d.h. ich kommen ohne Zusatzkosten mit ÖPNV zum Bahnhof, und am Ziel bis zum Hotel. Mit dem Bus gibt es das nicht, und ich müsste für ca 5-6€ extra Tickets kaufen. Damit ist der Kostenvorteil vom Bus schon dahin.

Zusätzlich kommt aber auch die Reisezeit hinzu. Beim Bus wäre ich mit 6-9h mehr als doppelt solange unterwegs (die Bahn fährt die Strecke in 3-4h), sitze unbequemer, kann mir nicht die Beine vertreten usw. Allein wegen des Komforts und der Zeitersparnis würde ich schon ein paar Euro mehr ausgeben.

Wegen der Reisezeit wäre dann ggfs. ein besserer Vergleich bzgl. Fernbus, ein reines Angebot des Nahverkehrs zu verwenden, wie z.b. ein Quer-Durchs-Land-Ticket, welches dann auch deutlich billiger in einer Gruppe wird.

Auch bin ich mit der Bahn deutlich flexibler, ich habe auf vielen Strecken mit der Bahn eine Taktung von ca 1h. Mit dem Bus gibt es u.U. gerade mal eine Handvoll Verbindungen am Tag, von denen dann einige schon wegen der Reisezeit so unattraktiv sind, dass man sie nicht nehmen will.

Und auch Fernbusse haben „Sparpreise“, sind die Kontingente verkauft, ist so ein Bus dann auch nicht mehr billig. Der oben genannte Preis von 15€ geht hoch bis auf fast 50€, sobald der Bus fast ausgebucht ist.

Sicherlich kommt es auch auf den Einzelfall an, welche Strecke man wann fahren will, wie früh man bucht, wie flexibel man ist, ob man mit Bus oder Bahn besser wegkommt. Meine Erfahrung bisher ist eher so, dass ich mit der Bahn mit deutlichem Abstand besser und billiger reise, als mit dem Bus. Das hängt sicher auch an meinem Reiseprofil (bin relativ flexibel), für andere mag das anders sein. Aber dafür gibt es ja auch Alternativen.